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Die jüngeren Prinzen

Auguste von der Decken: Die jüngeren Prinzen - Kapitel 9
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typefiction
authorAuguste von der Decken
titleDie jüngeren Prinzen
publisherVerlag des Vereins der Bücherfreunde Schall & Grund
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Achtes Kapitel

Der Hof und die ganze Stadt befanden sich in einem Taumel der Freude. Baron Grote hatte aus Wien eine Estaffette mit der berauschenden Nachricht geschickt, Sr. Majestät Kaiser Leopold habe eingewilligt, eine neunte Kur zu schaffen, und habe, in Anbetracht der dem Hause Habsburg vom Herzog Ernst August von Hannover geleisteten ersprießlichen Dienste, diesem den Kurhut verliehen. Zwar sei die Glücksbotschaft noch nicht offiziell zu nehmen, da die nötige Einwilligung der übrigen acht Kurfürsten noch ausstehe, auch gebe es immer noch einige Förmlichkeiten zu erledigen, indes im allgemeinen sei man einig, und der Herzog dürfe sich als Kurfürst betrachten, auf dem Grunde einer »ewigen Union« mit Österreich sei der Vertrag abgeschlossen worden.

Ernst August hatte also das nächste Ziel seiner Wünsche erreicht. Er durfte sich als Kurfürst ansehen. Die noch ausstehenden Einwilligungen und Förmlichkeiten waren nebensächlich, der Kaiser hatte seine schriftliche Zustimmung gegeben und konnte nun nicht mehr zurück. Ein Ereignis von größter Tragweite für den mit der neuen Würde Belehnten. Sein Ehrgeiz fühlte sich vorläufig befriedigt, man konnte nicht wissen, was die Zeiten noch Größeres in ihrem Schoße bargen, einstweilen war ein schöner Schritt vorwärts zur Befestigung des Familienansehens gethan.

Die für das Recht der jüngeren Prinzen verbündeten Männer teilten die Freude von ganz Hannover über diese neue Wendung der Dinge indes durchaus nicht. Sie erkannten klar, daß eine solche Standeserhöhung des Hauses ihren Bestrebungen schwerlich günstig sein könne. In einer Versammlung beim Oberjägermeister kam es offen zur Sprache, daß der Kurfürst für die neue Würde einen größeren Länderbesitz als sicheren Untergrund gebrauche und noch weniger als früher zu einer Teilung seines Erbes geneigt sein werde.

Trotzdem beschloß man an allen Plänen festzuhalten. Der Oberstlieutenant von Moltke trat wie gewöhnlich am wenigsten bestimmt hervor; ihm war die ganze Sache, die er für aussichtslos hielt, wenig mehr als eine Pflicht dienstlicher Hingabe an seinen Herrn. Die andern drei wurden jeder von besonderen Triebfedern geleitet. Der Prinz wollte zur Erreichung seiner Ziele, lagen sie auch jetzt in anderer Richtung, einen Druck auf den Vater ausüben können. Der ältere Moltke dachte wie immer, in erster Linie an seinen nun verdoppelten Haß, und der braunschweigige Sekretär vertrat die Interessen seines Herrn, des Herzogs Anton Ulrich, der in einer demnächstigen Teilung des Erbes eine Schwächung der mit ihm und seinem Hause wetteifernden Vetterschaft sah.

Da man mit Recht annehmen konnte, daß die Standeserhöhung der hannoverschen Welfen hier und da Neid und Widerspruch hervorrufen werde, so mochte die jetzige Wendung der Dinge gewisse günstige Stimmungen für die heimliche Gegenpartei hervorrufen. Und so wurde eine erneute Rührigkeit in Beschickung der verschiedenen Höfe beschlossen.

Der Kurfürst Ernst August wollte das frohe Ereignis der endlichen Erlangung des Elektorats, aus das er schon so lange durch treues Zusammenhalten mit Österreich hinarbeitete, mit einem glänzenden Feste feiern. Eine Cour im Stadtschlosse erschien ihm jedoch für das noch nicht amtlich festgestellte Ereignis zu schwerwiegend. Sie konnte immer noch stattfinden, wenn Grote in Wien die feierliche Belehnung erhalten hatte.

In Herrenhausen war ein großer Orangeriesaal fertiggestellt worden. Der italienische Maler Tomaso hatte die Decke mit prächtigen Freskogemälden verziert. Statuen und Büsten, zwischen grünen Pflanzen verteilt, schmückten den Raum. Und da man sich eben einer vorzüglichen Schlittenbahn erfreute, dachte der Kurfürst, sich und seine Gäste im Schlitten durch die damalige Pappelallee zu einem lustigen Feste nach Herrenhausen befördern zu lassen. Rasch wurden von allen Seiten große Vorbereitungen getroffen.

Der ausersehene Tag konnte nicht schöner und passender sein. Eine glitzernde, festgefrorene Schneehülle bedeckte die Erde, Rauhfrost schmückte die Bäume, geringe Kälte und winterlich klarer, durchsonnter Himmel luden zu der Schlittenfahrt ein, die man beabsichtigte.

Die Kurfürstin Sophie wollte, umgeben von den älteren Personen ihres Hofstaates, die Gäste in Herrenhausen empfangen, nahm also an der prunkenden Fahrt keinen Anteil. Desto mehr war diese nach Ernst August's Geschmack.

Um ein Uhr versammelten sich die Schlitten mit ihren Insassen auf dem Schloßhofe, wo eine rauschende Janitscharenmusik, ausgeführt von der Hofkapelle, die verkleidet in einen langen, mit Tannenreisern geschmückten, buntverzierten Schlitten gepackt war, die Ankommenden empfing.

Die Herren hatten nach eigener Neigung ihre Begleiterinnen wählen dürfen. Alle Veranstaltungen, die den galanten Verkehr der beiden Geschlechter begünstigten, waren, nach dem Vorgange des französischen Hofes, dem Zeitgeschmacke gemäß und wurden mit Fleiß herbeizuführen gesucht. Ebenso liebte man öffentliche Schaustellungen und ließ gern das staunende Volk sich am Glanze des Hofes erfreuen. Um hierzu vielen Leuten Gelegenheit zu geben, wählte man Umwege oder zog Kreise durch eine Anzahl von Straßen.

Mit dem Anfahren der prächtigen Schlitten hatten sich auch schon eine Menge neugieriger Zuschauer in der Nähe des Schlosses versammelt. In Scharen standen sie hier und da auf der Straße, belagerten die Einfahrtsthore des Schloßhofes und starrten entzückt das sich mehr und mehr entwickelnde Schauspiel an. Die Wache war bei solchen Gelegenheiten angewiesen, so lange glimpflich zu verfahren, bis Störungen oder Zudringlichkeiten vorfallen würden, dergleichen gab es aber eigentlich niemals. Die Ehrfurcht vor den Höhergestellten und die ruhige Besonnenheit des norddeutschen Wesens schützten davor.

Endlich hatten sich alle Erwarteten auf dem Haupthofe versammelt. Nun fuhr auch der eigens zu diesem Zwecke in aller Eile angefertigte Prachtschlitten Ernst Augusts am inneren Schloßportale vor. Das Gefährt war von kühngeschweifter Form mit Arabesken verziert und vergoldet. Am vorderen Teile prangte in stattlicher Größe das springende weiße Pferd, das heilige Symbol des alten Niedersachsens, und darunter lehnte das Wappen mit dem Kurhute darüber, farbig und golden ausgeführt. Der Schlitten war mit Tigerfellen und gelbseidenen Kissen ausgelegt, hintenauf stand Mustapha, der Leibmohr des hohen Herrn, in seiner bunten Tracht, in Turban und Pluderhosen, und klatschte mit einer großen Peitsche; sechs Pferde mit vergoldeten Schellen behängt, von drei Postillonen geritten, waren vorgespannt. Pagen in flatternden Mäntelchen von Seide gingen nebenher.

Nun erschien der Kurfürst in der Schloßthür, umgeben von Kammerherren und Lakaien. Er trug über seiner Gesellschaftskleidung einen purpurroten Sammetmantel mit Hermelin verbrämt, auf den die blonden Locken seiner Staatsperücke lang herabfielen. Sein Gesicht strahlte von befriedigtem Stolze, während er den von weißen Federn umwallten Hut einen Augenblick lüftete und sein Auge mit gnädigem Blick über die versammelten Schlitten schweifen ließ, neben denen jedesmal der dazu gehörige Kavalier, den Hut in der Hand, stand.

Nachdem der Kurfürst eingestiegen war, fuhr der Galaschlitten vor die naheliegende Thür der Platenschen Wohnung, wo, geführt von ihrem Gemahl und umgeben von mehreren beflissenen Lakaien, sogleich die Gräfin Klara Elisabeth erschien und zu dem Fürsten einstieg.

Jetzt setzte sich das Fuhrwerk mit der Musik in Bewegung, Vorreiter folgten, dann kam der kurfürstliche Schlitten, darauf der des Kronprinzen mit der Generalin von Weik, dann die Kurprinzessin, vom Grafen Königsmark gefahren, und so nach dem Range folgend alle übrigen mehr oder minder prächtigen Schlitten.

Als der glänzende Zug aus dem Schloßhofe auf die Leinstraße bog, ging eine Bewegung staunenden Entzückens durch das versammelte Volk. Man wagte nicht, sich laut zu äußern, aber das Vergnügen an dem Schauspiele strahlte von allen Gesichtern, und als Wechselwirkung thronte stolze Freude aus den Mienen derer, die das Schauspiel vorführten, erhöhte doch die befriedigte Eitelkeit den Genuß der Bevorzugten.

Schellen klingelten, Peitschen knallten und leise Ausrufe der Bewunderung tönten von Mund zu Mund. Die Strahlen der Wintersonne gleisten über den funkelnden Schnee, die Vergoldung der Schlitten, das blanke Geschirr der Pferde und die glänzenden bunten Stoffe der Gewänder, daß es zum Augenverblenden schimmerte.

Der Zug ging nicht geradesweges nach Herrenhausen hinaus, man wollte den getreuen Unterthanen noch eine Weile das Glück gönnen, sich an der Herrlichkeit des Hofes zu werden.

Man fuhr über den Holzmarkt, durch die Kramerstraße, bog rechts über den Marktplatz und an der Ecke des Rathauses in die Dammstraße ein, worauf man wieder beim Schlosse anlangte. Es war bekannt geworden, welchen Weg der prunkende Auszug nehmen werde, und so waren alle Fenster, Erker und Gassen von neugierig spähenden Zuschauern dichtgedrängt besetzt. Man mußte langsam fahren, weil das durch die Enge der Straßen und die Begleitung von Fußgängern geboten ward, und so konnten sich alle die weitgeöffneten, schönheitshungrigen Augen an dem Glanze satt sehen.

Zum zweiten Male langte jetzt die Reihe der Schlitten auf dem Holzmarkte an.

Vor dem Potthofschen Bäckerhause standen im Kreise der Nachbarn die sämtlichen Insassen des Hauses. Frau Minette zierlich und frisch wie ein eben aus dem Ofen genommener leckerer Kuchen. Neben ihr, mit vor Vergnügen funkelnden Augen, ihr Bruder Just und ebenso wie er, mehlbestaubt, mit bis zum Ellenbogen bloßen Armen, die Füße in losen Klappantoffeln, stand ein anderer Gehülfe zur Seite.

Valentin, der Werkführer, ein stämmiger Mann mit ehrlichem, breitem Gesichte, hielt das Auge mehr auf die erregten Mienen der jungen Meisterin gerichtet als auf das nahende Gepränge. Was ging der Hof die Frau an? Weshalb folgten ihre schwarzen Augen den Schlitten mit solchem Eifer? Das war mehr als die bloße Freude an Glanz und Pracht. Fühlte sie Neid, wechselte sie jetzt die Farbe, traten ihr die Thränen in die Augen, weil sie es bedauerte, nicht eine der großen Damen zu sein? Es drückte ihm das Herz ab, sollte er denken, daß sie so eitel und hochfahrend sei.

Die Leute ringsumher drängten vor, stießen sich mit den Ellenbogen an, riefen: »Kiek emal!« – »O wie prächtig!« – »Dat is use Kurprinz.« – »Ne so en Staat!«

Minettens Blick folgte wie gebannt dem vierten Schlitten. Es war eine zierliche silberne Muschel mit zwei Apfelschimmeln bespannt. Prinz Maximilian saß neben einem schönen, blonden Mädchen darin, das er zärtlich ansah. Der Ausdruck seines ihr so bekannten edlen Gesichts schnitt der jungen Frau tief ins Herz. O, einst hatte er sie auch so angesehen, jetzt dachte er nicht mehr an sie und hatte keinen Gedanken für sie übrig. Ein schneidender Schmerz, ein wilder Zorn durchzuckten sie. Wann fand sie endlich Gelegenheit, ihm heimzuzahlen, was sie litt?

Sie hatte Prinz Christian ein paarmal in Mullbergs verstecktem Hinterstübchen gesehen, sie fühlte, daß er ihr immer ergebener, daß er immer verliebter wurde. Sie führte den jungen Gesellen am Bändchen, ohne ihm Gunst zu gewähren, das wollte sie, so war es ihr recht, aber immer fand sie durch seine Hilfe noch nicht das, was sie suchte, eine Möglichkeit, sich an dem Ungetreuen zu rächen.

Während diese Gedanken durch Minettens Kopf schossen, kam der Schlitten, den Prinz Christian selbst lenkte, vorüber. Der verliebte Jüngling sah das hübsche, junge Weib, bog übermütig ein wenig aus der Reihe, lachte zu Minette hinüber und senkte die hohe, weiße Fahrpeitsche mit deutlich sichtbarem Gruß. Die junge Frau achtete kaum darauf, ihr Auge folgte gespannt der Gestalt Maximilians, der sich ohne Aufhören flüsternd zu seiner Begleiterin neigte.

Die Umstehenden wurden aufmerksam. »Hei mag ehr lieben,« wisperten sie. »Use Prinz Krischan hat vor die Potthofin geswenkt, kiek mal, sie schämt sick.«

Minette preßte die Hand auf ihr zuckendes Herz, war das jetzt seine Liebste, deretwegen er sie verlassen hatte? Der Atem versagte ihr, die blendenden Farben, das Geräusch, das Geschwätz um sie her, bereiteten ihr Schwindel, sie ertrugs nicht mehr, wandte sich kurz und eilte ins Haus, wie sie glaubte, unbemerkt.

Dem war aber nicht so. Valentin hatte sie heimlich beobachtet, unklar fühlte er mit ihr und wußte, daß etwas Besonderes in ihr vorgehe. Die Frau litt bei dem Anblick der Vornehmen, die sie gar nicht kannte? Da sah er mit namenlosem Erschrecken Prinz Christians vertraulichen Gruß. Was bedeutete das? Kannte die Meisterin den Fürstensohn? Was hatte sie mit dem zu schaffen? Und nun schlüpfte sie gar verstohlen davon. Angst und Zorn stiegen in der vertrauenden und hoffenden Seele des Altgesellen empor. Er war seiner selbst nicht mehr mächtig und folgte, sacht aus dem dichten Kreise der Zuschauer entweichend, Minetten in das Haus.

Sie saß gleich rechts in der Ladenstube auf dem hohen Tritt, auf dem sie sonst, wenn sie verkaufte, zu stehen pflegte, hatte die Ellenbogen auf ihre Kniee gestützt und das Gesicht in den Händen vergraben. Ohne auf seinen Schritt zu achten, hockte sie hier in ihren eifersüchtigen Schmerz versunken. Sie schrak auf, als er dicht vor ihr stand.

Er hielt die starken mehlbestaubten Arme untergeschlagen und starrte auf sie herab. Mühsam kam es von seinen Lippen: »Wat hät sie, Fru Meistersch?«

Sie sprang empor, dunkles Rot lief über ihr Gesicht, sie schob sich mit beiden Händen das Haar unter die Mütze und stammelte mit dem Ausdruck eines ertappten Kindes: »Wat sall ick hebben?«

»Sie – sie – sie hat was – mit einem hohen Herrn – einem Prinzen,« er drückte und knirschte seine Anschuldigung langsam heraus.

Verwirrt strich sie an ihrem Schürzensaum hinunter: »Was kümmert's ihn?«

»Dunnerslag, Meistersch, sie weiß, daß ich ihr nachgehe!« brauste er auf. »Sie weiß, daß ich mit Verlöft um sie freie. Sie is en smuckes, krullhaarigt jung Wief; so ein prinzlicher Herr mit ihr scharmiert, gift et en gottloses Maulreißen und en Unglück und dat – dat lied ick nich!« Er ballte die Fäuste im Bewußtsein seiner Machtlosigkeit und seines Ungeschicks, sich so auszudrücken, wie er wollte. Da sie schweigend vor sich hin starrte, fuhr er fort:

»Ich will ihr nichts Schlimmes nachsagen, da sei Gott vor! Aber ich will auch nicht, daß es andere thun, oder daß sie sich selber ins Gesicht schlägt,« er sah sie mit großer Liebe an. »Ich bin ja man e'n hagebüchenen Kerl, aber sie kennt mich lange und weiß, was sie an mir hat. Und da wir einmal so snacken, sollte sie nur auch am letzten Ende man sagen, ob sie mich will oder nicht.«

»Ich mag noch nich wieder freien, Valentin.«

»Es wäre doch am besten für sie und das Geschäft.«

»Wart er noch. Ich kann's noch nicht.«

»Wann soll ich dann wieder bei ihr ansprechen?«

»Im Frühjahre – mag sein, daß ich's dann kann.«

»Gut. Ich warte, Meistersch, aber wahre sie sich – ich kann's nicht leiden, wenn die Leute ihr hinterher schimpfen, und ich bin nicht so'n schlimmen Döselbart, wie ich aussehen thue – ich möcht' sie vor allem Unrechten in Obacht nehmen.«

Der Prachtzug war mittlerweile die Burgstraße hinunter gefahren. Aus der Ballhofgasse drang ein Haufen Leute, denen man es ansah, daß sie aus seltsamen Winkeln kamen.

Im dichtesten Knäul stand die Mullbergin, sie bewegte, unaufhörlich schwatzend, den Kopf so heftig, daß die Striche ihrer Haube um das magere Gesicht flogen, und wies mit einem Finger, so krumm wie ihre Hakennase, auf jede Gestalt, die sie kannte oder die ihr gefiel: »So wat is nu so lecker for mie as Braden!« plapperte sie. »Wat smucke Mannlüe! O, ick kenne vele von de Maskerad her. Ja, da kumt manch ein von de Vörnehmen to us un treckt sick üm. Un wat de Fruenslüe sünd, de sünd 'er ok bie, de steckt sick ok achter de Maskens un maket sich en Plesir« – sie lachte heiser und spöttisch auf.

Ihr kleiner, behaglicher Mann stand daneben, hielt die Hände über dem Bäuchlein gefaltet, schmunzelte vergnügt und nickte nur manchmal wie zustimmend so eifrig mit dem dicken Kopfe, daß die Löckchen der schwarzen Pferdehaar-Perrücke an seinen fetten Wangen auf und ab tanzten.

Von hier aus fuhren die Schlitten auf das Steinthor zu und dann die gerade, weißschimmernde Allee hinunter nach Herrenhausen hinaus.

Welch herbe, reine Luft das war! Wie die Sonne über den Schnee spielte, welch krauses, Weißes Laub die Bäume vom Rauchfrost trugen, wie das Trompetengeschmetter, das Klingeln, Peitschenknallen und das Lachen der vergnügten Menge weit hin über die verödeten Felder schallte!

»Fühlt sie sich befriedigt, Fräulein von Moltke?« fragte Maximilian zärtlich besorgt. »Ist ihr auch nicht zu kalt? Amüsiert sie die Fahrt?«

»Ja, es ist sehr prächtig, durchlauchtigster Herr!«

»Aber sie kommt nur doch nicht ganz kontentiert vor? Ich möchte laut hinausjubeln vor konstantem Glücksgefühl!«

Sie sah ihn mit erschrockenen Augen an: »Der gnädigste Herr belieben so empressiert zu sein,« flüsterte sie zaghaft, »ich kann mich nicht laut freuen.«

Ja, sie blieb scheu und ließ sich nicht von ihm fortreißen; aber er würde sie doch noch erwärmen und mit einer ähnlichen Empfindung erfüllen, wie die war, von der er durchbebt wurde.

Christian dachte an die Potthofin, wie hübsch und zierlich sie zwischen alle dem ruppigen Volke gestanden, hätte er sie doch an seiner Seite haben können, statt des langen Hoffräuleins Melusine von Schulenburg, die man ihm zugeteilt hatte.

Niemand war heute schwerer zu unterhalten als der Kurprinz. Georg lehnte sich im Schlitten zurück und wußte den Bemühungen seiner Dame wenig Dank.

»Wie trocken und frostig er ist,« dachte die kokette Wittwe an seiner Seite, »und doch darf ich ihn nicht loslassen, es handelt sich um meine Zukunft; mit Sophie Dorothee kommt er immer weiter auseinander. Wer weiß, was noch geschieht und was mir zu teil wird, falls ich ihn mit unzerreißbaren Banden an mich fesseln kann.

Georg wandte manchmal verstohlen einen Blick zurück, wenn es ihm dann gelang, Ulrikens sanftes, zartgerötetes Gesicht zu sehen, steigerte sich sein grimmiges Mißvergnügen. Wie scheu war sie wenige Tage früher vor ihm entflohen. Welch eine lächerliche und demütigende Rolle hatte sie ihn in seinen eigenen Augen spielen lassen, als er im Dunkeln, ins Tischtuch verwickelt, stolpernd mit allerlei Speisen und Geräten auf der Erde gelegen. Diese kleine, spröde Hexe mußte er noch sein nennen, mochte es kosten, was es wollte! Maximilian schien ihm ins Gehege zu kommen, der Überlästige! Allerorten trachtete er ihn zu verdrängen, aber er wollte seinen Mann gegen diesen nichtsbedeutenden, jüngeren Prinzen schon stehen.

Nun fuhr der Schlitten mit der Musik in den Schloßhof und stellte sich, den übrigen Ankommenden Raum gebend, dem Portale gegenüber auf. Schmetternde Fanfaren feierten die Ankunft. Ein Schlitten nach dem andern fuhr vor, die Insassen stiegen aus und wurden, je nachdem, mit mehr oder weniger Feierlichkeit empfangen.

Im Orangeriesaale erwartete die Kurfürstin Sophie, von ihrem Hofstaate umgeben, den Gemahl und die Gäste.

Nach einer Defilier-Cour vor dem hohen Paare, die den Charakter einer Gratulation zu der neu erworbenen Würde an sich tragen sollte, wurde Chokolade und Kuchen gereicht und dann bewegte sich die Gesellschaft zwanglos durcheinander. Man bewunderte den neugeschaffenen Saal, das prächtige Deckengemälde, die schöne Aufstellung der Orangen, Camelien, Laurustinus und Lorbeerbäume, hier und da bildeten sich plaudernde Gruppen.

»Wir sollen, wie es heißt, noch die interessante surprise eines festlichen Spiels genießen, Generalin?« fragte Frau von Winzingrode die Weik.

»Ja,« erwiderte die schöne Wittwe. » Ma sœur wird mit ihrem Gemahl auftreten und durch Gesang und Tanz die kurfürstlichen Herrschaften feiern.«

»Sehr complaisant von Frau Gräfin.«

»Die Ehre kommt niemandem sonst zu als der ersten Dame des Hofes.«

»Kurfürstliche Gnaden sieht vermutlich niemanden lieber,« es lag ein scharfer Ton in diesem Ausspruch der Dienerin Sophiens.

Der Kurprinz hatte Moltke zu sich befehlen lassen, mit auf den Rücken gelegten Händen und gerunzelter Stirn stand er dem sich tief Verneigenden gegenüber. Bitterer Haß des einen gegen den anderen wühlte in beider Seelen. Des Oberjägermeisters Gefühl bäumte sich auf gegen den, der den Frieden seines Hauses gebrochen hatte und dem er nun doch die größte Ehrfurcht bezeigen mußte.

Allein auch Georg haßte diesen Mann. Kein Wort der Anschuldigung, der Abwehr war über die Lippen des Beleidigten gekommen, aber der gespannte Ausdruck des unschönen Gesichtes, die tief herabhängenden Brauen, das boshaft darunter hervorblinzelnde Auge sprachen deutlich genug. Der stumme Vorwurf reizte den Prinzen unsäglich.

»Im Deister gewesen?« begann Georg.

»Zu Befehl, kurfürstliche Gnaden.«

»Viel Schnee da?«

»Stark eingeschneit.«

»Hat er schon Vorkehrungen treffen lassen?«

»Ew. Durchlaucht beliebten –«

»Ah, pah, ich beliebte noch garnichts. Imbécille, der er ist. Bestelle er alles ab. – Mag noch nicht jagen, erwarte er meine Ordre, wann ich will.« Damit wandte sich der Prinz und ließ den Oberjägermeister zitternd und knirschend vor Wuth stehen.

Georg wollte sich nicht um Ulrike kümmern, er grollte dem albernen Dinge, verstohlen wanderten seine Augen aber immer wieder zu ihr hinüber und sahen mit brennendem Verdruß stets Maximilian in ihrer Nähe.

Ulrike selbst gewahrte die zunehmende Wärme des ritterlichen Prinzen mit steigender Unruhe. Wie konnte sie sich dessen erwehren? Sie dachte wieder und wieder an ihre Mutter, an ihr Versprechen, jeder Versuchung gegenüber fest zu bleiben, und sehnte sich nach dem ernsten Gesichte Vetter Erichs, der ihr wie eine unentbehrliche Stütze, als ein wahrer Trost erschien. Gestern Morgen war er eilig und bedrückten Wesens gekommen und hatte ihr Lebewohl gesagt. Er könne diesmal nicht scheiden, ohne sie zu sehen. Sie dürfe nicht von seiner Abreise sprechen, es sei ein dienstliches Geheimnis. Sie solle ihn nicht vergessen. Ein: Gott sei mit euch, Ulrike! war sein tief bewegtes letztes Wort gewesen. Es ging dem Mädchen nach und wurde von nichts übertäubt. Und hier nun, während sie an Erichs Betrübnis und Unruhe dachte, die ihn doch wohl ihretwegen gequält hatte, umgab sie Maximilian mit aller Freundlichkeit seines berückenden Wesens, und verfolgten sie von ferne die stechenden Blicke des Kurprinzen. O, sie begriff jetzt ihrer theuren Mutter Warnungen; sie fühlte sich in rechter Not und Bedrängnis.

In einer der Fensternischen standen Graf Platen und der Schloßhauptmann von Hardenberg.

»Haben der Herr Geheimrat wohl ein Auge auf die jüngeren Prinzen?« wisperte Hardenberg, sich vorsichtig umblickend.

»Bin höchst content, weder des einen noch des anderen Hofmeister zu sein,« lachte Platen spöttisch.

»Man hört allerlei singuläre Gerüchte, Excellenz.«

»Spielen sie? Machen sie Schulden? Haben sie galante Avanturen?«

»Davon weiß ich nichts. Man flüstert sich zu, die Prinzen hätten eine Partei gebildet, suchten hochmögende Protektion und beabsichtigten gegen das Gesetz der Primogenitur zu intriguieren.«

»Possen, um Prinz Maximilian sattelt keiner sein Pferd. Doch exkusieren sie mich – ein Kostümwechsel, meine Gemahlin läßt mir da eben einen Wink zukommen – kleine Überraschung in petto.«

Nun währte es nicht mehr lange, so deuteten gewisse Vorbereitungen an, daß etwas Besonderes beabsichtigt werde. Die Musik erschien auf einer Tribüne. Lakaien rückten Stühle zur Seite. Der Hofmarschall von Koppenstein trat auf den Kurfürsten und seine Gemahlin zu und lud sie unter tiefen Bücklingen ein, auf den hochlehnigen, mit Kronen gezierten Armstühlen Platz zu nehmen, die unter der Tribüne in einer Nische von grünen Pflanzen aufgestellt waren. Pagen führten die anderen fürstlichen Personen zu den für sie bestimmten Sitzen, um die sich sodann die Gesellschaft ordnete.

Ein Konzert der Instrumente eröffnete die Feier und steigerte die Spannung auf das, was kommen werde.

Nichts ist charakteristischer für jene Zeit als die Neigung für sonderbare, symbolische Verkleidungen und Aufführungen. Die phantastischen Dinge waren dem Zeitgeschmack am angemessensten. Zugleich herrschte aber eine strenge Ordnung von Rang und Formen und es wäre unmöglich gewesen – sollten es nur zwei Akteurs sein – anderen, vielleicht durch Jugend, Schönheit oder Talent ausgezeichneten, im Range aber minderwertigen Personen das Huldigungsspiel zu übertragen als den bevorzugten Günstlingen, den Höchstgestellten am Hofe, dem Grafen und der Gräfin Platen. Ja, Klara Elisabeth würde nun und nie die Gelegenheit aus der Hand gegeben haben, sich dem Kurfürsten in vorteilhaftem Lichte zu zeigen, ihm zu schmeicheln und vor allen anderen Frauen hervorzutreten. Und so erfolgte, bestaunt und bewundert, eine sonderbare Schaustellung.

Ein Herold trat auf und verkündete in französischen von Leibniz verfaßten Versen: aus dem fernen Indien sei ein huldigendes Paar, von Zephyren geführt, hierhergeschwebt, das heutige Fest kurfürstlicher Krönung zu feiern.

Sodann hüpften im Tanzschritt Graf und Gräfin Platen herein, als Prinz und Prinzeß von Indien, in überladen prächtigem Putz, sie nahten sich dem Fürstenpaare und die Gräfin begann mit schriller, fetter Stimme, ihr französisches Huldigungslied abzusingen. Alsdann tanzte das Paar unter Musikbegleitung ein Ballet, »Gigue« genannt, ließ sich Blumengewinde reichen, kränzte damit Ernst August und Sophie und hüpfte unter rauschenden Fanfaren und allseitigen Beifallsäußerungen wieder ab.

Als die Gräfin erschöpft und nach Atem ringend ins Vorzimmer kam und auf einen Stuhl sank, während ihr Mann forteilte, sich umzukleiden, trat ihr von ohngefähr Graf Königsmark entgegen. Es war ihm im Saale zu heiß geworden, er hatte sich von den Platenschen Kunstleistungen nicht viel versprochen und war gegangen, kühlere Räume aufzusuchen.

Als die Frau sah, daß der Graf anscheinend nicht mit unter ihren Bewunderern gewesen war, blitzte es zornig in ihren Augen auf, sie fuhr aus ihrer halb liegenden Stellung empor und rief ihm zu: »Ah Graf, meprisiert ihr mein Spiel? Flieht ihr die Societät, um mich nicht zu sehen? Das ist stark, das ist horrible – das heißt, mich absichtlich offensieren!«

Königsmark hatte sich rasch gefaßt, gewandt antwortete er mit dem Anschein von Ergriffenheit: »Im Gegenteil, merveilleuse »Huldin«; ich sah und bewunderte euch; mächtig touchiert von eurer Schönheit und Grazie stahl ich mich hinaus, um der bewegten Brust Luft zu schaffen.«

Wie geschmeichelt sie zu ihm aufblickte, wie sie ihm zulächelte; sie reichte ihm die Hand zum Kuß und erhob sich der harrenden Zofe entgegen, die sie in ein Kabinet führte, wo sie sich zum Souper umkleidete.

Nach dem Abendessen, das zwanglos an vielen kleinen Tischen eingenommen wurde, stand der Kurfürst neben Klara Elisabeth und sagte ihr Artigkeiten über die Aufführung.

»Der Turban mit dem Perlengewinde stand euch vorzüglich, Gräfin, auch der golddurchwirkte Shawl, den ihr höchst geschickt zu schlingen wußtet, hob eure Schönheit, ich war sehr zufrieden mit der Vorstellung.«

Die Gräfin dankte strahlenden Auges für die Anerkennung. Als der Fürst sie verlassen hatte, nahm sie voll befriedigter Eitelkeit auf einem halb von grünen Pflanzen versteckten Ruhesitze Platz und blickte, sich leise fächernd, in das Gewühl des Saales, wo man eben unter großer Heiterkeit Blindekuh im Kreise spielte.

Eine bekannte Stimme in der Nähe zog ihre Aufmerksamkeit nach anderer Richtung auf sich. Da saßen, nur durch einige buschige Topfgewächse von ihr getrennt, ihr den Rücken wendend, die Kurprinzessin und Königsmark. Die wohlklingende Stimme des Grafen hatte Klara Elisabeth aufmerksam gemacht; jetzt verstand sie auch den Zusammenhang dessen, was man sprach.

»Denken Ew. kurfürstliche Gnaden sich meine perplexité. Ich war tout à fait der ertappte Sünder. Etliche ganz rare Flatterien mußten mir heraushelfen. Je stärker ich auftrage, dachte ich, je bester. Sie ist an scharfe Dosen gewöhnt –«

»Und sie glaubte?« kicherte Dorothee.

»Alles; sie schmolz in sonniger Huld, das heißt, was nach dem plumpen Hüpfer an der korpulenten danseuse zusammenhielt.«

Beide lachten laut. »Dies Ballet von dem mageren Geheimrat mit seiner massiven Dame erschien mir skandalös. Ihr thatet am klügsten, daß ihr davonlieft.«

»Wollte sie doch der Jugend und Schönheit Raum geben! Hätten doch Ew. Gnaden Prinzeß diese Repräsentation excutieren dürfen! Welch ein Genuß würde das gewesen sein!«

» Mon beau-père will ja nur sie.«

»Ja, Durchlaucht scheinen total verblendet.«

Ein Geräusch hinter ihnen ließ die Plaudernden umblicken, da rauschte die Gräfin Platen mit zurückgeworfenem Kopf und hastigen Bewegungen von dannen. Ein mitten durchgebrochener Fächer blieb auf dem verlassenen Platze zurück.

Die Prinzeß und Königsmark sahen sich erschrocken an. Dorothee war blaß geworden, sie flüsterte mit aufsteigendem Schluchzen: »Da hätte ich eine unversöhnliche Feindin mehr am Hofe!«

»O, wie beklage ich meine Unvorsichtigkeit! Aber möchte das zornige Weib sich nur an mir rächen, nicht an euch, verehrteste Fürstin!«

Prinz Maximilian hatte seine Mutter aufgesucht und, wie sie gewünscht, neben ihr Platz genommen.

»Seid ihr zufriedener, mein Sohn?« fragte die Kurfürstin gütig. »Mir schien, als divertiertet ihr euch wohl.«

»Ich bin erfüllt von neuen Plänen und Hoffnungen, meine teure Frau Mutter.«

»Es giebt für euch keine Aussichten in die Zukunft, wie ihr sie prätendiert, Maximilian. Laßt alle ehrgeizigen Wünsche fahren, mein Sohn.«

»Ich bin unter einer neuen Bedingung dazu bereit, Ew. Gnaden.«

»Und das wäre?«

»Die will ich meinem Herrn Vater in eurer Gegenwart unterbreiten und rechne auf euren gütigen Beistand. Verschafft mir nur die Occasion, Sr. Liebden mit euch allein zu treffen.«

Sophie sann nach. »Mein Gemahl sagte mir eben, er werde sich morgen früh zehn Uhr über mein Wohlsein nach der heutigen fête informieren.«

»Gestattet ihrs, will ich um dieselbe Zeit in euren Gemächern sein.«

Sie willigte ein und fühlte aufs neue ihr Herz von dem Gedanken an den Zwiespalt zwischen Vater und Sohn schwer belastet. Mit welchen Wünschen und Vorschlägen mochte ihr unruhiger Liebling nun wieder hervortreten wollen?

Die Rückfahrt der Schlitten nach Hannover war zauberisch schön. Am klaren Himmel stand der volle Mond und beleuchtete den Weg. Fackelträger zu Pferde begleiteten den Zug der Schlitten und die Musik fuhr wie am Mittage voran.

Der Kurfürst wunderte sich über die unzufriedene und zerstreute Laune seiner Gefährtin. »Hat euch unser Fest nicht gefallen, Klara Elisabeth?« fragte er.

»O doch, mein gnädigster Herr, wolltet nur zu verzeihen geruhen; ich bin von meinen Vapeurs heimgesucht und mir ist übel zu Mut.«

»Laßt euch gleich aufschnüren, wenn ihr nach Hause kommt, und erholt euch von allen Anstrengungen.«

Mit Zagen hatte Ulrike an den Heimweg gedacht. Was sollte sie thun, wenn der Prinz noch zärtlicher und deutlicher wurde? Allein sie hatte sich ohne Not gesorgt, Maximilians Benehmen war von zarter Zurückhaltung und das bescheidene Mädchen begann anzunehmen, daß sie sich geirrt habe, und so ward sie unbefangener als auf dem Hinwege.

Der Prinz hatte sich vorgenommen, die Geliebte nicht zu beunruhigen, sah er doch ihre Furcht vor seiner Bewerbung und ehrte sie. Ulrike konnte ja nicht wissen, daß er sie zur Gattin begehre, sie argwöhnte von ihm dasselbe unberechtigte Bemühen um ihre Zuneigung, wie es der Kurprinz gegen sie gewagt hatte. Er wollte auch nicht eher sprechen, als bis er die Einwilligung seines Vaters erlangt haben würde. Daß sie ihm dann ihre Liebe schenken werde, daran vermochte er nicht zu zweifeln.

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