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Die heiligen Reiher

Hilda Bergmann: Die heiligen Reiher - Kapitel 90
Quellenangabe
authorHilda Bergmann
titleDie heiligen Reiher
publisherKrystall-Verlag
printrunZweite Auflage
year1933
correctorreuters@abc.de
senderAdolf Weishäupl
created20180525
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Heut' fiel's wie eisernes Gewicht ...

Heut' fiel's wie eisernes Gewicht
mir schwer aufs Herz: »Du hörst mich nicht!«
Aber dem Wellengang der Zeit
webst du in der Unendlichkeit.
Wie dieses Himmels ehern Tor,
so bleibt verschlossen mir dein Ohr.
Aus eines fahlen Tages Licht
blickt fremd der Erde Angesicht,
dräuen die Berge, starrt der Wald
gespenstisch in das Wolkenkalt
und nirgends Sonne und kein Strahl,
kein Lächeln über meiner Qual.

Was bin ich dir? … Ein Vogelflug.
Ein Falkenruf. Ein Wolkenzug.
Huschendes Licht im Laubgezelt,
ein Schatten, der auf Blumen fällt,
ein Tropfen Tau auf nächt'ger Flur,
verwehter Schrei der Kreatur,
Sternschnuppe, deren kurze Pracht
ertrinkt im schwarzen Meer der Nacht.

Da bricht die Sonne jäh hervor
und meine Seele schluchzt empor:
Ein Streifen Blau, nicht größer noch
als meine Hand? … Du hörst mich doch!

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