Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Hilda Bergmann >

Die heiligen Reiher

Hilda Bergmann: Die heiligen Reiher - Kapitel 13
Quellenangabe
authorHilda Bergmann
titleDie heiligen Reiher
publisherKrystall-Verlag
printrunZweite Auflage
year1933
correctorreuters@abc.de
senderAdolf Weishäupl
created20180525
Schließen

Navigation:

Der Träumer

Die alten Fichten sehn mich lächelnd an,
der ich zu ihren Füßen, – halb verborgen
im hohen Riedgras, – alle meine Sorgen
hervorgeholt und ihnen aufgetan.
Dann läuten sie im leichten Abendwind
mit ihrem buschigen Gezweig und flüstern:

            »Was lässt du dir den frohen Sinn verdüstern
            und dich bekümmern, töricht Erdenkind?
            Tu' deine Seele auf und lass hinein
            das goldne Überfluten, Überquellen
            des Sommerabends! … Schaukle auf den Wellen
            von Licht und Schönheit durch das dunkle Sein.
            Gieße den Becher jeden Augenblick
            zum Überfließen voll mit lautrem Tranke:
            Das Leben leben, heiße dein Gedanke,
            und es erfüllen, werde dein Geschick.
            Dann nimmt es dich in seinen Mutterschoß
            und klärt der Unrast drängende Gewalten;
            das Ungestüm des Herzens wird gehalten
            und die Gedanken werden still und groß …«

Und meine kleinen Sorgen seh' ich fliehn.
Schon schweben sie als graue Wolkenlämmer
am hohen Himmel. Und im Abenddämmer
streck' ich erlöst mich auf die Erde hin.

 << Kapitel 12  Kapitel 14 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.