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Die heiligen Reiher

Hilda Bergmann: Die heiligen Reiher - Kapitel 68
Quellenangabe
authorHilda Bergmann
titleDie heiligen Reiher
publisherKrystall-Verlag
printrunZweite Auflage
year1933
correctorreuters@abc.de
senderAdolf Weishäupl
created20180525
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Ich suchte dich in weihrauchblauen Reichen ...

Ich suchte dich in weihrauchblauen Reichen,
vor Marmorbildern und getürmten Steinen
und allerorten, wo nur deine Zeichen
und Spuren am Vergänglichen erscheinen.
Dich zu erfassen, sah ich auf zum dunkel
gewölbten Kuppelbau der Nacht, zur Herde
wandernder Sterne, deren Lichtgefunkel
sich schweigend auftut der entsonnten Erde.

Vor Tabernakeln und verhüllten Schreinen
und wo ein Mensch erhobne Hände faltet,
sucht' ich das Wesen, das entrückt dem Kleinen,
Beschränkten, Engen mit den Welten schaltet.
Doch was ich fand, war nun ein mattes Glänzen,
ein schwaches Licht, von irdischem Verstand
das Fließende in Formen und in Grenzen,
des Lebens Strom in ein Gefäß gebannt.

Urbild der Größe ! … Meine körperschwere,
gefangne Seele sucht dich überall:
Allein du wirkst in unsichtbarer Sphäre
und nur die Sehnsucht kommt in unser Tal.
Und deiner Herrlichkeiten ohne Ende
geheime Tore schließen fest sich zu.
Verzweifelt fast und die geballten Hände
zum Himmel schüttelnd, frag ich: »Wo bist du? …«

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