Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Startseite    Genres    Neue Texte    Alle Autoren    Alle Werke    Lesetips    Shop    Information    Impressum
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Alkiphron >

Die Hetärenbriefe des Alkiphron

Alkiphron: Die Hetärenbriefe des Alkiphron - Kapitel 12
Quellenangabe
typenarrative
authorAlkiphron
titleDie Hetärenbriefe des Alkiphron
publisherVerlag der Gesellschaft für graphische Industrie
editorFranz Blei
year1924
firstpub1924
illustratorJulius Zimpel
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created201309
projectidf1f06bf6
wgs9110
Schließen

Navigation:
.

Cephalus an Pontius

. Du siehst es, das Meer hat bereits angefangen in Bewegung zu geraten; eine dichte Schwärze hat sich über den Himmel ausgebreitet, und von allen Seiten her ist alles mit Wolken überzogen. Die Winde stoßen mit Ungestüm zusammen, und drohen jeden Augenblick die See umzukehren; selbst die Delphinen künden einen nahen heftigen Sturm; sie hüpfen in die Höhe und schwimmen auf der Fläche des vollen Meeres leicht hinweg. Wie die Sternenkundigen sagen, soll der Stier am Himmel bald aufgehen. Leute, die vorsätzlich sich vor Gefahr schützen, überstehen sie auch meistens glücklich und sicher; doch gibt es andere, die sich freiwillig aus Verzweiflung den Wellen und ihr Steuerruder dem Schicksal überlassen. Daher hört man auch, daß einige an dem Maleischen Vorgebirge, andere in der Sizilischen Meerenge und wieder andere in dem Libyschen Meere, von den Wellen fortgerissen, gestrandet oder gesunken sind. Die Kapharische Küste ist bei einem gefährlichen Sturm nicht vorteilhafter für die Schiffe, und eben deshalb wollen wir auch an den Ufern dieses Vorgebirges herumfahren, sobald sich die ungestüme Flut gelegt hat und die Luft heiter geworden ist. Vielleicht treffen wir irgendwo den Überrest eines Schiffbruches, einen ausgeworfenen Körper an, laßt uns dessen Begräbnis besorgen. Nie bleiben Wohltaten unbelohnt, sollte auch schon auf die Handlung nicht sogleich die Vergeltung folgen. Der innere Beifall hat noch außer dem zu hoffenden Gewinn viele lebhafte Reize für das Herz, besonders wenn man diese Güte seinem verstorbenen Mitbürger erweist.

.
 << Kapitel 11  Kapitel 13 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.