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Die Hetärenbriefe des Alkiphron

Alkiphron: Die Hetärenbriefe des Alkiphron - Kapitel 31
Quellenangabe
typenarrative
authorAlkiphron
titleDie Hetärenbriefe des Alkiphron
publisherVerlag der Gesellschaft für graphische Industrie
editorFranz Blei
year1924
firstpub1924
illustratorJulius Zimpel
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created201309
projectidf1f06bf6
wgs9110
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Glycera an Bacchis

. Menander hat den Entschluß gefaßt, eine Reise nach Korinth zu machen, um den Isthmischen Spielen beizuwohnen. Meinen Beifall findet dieser Gedanke nicht. Dir ist es bekannt, was es heißt, solch zärtlicher Geliebten auch nur für kurze Zeit entbehren zu müssen. Aber ich hatte kein Recht, ihm davon abzuraten, da es nicht seine Gewohnheit ist, öfters zu reisen. Kann ich ihm zur Zeit seines Aufenthaltes dort meine Empfehlung geben, oder soll ich sie ihm versagen, da er wünscht, Du möchtest ihm gewogen sein? Sei versichert, das würde mir eine kleine Eifersucht von Deiner Seite zuziehen, ich kenne unser gegenseitiges Vertrauen. Ja, liebste Freundin, ich bin nicht Deinetwegen, sondern Menandern wegen in Unruhe, denn Deine Denkungsart ist für Deine Bestimmung zu edel. Seine verliebte Zärtlichkeit ist außergewöhnlich, und bei einer Bacchis vermag auch der ernsteste Mensch nicht gleichgültig bleiben. Die Mutmaßung ist daher wahrscheinlich, daß diese Reise nicht nur um mit Dir bekannt zu werden, als der Isthmischen Spiele wegen angestellt worden ist. Mißbilligst Du vielleicht meinen Verdacht? Verzeih, mein Schatz, meine Eifersucht, die uns Mädchen eigen ist. Es ist für mich keine Kleinigkeit, einen Liebhaber wie Menander zu verlieren. Sollte es zwischen ihm und mir zu einem Erkalten oder sonstigen Zwistigkeiten kommen, so müßte ich mir auf dem Schauplatze von Chremes oder Diphilus die bittersten Vorwürfe anzuhören gefallen lassen. Ich werde Dir unendlich dankbar sein wenn er mit denselben Gesinnungen in meine Arme zurückkommt, die er bei seiner Abreise hatte. Lebe wohl.

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