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Die Geschichte des Diethelm von Buchenberg

Berthold Auerbach: Die Geschichte des Diethelm von Buchenberg - Kapitel 1
Quellenangabe
typefiction
authorBerthold Auerbach
titleDie Geschichte des Diethelm von Buchenberg
publisherGesellschaft für Literatur Leuchtfeuer-Verlag Hamburg
year1925
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
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Vorwort

In Nordstetten, einem kleinen Gebirgsdorf, wurde Berthold Auerbach am 18. Februar 1812 geboren. Als Jude wuchs er hier mitten im katholischen Milieu auf als der Sohn eines Händlers unter einer fast ausschließlichen Bauernbevölkerung. Wegen burschenschaftlicher Umtriebe wurde er von der Universität Tübingen aus nach Hohenasperg gefangen gesetzt. Die Rabbinerlaufbahn wurde ihm dadurch versperrt, und er widmete sich daher nun dem Geschichte- und Literaturstudium, schrieb das Werk »Friedrich der Große« und eine polemische Schrift »Das Judentum und die neueste Literatur« sowie einen biographischen Roman »Spinoza, ein Denkerleben«.

Sein Bestes aber gab er in den Dorf- und Bauerngeschichten, deren erste Bände 1843 vorlagen.

Im dritten Band erschien dann sein unbestrittenes Meisterstück »Die Geschichte des Diethelm von Buchenberg«. – Der reiche Bauer, der durch seine Spekulationssucht in Schulden gerät und geradezu einem inneren Zwang folgend mit unbedingter Sicherheit dem moralischen Zusammenbruch entgegensteuert. Diethelm wird zum Mordbrenner und Meineidigen, bis er endlich unter der furchtbaren Last des schlechten Gewissens zusammenbricht und sich selbst entleibt. – Die einzelnen Szenen sind außerordentlich plastisch gezeichnet und tief ergreifend. Trotz aller bösen Regungen und Taten Diethelms wird man nicht frei von einer Art Mitgefühl und Teilnahme. Das Allgemeingültige in der Zeichnung der Menschen macht dies reifste Werk Auerbachs zu dem was es ist, zu einer Perle der Heimatdichtung.

Berthold Auerbach wurzelte tief im Boden seiner geliebten Heimat. 1870 zeigte er sich als warm empfindender Patriot in seinen vaterländischen Flugschriften, und in dem Roman »Waldfried« zeichnete er die Entwicklung seines Vaterlandes. – Trotzdem wurde sein Judentum ihm gewissermaßen zum Schicksal: Durch die Haft in Hohenasperg war er zur Rabbinatsprüfung nicht mehr zugelassen, seine erste Frau, Auguste Schreiber, fiel den Heidelberger Judenkrawallen zum Opfer, und er selbst brach, als der neu entfachte Antisemitismus sich regte, zusammen unter dem Schmerzensruf: »Vergebens gelebt und gearbeitet«. Er konnte nicht Fremder sein in dem Volk, dem alle seine Liebe und Verehrung zeitlebens gehört hatte. Am 8. Februar 1882 starb er am Mittelmeer. Seine Dorfgeschichten werden seinen Namen in der Literatur erhalten, ist doch sein »Barfüßele« in der Malerei und Plastik zu farbigem Leben erwacht und in der ganzen Welt berühmt geworden.

September 1923

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