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Die Günderode

Bettina von Arnim: Die Günderode - Kapitel 19
Quellenangabe
typefiction
booktitleDie Günderode
authorBettine von Arnim
year1983
publisherInsel Verlag
addressFrankfurt am Main
isbn3-458-32402-X
titleDie Günderode
pages5-522
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1840
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An die Bettine

Dein Brief macht mir Freude; es ist ein gesundes, munteres Leben darin, das ich immer lieb in Dir gehabt habe. Du führst eine Sprache, die man Stil nennen könnte, wenn sie nicht gegen allen herkömmlichen Takt wär. Poesie ist immer echter Stil, da sie nur in harmonischen Wellen dem Geist entströmt; was dessen unwürdig ist, dürfte gar nicht gedacht werden, oder vielmehr darf alles Ereignis den Geist nur poetisch berühren, sonst leidet er Abbruch, wie ich das heute morgen habe erfahren müssen, wo mir von Hanau eine veraltete Familien-Schuhmacher-Rechnung von 17 Flr. zugeschickt wurde, die ich nicht bezahlen kann; meine Verlegenheit poetisch aufzulösen, schicke ich Dir den kleinen Apoll als Geisel samt Türkheims ›Lorbeerkranz‹; gib mir das Geld.

Wenn Du einige Stunden in der Geschichte genommen hast, so schreibe doch darüber; besonders in welcher Art Dein Lehrmeister unterrichtet und ob Du auch rechte Freude dran hast. – An dem Märchen hab ich die Zeit sehr fleißig geschrieben, aber etwas so Leichtes, Buntes, wie mein erster Plan war, kann ich wohl jetzt nicht hervorbringen; es ist mir oft schwer zumut, und ich habe nicht rechte Gewalt über diese Stimmung.

Grüße den Clemens, wenn Du schreibst; ich denke daran, ihm zu schreiben, und warte nur den Moment ab, wo mir's wieder leichter ist, damit ich ihm mit gutem Gewissen seinen Unmut und seine Launen vorwerfen kann.

Karoline

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