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Die Kleinbürger

Honoré de Balzac: Die Kleinbürger - Kapitel 16
Quellenangabe
typefiction
authorHonoré de Balzac
titleDie Kleinbürger
publisherDiogenes
yearo.J.
isbn325720468X
translatorHugo Kaatz
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20080812
modified20180124
projectidf5e4c325
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»Jawohl, jawohl,« sagte Cérizet, »mir steht noch deutlich die Verlegenheit des Fräuleins Beaumesnil vor Augen, als sie vor Gericht darüber aussagen mußte, und wie sie leise sprach, als sie vor dem Schwurgericht nach ihrem Alter gefragt wurde.«

»Dieser Diebstahl,« fuhr du Portail fort, »wurde in kecker Weise am hellichten Tage ausgeführt, und einmal im Besitze des Etuis, begab sich Charles Crochard in die Kirche Saint-Sulpice, wohin er einen Komplizen bestellt hatte. Dieser sollte, schon vorher mit einem Paß versehen, die Diamanten in Empfang nehmen und sofort ins Ausland abreisen. Der Mensch, den er erwartete, verspätete sich um einige Minuten, und durch einen Zufall sah sich Charles Crochard einem berühmten Agenten der Sicherheitspolizei gegenüber, den er genau kannte, da der junge Bursche nicht zum erstenmal mit dem Gesetz in Konflikt gekommen war. Die Abwesenheit seines Helfershelfers, die Begegnung mit dem Agenten, der ihn anscheinend scharf gemustert hatte, sein schlechtes Gewissen und schließlich eine schnelle Bewegung, die der Agent ganz zufällig nach der Ausgangstür zu machte, ließen in dem Diebe den Gedanken auftauchen, daß er überwacht sei. In seiner Aufregung verlor er den Kopf und wollte sich um jeden Preis des Etuis entledigen, womit er auf frischer Tat ertappt worden wäre, wenn er, woran er nicht zweifelte, beim Verlassen der Kirche, die er schon von der Polizei umzingelt glaubte, verhaftet werden würde. Als er daher Toupillier in seinem Verschlage bemerkte, der damals noch das Weihwasser reichte, ging er zu ihm hin und sagte, nachdem er sich vergewissert hatte, daß sie von niemandem belauscht wurden: »Wollen Sie mir das kleine Paket hier aufheben, mein Bester? Es ist ein Karton mit Spitzen. Ich muß hier nebenan zu einer Gräfin gehen, die schlecht zahlt; anstatt meine Rechnung zu begleichen, wird sie diesen Artikel, der eine Neuheit ist, ansehen wollen und verlangen, daß er ihr auf Kredit geliefert wird. Es ist mir lieber, wenn ich ihn gar nicht bei mir habe. Lassen Sie aber ja,« fügte er hinzu, »das Papier, in das der Karton eingeschlagen ist, unberührt, denn nichts ist so schwierig, wie ein Paket wieder in dieselben Falten einzuwickeln.«

»Wie ungeschickt!« rief Cérizet unwillkürlich aus, »mit seinen Ermahnungen hat er den Andern ja gerade neugierig gemacht, nachzusehen.«

»Sie sind ein feiner Psychologe«, sagte du Portail. »Eine Stunde später, nachdem er nichts Beunruhigendes entdeckt hatte, erschien Charles Crochard wieder, um seinen Schatz in Empfang zu nehmen, aber Toupillier war nicht mehr da. Sie können sich vorstellen, mit welcher Hast am andern Morgen bei der Frühmesse Charles Crochard den Weihwasserspender ansprach, den er bei der Ausübung seiner Funktion antraf; aber, wie man sagt, guter Rat kommt über Nacht; der Biedermann erklärte mit kecker Stirn, daß man ihm nichts übergeben habe, und daß er gar nicht wisse, wovon der andere rede.«

»Und keine Möglichkeit, ihn zu fassen und Lärm zu schlagen!« bemerkte Cérizet, der beinahe seiner Sympathie für einen so frech ausgeführten Streich Ausdruck gegeben hätte.

»Zweifellos,« fuhr du Portail fort, »war der Diebstahl schon ruchbar geworden, und Toupillier, ein sehr gerissener Kerl, hatte sich sehr wohl überlegt, daß der Dieb, wenn er ihn beschuldigte, sich selbst verraten und das Gestohlene herausgeben müßte. Bei der Gerichtsverhandlung erwähnte Charles Crochard kein Wort von seinem Mißgeschick, und zu zehn Jahren Zwangsarbeit verurteilt, öffnete er während der sechs Jahre im Bagno – ein Teil der Strafe war ihm erlassen worden – keinem Menschen gegenüber den Mund über den Vertrauensbruch, dessen Opfer er geworden war.«

»Das ist wirklich kolossal!« sagte Cérizet; die Erzählung fesselte ihn außerordentlich, und er ließ durchblicken, daß er die Sache als Kenner und Künstler beurteilte.

»Inzwischen,« erzählte du Portail weiter, »starb Fräulein Beaumesnil und hinterließ ihrer Tochter die Reste eines großen Vermögens und vor allem die Diamanten, ›wenn sie sich wiederfinden sollten‹, wie ausdrücklich im Testament erwähnt wurde.«

»Oh, oh!« sagte Cérizet, »die Sache wird brenzlich für Toupillier; denn wenn er mit einem Manne von Ihrem Geiste zu tun hat . . .«

»Nur von dem Gedanken an Rache erfüllt, war der erste Schritt Charles Crochards, als er wieder frei geworden war, daß er Toupillier wegen Hehlerei bei dem Diamantendiebstahl anzeigte. Vorgeladen, verteidigte sich Toupillier jedoch mit solcher Unbefangenheit, daß der Untersuchungsrichter ihn mangels irgendeines Beweises für die Anschuldigung freilassen mußte. Er verlor allerdings sofort seine Stelle als Weihwasserspender und erlangte nur mit großer Mühe die Erlaubnis, an der Kirchentür von Saint-Sulpice betteln zu dürfen. Ich war von seiner Schuld überzeugt; trotz der Niederschlagung der Sache erreichte ich es, daß er scharf beobachtet wurde, vor allem aber rechnete ich hierbei auf mich selbst. Da ich als Rentier viel freie Zeit hatte, so heftete ich mich an die Sohlen des Spitzbuben und machte seine Überführung zur Hauptaufgabe meines Lebens. Er wohnte damals in der Rue du Coeur-Volant; es gelang mir, ein dem seinigen benachbartes Zimmer zu mieten, und eines Abends sah ich durch ein Loch, das ich mir mit geduldiger Arbeit durch die Mauer gebohrt hatte, wie unser Mann aus einem sehr sinnreich angelegten Versteck das Etui herausnahm und länger als eine Stunde damit verbrachte, unsere Diamanten, die er im Licht funkeln ließ und leidenschaftlich an seine Lippen drückte, voller Entzücken zu betrachten; der Mensch war in sie selber verliebt und dachte niemals daran, sie zu Geld zu machen.«

»Ich verstehe,« sagte Cérizet, »es war eine Leidenschaft, wie die des Juweliers Cardillac, woraus man ein Melodrama gemacht hat.«

»Genau so,« sagte du Portail, »der Elende war in den Schmuck verliebt; als ich daher bei ihm eindrang und ihm erklärte, daß ich alles wisse, schlug er mir, um nicht dessen, was er den Trost seines Alters nannte, beraubt zu werden, vor, es ihm, solange er noch lebe zu belassen; er wolle sich als Entgelt dafür verpflichten, Fräulein de la Peyrade zu seiner Universalerbin zu machen, wobei er mir gleichzeitig eröffnete, daß ein ziemlich hoher Geldbetrag in Goldstücken sich in seinen Händen befinde, den er täglich vermehre; außerdem besäße er noch ein Grundstück und seine Staatsrenten.«

»Wenn man ihm trauen konnte,« sagte Cérizet, »so war das ein annehmbarer Vorschlag; die Zinsen des in dem Schmuck angelegten toten Kapitals wurden ja durch die andern Nachlaßgegenstände reichlich aufgewogen.«

»Sie sehen, mein Lieber,« sagte du Portail, »daß ich mich nicht mit Unrecht auf ihn verlassen habe. Übrigens waren Vorsichtsmaßregeln von mir getroffen: ich hatte verlangt, daß er in mein Haus ziehe, wo ich ihn unter meinen Augen hatte; auf meine Anordnung wurde auch der Versteck angebracht, dessen Geheimnis Sie so geschickt herausbekommen haben; was Sie aber hierbei nicht ahnten, war, daß bei mir, sobald jemand den eisernen Schrank öffnete, ein sehr lautes Glockenzeichen ertönte, das mich von allen Angriffsversuchen auf unsern Schatz in Kenntnis setzte.«

»Arme Frau Cardinal!« rief Cérizet scherzhaft aus, »wie ahnungslos ist sie gewesen!«

»Die Lage ist nun folgende,« sagte du Portail: »Aus Interesse für den Neffen meines alten Freundes, und weil mir angesichts der Verwandtschaft eine solche Heirat sehr passend erscheint, will ich, daß Theodosius seine Kusine, die eine solche Mitgift besitzt, heiratet. Da es möglich ist, daß la Peyrade mit Rücksicht auf den Geisteszustand seiner Zukünftigen sich weigern wird, meinen Absichten zu entsprechen, habe ich es nicht für schicklich gehalten, ihm meinen Vorschlag direkt zu machen. Da bin ich Ihnen begegnet, ich weiß, daß Sie geschickt und schlau sind, und so kam mir sofort der Gedanke, Sie mit diesem kleinen Ehevermittelungs-Geschäft zu betrauen. Jetzt sollen Sie also, verstehen Sie mich recht, ihm von einem reichen jungen Mädchen sprechen, das zwar einen kleinen Fehler hat, dafür aber eine ziemliche runde Mitgift besitzt; Sie nennen keinen Namen und kommen unmittelbar darauf zu mir und berichten, wie diese Eröffnung aufgenommen worden ist.«

»Ihr Vertrauen,« sagte Cérizet, »ist mir ebenso angenehm wie ehrenvoll, und ich werde es bestens zu rechtfertigen wissen.«

»Wir dürfen uns keinen Illusionen hingeben,« begann du Portail wieder, »eine Ablehnung wird die erste Regung eines Mannes sein, der anderswo gebunden ist, aber wir brauchen uns deshalb noch nicht für geschlagen zu halten. Ich verzichte nicht so leicht auf meine Absichten, wenn ich sie für richtig halte, und müßten wir unsern Eifer, la Peyrade glücklich zu machen, auch so weit treiben, daß wir ihn in Clichy festsetzen lassen, so bin ich fest entschlossen, einen Plan nicht fallen zu lassen, dessen Ausführung ihn, wie ich überzeugt bin, erkennen lassen wird, daß er auf einer glücklichen Eingebung beruhte. Auf jeden Fall werden Sie Dutocq seine Forderung abkaufen.«

»Zum vollen Betrage?« fragte Cérizet.

»Jawohl, zum vollen Betrage, wenn Sie nichts Besseres erreichen können; es darf uns hierbei auf einige tausend Franken nicht ankommen; nur muß uns, wenn das Geschäft gemacht ist, Herr Dutocq versprechen, uns zu helfen oder wenigstens sich neutral zu verhalten. Nach dem, was Sie mir über die andere Heirat erzählt haben, brauche ich Ihnen, meine ich, nicht zu sagen, daß wir nicht einen Moment zögern dürfen, das Eisen ins Feuer zu legen.«

»In zwei Tagen habe ich eine Zusammenkunft mit la Peyrade«, bemerkte Cérizet; »wir haben ein kleines Geschäft zu erledigen. Meinen Sie nicht, daß es passender wäre, bis zu dieser Zusammenkunft zu warten, bei der ich wie zufällig von unserm Vorschlage reden könnte? Wenn er sich widersetzt, so wird auf diese Weise am besten ›unsere‹ Würde gewahrt.«

»Gut,« sagte du Portail, »das bedeutet noch keinen Aufschub, im übrigen gebe ich Ihnen zu bedenken, daß Sie, wenn Sie es durchsetzen, in mir einen Mann finden werden, der, anstatt von Ihnen strenge Rechenschaft über Ihre unklugen Gefälligkeiten für Frau Cardinal zu fordern, Ihnen verpflichtet und bereit ist, Ihnen in jeder Weise nützlich zu sein, und dessen Einfluß weiter reicht, als man im allgemeinen glaubt.«

Nach so freundlichen Worten konnten sich die beiden nur im besten Einvernehmen, und einer vom andern sehr befriedigt, trennen.

Ebenso wie das ›Drehkreuz Saint-Jean‹ ist der ›Rocher de Cancale‹, wohin jetzt die Szene verlegt wird, heute nur noch eine Erinnerung. Ein Weinhändler mit einem Ausschank ist der Nachfolger dieses »Tempels des Geschmacks«, dieses europäischen Heiligtums, das die gesamte Feinschmeckerzunft des Kaiserreichs und der Restauration bei sich vorüberziehen sah.

Am Abend vor dem festgesetzten Tage hatte la Peyrade von Cérizet die kurze Zeile erhalten:

»Also morgen, mit oder ohne Mietvertrag, im ›Rocher‹ um halb sieben.«

Was Dutocq anlangt, so hatte Cérizet alle Tage Gelegenheit, ihn zu sehen, da er sein Sekretär war, er konnte ihn also mündlich benachrichtigen; der aufmerksame Leser wird aber bemerken, daß diesem zweiten Eingeladenen eine etwas abweichende Zeit angegeben wurde: »Um einviertel sieben im ›Rocher‹«, hatte Cérizet ihm gesagt; es war klar, daß er wenigstens eine Viertelstunde vor der Ankunft la Peyrades zur Verfügung haben wollte.

Diese Viertelstunde gedachte der Wucherer dazu zu verwenden, beim Ankauf der Wechsel Dutocqs etwas abzuhandeln, und er meinte, ein plötzlich ohne irgendwelche vorherige Verhandlung gemachter Vorschlag würde vielleicht glatter angenommen werden. Wenn er dem andern nicht Zeit zum Überlegen ließe, würde er ihn vielleicht dazu bringen können, etwas nachzulassen, und wenn er die Forderung erst unter dem Nennwert erworben hätte, konnte sich der Mann aus der Rue des Poules immer noch überlegen, ob er die Differenz ohne Bedenken in seine Tasche stecken sollte oder ob es besser schiene, sich vor du Portail des Rabatts, den er durchgesetzt hatte, zu rühmen. Im übrigen kann man ruhig sagen, daß, abgesehen von jedem Interesse, Cérizet auch so versucht haben würde, einen kleinen Gewinn von seinem Freunde für sich herauszuschlagen; das entsprach seinem Instinkt und seiner Natur; in Geschäftssachen hatte er gegen den geraden Weg dieselbe Abneigung wie die Freunde englischer Gärten, wenn sie die Gartenwege anlegen.

Da Dutocq immer noch einen Teil des Kaufpreises für sein Amt abzuzahlen hatte und deshalb sehr sparsam leben mußte, so konnte er sich kein solches Wohlleben gönnen, als daß nicht die Einladung zu einem Diner im »Rocher de Cancale« in seinem bescheidenen Dasein gewissermaßen ein Ereignis gewesen wäre. Er bewies also durch Pünktlichkeit, welchen Wert er auf die Zusammenkunft legte, und erschien um einviertel sieben Uhr in dem Restaurantzimmer, in dem Cérizet ihn bereits erwartete.

»Es ist drollig,« sagte er, »nun sind wir wieder in der gleichen Situation zusammen wie damals, als unsere Geschäftsbeziehungen mit la Peyrade begannen; nur der Ort für die Dreikaiserzusammenkunft ist etwas vornehmer gewählt, und es ist mir sehr recht, daß das Tilsit der Rue Montorgueil an die Stelle des Tilsits der Rue l'Ancienne-Comédie, dieses traurigen Restaurants Pinson, getreten ist.«

»Ich weiß aber wahrhaftig nicht, ob das erzielte Resultat diese Veränderung rechtfertigt, denn was haben wir eigentlich schon für Vorteile durch die Bildung unseres Triumvirats gehabt?«

»Nun,« sagte Dutocq, »es war ja schließlich ein Termingeschäft. Und man kann nicht sagen, daß la Peyrade viel Zeit dabei verloren hat, seine Übersiedelung in die ›Tuilerien‹, wenn ich mir diesen Kalauer erlauben darf, zu bewirken. Der Junge ist, das muß man zugeben, nicht übel vorwärts gekommen.«

»Doch nicht so schnell,« sagte Cérizet, »daß seine Heirat nicht gerade jetzt aufs stärkste in Frage gestellt ist.«

»Wie denn? In Frage gestellt?«

»Jawohl, und ich bin beauftragt, ihm eine Partie auf anderer Grundlage vorzuschlagen, bei der es mir sehr zweifelhaft ist, ob ihm überhaupt die Wahl freisteht.«

»Aber verdammt nochmal, wie können Sie, mein Lieber, sich einfallen lassen, für eine andere Heirat sich ins Zeug zu legen, wenn wir eine Hypothek auf die erste haben?«

»Lieber Freund, man ist nicht immer Herr über die Verhältnisse; ich habe gesehen, daß durch die Kombination, die sich darbot, das Projekt, das wir eingefädelt haben, zu Wasser werden muß; ich habe also versucht, aus der andern Sache herauszuschlagen, was sich herausschlagen läßt.«

»Wetter nochmal, man reißt sich also um Theodosius? Und was ist das für eine Partie? Hat sie Vermögen?«

»Die Mitgift ist sehr anständig und wiegt die von Fräulein Colleville bei weitem auf.«

»Dann ist es mir egal; la Peyrade hat die Wechsel ausgestellt, er muß zahlen.«

»Er muß zahlen, er muß zahlen . . . Das ist eben die Frage. Sie sind kein Kaufmann, Theodosius ebensowenig; er kann auf den Gedanken kommen, die Gültigkeit der Wechsel zu bestreiten. Wer sagt Ihnen, ob das Gericht mit Rücksicht auf ihre Unterlage und falls die Ehe Thuillier nicht zustande kommt, die Wechsel nicht für ungültig erklärt, als eine Schuldverpflichtung ohne Gegenleistung. Was mich anlangt, ich würde auf einen solchen Einspruch pfeifen: ich habe nichts aufs Spiel zu setzen, und meine Vorkehrungen sind im übrigen getroffen; aber Sie, ein Gerichtsvollzieher beim Friedensgericht, müssen Sie sich nicht vorsehen, daß der Kanzleigerichtshof nicht mit Ihnen aus Anlaß eines solchen Prozesses ein Hühnchen wird pflücken wollen?«

»Wissen Sie, mein Lieber,« sagte Dutocq ärgerlich wie ein Mensch, der sich Gründen gegenüber sieht, gegen die er nichts einzuwenden weiß, »Sie haben eine Art, die Dinge durcheinander zu werfen und sich einzumischen . . .«

»Ich wiederhole Ihnen,« sagte Cérizet »daß diese Sache an mich herangetreten ist, und ich habe gleich von Anfang an eingesehen, daß gegen die schlimme Wirkung, die sie für uns haben mußte, nicht anzukämpfen war; ich habe mich daher entschlossen, mich herauszuretten, indem ich ein Opfer brachte.«

»Und worin besteht dieses Opfer?«

»Nun, ich habe meine Forderung verkauft und den Käufern die Sorge überlassen, wie sie sich mit dem Herrn Advokaten herumschlagen wollen.«

»Aber wer ist der Käufer?«

»Wer anders sollte sich wohl an meine Stelle gesetzt haben, als die Leute, die ein genügendes Interesse an dem Zustandekommen der anderen Heirat haben, um Herrn Theodosius eventuell selbst durch körperlichen Zwang dazu zu bringen?«

»Dann brauchen Sie also meine Wechsel ebenso nötig?«

»Zweifellos, aber ich habe darüber nicht verfügen wollen, bevor ich Ihre Ansicht gehört habe.«

»Und wieviel bieten sie?«

»Nun, dasselbe, mein Lieber, womit ich mich zufrieden erklärt habe: da ich die Gefahr dieser Konkurrenz deutlicher als Sie erkannte, so habe ich mich entschlossen, zu schlechten Bedingungen zu verkaufen.«

»Aber zu welchen Bedingungen denn nun?«

»Ich habe die Wechsel für fünfzehntausend Franken hergegeben.«

»Nicht doch!« sagte Dutocq achselzuckend; »sicherlich haben Sie sich an der Vermittlungsgebühr bei diesem Geschäft schadlos halten können, das vielleicht, nach allem was ich sehe, nur eine Machenschaft ist, die Sie mit la Peyrade zusammen ausgeheckt haben.«

»Sie scheinen nicht zu wissen, was Sie reden, mein Lieber; es geht Ihnen irgendeine Gemeinheit durch den Kopf, und Sie genieren sich nicht im geringsten, sie andern in die Schuhe zu schieben. Glücklicherweise werden Sie gleich hören, wie ich Theodosius meine Eröffnung mache, und an der Art, wie er sie aufnimmt, werden Sie ja beurteilen können, ob ein Einverständnis zwischen uns vorliegt.«

»Schön!« sagte Dutocq, »ich ziehe meine Anschuldigung zurück, aber Ihre Auftraggeber sind ja die reinen Seeräuber; man darf Einem doch nicht gleich eine Schlinge um den Hals legen; und dann – ich kann mich nicht wie Sie an einer Provision schadlos halten.«

»Meine Erwägungen dabei waren diese, mein armer Junge: ich sagte mir, der gute Dutocq ist sehr in Nöten wegen der Restzahlung für sein Amt; nun bietet sich ihm die Gelegenheit, auf einen Schlag alles zu zahlen; die Angelegenheit selbst beweist, daß unsere Ansprüche an la Peyrade unsicher geworden sind, dagegen bietet man hier das Geld rund und nett an – es ist also vielleicht doch kein so schlechtes Geschäft.«

»Zugegeben, aber ich verliere ja dabei zwei Fünftel!«

»Hören Sie!« sagte Cérizet, »Sie sprachen eben von Provision; es wäre möglich, daß ich auch für Sie eine herausschlagen könnte; und wenn Sie sich verpflichten wollten, in die Collevillesache eine Bresche zu schießen und sich auf einen Ihrem bisherigen Standpunkt entgegengesetzten zu stellen, so würde ich es wohl durchsetzen können, daß Sie die runde Summe von zwanzigtausend Franken erhielten.«

»Sie glauben also, daß diese neue Kombination la Peyrade nicht angenehm sein wird? daß er sich dagegen auflehnen wird? Handelt es sich vielleicht um eine Erbin, auf die der Kerl schon Vorschuß genommen hat?«

»Alles, was ich darüber sagen kann, ist, daß es sich schließlich dabei um ein Lotteriespiel handelt.«

»Es wäre mir ja auch nichts lieber, als mit Ihnen zusammenzuspielen und la Peyrade Unannehmlichkeiten zu bereiten; aber, bedenken Sie: ein Verlust von fünftausend Franken, das ist doch zu viel!«

In diesem Augenblick öffnete sich die Tür und ein Kellner führte den erwarteten Gast hinein.

»Sie können auftragen,« sagte Cérizet zu dem Kellner, »wir erwarten niemanden mehr.«

Man konnte sehen, daß Theodosius anfing, den höheren sozialen Sphären zuzustreben; er war jetzt beständig bemüht, als eleganter Mann aufzutreten. Er befand sich in Abendtoilette, in Frack und Lackschuhen, während die beiden andern Tischgenossen im Rock und mit schmutzigen Stiefeln erschienen waren.«

»Ich glaube, ich habe mich etwas verspätet, edle Herren«, sagte er; »aber dieser verdammte Thuillier ist mit seiner Broschüre, die ich für ihn zurechtschneidere, der unausstehlichste Mensch von der Welt. Ich habe unglückseligerweise mit ihm verabredet, daß wir die Korrekturen gemeinsam lesen wollen, und nun gibt es bei jeder Zeile einen Kampf. ›Was ich nicht verstehe‹, sagt er beständig, ›das versteht das Publikum auch nicht. Ich bin ja kein Schriftsteller, aber ich bin ein Praktiker‹. Und ich muß mich um jeden Ausdruck mit ihm streiten. Ich dachte schon, die heutige Sitzung würde überhaupt kein Ende nehmen.«

»Was wollen Sie, mein Lieber,« sagte Dutocq; »wenn man ein Ziel erreichen will, muß man auch den Mut haben, Opfer zu bringen; wenn Sie erst verheiratet sein werden, können Sie den Kopf so hoch tragen, wie Sie wollen.«

»Ach ja!« sagte la Peyrade mit einem Seufzer, »das werde ich tun, denn der Zeit, wo ihr mich dauernd jeden Bissen mit Angst essen laßt, bin ich allmählich furchtbar müde geworden.«

»Heute«, sagte Dutocq, »wird Cérizet Ihnen etwas Nahrhafteres zu essen vorsetzen.«

Zuerst waren alle nur damit beschäftigt, dem Essen, das der Herr Gesamtmieter in Erinnerung an glücklichere Zeiten bestellt hatte, Ehre anzutun. Und wie es bei solchen Geschäftsdiners zu geschehen pflegt, wo jeder, obwohl er mit den vorliegenden Fragen beschäftigt ist, sie doch nicht anschneiden will, aus Furcht, daß er durch Bezeigen zu großen Eifers einen Vorteil aus der Hand geben könne, beschränkte sich die Unterhaltung lange Zeit auf Gemeinplätze, und erst als der Nachtisch erschien, entschloß sich Cérizet, la Peyrade zu fragen, was bezüglich der Höhe des Mietzinses beschlossen worden sei.

»Nichts, mein Lieber«, antwortete la Peyrade.

»Wie, nichts? Ich habe Ihnen doch genügend Zeit gelassen, um etwas festzusetzen . . .«

»Gewiß, es ist auch etwas festgesetzt worden: daß es nämlich gar keinen Gesamtmieter geben wird; Fräulein Brigitte nimmt es auf sich, die Hausverwaltung selber zu führen.«

»Das ist etwas anderes«, sagte Cérizet beleidigt. »Ich muß gestehen, daß ich, nach den Verpflichtungen, die du mir gegenüber übernommen hattest, weit davon entfernt war, an eine solche Lösung zu denken.«

»Was willst du machen, mein Lieber? Ich hatte mich verpflichtet, vorbehaltlich einer Ablehnung, und ich bin nicht imstande gewesen, der Sache eine andere Wendung zu geben. Fräulein Thuillier, ein herrisches Weib, das ständig in Bewegung ist, hat sich überlegt, daß sie selbst die Hausverwaltung auf sich nehmen und so den Gewinn einstreichen könne, den du dabei machen wolltest. Ich habe ihr genügend vorgestellt, was für Ärger und Sorgen sie sich damit auflüde. ›Ach was!‹ hat sie mir geantwortet, ›das wird mir das Blut in Bewegung setzen, und das ist ausgezeichnet für meine Gesundheit‹.«

»Aber da kann sie Einem ja leid tun!« sagte Cérizet, »das arme Mädchen weiß ja gar nicht, wie man so etwas anfassen muß; sie hat ja keine Ahnung, was es heißen will, ein leeres Haus von oben bis unten mit Mietern zu besetzen.«

»Alles das habe ich ihr vorgestellt,« antwortete la Peyrade, »aber ich habe damit ihren Entschluß auch nicht im geringsten erschüttern können. Da könnt ihr sehen, ihr lieben Demokraten, was ihr euch mit der Revolution von 89 eingerührt habt! Ihr habt euch eingeredet, ihr hättet ein ausgezeichnetes Spekulationsgeschäft gemacht, als ihr den Adel durch den Bürger absetzen ließet, und in Wirklichkeit habt ihr euch damit an den Bettelstab gebracht. Das scheint sehr paradox zu sein, aber nicht der Bauernkerl war steuer- und fronpflichtig, sondern der Adel. Die auf ihre Würde bedachte Aristokratie hatte sich von einer Menge bürgerlicher Tätigkeiten fern gehalten, sogar von der, schreiben zu lernen, und war deshalb tatsächlich abhängig von dem Plebs ihrer Angestellten, zu denen sie ihre Zuflucht nehmen und denen sie drei Viertel aller ihrer Angelegenheiten anvertrauen mußte. Damals blühte die Herrschaft der Intendanten, der vorsichtigen, schlauen Verwalter, durch deren Hände alle geschäftlichen Sachen der vornehmen Familien gingen, und die, selbst wenn sie den üblen Ruf, der ihnen anhaftete, nicht verdienten, durch die Macht der Verhältnisse allein schon von den Abfällen der Riesenvermögen, die sie verwalteten, reich werden mußten. Heute haben wir wohl eine Menge zweckmäßiger Aphorismen, wie: ›Gut bedienen kann man sich nur selber‹, ›Es ist keine Schande, sich mit seinen Geschäften zu befassen‹, und tausend andere solche Bourgeois-Redensarten, die jedem sein Arbeitsgebiet zuweisen und den Zwischenhändler ausgeschaltet haben. Weshalb soll also Fräulein Brigitte Thuillier nicht den Anspruch erheben, ihr Haus selber zu verwalten, wenn Herzöge und Pairs von Frankreich persönlich an der Börse erscheinen, ihre Verträge selbst prüfen, sich Rechtsakte vorlesen lassen, bevor sie sie unterzeichnen, und selber mit dem Notar darüber verhandeln, den sie einstmals verächtlich einen Schreiber nannten?«

Während dieser Tirade la Peyrades hatte Cérizet Zeit gehabt, sich von dem Schlage, der ihn mitten ins Herz getroffen hatte, zu erholen, und indem er diese Angelegenheit im Interesse der anderen, mit der er beauftragt war, beiseite ließ, sagte er in lässigem Tone:

»All das, was du uns da hergebetet hast, mein Lieber, ist ja sehr geistreich; aber was unsere Schlappe vor allem zu beweisen scheint, ist, daß du auf Fräulein Thuillier durchaus nicht den Einfluß hast, wie du uns glauben machen wolltest. Wenn es darauf ankommt, läßt sie dich ohne alle Umstände im Stich, und ich sehe daher auch nicht, daß du mit deiner Heirat so weit bist, wie wir, Dutocq und ich, uns eingeredet haben.«

»Zweifellos«, erwiderte la Peyrade, »ist da noch manches zu tun, um unser Unternehmen zum Abschluß zu bringen, aber ich glaube, daß ich schon sehr weit vorwärts gekommen bin.«

»Ich bin im Gegenteil der Ansicht, daß du an Terrain verloren hast, und zwar sehr einfach deshalb: du hast den Leuten einen Riesendienst geleistet, das verzeiht man nicht.«

»Nun, wir werden ja sehen,« sagte la Peyrade; »ich habe auch noch andere Eisen bei ihnen im Feuer.«

»Nein, ernsthaft, du hast Wunder was zu tun geglaubt, indem du sie mit Wohltaten überhäuftest, und jetzt, wo sie dich nicht mehr brauchen, geben sie dir einen Fußtritt; so sind die Menschen und vor allem die Bourgeois; ich sage das, siehst du, nicht etwa deshalb, weil ich den Schaden zu tragen habe, wenn du, wie ich merke, beiseite geschoben wirst; aber an deiner Stelle würde ich fürchten, keinen sicheren Boden mehr unter den Füßen zu haben, und wenn sich mir die Möglichkeit böte, umzukehren . . .«

»Wie? Weil ich dir deinen Mietvertrag nicht habe verschaffen können, soll ich die Flinte ins Korn werfen?«

»Ich wiederhole dir,« sagte Cérizet, »daß ich die Sache nicht von meinem Interessenstandpunkte aus betrachte; aber da ich nicht zweifle, daß du als wahrer Freund alle nur möglichen Anstrengungen gemacht hast, um einen Erfolg zu erzielen, so sehe ich in der Art, wie man dich abgewiesen hat, ein sehr beunruhigendes Symptom; und das bestimmt mich, dir etwas mitzuteilen, wovon ich sonst nicht gesprochen hätte, weil ich der Meinung bin, daß man, wenn man ein bestimmtes Ziel vor Augen hat, darauf losgehen muß, ohne nach rechts oder links zu sehen und ohne sich durch irgendein anderes Bestreben davon abbringen zu lassen.«

»Also bitte,« sagte la Peyrade, »was soll das viele Gerede? Was hast du mir vorzuschlagen? Und wieviel soll es kosten?«

»Mein Lieber,« antwortete Cérizet, ohne diese Unverschämtheit zu beachten, »du selbst wirst am besten zu würdigen wissen, was es heißt, ein gut erzogenes, schönes, talentvolles junges Mädchen zu finden, dessen Mitgift der Célestes mindestens gleichkommt, die sie aber aus erster Hand besitzt; dazu noch einen Diamantschmuck im Werte von hundertfünfzigtausend Franken wie Fräulein Georges auf dem Theaterzettel in der Provinz, und die, was einen Mann von deinem Ehrgeiz besonders reizen müßte, in der Lage ist, ihrem Manne eine politische Stellung zu verschaffen.

»Und einen solchen Schatz hast du in der Hand?« fragte la Peyrade mit ungläubigem Gesicht.

»Mehr als das, ich bin autorisiert, ihn dir anzubieten, ich möchte beinahe sagen: ich bin damit beauftragt.«

»Du machst dich wohl über mich lustig, lieber Freund, es sei denn, daß dieser Phönix mit irgendeinem unmöglichen schlimmen Fehler behaftet ist . . .«

»Ich gebe zu, daß ein kleiner Mangel vorhanden ist, nicht in bezug auf die Familie, denn, ehrlich gesagt, die junge Person hat keine.«

»Ach so!« sagte la Peyrade, »ein uneheliches Kind . . . und weiter?«

»Weiter? sie ist schon etwas alte Jungfer, sie kann gut neunundzwanzig sein; aber ein ältliches Mädchen kann man sich sehr leicht als junge Witwe vorstellen.«

»Und ist das alles Schlimme?«

»Jawohl, alles, was unabänderlich ist.«

»Was meinst du damit? Muß ihr auch noch eine künstliche Nase angesetzt werden?«

Zu Cérizet gesagt, hatte diese Bemerkung etwas direkt Aggressives, übrigens machte sich seit Beginn des Diners dieser Ton bei allem, was der Advokat äußerte, deutlich bemerkbar. Aber es lag nicht im Interesse seiner Unterhändlerrolle, davon Notiz zu nehmen.

»Nein,« antwortete er, »ihre Nase ist ebenso wohlgebildet wie ihr Fuß und ihre Figur; aber sie könnte ein wenig hysterisch genannt werden.«

»Sehr gut!« bemerkte la Peyrade, »und da von der Hysterie zum Irrsinn nur ein Schritt ist . . .«

»Allerdings,« sagte Cérizet lebhaft, »Kummer hat bei ihr eine leichte Gehirnaffektion verursacht, die Ärzte stimmen aber in der Diagnose überein, daß nach der Geburt des ersten Kindes nicht eine Spur dieser unbedeutenden Geistesverwirrung zurückgeblieben sein wird.«

»Ich halte die Herren Ärzte gewiß für unfehlbar; aber trotz deiner Kleinmütigkeit wirst du mir schon gestatten müssen, lieber Freund, an Fräulein Colleville festzuhalten. Es klingt vielleicht lächerlich, aber ich muß gestehen, daß ich mich tatsächlich in die Kleine sehr verliebt habe. Nicht daß sie eine auffallende Schönheit wäre oder daß mich der Glanz ihrer Mitgift blendet, aber ich finde, daß das Kind bei aller Naivität eine ganze Menge Verstand besitzt und, was für mich vor allem entscheidend und anziehend ist, eine echte tiefe Frömmigkeit; ich glaube, daß ihr Mann sehr glücklich mit ihr werden wird.«

»Jawohl«, sagte Cérizet, der als ehemaliger Schauspieler sich an Molière erinnern konnte:

»Voll Süßigkeit und Lust wird eure Ehe sein.«

Die Anspielung auf Tartüff wurde von la Peyrade wohl verstanden, der, um sie zu übertrumpfen, sagte:

»Durch die Berührung mit der Unschuld werde ich mich von dem Schmutz der Umgebung, in der ich allzulange gelebt habe, reinigen können.«

»Und deine Wechsel bezahlen,« fügte Cérizet hinzu, »was ich dir ohne jeden weiteren Aufschub zu tun rate, denn Dutocq, wie du ihn hier siehst, hat mir eben erst erklärt, er würde nicht böse sein, wenn er endlich mal dein Geld zu sehen bekäme.«

»O nein, gewiß nicht,« sagte Dutocq; »ich finde im Gegenteil, daß unser Freund schon recht sehr im Verzuge ist.«

»Auch ich bin derselben Meinung wie Cérizet,« sagte la Peyrade, »und behaupte, je weniger begründet und infolgedessen je anfechtbarer und verdächtiger eine Schuld ist, um so mehr soll man sich beeilen, sich davon frei zu machen.«

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