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Die heiligen Reiher

Hilda Bergmann: Die heiligen Reiher - Kapitel 61
Quellenangabe
authorHilda Bergmann
titleDie heiligen Reiher
publisherKrystall-Verlag
printrunZweite Auflage
year1933
correctorreuters@abc.de
senderAdolf Weishäupl
created20180525
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Begegnung der Masken

»Nimm endlich, Freund, die Maske vom Gesicht!
Bist du Mensch, Gott oder Tier? … Ich kenn' dich nicht.

Noch weiß ich nicht, ob, was die Hülle deckt,
mich überrascht, entzückt, enttäuscht, erschreckt.

Bist du in edle Form gegossner Geist?
Ein Irdischer, der weiß, was Leben heißt?

Ein Heiliger, der in Verzückung brennt?
Ein Büßer, welcher Schuld und Reue kennt?

Die Mönchskapuze schattet dein Gesicht
und eine Stirn, um die sich Lorbeer flicht.

Die Augen glühn mir dunkle Flammen zu:
Enthüll' dein Rätsel, Maske! … Wer bist du? …«

»Und nehm' ich auch die Larve vom Gesicht,
die Maske bleibt, mein Freund! … Du kennst mich nicht.

Und wendest du die Blätter alle um
im Bilderbuch des Lebens, sie sind stumm.

Mensch bleibt dem Menschen fremd und ewig fern,
so wie in ihren Sphären Stern dem Stern.

Doch eine Saite tönt, wenn man sie rührt:
Vom Flügelschlag des Genius geführt

ward ich in eine andre Welt entrückt
und hab' des Lorbeers bittres Laub gepflückt.

Ich weiß, auch ich, mein Freund, was Leben heißt:
Was lebt, das liebt … Ich bin Petrarcas Geist …«

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