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Die Hetärenbriefe des Alkiphron

Alkiphron: Die Hetärenbriefe des Alkiphron - Kapitel 35
Quellenangabe
typenarrative
authorAlkiphron
titleDie Hetärenbriefe des Alkiphron
publisherVerlag der Gesellschaft für graphische Industrie
editorFranz Blei
year1924
firstpub1924
illustratorJulius Zimpel
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created201309
projectidf1f06bf6
wgs9110
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Thais an Thessala

. Nie hätte ich geglaubt, daß ich mich mit Euxippen nach einer so großen Vertraulichkeit jemals entzweien würde. Ich bin nicht geneigt, Dir die verschiedenen Gelegenheiten vorzuhalten, in welchen ich ihr bei ihrer Ankunft aus Samos nützliche Dienste leistete. Genug, daß ich gegen den jungen Pamphilus unerbittlich war, bloß weil er bereits mit ihr schon bekannt schien, und Du weißt welche Geschenke er mir machte. So erwidert sie nun meine Gefälligkeit, und sucht sich damit bei der verwünschten Megara beliebt zu machen! Auf diese hatte ich allerdings wegen des Straton schon längst einigen Verdacht; was aber jene betrifft, vermutete ich aus ihren Beschimpfungen eben nichts Ungewöhnliches. Man feierte das Ceresfest, und die ganze Gesellschaft war wie gewöhnlich die Nacht über bei mir. Hier setzte mich Euxippens Benehmen in Verwunderung. Ihr höhnisches Gelächter mit Megaren und ihre Spöttereien verrieten mir ihre Feindschaft, und dann sang sie noch öffentlich Lieder auf den Geliebten, der mir untreu wurde. Das alles rührte mich noch nicht sehr. Schließlich aber vergaß sie allen Anstand und machte auf mich wegen der Schminke bissige Anspielungen. Ihre Sachen müssen wohl sehr schlecht stehen; es scheint, daß sie nicht einmal einen Spiegel besitzt. Denn wenn sie wüßte, daß ihre Gesichtsfarbe fast ockergelb ist, sie würde mich nicht beschuldigen, ich wäre ungestalt. Mein Kummer darüber ist nicht groß. Ich wünsche ja nur meinen Verehrern zu gefallen, nicht aber einer Megara oder Euxippe. Diese Affengesichter. Deinen ferneren Tadel zu vermeiden, das allein ist die Ursache meines Geständnisses. Keine Spöttereien, keine Beschimpfungen, nein, Streiche, die sie weit empfindlicher kränken werden, sollen mich rächen. Göttin der Rache, erfülle meine Wünsche!

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