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Die Kleinbürger

Honoré de Balzac: Die Kleinbürger - Kapitel 13
Quellenangabe
typefiction
authorHonoré de Balzac
titleDie Kleinbürger
publisherDiogenes
yearo.J.
isbn325720468X
translatorHugo Kaatz
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20080812
modified20180124
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Céleste hatte also erkannt, daß Felix, wenn auch nicht irreligiös, so doch in bezug auf die Religion indifferent war. Wie die meisten Geographen, Chemiker, Mathematiker und großen Naturforscher, wollte er die Religion der Vernunft unterworfen sehen; und so erblickte er darin ein ebenso unlösbares Problem wie die Quadratur des Zirkels. Deist in petto verhielt er sich zur Religion wie die Mehrzahl der Franzosen und legte ihr keine größere Bedeutung bei als das neue Juligesetz. Im Himmel mußte ein Gott sein, wie eine Büste des Königs auf einem Sockel im Rathause. Felix Phellion, der würdige Sohn seines Vaters, machte keinerlei Hehl aus seiner Überzeugung; er ließ Céleste mit der ganzen Unbekümmertheit und Zerstreutheit eines Problemsuchers in seinem Herzen lesen; das junge Mädchen trennte die religiöse Frage nicht von der weltlichen; sie empfand tiefen Abscheu gegen den Atheismus, und ihr Beichtvater hatte ihr erklärt, daß der Deist ein leibhaftiger Vetter des Atheisten sei.

»Haben Sie an das gedacht, Felix, was Sie mir versprochen haben?« fragte Céleste, sobald Frau Colleville sie allein gelassen hatte.

»Nein, meine liebe Céleste«, erwiderte Felix.

»Oh, Sie haben Ihr Versprechen nicht gehalten!« sagte sie sanft.

»Das wäre eine Entweihung gewesen«, sagte Felix. »Ich liebe Sie so sehr und mit einer Zärtlichkeit, die Ihren Wünschen gegenüber so schwach ist, daß ich Ihnen etwas versprochen habe, was gegen meine Überzeugung geht. Das Gewissen, Céleste, ist unser Teuerstes, unsre Kraft, unsre Stütze. Warum wollen Sie, daß ich in die Kirche gehe und vor einem Priester niederknie, in dem ich nur einen Menschen sehen kann? . . . Sie hätten mich verachten müssen, wenn ich Ihnen gehorcht hätte.«

»Also Sie wollen nicht in die Kirche gehen, lieber Felix? . . .« sagte Céleste und warf ihrem Geliebten einen tränenfeuchten Blick zu. »Also wenn ich Ihre Frau wäre, würden Sie mich allein dahin gehen lassen? . . . Dann lieben Sie mich nicht so, wie ich Sie liebe! . . . Bis jetzt habe ich gegen einen Atheisten immer das Entgegengesetzte dessen, was Gott von mir fordert, empfunden!«

»Ein Atheist?!« rief Felix Phellion aus. »O nein! Hören Sie mich an, Céleste. Gewiß gibt es einen Gott, und ich glaube an ihn, aber ich habe von ihm einen anderen und höheren Begriff als Ihre Priester; ich ziehe ihn nicht zu mir herab, sondern ich versuche, mich zu ihm zu erheben . . . Ich vernehme seine Stimme in meinem Herzen, es ist das, was ehrenhafte Menschen das Gewissen nennen, und ich sorge dafür, daß die göttlichen Strahlen, die zu mir dringen, nicht verdunkelt werden. Niemals werde ich irgend jemandem Schaden zufügen, niemals werde ich gegen die Vorschriften der für alle gültigen Moral verstoßen, die die Moral des Konfuzius, des Moses, Pythagoras, Sokrates ebenso war wie die Jesu Christi . . . Ich kann erhobenen Hauptes zu Gott aufblicken; meine Handlungen sollen meine Gebete sein; niemals werde ich eine Lüge sagen, mein Wort wird mir heilig sein, und niemals werde ich etwas Niedriges oder Unwürdiges tun . . . Das sind die Lehren, die mir mein ehrenhafter Vater eingeprägt hat, und die will ich auch meinen Kindern hinterlassen. Und ich werde alles Gute, was mir möglich ist, tun, selbst wenn ich darunter leiden sollte. Was können Sie von einem Mann mehr verlangen?«

Dieses Glaubensbekenntnis Phellions ließ Céleste traurig den Kopf schütteln.

»Lesen Sie aufmerksam die ›Imitatio Christi‹! sagte sie . . . »Versuchen Sie nur, sich zur heiligen katholischen apostolischen römischen Kirche zu bekehren, dann werden Sie erkennen, wie töricht Ihre Worte sind . . . Hören Sie, Felix: die Ehe ist für die heilige Kirche nicht eine weltliche Angelegenheit, nicht eine Erfüllung unserer Wünsche; sie wird für die Ewigkeit geschlossen . . . Wie! Wir sollen Tag und Nacht vereint, wir sollen ein Geist und ein Fleisch sein, und sollen zwei verschiedene Sprachen reden, zwei verschiedene Religionen und damit den Anlaß zu ewigen Zwistigkeiten haben? Ich würde verdammt sein, meinen Jammer über Ihren Seelenzustand vor Ihnen zu verbergen; ich könnte nicht zu Gott beten, denn ich würde unaufhörlich seine drohende Rechte gegen Sie erhoben sehen! . . . Ihr Deistenblut und Ihre Anschauungen sollten sich auf meine Kinder übertragen! . . . Oh, mein Gott, was für ein Unglück wäre das für eine Gattin! . . . Nein, so etwas könnte ich nicht ertragen . . . O Felix! Bekennen Sie sich zu meinem Glauben, zu dem Ihrigen kann ich mich nicht bekennen! Reißen Sie keinen Abgrund zwischen uns auf. Wenn Sie mich liebten, würden Sie sich schon die ›Imitatio Christi‹ vorgenommen haben . . .«

Die Phellions, in den Anschauungen des »Constitutionnel« groß geworden, liebten die Geistlichkeit nicht. Felix war so unklug, auf diese Worte, die wie ein Gebet aus der Tiefe einer glühenden Seele emporgestiegen waren, zu antworten:

»Sie wiederholen ja nur eine Lektion Ihres Beichtvaters, Céleste, und nichts ist für das Glück verhängnisvoller, das können Sie mir glauben, als wenn sich der Priester in häusliche Angelegenheiten einmischt . . .«

»Oh,« rief Céleste, die nur der Eingebung ihrer Liebe gefolgt war, entrüstet, »Sie lieben nicht! . . . Die Stimme meines Herzens dringt nicht bis zu Ihnen! Sie haben mich nicht begriffen, denn Sie haben mir nicht aufmerksam zugehört; ich verzeihe Ihnen aber, denn Sie wissen nicht, was Sie sagen.«

Sie hüllte sich in majestätisches Schweigen, und Felix trat ans Fenster und trommelte mit den Fingern auf der Scheibe: Die Hausmusik aller derer, die sich peinigenden Empfindungen hingeben. Felix mußte sich in der Tat die besonderen, empfindlichen Gewissensfragen der Phellions vorlegen:

›Céleste ist eine reiche Erbin, und wenn ich ihren Anschauungen, gegen die Stimme meines natürlichen religiösen Empfindens, nachgebe, dann habe ich Aussicht auf eine vorteilhafte Heirat: das wäre eine niedrige Handlung. Als Familienvater darf ich nicht zulassen, daß die Pfaffen auch nur den geringsten Einfluß in meinem Hause ausüben; gebe ich heute nach, so ist das ein Akt der Schwäche, dem viele andere, gleichermaßen für die Autorität des Vaters und Gatten verderbliche, folgen werden. All das ist eines Philosophen unwürdig.‹

Er ging wieder zu seiner Geliebten.

»Céleste, ich flehe Sie auf den Knien an, mengen wir nicht durcheinander, was das Gesetz in seiner Weisheit getrennt hat. Wir leben für zwei Welten, für die menschliche Gesellschaft und für den Himmel. Den Weg zu seinem Heil mag jeder selbst wandeln; was aber die menschliche Gesellschaft anlangt, gehorcht man nicht auch dem Willen Gottes, wenn man ihre Gesetze beachtet? Christus hat gesagt: ›Man gebe dem Kaiser, was des Kaisers ist.‹ Der Kaiser, das ist hier die weltliche Gesellschaft . . . Aber lassen wir doch diesen kleinen Streit vergessen sein! . . .«

»Einen kleinen Streit!?« rief die junge Enthusiastin aus. »Ich will, daß Sie mein Herz und ich das Ihrige besitze, und Sie wollen zwei Teile daraus machen . . . Gäbe das nicht ein Unglück? Sie scheinen zu vergessen, daß die Ehe ein Sakrament ist . . .«

»Das Pfaffengesindel hat Ihnen den Kopf verdreht!« rief der Mathematiker ungeduldig.

»Herr Phellion,« unterbrach ihn Céleste hastig, »genug hiervon!«

Bei diesen Worten hielt es Theodosius für richtig, einzutreten; er fand Céleste bleich und den jungen Professor in dem beunruhigten Zustande eines Liebenden vor, der seine Geliebte geärgert hat.

»Ich habe hier das Wort ›genug‹ gehört! . . . Was war denn zu viel?« . . . fragte er und sah abwechselnd Céleste und Felix an.

»Wir sprachen über Religion . . .« antwortete Felix, »und ich erklärte dem Fräulein, wie unheilvoll geistlicher Einfluß auf das Familienleben wirkt . . .«

»Darum handelte es sich nicht,« sagte Céleste bitter, »sondern darum, zu wissen, ob Mann und Frau ein Herz und eine Seele sein können, wenn der eine ein Atheist und die andere eine gläubige Katholikin ist.«

»Gibt es denn Atheisten? . . .« rief Theodosius aus mit den Anzeichen äußersten Erstaunens . . . »Kann denn eine Katholikin einen Protestanten heiraten? Aber es gibt doch für Ehegatten nur ein Heil, wenn in religiösen Dingen bei ihnen vollkommene Übereinstimmung herrscht! . . . Ich, der ich in Wahrheit aus dem Comtat stamme und einer Familie angehöre, die unter ihren Vorfahren einen Papst aufweisen kann, denn unser Wappen hat die ›Schlösser mit silbernem Schlüssel‹ und darunter einen Mönch, der eine Kirche in der Hand trägt, einen Pilger mit goldenem Stabe und der Devise ›Ich öffne und schließe‹, ich bin um deswillen von fanatischer Strenggläubigkeit. Aber heutzutage scheint es, dank dem modernen Erziehungssystems, nichts Ungewöhnliches zu sein, über solche Fragen zu streiten! . . . Ich würde, wie ich sagte, eine Protestantin nicht heiraten, und wenn sie Millionen besäße . . ., und wenn ich sie rasend liebte! Über den Glauben darf man nicht diskutieren. Una fides unus dominus, das ist mein Wahlspruch.«

»Da hören Sie's!« rief Céleste triumphierend und sah Felix Phellion an.

»Ich bin kein Frömmler,« fuhr la Peyrade fort; »ich gehe frühmorgens um sechs Uhr zur Messe, wenn ich nicht gesehen werde; ich genieße Fastenessen am Freitag; ich bin aber ein Sohn der Kirche und würde nichts Wichtiges unternehmen, ohne vorher gebetet zu haben, wie unsre Väter taten. Ich prunke nicht mit meiner Religiosität . . . Bei der Revolution von 1789 hat sich in meiner Familie etwas ereignet, das uns noch enger als schon die Vergangenheit mit unsrer heiligen Mutter, der Kirche, verknüpft hat. Ein armes Fräulein de la Peyrade von der älteren Linie, der die kleine Herrschaft la Peyrade gehört, denn was uns anlangt, wir gehören zu den Peyrade des Canquoëlle, aber die beiden Linien beerben einander, – also dieses Fräulein heiratete sechs Jahre vor der Revolution einen Advokaten, der, wie es in der damaligen Zeit lag, Voltaireaner war, das heißt ein Ungläubiger, ein Deist, wenn Sie wollen. Er verfocht die revolutionären Ideen und unter ihren andern Torheiten besonders den bekannten Kultus der Göttin Vernunft. Er kam zu uns als ein fanatischer Anhänger des Konvents. Da seine Frau sehr schön war, zwang er sie, die Rolle der Freiheitsgöttin zu übernehmen, und danach ist die arme Unglückliche wahnsinnig geworden . . . Sie ist dann im Wahnsinn gestorben! Nun, bei den heutigen Anschauungen können wir ein zweites 1793 erleben.«

Diese beliebig erfundene Geschichte machte einen so starken Eindruck auf die jugendlich frische Einbildungskraft Célestes, daß sie sich erhob, den beiden jungen Leuten zunickte und sich in ihr Zimmer zurückzog.

»Ach, was haben Sie da gesagt!« . . . rief Felix aus, schmerzlich berührt von dem kalten Blicke, den Céleste ihm zugeworfen und in den sie den Ausdruck vollkommener Gleichgültigkeit gelegt hatte. »Sie glaubt sich ja wirklich schon als Göttin der Vernunft zu sehen . . .«

»Wovon war denn die Rede?« fragte Theodosius.

»Von meiner Gleichgültigkeit in Sachen der Religion.«

»Die schlimme Krankheit unsres Jahrhunderts«, antwortete Theodosius mit ernster Miene.

»Da bin ich,« sagte Frau Colleville, die sich, geschmackvoll gekleidet, zeigte. »Aber was ist denn meinem armen Kinde? Sie weint ja . . .«

»Sie weint, gnädige Frau?« . . . rief Felix, »dann sagen Sie ihr doch, daß ich mich hinsetzen und die ›Imitatio Christi‹ studieren werde.«

Felix ging mit Theodosius und Flavia hinunter, der der Advokat durch einen Druck des Arms zu verstehen gab, daß er ihr die Aufregung des jungen Gelehrten im Wagen erklären würde.

Eine Stunde später erschienen Frau Colleville, Céleste, Colleville und Theodosius bei Thuilliers zum Essen. Theodosius und Flavia zogen Thuillier mit sich in den Garten und Theodosius sagte zu ihm:

»Bester Freund, in acht Tagen wirst du das Kreuz bekommen. Unsre verehrte Freundin hier wird dir über unsern Besuch bei der Gräfin du Bruel berichten . . .«

Und Theodosius verließ Thuillier, da er Desroches erblickte, den Fräulein Thuillier hereingeführt hatte; ein unangenehmes Kältegefühl durchrieselte ihn, als er ihm entgegenging.

»Lieber Kollege,« sagte Desroches leise zu Theodosius, »ich komme, um mich zu vergewissern, ob Sie sich fünfundzwanzigtausend Franken verschaffen können, außerdem noch zweitausendsechshundertachtzig Franken und sechzig Centimes für die Kosten.«

»Sie sind Cérizets Anwalt? . . .« rief der Advokat aus.

»Er hat die Wechsel Louchard übergeben, und Sie wissen, was Sie nach einer Verhaftung zu erwarten haben. Hat Cérizet unrecht, wenn er meint, daß Sie fünfundzwanzigtausend Franken in Ihrem Schreibtisch bereithalten? Sie haben sie ihm angeboten, und er findet es ziemlich selbstverständlich, wenn er sie nicht weiter bei Ihnen lassen will . . .«

»Ich danke Ihnen für Ihre Benachrichtigung, lieber Kollege,« sagte Theodosius, »ich war auf dieses Vorgehen vorbereitet . . .«

»Unter uns gesagt,« antwortete Desroches, »Sie haben ihn hübsch hineingelegt . . . Der Kerl wird sich vor nichts scheuen, um sich zu rächen, denn er verliert alles, wenn Sie die Robe wegwerfen und ins Gefängnis gehen wollen . . .«

»Ich?!« rief Theodosius, »ich zahle! . . . Aber es sind da noch fünf Akzepte, jedes über fünftausend Franken vorhanden, was gedenkt er damit zu tun?«

»Oh, nach dem was heute morgen geschehen ist, kann ich Ihnen nichts darüber sagen; mein Klient ist ein schlauer räudiger Hund und hat so seine kleinen Projekte . . .«

»Hören Sie, Desroches,« sagte Theodosius und faßte den steifen dürren Desroches um die Taille, »befinden sich die Wechsel noch bei Ihnen?«

»Wollen Sie sie einlösen?«

»Ja, in drei Stunden.«

»Nun, dann kommen Sie um neun Uhr zu mir, ich werde dann das Geld entgegennehmen und Ihnen die Wechsel aushändigen; aber um einhalb zehn Uhr sind sie schon bei Louchard . . .«

»Schön; also auf heute abend um neun Uhr«, sagte Theodosius.

»Um neun Uhr«, antwortete Desroches, der die ganze Familie, die jetzt im Garten zusammen war, beobachtet hatte.

Céleste unterhielt sich mit roten Augen mit ihrer Patin, Colleville und Brigitte, Flavia und Thuillier auf den Stufen der breiten Terrasse, die vom Vorzimmer in den Garten führte. Da sagte Desroches zu Theodosius, der ihn hinausbegleitet hatte: »Sie können Ihre Wechsel bequem einlösen.«

Mit einem einzigen Blick hatte Desroches den riesigen Einfluß des Advokaten hier erkannt.

Am andern Morgen begab sich Theodosius bei Tagesanbruch zu dem Bankier der Kleinhändler, um zu sehen, welchen Eindruck die pünktliche Zahlung am Abend vorher auf seinen Feind gemacht hatte, und um noch einen Versuch zu machen, sich von dieser Bremse zu befreien.

Er fand Cérizet, wie er stehend mit einer Frau verhandelte und erhielt von ihm einen befehlenden Wink, in einem Abstande stehen zu bleiben und die Unterhaltung nicht zu stören. Der Advokat mußte sich daher Gedanken über die Bedeutung dieser Frau machen, eine Bedeutung, von der das nachdenkliche Aussehen des Wucherers Zeugnis ablegte. Theodosius hatte das, im übrigen nur unbestimmte Empfinden, daß der Gegenstand dieser Konferenz auf Cérizets Verhalten von Einfluß sein müsse, denn er bemerkte auf seinem Gesichte einen vollständigen Wechsel des Ausdrucks, der nur auf einer hoffnungsvollen Aussicht beruhen konnte.

»Aber, liebste Mutter Cardinal . . .«

»Jawohl, bester Herr . . .«

»Was wollen Sie?«

»Man muß sich entschließen . . .«

Diese ersten und letzten Worte von Sätzen waren die einzigen Anhaltspunkte, die die lebhafte, leise von Mund zu Ohr geführte Unterhaltung dem unbeweglich dastehenden Zeugen gewährte, dessen Aufmerksamkeit auf Frau Cardinal gerichtet war.

Frau Cardinal war eine der Hauptkundinnen Cérizets; sie handelte mit Seefischen. Wenn auch die Pariser diese eigentümlichen Gewächse ihres heimatlichen Bodens kennen, so haben Fremde doch keine Ahnung von ihrer Existenz, und die Mutter Cardinal war wohl im technischen Sinne der Aufmerksamkeit wert, die sie bei dem Advokaten erregt hatte. Auf der Straße begegnet man solchen Frauen, auf die der Spaziergänger nicht mehr acht gibt als auf die dreitausend Bilder einer Ausstellung. Aber hier, bei dieser Gelegenheit, hatte die Cardinal die volle Bedeutung eines einzeln aufgehängten Meisterwerks, denn sie war der vollendete Typ ihrer Gattung.

Sie stand da auf schmutzigen Pantoffeln, aber ihre Füße steckten in Socken und waren noch mit starken, dicken, tuchenen Strümpfen geschützt. Ihr Rock aus Kattun, mit einem Saum von Kot garniert, zeigte den Einschnitt des Gurtes, an dem sie ihren Korb trug, der rückwärts ihre Taille ziemlich weit nach unten abzeichnete. Ihr Hauptbekleidungsstück war ein Schal, ein sogenannter »Hasenfellkaschmir«, dessen beide Enden über ihrer »Turnüre« zusammengebunden waren, denn man muß hier diesen Ausdruck der Mode anwenden, um das Zusammendrücken der Röcke durch den Quergurt, durch den sie sich wie ein Kohlkopf aufbauschten, zu kennzeichnen. Das Fichu aus grobem Baumwollenstoff ließ einen roten Hals sehen, der gefurcht war wie das Bassin von la Villette, wenn es von Schlittschuhläufern befahren wird. Ihr Kopfputz bestand aus einem gelbseidenen, ziemlich pittoresk herumgewickelten Schal.

Kurz und dick wie sie war, sah man der roten Gesichtsfarbe der Mutter Cardinal an, daß sie morgens einen kleinen Schnaps zu trinken pflegte. Sie war einmal schön gewesen. In der Markthalle warf man ihr in der dort üblichen kühnen Ausdrucksweise vor, daß sie mehr als einmal die Nacht zum Tage gemacht hatte. Wenn sie eine normale Unterhaltung führen wollte, mußte sie ihr Organ dämpfen, wie man es in einem Krankenzimmer tut; aber auch dann noch erklang es stark und voll aus ihrer Kehle, die gewohnt war, bis zu den Mansarden hinauf ihre Fische zu jeder Jahreszeit auszurufen. Ihre Nase à la Roxelane, ihr ziemlich hübsch gezeichneter Mund, ihre blauen Augen, alles, was einst ihre Schönheit ausmachte, war jetzt tief in Fett vergraben und zeigte, daß sie sich dauernd im Freien aufhielt. Leib und Busen besaßen die Üppigkeit Rubensscher Gestalten.

»Wollen Sie, daß ich auf dem Strohsack liege? . . .« sagte sie zu Cérizet. »Was gehen mich die Toupilliers an! . . . Bin ich nicht auch eine Toupillier? . . . Wo wollen Sie denn, daß ich die Toupilliers hintue? . . .«

Dieser laute Ausbruch wurde von Cérizet unterbrochen, der der Händlerin ein langgedehntes »Pst!« zurief, dem alle seine Helfershelfer zu gehorchen pflegten.

»Also gehen Sie, und sehen Sie, wie es damit steht, und dann kommen Sie wieder«, sagte er und schob die Frau nach der Tür zu, indem er ihr noch einige Worte zuflüsterte.

»Nun, lieber Freund,« sagte Theodosius zu Cérizet, »hast du dein Geld?«

»Jawohl«, antwortete Cérizet; »wir haben unsre Krallen aneinander gemessen, sie sind von gleicher Härte, gleicher Länge und gleicher Kraft . . . und weiter? . . .«

»Soll ich Dutocq sagen, daß du gestern fünfundzwanzigtausend Franken empfangen hast?«

»Oh, lieber Freund, kein Wort . . . wenn du mich liebst!« rief Cérizet.

»Höre,« fuhr Theodosius fort, »ich muß ein- für allemal wissen, was du willst. Ich habe die feste Absicht, auch nicht vierundzwanzig Stunden länger auf dem Rost zu braten, auf den ihr mich gelegt habt; wenn du Dutocq hineinlegen willst, so ist mir das vollkommen gleichgültig; aber ich wünsche, daß wir beide miteinander ins reine kommen . . . Fünfundzwanzigtausend Franken, das bedeutet ein Vermögen, außerdem mußt du noch zehntausend Franken besitzen, die du bei deinem Geschäft verdient hast; damit kannst du wieder ein anständiger Mensch werden. Wenn du mich in Ruhe lassen willst, Cérizet, wenn du mich nicht hindern willst, Fräulein Colleville zu heiraten, dann werde ich so etwas wie Staatsanwalt in Paris werden; und du könntest nichts Besseres tun, als dir in dieser Sphäre eine Protektion zu sichern.«

»Dann will ich dir meine Bedingungen nennen, über die ich aber keine Diskussion dulde; es heißt hier: annehmen oder ablehnen. Du wirst dafür sorgen, daß ich das Haus Thuilliers als Gesamtmieter bekomme, mit einem Mietkontrakt auf achtzehn Jahre, dann gebe ich dir einen der fünf Wechsel quittiert zurück. Ich werde dir dann nicht mehr in den Weg treten und du sollst wegen der andern vier Wechsel nur mit Dutocq zu tun haben . . . Und wenn es dir gelungen ist, mich hineinzulegen . . . Dutocq kann sich mit dir nicht messen . . .«

»Ich akzeptiere das, wenn du einen Mietzins von achtundvierzigtausend Franken zahlen willst, das letzte Jahr pränumerando, und wenn der Kontrakt am nächsten Oktober in Kraft tritt.«

»Ja, aber ich gebe nur dreiundvierzigtausend Franken bar, dein Wechsel wird die achtundvierzig vollmachen. Ich habe das Haus gesehen und genau geprüft, es gefällt mir.«

»Eine letzte Bedingung,« sagte Theodosius, »wirst du mir gegen Dutocq helfen?«

»Nein,« antwortete Cérizet, »du wirst ihm schon genügend einheizen, ich brauche ihm nicht auch noch den letzten Stoß zu versetzen: er würde dann alle seine Brühe von sich geben. Man muß vernünftig sein. Der arme Kerl weiß noch nicht, womit er die letzten fünfzehntausend Franken, die er noch für seine Stelle schuldet, bezahlen soll, und du könntest sehr zufrieden sein, wenn du dir mit diesen fünfzehntausend Franken deine Wechsel zurückkaufen kannst.«

»Schön, dann laß mir zwei Wochen Zeit, daß ich dir den Mietkontrakt verschaffe . . .«

»Nicht länger als bis nächsten Montag! Am Dienstag ist dein Wechsel über fünftausend Franken in Louchards Händen, wenn du ihn nicht am Montag einlösest, oder Thuillier mir das Haus vermietet.«

»Also schön, am Montag! . . .« sagte Theodosius. »Sind wir wieder Freunde? . . .«

»Montag werden wir es sein«, antwortete Cérizet.

»Also gut, Montag; wirst du mich zum Essen einladen?« sagte Theodosius lachend.

»Wenn ich den Kontrakt bekomme, ja, in den ›Rocher de Cancale‹. Dutocq wird auch dabei sein . . . wir wollen lustig sein . . . Es ist recht lange her, daß ich mal vergnügt gewesen bin . . .«

Theodosius und Cérizet reichten sich die Hand und sagten beide:

»Also auf baldiges Wiedersehn!«

Cérizet hatte seine Gründe, warum er sich so schnell beruhigt hatte. Zunächst deshalb, weil, wie Desroches gesagt hatte, »Galle die Geschäfte nicht erleichtert«, und der Wucherer hatte die Richtigkeit dieses Ausspruchs zu klar eingesehen, als daß er nicht den kühlen Entschluß gefaßt hätte, aus seiner Lage Nutzen zu ziehen und den schlauen Provenzalen, wie der Fachausdruck lautet, »zu quälen«.

»Sie haben Revanche zu nehmen«, sagte Desroches zu ihm. »Sie haben den Mann ja in der Hand . . . Sie können ihn auspressen.«

Cérizet hatte seit zehn Jahren beobachtet, wie verschiedene Leute bei dem Beruf eines Gesamtmieters reich geworden waren. Ein Gesamtmieter ist für die Hausbesitzer in Paris dasselbe wie der Pächter für die Gutsbesitzer. Ganz Paris weiß, wie einer der berühmtesten Schneider für seine Rechnung auf dem schönen Terrain von Frascati ein prachtvolles Haus gebaut und als Gesamtmieter fünfzigtausend Franken Miete für das Haus gezahlt hat, das dann nach Ablauf des auf neunzehn Jahre geschlossenen Mietvertrages Eigentum des Terrainbesitzers werden sollte. Trotz der Baukosten, die ungefähr siebenhunderttausend Franken betrugen, wird nach Ablauf der Mietzeit noch ein sehr schöner Nutzen übrig bleiben.

Cérizet, immer auf der Lauer nach derartigen Geschäften, hatte die Chancen, die ihm das Mieten des von Thuillier »gestohlenen« Hauses, wie er sich zu Desroches ausdrückte, genau ausgerechnet und festgestellt, daß er aus der Weitervermietung nach sechs Jahren sechzigtausend Franken herausholen könne. Das Haus hatte vier Läden, an beiden Fassaden – es lag an der Boulevardecke – je zwei.

Cérizet rechnete darauf, zwölf Jahre lang wenigstens tausend Franken jährlich dabei zu verdienen, nicht gerechnet eventuelle Nebeneinnahmen, Provisionen bei jeder Neuvermietung der Geschäftsläden, wobei er diesen Mietern zunächst nur einen Kontrakt auf sechs Jahre zu bewilligen gedachte. Er beabsichtigte deshalb, sein Wuchergeschäft an die Witwe Poiret und Cadenet für etwa zwölftausend Franken zu verkaufen; sein Vermögen betrug jetzt dreißigtausend, er war also imstande, ein Jahr Miete vorauszubezahlen, was die Hauseigentümer bei Gesamtvermietungen als Sicherheit zu verlangen pflegen. Cérizet hatte daher eine sehr frohe Nacht verbracht; er hatte einen schönen Traum gehabt, er sah sich auf dem besten Wege, einen anständigen Beruf ergreifen zu können, und ein ehrsamer Bürger, wie Thuillier, Minard und so viele andere, zu werden.

Er verzichtete deshalb auf den Erwerb des im Bau befindlichen Hauses in der Rue Geoffroy-Marie. Aber beim Erwachen bot sich ihm ein Anblick, auf den er nicht gerüstet war; vor ihm stand das Glück, das seine goldenen Füllhörner über ihn ausschüttete, und zwar in der Gestalt der Frau Cardinal.

Er hatte immer eine Vorliebe für dieses Weib gehabt und ihr immer, besonders im letzten Jahre, das erforderliche Geld versprochen, um sich einen Esel und einen kleinen Wagen anzuschaffen, ihr Geschäft en gros zu betreiben und auch in die Vororte gehen zu können. Frau Cardinal, die Witwe eines Lastträgers der Markthallen, hatte eine einzige Tochter, deren Schönheit Cérizet von den andern Klatschweibern gerühmt worden war. Olympia Cardinal war ungefähr dreizehn Jahr alt, als Cérizet im Jahre 1837 sein Wuchergeschäft in dem Viertel anfing, und mit den niederträchtigen Hintergedanken eines Wüstlings erwies er der Cardinal besondere Aufmerksamkeiten; er hatte sie aus der größten Armut gezogen, in der Hoffnung, Olympia zu seiner Mätresse zu machen; im Jahre 1838 aber hatte die Tochter ihre Mutter verlassen und führte ein »vergnügtes Leben«, um einen Ausdruck zu gebrauchen, mit dem das Pariser Volk den Mißbrauch der kostbaren Gaben bezeichnet, mit denen die Natur die Jugend beschenkt hat.

Ein Mädchen in Paris suchen, das bedeutet dasselbe, wie einen Stichling in der Seine suchen wollen; nur ein Zufall kann ihn ins Fischernetz führen. Dieser Zufall hatte sich hier ereignet. Mutter Cardinal, die eine Nachbarin freihalten wollte, hatte sie ins Theater Bobino mitgenommen; da erkannte sie in der jugendlichen Liebhaberin ihre Tochter, die der erste Komiker seit drei Jahren in seiner Gewalt hatte. Die Mutter hatte sich zuerst ziemlich geschmeichelt gefühlt, als sie ihre Erbin in einem schönen golddurchwirkten Kleide, mit einem Kopfputz wie eine Herzogin, in durchbrochenen Strümpfen und seidenen Schuhen erblickte, und hörte, wie sie gleich bei ihrem Erscheinen mit Beifall begrüßt wurde; dann aber hatte sie ihr von ihrem Platze aus zugerufen:

»Na warte, du sollst von mir zu hören bekommen, du Muttermörderin! . . . Ich will doch mal sehen, ob diese schmierige Komödiantenbande das Recht hat, sechzehnjährige Mädchen zu verführen.«

Sie wollte ihre Tochter am Ausgang abwarten, aber die jugendliche Liebhaberin und der erste Komiker waren jedenfalls in den Zuschauerraum geflüchtet und hatten mit der Masse des Publikums das Theater verlassen, statt den Schauspielerausgang zu benutzen, vor dem die Witwe Cardinal und die Mutter Mahoudeau, ihre liebe Freundin, einen Höllenlärm machten, den die beiden Polizisten zu beruhigen versuchten. Diese heilsame Institution, vor der die beiden Weiber ihre Stimme mäßigten, machte der Mutter bemerklich, daß ein Mädchen mit sechzehn Jahren beim Theater engagiert werden darf, und daß sie, statt an der Tür gegen den Direktor zu zetern, ihn ja nach Belieben vor dem Friedens- oder dem Zuchtpolizeigericht belangen könne.

Am nächsten Morgen beschloß Frau Cardinal, Cérizets Rat einzuholen, da er ja auf dem Friedensgericht beschäftigt war; bevor sie sich aber in seine Höhle in der Rue des Poules begab, war sie von einer Nachricht wie vor den Kopf geschlagen, die ihr der Portier des Hauses, in dem der alte Toupillier, ihr Onkel, wohnte, gebracht hatte, der ihr erzählte, daß dieser Mann keine zwei Tage zu leben habe und in den letzten Zügen liege.

»Nun, und was soll ich dabei tun?« hatte die Witwe Cardinal geantwortet.

»Wir zählen auf Sie, liebe Frau Cardinal; Sie werden an uns denken, die wir Ihnen diese gute Nachricht gebracht haben. Die Sache verhält sich so: in der letzten Zeit konnte Ihr Onkel nicht mehr gehen und hat mir das Vertrauen geschenkt, die Mieten in seinem Hause, in der Rue Notre-Dame de Nazareth für ihn einzuziehen und die Zinsen seines Kapitals, das er ins Staatsschuldbuch eingetragen hat, einzukassieren, achtzehnhundert Franken . . .«

Bei diesen Worten vergrößerten sich die Augen der Witwe Cardinal, und ihr unsteter Blick wurde starr.

»Jawohl, meine Gute,« hatte der Herr Perrache, der kleine bucklige Portier weiter berichtet, »und da Sie die Einzige waren, die noch an ihn dachte und ihm ab und zu Fische brachten und ihn besuchten, wird er vielleicht Ihnen was vermacht haben . . . Meine Frau hat ihn die letzten Tage gepflegt und bei ihm gewacht; sie hat ihm von Ihnen gesprochen, aber er hat nicht haben wollen, daß man Ihnen sagt, daß er krank ist . . . Hören Sie, es ist Zeit, daß Sie sich bei ihm sehen lassen. Es ist wahrhaftig schon zwei Monate her, daß er nicht mehr sein Geschäft betreiben kann.«

»Sie können sicher sein, Sie alter Lederkratzer,« hatte die Mutter Cardinal dem Portier, der seines Zeichens ein Schuster war, geantwortet, während sie mit höchster Schnelligkeit in die Rue Honoré-Chevalier eilte, wo ihr Onkel in einer scheußlichen Mansarde hauste, »daß mir eher Haare auf der flachen Hand wachsen, als daß ich von so was eine Ahnung gehabt hätte! . . . Was?! Mein Onkel Toupillier ist ein reicher Mann? Der arme Bettler vor der Kirche Saint-Sulpice?«

»Oh,« hatte der Portier bemerkt, »er aß recht gut . . . und alle Abend legte er sich mit seiner Geliebten, einer großen Flasche Roussillon, zu Bett. Meine Frau hat den Wein gekostet; uns hat er immer gesagt, es wäre ein billiger Krätzer. Der Weinhändler in der Rue de Canettes hat ihn ihm geliefert.«

»Reden Sie nicht weiter von all diesen Sachen, mein Bester,« hatte die Witwe Cardinal gesagt, als sie sich von dem Portier trennte, der ihr diese Nachricht gebracht hatte, »ich werde an Sie denken, . . . wenn überhaupt was da ist.«

Dieser Toupillier, ein früherer Tambourmajor der französischen Garde, war zwei Jahre vor 1789 in den Dienst der Kirche getreten und Kirchendiener von Saint-Sulpice geworden. Die Revolution hatte ihn um seine Stellung gebracht, und er war in die furchtbarste Armut geraten. Er mußte damals Modell stehen, denn er war eine schöne Erscheinung.

Als die Kirchen wieder geöffnet wurden, hatte er seine Hellebarde wieder in die Hand genommen; aber im Jahre 1816 wurde er abgesetzt, ebenso seines unmoralischen Lebenswandels, wie seiner politischen Ansichten wegen: er galt für einen Bonapartisten. Trotzdem duldete man ihn an der Kirchentür, wo er die Kirchenbesucher mit Weihwasser besprengte. Später beraubte ihn eine unangenehme Affäre, von der wir gleich reden werden, auch des Weihwedels; aber da er immer noch eine Möglichkeit fand, sich an die Kirche anzuklammern, setzte er es durch, daß er als Bettler an der Kirchentüre geduldet wurde. Zu dieser Zeit war er zweiundsiebzig Jahr alt, behauptete aber sechsundneunzig zu sein und begann, die Rolle des Hundertjährigen zu spielen.

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