Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Hilda Bergmann >

Die heiligen Reiher

Hilda Bergmann: Die heiligen Reiher - Kapitel 105
Quellenangabe
authorHilda Bergmann
titleDie heiligen Reiher
publisherKrystall-Verlag
printrunZweite Auflage
year1933
correctorreuters@abc.de
senderAdolf Weishäupl
created20180525
Schließen

Navigation:

Gleich einer Treppe in Granit gehauen ...

Gleich einer Treppe in Granit gehauen,
so hast du uns das Leben hingestellt:
Gewaltig, ernst und drohend, dass uns Grauen
und Furcht und Schwindel plötzlich überfällt.
Und haben wir der hohen Stufen eine
erklommen und gedenken hier zu ruhn,
gespenstisch steht vor uns im Sternenscheine
die höh're auf und zwingt zu neuem Tun.

Der Pfad ist rau. In dichtem Nebelwallen
birgt wie das Ziel sich auch des Weges Frist.
Nichts als der eignen Stimme Widerhallen
durchbricht ein Schweigen, welches tödlich ist.
Der Blick hinunter bohrt sich in die Leere
des Abgrunds ein, daraus die Menschheit stieg,
den Blick nach oben und des Steigens Schwere
erleichtert nur die Hoffnung auf den Sieg.

Da ist nicht Rast im ebenen Gefilde,
Verharren in der Lust des weiten Blicks.
Dein Finger winkt dem irdischen Gebilde
und weist empor zur Höhe des Geschicks.
Zum Aufbruch rufst du mich aus dem Verweilen:
So will ich morgen, – ist es mir verliehn
und hilfst du meinem Fuß, sich zu beeilen, –
auf einer höhern Stufe vor dir knien ...

 

 << Kapitel 104 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.