Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Startseite    Genres    Neue Texte    Alle Autoren    Alle Werke    Lesetips    Shop    Information    Impressum
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Georg Ebers >

Die Geschichte meines Lebens

Georg Ebers: Die Geschichte meines Lebens - Kapitel 1
Quellenangabe
typefiction
authorGeorg Ebers
titleDie Geschichte meines Lebens
publisherDeutsche Verlags-Anstalt
addressStuttgart und Berlin
seriesAusgewählte Werke
volumeZehnter Band
year
firstpub
correctorhille@abc.de
senderwww.gaga.net
created20100401
projectida53e036e
Schließen

Navigation:

Die Kinderjahre bis zur Revolution 1848

Rückblicke

In Berlin bin ich geboren und doch auf dem Lande. Es ist freilich neunundfünfzig Jahre her; denn es geschah am 1. März 1837, und damals gehörte zu dem Anwesen, Tiergartenstraße Nr. 4. auf dem ich die ersten Kindheitsjahre verschlief und verspielte, außer Feld und Wiese, Obstgarten und dichtem Buschwerk auch ein kleiner Berg und Teich. Im Pferdestalle standen die drei großen Rappen der Wirtin an der Krippe, und das Gebrüll einer Kuh, das den Berliner Kindern sonst lange fremd bleibt, mischte sich in meine frühesten Erinnerungen.

Die Tiergartenstraße, auf der sich schon damals an sonnigen Mittagen eine Menge von Spaziergängern zu Fuß, im Wagen und hoch zu Roß auf und nieder bewegte, begrenzte dies umfangreiche Grundstück an der Vorderseite; nach hinten aber fand es den Abschluß durch ein Wasser, das damals »der Schafgraben« hieß und trotz des Entenlaiches, der es mit dunkelgrünen Pflanzengeweben bedeckte, zu Gondelfahrten auf leichten Booten benutzt wurde.

Heute faßt ein sorgfältig gefügtes Gemäuer die Ufer dieses Grabens ein; er selbst aber verwandelte sich in den wasserreichen Kanal, an dem sich die stattliche Häuserreihe der Königin- Augusta-Straße hinzieht, und den zahlreiche schwerbeladene Lastschiffe – »Zillen« nennt sie der Berliner – befahren.

Auf dem Grundstücke, das der Schauplatz meiner Kindheit war, steht schon lange die Matthäikirche, die hübsche Straße, die ihren Namen trägt, und ein Teil der Königin-Augusta-Straße. Trotzdem umgibt das Haus, das wir bewohnten, und seinen größeren Nachbar immer noch ein schöner Garten.

Das war ein Eden für heranwachsende Stadtkinder, und die Mutter hatte es gewählt, weil sie darin ihren Kleinen die Paradiesesströme der Gesundheit und freien Bewegung entgegenfließen sah.

Am 14. Februar 1837 war mein Vater gestorben, und am 1. März des nämlichen Jahres kam ich, vierzehn Tage nach dem Tode des Mannes zur Welt, in dem der Mutter zugleich mit dem Gatten auch der Geliebte entrissen worden war. So bin ich denn, was man einen »Posthumus« oder Nachgeborenen nennt. Das ist sicherlich traurig; aber gab es auch, besonders in späteren Jahren, manche Stunde, in der mich nach dem Vater verlangte, so wollte es mir doch oft schön und dankenswert erscheinen, vom ersten Augenblicke an mit einer der freundlichsten Aufgaben, der des Tröstens und Tränentrocknens, betraut gewesen zu sein.

Einer Mutter Herzeleide war es ja, der ich in der schwersten Zeit des Lebens geschenkt worden war, und trotz meines grauen Haares hab' ich der glückseligen Augenblicke nicht vergessen, in denen die teure Frau den vaterlosen kleinen Nachgeborenen herzte und ihn unter anderen Schmeichelnamen ihr »Trostkind« nannte.

Sie sagte mir auch, daß Nachgeborene Glückskinder wären, und suchte mich früh in ihrer liebreich sinnigen Weise mit dem Gedanken zu befreunden, daß der liebe Gott sich der Kinder ganz besonders annehme, denen er schon vor der Geburt den Vater genommen. Diese Zuversicht begleitete mich dann auch freundlich durch das fernere Leben.

Es ist mir, wie gesagt, erst spät bewußt geworden, daß mir etwas und noch dazu etwas so Großes mangelte wie die treue Liebe und Sorge eines Vaters, und als das Leben auch mir ein ernstes Gesicht zeigte und Schweres zu überwinden aufgab, stärkte mir die frohe Zuversicht, ein Glückskind zu sein, so kräftig den Mut wie anderen Größeren der zuversichtliche Glaube an ihren »Stern«. Als endlich die Zeit kam, in der es mich drängte, dem, was mir die Seele bewegte, in Versen Ausdruck zu geben, da faßte ich die mütterliche Verheißung in dem Sprüchlein zusammen:

»Wer nach des Vaters Tod geboren.
Der ist zum Glückskind auserkoren;
Der Herrgott selbst im Himmel helle
Vertritt bei ihm die Vaterstelle.«

Man sagte mir oft, ich sei als der Jüngste, als das Nesthäkchen, »der Verzug« der Mutter gewesen; doch wenn etwas mich verdorben hat, das war es gewiß nicht! Zu viel Liebe ist ja noch keinem Kinde von seiten einer verständigen Mutter zuteil geworden, und, gottlob, das war die meine!

Das Schicksal hatte sie berufen, mir und meinen vier Geschwistern – ein Brüderchen, ihr zweites Kind, war als Säugling gestorben – Vater und Mutter zugleich zu sein, und sie zeigte sich dieser Aufgabe gewachsen. Was etwa Gutes an uns war und ist, das danken wir ihr, und ihr Einfluß auf uns alle und besonders auf mich, dem es auch später vergönnt sein sollte, am längsten in enger Vereinigung mit ihr zu leben, war ein so großer und entscheidender, daß Fernerstehende diese Erzählungen aus meiner Jugendzeit nur halb verstehen würden, wenn ich nicht länger bei ihr verweilte.

Für die Kinder, die Geschwister und die meinem Hause nahestehenden Lieben sind diese Aufzeichnungen zunächst bestimmt, doch sehe ich keinen Grund, sie nicht auch weiteren Kreisen zugänglich zu machen. An Mahnungen der Freunde, sie niederzuschreiben, fehlte es nicht, und viele von denen, die mir willig zuhören, wenn ich Geschichten erzähle, werden wohl auch gern etwas Näheres über den Lebenslauf des Fabulanten erfahren, der freilich bei diesen Aufzeichnungen der Einbildungskraft Schweigen aufzuerlegen und sich streng an den Wahlspruch seiner späteren Jahre, »wahrhaftig sein in Liebe«, zu halten gedenkt.

Das »Wahrsein« soll sich vorzüglich auf alles beziehen, was das eigene Dasein des Erzählers betrifft, das »in Liebe« den Menschen zugute kommen, mit denen ihn die weniger an seltsamen Schicksalen als an Erfahrungen, Eindrücken und Begegnungen reiche Bahn seines Lebens zusammenführte.

Das Bildnis der Mutter als junge Frau begleitet diese Blätter und soll mich der Aufgabe entheben, ihr Aussehen zu schildern. Es wurde dem lebensgroßen Schadowschen Porträt nachgebildet, das dieser kurz vor seiner Berufung zum Direktor der Düsseldorfer Kunstakademie für den jungen Gatten vollendete, und das sich im Besitz meines ältesten Bruders, Dr. Martin Ebers in Berlin, befindet. Es fehlen unserer Nachbildung leider die Farben, und die Gewandung auf dem Original, das die ganze Figur zeigt, bestätigt die Erfahrung, wie mißlich es ist, auf einem auch für spätere Geschlechter bestimmten Bildnisse die Mode des Tages treu wiederzugeben. Es hat mich nie völlig befriedigt; denn es gibt das, was uns an der Mutter besonders wert war und ihr einen so großen Zauber verlieh, nur ganz ungenügend wieder: die weibliche Anmut und die Seelenwärme, die ihr so freundlich und herzgewinnend aus den milden blauen Augen schaute.

Jeder mußte sie schön nennen; für mich aber war sie die schönste und zugleich die beste der Frauen, und wenn ich den kranken Stephanus in meinem » Homo sum« sagen lasse: »Für jedes Kind ist seine Mutter die beste Mutter,« so war es für mich sicherlich die meine. Es hob mir auch das Herz, wenn ich sah, wie alle Welt diese Wertschätzung teilte. Bei meiner Geburt zählte sie fünfunddreißig Jahre und stand, wie ich von manchen älteren Bekannten hörte, in der Blüte der Schönheit.

Mein Vater hatte zu den Berliner Herren gehört, deren Opferfreudigkeit und Kunstsinn das Königsstädter Theater seine Blüte verdankte, und so war er mit Karl von Holtei, der für diese Bühne teils als dramatischer Schriftsteller, teils als Schauspieler wirkte, in nahe freundschaftliche Beziehungen getreten. Wie ich dann als junger Gelehrter dem greisen Dichter im Namen der Mutter etwas mitgeteilt hatte, das ihm Vergnügen bereiten mußte, fand ich in seiner Antwort auf meine Frage, ob er, Holtei, sich der Mutter noch erinnere, eine lebhafte Bejahung.

»Wie dankbar bin ich Ihrer vortrefflichen Mutter,« heißt es in diesem Briefe, Aufbewahrt in der Autographensammlung meiner ältesten Tochter, der Frau Professor Freifrau von der Ropp in Marburg. »Sie zum Schreiben angeregt zu haben. Nur der Eingang Ihrer Zeilen, als könnte ich vergessen haben, den muß ich mit Protest von mir weisen. Ich die schöne, milde, kluge, charakterfeste Frau vergessen, die (um Shakespeares Worte zu gebrauchen) damals ankam in Pomp, geschmückt wie der holde Mai, und gleich bei ihrem Eintritt ins neue Leben von den härtesten Schlägen getroffen, jede Prüfung des Schicksals glorreich bestand, um aus der lieblichsten Braut die edelste Gattin, die sorgsamste Mutter, die bewunderungswürdigste Witwe und treueste Mutter zu werden? Nein, mein junger unbekannter Freund, ich habe mir viel zuschulden kommen lassen, habe aus den Kämpfen eines zerrissenen Daseins ein halb zerrissenes Herz gebracht, aber so weit ist es doch nicht mit mir gediehen, daß ich Fanny Ebers aufgehört hätte in diesem Herzen zu tragen, neben den frömmsten und heiligsten Erinnerungen meiner wirren Laufbahn. Wie oft erscheint ihr liebes Bild vor mir, wenn ich in einsamer Dämmerstunde die Vergangenheit an mir vorüberziehen lasse.«

Ja, das Schicksal hatte der Mutter früh Gelegenheit geboten, sich zu bewähren! Die Stadt, wo sie so kurz vor meiner Geburt Witwe wurde, war nicht ihre Heimat. Der Vater hatte sie als Jüngling, dem kaum der Bart keimte, in Holland gefunden. Den Brief, in dem er den Seinen erklärte, daß er entschlossen sei, nicht von der Erwählten seines Herzens zu lassen, meinte man in Berlin nicht ernst nehmen zu sollen; als aber der Liebende mit seltener Festigkeit auf seinem Entschluß beharrte, wurde man besorgt. Der neunzehnjährige älteste Sohn eines der begütertsten Häuser der Stadt wollte sich für das Leben binden und noch dazu mit einer Ausländerin, die man nicht kannte.

Die Mutter erzählte uns oft, daß auch ihr Vater sich geweigert habe, den überjungen Freier sogleich zu erhören, und wie in jener Zeit der Kämpfe, während sie sich mit den Ihren in Scheveningen befand, dort eines Tages ein vierspänniger Reisewagen vor dem einfachen Strandhause ihrer Eltern gehalten habe. Auf dem Dienersitz hatte ein Kurier und eine Zofe gesessen, die einen Käfig mit dem Papagei Koko, dessen Bekanntschaft zu machen mir noch vergönnt war, auf dem Schoße hielt. Endlich war der Kutsche die künftige Schwiegermutter entstiegen. Sie war gekommen, um das Wunder zu sehen, von dem der Sohn so begeistert geschrieben hatte, und sich zu überzeugen, ob es möglich sei, dem Drängen des Knaben nachzugeben, einen eigenen Hausstand zu begründen. Und sie fand es möglich; denn die seltene Schönheit und Anmut des Mädchens gewannen schnell das Herz der besorgten Frau, die eigentlich gekommen war, um die Liebenden zu trennen. Freilich wurde ihnen auferlegt, sich noch mehrere Jahre zu gedulden, um die Festigkeit ihres Liebesbundes zu prüfen. Doch sie hielten stand, und der junge Verlobte, der nach Bordeaux geschickt worden war, um in einem dortigen Handelshause sich die Fähigkeit zu erwerben, das väterliche Bankiergeschäft zu übernehmen, ließ sich keinen Augenblick irre machen, als seine schöne Braut an den Blattern erkrankte und ihm schrieb, daß ihr glattes Gesicht wahrscheinlich von der tückischen Krankheit entstellt werden würde, sondern antwortete, was er an ihr liebe, sei nicht nur ihre Schönheit, sondern weit mehr noch die Reinheit und Güte ihres warmen Herzens.

Das war ein schweres Probestück gewesen, und es sollte belohnt werden; denn auch nicht die kleinste Narbe gab später von der überstandenen Krankheit Kunde.

Als der Vater endlich die Mutter zu der Seinen gemacht hatte, sagte ihm der Bürgermeister ihrer Heimatstadt, er übergebe ihm die Perle von Rotterdam. Kurierpferde führten das junge Paar beim schönsten Wetter im offenen Wagen der fernen preußischen Hauptstadt entgegen. Es muß eine wonnige Fahrt gewesen sein; doch als die Pferde in Potsdam gewechselt wurden, empfingen die Neuvermählten die Nachricht, daß der Vater des Gatten gestorben.

So nahm denn ein Trauerhaus die Eltern auf. – Die Mutter war damals des Deutschen nur so weit mächtig, wie sie es dem Bräutigam zuliebe in fleißig benutzten Lehrstunden erlernt hatte. Zudem besaß sie in Berlin keinen einzigen Freund oder Verwandten ihres väterlichen Hauses. Dennoch wurde sie bald daselbst heimisch. Sie liebte den Vater, der Himmel schenkte ihr Kinder, und ihre seltene Schönheit, die Anmut und Empfänglichkeit ihres Geistes öffneten ihr schnell alle Herzen weit über den reichen Verwandtenkreis des Gatten hinaus.

Es gehörte zu ihm manches Haus, in dem alles verkehrte, was in dem damaligen Berlin durch wissenschaftliche oder künstlerische Leistungen oder durch großen Besitz Anspruch auf Bedeutung hatte, und die »schöne Holländerin«, wie die Mutter damals genannt wurde, war eine der am lebhaftesten gefeierten Frauen.

In dieser Zeit hatte Holtei sie kennen gelernt, und es war eine Freude, sie von jenen buntbewegten Tagen erzählen zu hören. Wie oft hatte A. von Humboldt, hatte Rauch oder Schleiermacher sie zu Tische geführt. Hegel hatte sich ein angeschwärztes Geldstück aufgehoben, das er ihr beim Whist abgewonnen. Wenn er sich von neuem mit ihr zum Kartenspiel setzte, zog er es gern hervor und sagte, indem er es der Partnerin zeigte: »Mein Taler, schöne Frau.«

Doch dergleichen Begegnungen hörten auch später nicht auf, und während der ganzen Knabenzeit lauschten wir aufmerksam, wenn die Mutter uns von den berühmten Männern erzählte, denen sie in der Gesellschaft begegnet war.

Der Festzeit an der Seite des Vaters hatte die Mutter, gefeiert, bewundert, als gastfreie Wirtin gebend, bei den Freunden empfangend, sich daseinsfroh gefreut, und sie dachte gern an sie.

Kurze Zeit vor meinem Eintritt in die Welt war indes dies glänzende, an Genüssen jeder Art überreiche Leben unterbrochen worden. Der geliebte Gatte hatte die Augen geschlossen, und der große Reichtum unseres Hauses sich beträchtlich gemindert.

Wohl war nach der Auflösung des großväterlichen und väterlichen Bankiergeschäftes und der vom Vater angelegten Porzellanfabrik, deren künstlerische Bestrebungen große Summen verschlungen haben müssen, genug übrig geblieben, um der Mutter zu gestatten, sorglos und bequem weiterzuleben und ihren Kindern die beste Erziehung zu geben; wohl konnte für jeden von uns fünf Unmündigen auf dem Vormundschaftsgericht ein Vermögen niedergelegt werden, das den Knaben ermöglichte, was es auch sei, zu beginnen, und den Mädchen in Aussicht stellte, auch wenn sie unverheiratet blieben, in aller Unabhängigkeit den Lebensgang zu vollenden; wohl hatten wir noch – leider nicht mehr in Berlin, sondern in Dresden – eine begüterte Großmutter; mit dem übergroßen Reichtum der früheren Jahre war es indessen vorbei.

Einen Glückswechsel nennt das Volk solche Änderung der äußeren Lage, und das Wort ist bezeichnend, denn das Leben gewinnt durch sie eine neue Gestalt. Doch die wahre Glückseligkeit wird durch sie weit häufiger gesteigert als vermindert, wenn sie nur nicht die Sorge um das tägliche Brot in sich schließt. Davon war die äußere Lage meiner Mutter allerdings recht weit entfernt; doch besaß sie Eigenschaften, die sie sicher befähigt hätten, auch in bescheideneren Verhältnissen den Frohmut zu bewahren und sich mit ihren Kindern tapfer durchs Leben zu kämpfen. Das blieb ihr erspart, aber sie hat mir und den Geschwistern bei mehr als einer Gelegenheit bekannt, daß sie bald zur Einsicht gelangt sei, die Verringerung des früheren großen Überflusses würde für unser wahres Wohlergehen eher fördersam als hinderlich sein.

Gleich ihren Brüdern, die fast alle tüchtige Beamte, meist im holländischen Kolonialdienste, geworden waren, stellte die Witwe sich vor, sollten auch ihre Söhne durch eigenen Fleiß vorwärts kommen. Dazu brachten die neuen Verhältnisse die Witwe den Menschen näher, an die sie sich durch Neigung und Wahl vielleicht noch enger geschlossen hatte als an die Familie des Vaters, ich meine den Kreis von Gelehrten und Staatsbeamten, der dann auch das Milieu wurde, in dem wir, ihre Kinder, erwuchsen, und dessen ich zu gedenken habe.

Übrigens bewahrten die Verwandten auch nach dem Tode des Vaters der Mutter, die auch ihrerseits vielen von ihnen herzlich zugetan war, die alte Liebe und nötigten sie, an der Geselligkeit ihres Hauses teilzunehmen. Auch ich hatte schon als Kind, aber weit mehr noch in späteren Jahren, besonders der Beerschen Familie manche schöne Stunde und unvergeßliche Begegnung zu danken. Von ganzem Herzen lieb blieb uns der Vetter des Vaters, Moritz von Oppenfeld, dessen Gattin eine geborene Ebers gewesen war. Er bewohnte das Hotel der französischen Gesandtschaft auf dem Pariser Platz, das ihm gehörte, und in seinen weiten Parterreräumen und auch sonst wußte seine Liebe und Herzensgüte ungezählte Freuden in unser ganzes Leben zu flechten. Die Eltern unseres Vetters, des Kriminalisten Karl Ebers, waren schon gestorben, als ich zur Welt kam, und Eduard, der jüngere Bruder unseres Vaters, lebte bald in Dresden, bald in Wien.

 Kapitel 2 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.