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Die Hetärenbriefe des Alkiphron

Alkiphron: Die Hetärenbriefe des Alkiphron - Kapitel 14
Quellenangabe
typenarrative
authorAlkiphron
titleDie Hetärenbriefe des Alkiphron
publisherVerlag der Gesellschaft für graphische Industrie
editorFranz Blei
year1924
firstpub1924
illustratorJulius Zimpel
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created201309
projectidf1f06bf6
wgs9110
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Nausibius an Prymnäus

. Es war mir unbekannt, wie sehr die reichen jungen Athener an der Wollust und den weichlichsten Vergnügen Geschmack finden: Als aber neulich Pamphilus und seine Freunde meinen Kahn mieteten, um bei stiller See herumzufahren und an dem Fange teilzunehmen, da lernte ich, welch ausgesuchte Ergötzungen sie sich auf dem Meere verschaffen können. Die hölzernen Sitzplätze in der Barke waren ihm zuwider, er machte sich also sein Lager auf einigen ausländischen Tapeten und Decken und versicherte, es wäre ihm unmöglich, wie der Pöbel auf bloßem Verdecke zu liegen. Wahrhaftig, er muß die Bretter für rauher als Stein halten! Darauf bat er uns, das Leinwandsegel des Schattens wegen aufzuspannen, weil ihm die Sonne schlechterdings unerträglich wäre. Unerträglich? Nicht bloß wir Fischer, sondern überhaupt alle Leute, die keine großen Reichtümer besitzen, wärmen sich mit großem Vergnügen an der Sonne, denn Meer und brennender Frost ist fast dasselbe. Doch Pamphilus fuhr nicht allein oder bloß in Gesellschaft seiner Freunde, eine Menge vorzüglich schöner Mädchen begleiteten sie, und eine jede verstand Musik zu spielen. Eine hieß Krumatiumo, die blies die Flöte, eine Erato, die beschäftigte sich mit der Harfe und eine andere, Crepis, ließ die Zimbeln tönen. Und so war denn mein Kahn ganz voll Musik; Gesänge und Vergnügen erfüllten das ganze Meer! Nur mir machte das keine Freude. Einige meiner Zunftgenossen, besonders der verdrießliche Glaukias, waren mir mit ihrem Neide beschwerlicher als ein Telchine. Doch die erfolgte gute Bezahlung heiterte mich wieder auf; ich liebe jetzt seine Lustbarkeiten, die er auf dem Schiffe veranstaltet, und wünsche, daß sich wieder so ein junger Mensch, der so freigebig und kostbar sich aufführt, bei mir einfindet.

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