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Die Hetärenbriefe des Alkiphron

Alkiphron: Die Hetärenbriefe des Alkiphron - Kapitel 37
Quellenangabe
typenarrative
authorAlkiphron
titleDie Hetärenbriefe des Alkiphron
publisherVerlag der Gesellschaft für graphische Industrie
editorFranz Blei
year1924
firstpub1924
illustratorJulius Zimpel
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created201309
projectidf1f06bf6
wgs9110
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Simalion an Petala

. Ich würde Dir Dein stolzes Benehmen gegen mich nicht vorwerfen, wenn es Dir Vergnügen oder Ansehen bei Deinen Verehrern eintrüge, wenn ich mich wiederholt an Deine Tür begebe und meine Klagen bei Mädchen ausschütte, die man an glücklichere Liebhaber abschickt. Ich weiß, der Schritt, den ich mache, ist fruchtlos; aber glaube mir, wenige Deiner Geliebten würden sich bei dem Verlust Deiner Zärtlichkeit so traurigen Empfindungen überlassen. Ich hoffte, der Wein, den ich gestern abends bei Euphronius in Menge trank, würde mich etwas trösten und die Sorgen zerstreuen; aber ich erfuhr gerade das Gegenteil. Meine Leidenschaft wurde noch heftiger, ich weinte, ich schluchzte laut. Die Gefälligsten aus der Gesellschaft bemitleideten mich, während ich mich den übrigen lächerlich machte. Ein geringer Trost, der aber schon zu verschwinden scheint, bleibt mir noch übrig. Es ist das kleine Geschenk, das Du unter dieser traurigen Klage beim Schmaus aus den Locken rissest und mir zuwarfst, zum Zeichen, daß Dich meine Geschenke doch nicht alle beleidigen. – Noch einmal, findest Du daran Dein Vergnügen, nun so genieße meinen Kummer, erzähle ihn den Fremden, die gegenwärtig glücklicher sind als ich; vielleicht werden sie sich in kurzem gleichfalls dem Schmerz überlassen müssen, wenn sie ein ähnliches Schicksal erreicht. Schmähungen, Drohungen würden den Brief eines anderen angefüllt haben, ich aber, ich flehe und demütige mich noch. Ja, Petala, meine Liebe ist von der äußersten Heftigkeit, steigt sie, so zittere ich vor dem traurigen Beispiel der Unglücklichen, die ihre Klagen an allzu grausame Schönen verschwendeten.

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