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Die Kirchfahrerin

Maria Buol: Die Kirchfahrerin - Kapitel 7
Quellenangabe
authorMaria Buol
titleDie Kirchfahrerin
publisherVerlagsanstalt Tyrolia
year1923
printrun6. ? 10. Tausend
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20180807
projectid0a858103
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5

In Meister Bachmanns Werkstätte ging es geschäftig her. Zwei Lehrlinge standen an der Hobelbank, der dritte mit einer Leimpfanne neben Roman, der einem säuberlich gezimmerten Schranke kleine Fächer einfügte. Nahe an einem Fenster, dort, wo man das beste Licht hatte, gab sich Kandidus recht sorgfältig damit ab, ein kleines, mit eingelegter Zeichnung verziertes Tischchen zu polieren. Der Meister selbst, ein altes, kleines, gebücktes Männlein mit groben, aber seltsam durchgeistigten Zügen, saß tief über einen Zeichnungsentwurf gebeugt. Denn obschon ihm die böse Gicht die Beine fast gelähmt hatte, verfügte er noch über gute Augen und geschickte Hände.

Jakob Bachmann war weit und breit der gesuchteste Kunsttischler. Er arbeitete aber, wie er's in der Jugend gelernt hatte, noch immer im Empirestile, der sich damals selbst im Tirolerlande ganz und gar überlebt hatte, und wetterte gegen seinen wackeren Gesellen Kandidus, dessen Geschmack zum Gotischen neigte. Aber Kandidus ließ sich nicht beirren. Der Spitzbogen hatte es ihm nun einmal angetan. Jeden freien Augenblick benutzte er, um Zeichnungen in »seinem« Stile zu entwerfen, und aus diesen säuberlichen und regelmäßigen Arabesken sah er im Geiste etwas Großes erstehen: einen neuen Altar für die Stiftskirche. Er ging dabei von der einfachen Folgerung aus, daß alles Spitze gotisch, alles Gotische schön und alles Schöne passend sei für die liebe, alte, ehrwürdige Kirche seiner Heimat. Vor seinem Geistesauge tauchten goldene Ranken auf, die oben fein spitz zusammenliefen; steife Goldblätter hoben sich von azurblauem Grunde ab, dazwischen blickten in regelmäßigen Zwischenräumen rosenfarbene Engelsgesichtchen hervor – und dies schimmernde und doch nüchtern einförmige Ganze nannte Kandidus einen gotischen Altar.

Doch nur ganz still und bescheiden ging Kandidus Neunhäusler seinen Kunstidealen nach, und trotz aller stilistischen Meinungsverschiedenheit blieb er dem alten Bachmann mit kindlich dankbarer Liebe ergeben. »Ich werd' einmal Tischler!« hatte er schon als Schulbube versichert; aber sein Vater hatte nichts davon hören wollen. Er solle auf dem Hofe bleiben, hatte der Vater gemeint, und die Bauernarbeit erlernen; das Lehrgeld sei zu teuer. Da hatte sich Meister Bachmann ins Mittel gelegt, hatte den Jungen zu sich genommen und gesagt: »Wegen dem Lehrgeld reden wir später!« Und jetzt redete niemand mehr davon, und Jakob Bachmann sagte stets nur: »Meine zwei Buben,« oder wohl auch »Meine drei Kinder.« Denn Kandidus wurde nicht besser und nicht schlechter behandelt als Roman und Veronika.

Das tiefe Schweigen, das geraume Zeit in der Werkstätte geherrscht hatte, wurde auf einmal durch ein lautes »Teixel!« unterbrochen. Das war das einzige Kraftwort, das Meister Bachmann sich gestattete. Zugleich schnellte er in die Höhe, daß ihm die Hornbrille von der Nase fiel.

Kandidus sprang hinzu und hob die Brille auf.

»Vergelt's Gott, Bub',« dankte Bachmann. Dann fuhr er ein paarmal mit der Hand über seinem Knie hin und her, während ein seltsames, halb schalkhaftes, halb schmerzliches Zucken über seine Züge flog.

»Macht nichts, 's ist nur mein Vieh!« scherzte er.

Mit diesem Kosenamen belegte er nämlich sein »Böcklein,« das ihm soeben einen kräftigen Stoß versetzt hatte.

»Vater, laßt Euch doch Zeit; rastet ein bissl!« bat Veronika, die mit dem Zehnuhrbrote auf der Schwelle erschien.

»Dummes Mädel!« fuhr der Vater sie an. »Wenn ich mich aufs Rasten verlegen wollt', müßtet ihr allesamt verhungern!«

»Oho, Vater!« widersprach Roman.

Aber Bachmann schnitt ihm die Rede ab. »Bist still oder nicht? Hat der Bub' erst gelernt, sich die Nase abputzen, und jetzt meint er schon, er ist der Meister und der Alte sollt' z'sammenpacken. Aber wartet, ihr jungen Spitzbuben, grad' extra bleib' ich und pack' nicht z'sammen ...«

Jetzt gab's ihm wieder einen Stich, daß er auffuhr.

»Ich reib' Euch mit Kampfergeist ein,« erbot sich die Tochter.

»Gib einen Frieden!« rief Bachmann. »Das Vieh lacht dich grad' aus mitsamt deiner ganzen Apotheke. Schau lieber auf den Seppl, hörst? Es ist ihm schon wieder sein Lichtlein ausgelöscht.«

Der, den der Meister Bachmann so respektwidrig benannte, war kein Geringerer als der große Patron des ehrsamen Handwerks St. Joseph, dessen geschnitztes Bildnis, eine Jugendarbeit Bachmanns, die Werkstätte zierte.

Während Veronika das Öllämpchen vor dem Heiligenbilde neu belebte, schien Erleichterung über den Alten zu kommen. Er seufzte befriedigt: »So wohl!« und fing wieder zu zeichnen an.

Roman und Kandidus schmunzelten. Sie waren es längst gewöhnt, den Vater – denn als solchen betrachtete ihn wohl auch Kandidus – wettern zu hören. Es war alles mehr Spaß als Ernst, sein Poltern, sein Schimpfen, sein Grimassenschneiden; eine eigentlich üble Laune hatte noch niemand von ihm erfahren. Er war ein ganzer Mann, der sein Leiden mit starker, fröhlicher Ergebung trug; aber süße Reden waren nicht seine Art, weder gegen den Herrgott noch gegen die Mitmenschen.

»Franzl, den Leim wärmen,« befahl Roman dem Jungen, der ihm beistand.

Der wollte mit seiner Pfanne in die Küche hinaus; aber auf der Türschwelle prallte er zurück mit dem Ausrufe: »Der Gnädige!«

»Der Gnädige« – so nennt man gemeiniglich zu Innichen den Propst des tausendjährigen Stiftes, den Nachfolger Nitgers und Ottos von Freising, deren Krummstab über alles Land an der oberen Drau gebot. Heute nimmt der Propst von Innichen – nicht mehr wie früher von weltlichen Regierungsgeschäften in Anspruch genommen – seine Würde leicht und geht ganz leutselig mit seinen Bauern um, wie ein gewöhnlicher Landpfarrer mit seinen Schäflein. Seine Stiftsherren – von zwanzig ist ihre Zahl auf zwei zusammengeschmolzen – stehen ihm als schlichte Kapläne zur Seite, und nur die herrliche romanische Stiftskirche erinnert noch an die Größe längst vergangener Tage.

Der Propst war ein alter Hausfreund Jakob Bachmanns, dem er alle Arbeit für Kirche und Propstei überließ. Sein Erscheinen brachte die ganze Werkstatt in freudige Aufregung. Bachmann zog das Käpplein von seinem Kahlkopfe und entschuldigte sich, daß er wegen seines »Vieh's« sitzen bleiben müsse. Die jungen Leute küßten dem Besucher die Hand, und Roman, der eilends einen Lehnstuhl aus der Stube geholt hatte, sagte in ehrerbietigem Tone: »Gnädiger, was verschafft uns die Ehr'?«

»Frag' nicht so dumm, Bub'; kann mir's schon denken!« fuhr ihn der Vater an.

»Aha, Meister Jackel, drückt Euch's Gewissen?« scherzte der Propst. Und dann erkundigte er sich nach dem Geschicke eines Beichtstuhls, der zu Nutz und Frommen schwerhöriger und bresthafter Büßer in der Sakristei seinen Platz finden sollte.

»Morgen gehen wir drüber, morgen ganz gewiß!« Bachmann kratzte sich verlegen hinter den Ohren.

»Ja, wenn man sich auf Euch verlassen könnt'!« klagte der geistliche Herr. »Auf Petri und Pauli habt Ihr mir's versprochen.«

»Wahr ist's,« bestätigte Bachmann kleinlaut; »aber sehen Sie wohl, Gnädiger, man verspricht dem Herrgott auch oft mehr, als man halten tut.«

»Alles recht, Jackel, aber der Herrgott hat halt auch mehr Geduld als der Propst von Innichen. Auf Portiunkula mögt Ihr Ernst machen, ich sag's Euch!«

»In einer Woch' ist alles fertig! Bin ja selber froh, wenn ich einmal hineinschlüpfen kann. In der Kirch' heraußen tut's nicht mehr bei mir, das Gehör fängt an nachzulassen. Also wie gesagt, morgen laß ich meine zwei Buben antreten und der Rosenwirt muß derweil warten.«

»Schafft er schon wieder neue Möbel, der Rosenwirt?« Über des Prälaten gutmütiges Gesicht zog ein fast unmerklicher Schatten.

»Ja, und was für Möbel, alles Nußbaumholz!« rief Roman begeistert dazwischen.

»Er muß doch gut hausen,« meinte der Propst nachdenklich.

Meister Bachmann zog seine ohnehin hohen Schultern bis über die Ohren hinauf, ließ sie wieder sinken und murmelte mit dem Ausdrucke höchsten Zweifels: »Weiß nicht!« Roman aber war weniger zurückhaltend und meinte, der Zillertaler werde so lange bauen und einrichten, bis sein Geschäft zu Grunde gehe.

»Aber er hat doch immer das Haus voll,« warf der Propst ein.

»Ja, ja, jetzt erhofft er gar einen Grafen aus der Welsch »Die Welsch« bezeichnet das eigentliche Italien im Gegensatz zum italienischen Tirol.«, versetzte der Meister und zog verächtlich den rechten Mundwinkel herab; denn dem wackeren Manne flößte alles Ausländische tiefstes Mißtrauen ein.

Kopfschüttelnd fügte der junge Bachmann hinzu: »Mich kann's grad wundern, daß so ein Herr, der sich alles vergönnen könnt', nach Innichen kommen mag.«

Kandidus hatte sich bis jetzt nicht ins Gespräch gemischt. Nun erhob er den Kopf und sagte halblaut zu Roman: »Hör', Freundl, wenn ich so ein Herr wär', mich brächt' kein Mensch von Innichen weg.«

Trotz seiner angeblichen Schwerhörigkeit wandte sich Meister Bachmann rasch nach dem Sprecher um. »Wer schafft dich nachher wegzugehen, dummer Kerl?« rief er unmutig.

»Was, der Kandel will gehen?« erkundigte sich verwundert der Prälat.

»Freilich, Gnädiger,« brummte Bachmann. Und dann tupfte er mit dem Finger auf seine Stirne, wie um eine bedauerliche Geistesstörung anzudeuten. »Wissen Sie, er hat grad 's Gotische im Kopf.«

Kandidus gestand, daß er im kommenden Herbste nach Gröden wolle, um sich in der Schnitzkunst auszubilden. Er stehe bereits in Unterhandlung mit einem rühmlich bekannten Meister, der ihn später auf seine Kunstreisen nach Deutschland und Frankreich mitnehmen wolle. »Und so komm' ich dazu, ein bissel die Welt zu sehen,« schloß er in einem kleinlauten Tone, der die tiefinnerste Überzeugung verriet, daß es nirgends auf Erden so schön sei wie in Innichen.

»Nachdem siehst was Saubers, wenn du die Welt siehst!« grollte der alte Bachmann. Roman aber, der dem Streben seines Freundes mehr Entgegenkommen zeigte, entnahm einer Lade einige Papierrollen, die er vor den Augen des Prälaten auf einem Tische ausbreitete. Es waren die Entwürfe für den Altar der Stiftskirche.

Der Propst prüfte die Zeichnungen aufmerksam und spendete ihnen hohes Lob. Dunkelrot im Gesichte vor Freude und Beschämung drückte sich der junge Künstler zur Werkstätte hinaus; Meister Bachmann aber sah seinen Besucher mit vergnügtem Blinzeln an und meinte: »Gelten Sie, Gnädiger, er macht's nicht übel, wenn er schon einen verdrehten Schädel hat?«

Und als der Propst mit befriedigter Miene die Entwürfe wieder zusammenrollte, murmelte Bachmann vor sich hin: »Möcht' grad wissen, was der Kandel noch lernen will! Er ist eh' ein Malefizkerl!«

Der Propst sagte, es schade nie, wenn ein junges Blut seine Wanderjahre durchmache. Mehr sagte er nicht, aber die ganze Sache kam ihm sonderbar vor.

Ungefähr acht Tage später war Kandidus in der Sakristei der Stiftskirche tätig, um den Beichtstuhl aufzustellen. Da trat der Propst ein. Er sprach kein Wort, sondern machte sich dies und jenes an den Schränken zu schaffen. Erst als ein ehrfürchtiges: »Küss' die Hand!« ihm bewies, daß der junge Handwerker sich entfernen wolle, wandte er sich um und sagte: »Ein Wort, Kandidus!«

Kandidus blieb vor dem Prälaten stehen und begegnete ruhig dessen forschendem Blicke. Endlich begann der geistliche Herr ohne weitere Umschweife: »Bub, warum gehst denn du in die Fremde?«

Kandidus schwieg.

»Wirst nicht etwa unzufrieden mit deinem Meister sein? Den Bachmann, weißt wohl, muß man nehmen wie er ist. Er ist wie eine Nuß: ein guter Kern und eine ungute Schale. So einen find'st nicht leicht wo.«

»Gnädiger, das brauchen Sie mir nicht zu sagen,« versetzte der junge Mann mit unterdrückter Stimme. »Er hat mich immer wie einen Sohn gehalten, aber sein rechter Sohn bin ich halt doch nicht. Sie wissen's wohl, Gnädiger, ich muß auf meine Schwester denken; mit der Hülf' Gottes möcht' ich der armen Haut einmal eine Heimat gründen.«

Der Propst schüttelte den Kopf. »Das wirst mir nicht sagen, Kandel, daß du wegen der Liese nach Deutschland hinaus oder nach Paris mußt! Recht weit wirst dich überhaupt nicht wagen können mit der! Das ist ein Pflänzlein, das das Umtopfen hart vertragt.«

»Ich vertrag's auch hart,« entgegnete Kandidus wehmütig.

»Ja, gut, warum bleibst denn nachher nicht da? Denkst denn gar nicht daran, was du dem Vater Jackel für einen Verdruß machst?«

»Ich denk' schon dran. Aber besser der erste Verdruß als der letzte!«

»Jetzt mach' ein End'!« gebot der Propst. »Da steckt etwas dahinter, Bub, ich laß mir's nicht nehmen. Wenn du ein Fünklein Vertrauen zu deinem Seelsorger hast, nachdem red' grad heraus.«

»Der Meister meint, ich sollt' seine Veronika heiraten,« antwortete Kandidus leise.

»Hat er dir's gesagt?«

»Gesagt – Gott sei's gedankt – hat er mir's noch nie, aber merken kann ich's alle Tag'.«

»Und meinst, daß das Mädel dich möcht'?«

»Das weiß ich nicht, aber ich tät' schier meinen ... Sie ist so ein folgsam's Mädel, sie tut dem Vater, was sie ihm an den Augen ansieht. Und wissen Sie wohl, Gnädiger: der Meister ist so rasch; und wenn er auf einmal sagen tät': »Kandidus, magst sie?« nachdem müßt' ich ihm sagen: »Behaltet Euer Mädel«, und das wär' nicht fein.«

»Die Veronika wird dir halt zu alt sein,« meinte der Propst zögernd.

»Ein paar Jährlein ist sie wohl älter als ich, aber das wär' mir gleich.«

»Ja nachdem? ... Eine Bravere kriegst nicht, und deine Schwester hätt's auch nicht schlecht bei ihr; da könnt'st dich schon verlassen.«

Kandidus wurde sehr rot. Dann murmelte er kaum hörbar: »Ja, wenn ich nicht eine andere im Kopf hätt' ...«

»Eine andere?!« Der geistliche Herr fuhr heftig empor. »Wirst mir nicht sagen, daß du eine Liebschaft hast?«

»Seien Sie ruhig, Gnädiger,« antwortete Kandidus kleinlaut; »sie tut ja nichts als mich abtrumpfen.«

Der Propst lachte. »Ja, dann laß sie steh'n!«

»Geht nicht! Z'samt allem Abtrumpfen hat mich die Moidl doch gern, ich laß mir's nicht nehmen.«

»Die Moidl? Wirst etwa nicht die Silvestertochter meinen?«

Kandidus nickte.

Der geistliche Herr schlug die Hände ineinander. »Eine Person, die so eine Krankheit hat!«

»Eben deswegen braucht sie eins, das ihr beisteht,« gab der Jüngling schlicht zur Antwort.

»Du bist ein guter Mensch, Kandel,« meinte halb lachend, halb gerührt der Propst. »Einen netten Hausstand tätest du dir gründen mit der Moidl und der Liese! Du brauchst eine Gesunde, glaub' mir.«

»Eine Gesunde könnt' oftmals mit der Liese kein Erbarmen haben. Die Moidl ist immer wie eine Schwester zu ihr gewesen.«

Der geistliche Herr wurde ernst. »Alles recht; aber zu dir sollt' sie mehr als eine Schwester sein, nicht? Überleg' dir's, Kandidus: keinen Augenblick wärst du sicher, keine Nacht könntest ruhig schlafen, und jedes Kind, das euch unser Herrgott schenken tät', wär' eine Sorg' mehr anstatt eine Freud'. Siehst, mein guter Kandel, wenn unser Herr der Moidl die Krankheit erst nach der Heirat geschickt hätt', nachdem wär's recht und christlich, wenn du ihr beim Kreuztragen geduldig helfen tätest. Aber wenn du dir's Kreuz selber aufladest, und du willst dich etwa später beim lieben Gott beklagen, daß es dir zu schwer wird, nachdem sagt der Himmelsvater einfach: Kandel, ich hab's dir nicht geschaffen! Ich tät' mich einmal nicht getrauen, dir von der ganzen Geschichte etwas Gutes zu versprechen. Du wärest nicht der erste und nicht der letzte, der sich's Wirtshaussitzen und was drum und dran hängt, angewöhnt hätt', weil er zu Haus keine Ruhe gefunden hat und keine Fröhlichkeit.«

Die nüchterne Rede des Propstes trieb dem jungen Manne Tränen in die Augen. »Wenn's so ist, Gnädiger, dann bleib' ich gescheiter ledig!«

»Bub, denk' einmal auf gar nichts und laß Gott sorgen,« riet der geistliche Herr. Nach einiger Überlegung fügte er bei: »In der einen Sach' geb' ich dir recht: schau' dir ein bissel die Welt an, dann kommt dein Herz eher zur Ruh'.«

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