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Die heiligen Reiher

Hilda Bergmann: Die heiligen Reiher - Kapitel 100
Quellenangabe
authorHilda Bergmann
titleDie heiligen Reiher
publisherKrystall-Verlag
printrunZweite Auflage
year1933
correctorreuters@abc.de
senderAdolf Weishäupl
created20180525
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Wie eine Frucht, die spät und langsam reift ...

Wie eine Frucht, die spät und langsam reift,
wie eine Frucht bin ich in deinen Händen.
Schon hat der Wind manch Blatt herabgestreift.
Der Gärtner aber lächelt, sieht, begreift
und lässt, was sich vollenden will, vollenden.

Der Gärtner liebt in seinem weiten Reich
das Spiel der Form, das Mancherlei der Arten.
Der Früchte viele sind in seinem Garten …
Er aber weiß, die einen reifen gleich
und auf die andern muss er lange warten.

Er nimmt der einen herbe Bitterkeit
gleichwie der andern aufgebrochne Süße
als einer Wesenheit verschiedne Grüße
und weiß, es rollen aus dem Baum der Zeit
die Früchte alle ihm einst vor die Füße.

Wie eine Frucht, die langsam nur und spät
zur Reife kommt, bin ich in deinen Händen.
So lasse, eh' der große Sturmwind weht,
lass reifen, was du einstens ausgesät,
und lass, was sich vollenden will, vollenden.

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