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Die Hetärenbriefe des Alkiphron

Alkiphron: Die Hetärenbriefe des Alkiphron - Kapitel 41
Quellenangabe
typenarrative
authorAlkiphron
titleDie Hetärenbriefe des Alkiphron
publisherVerlag der Gesellschaft für graphische Industrie
editorFranz Blei
year1924
firstpub1924
illustratorJulius Zimpel
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created201309
projectidf1f06bf6
wgs9110
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Megara an Bacchis

. Dir allein ist es also geglückt, einen Liebhaber zu bekommen, den Du mit solcher Zärtlichkeit liebst, daß es Dir unmöglich ist, einen Augenblick ohne ihn zu sein. Ein wunderliches Benehmen! Mächtige Venus! Schon so lange hat Dich Glycera eingeladen und Du kommst nicht, wahrscheinlich nur seinetwegen, und vernachlässigst Deine Freundinnen. Du bist wie ein ehrbares Mädchen, das seinen Geliebten wirklich liebt! Macht Dich dieses Lob nicht glücklich? Wir dagegen sind bloß wilde, ausgelassene Buhlerinnen. Aber nur Geduld, Philo stützte sich auch nur auf einen Stab von Feigenholz! Bei unserer Göttin, ich bin recht böse auf Dich! Thessala, Myrrhina, Chrysinin, Euxippe, alle waren wir beieinander; sogar Philumene, die erst neulich geheiratet hat und so eifersüchtig bewacht wird, schläferte ihren artigen Gemahl ein und kam, etwas spät allerdings, aber sie kam. Nur Du allein bewachtest Deinen Adonis, damit ihn Proserpina nicht entführe, wenn Du, seine Venus, ihn verlassen würdest. Oh! was war das für ein Fest! (Ich muß Dir noch etwas weh tun.) Nichts fehlte seinen Reizen. Da gab es Lieder, Scherze, Balsam, Blumen, Konfekt, und alles dauerte bis Tagesanbruch. Unser Lager war unter schattigen Lorbeerbäumen aufgeschlagen. Du allein fehltest uns noch, sonst vermißten wir nichts. Schon öfters hatten wir uns dergleichen Vergnügen verschafft, selten aber genossen wir es so vollkommen. Und so brachten wir nun die ganze Nacht hin; wir schimpften auf unsere Liebhaber, wir wünschten uns andere, weil doch die frische Liebe stets reizender ist, und berauscht verließen wir endlich den Platz! Nach vielem auf der Straße verübten Mutwillen beschmausten wir noch den Desymachus in dem Goldgäßchen, gegen Agnos hinab, zunächst an des Menephrons Hause. Das macht, Thais ist in ihn auf das heftigste und wahrhaftig auch mit gutem Grunde verliebt. Der junge Mensch hat ja erst neulich seinen reichen Vater beerbt.

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Dieses Mal wollen wir Dir noch verzeihen; am Ceresfeste werden wir aber bei Thessalens Liebhaber in Kolyttus unsern Schmaus halten, denn Du wirst das feierliche Gepränge mit dem Adonis besorgen. Alsdann mußt Du ganz gewiß kommen und Dein Spielgeräte und Deinen jetzt so geliebten Adonis mitbringen. Unsere Liebhaber sollen der Lustbarkeit beiwohnen. Lebe wohl.

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