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Publius Cornelius Tacitus: Die Germania - Kapitel 30
Quellenangabe
typetractate
booktitleDie Germania
authorC. Cornelius Tacitus
translatorAdolf Bacmeister
year1868
firstpub1868
publisherVerlag von Paul Neff
addressStuttgart
isbn
titleDie Germania
pages72
created20091205
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Chatten.

Weiter nördlich wohnen die Chatten. Ihre Heimat zieht sich vom hercynischen Gebirg aus, nicht so flach und sumpfig wie andere Länder der germanischen Ebene; die Höhen verlieren sich nur allmählich und das hercynische Gebirge gibt seinen Chatten das Geleite bis in die Niederung herab.

Ein abgehärteter Menschenschlag, gedrungener Gliederbau, ein drohender Blick, energischer Muth und ein für germanisches Wesen nicht gewöhnlicher klug berechnender Sinn. Der Chatte weiß die rechten Männer als Führer zu wählen und diesen Führern zu gehorchen; er kennt Reihen und Glieder, versteht den Augenblick zu erspähen, mit einem Angriff zurückzuhalten, am Tage Disciplin zu beobachten, in der Nacht sich zu verschanzen; er kennt des Glückes Unbestand, den sichern Werth der Tapferkeit, und – das seltenste von allem, sonst nur als Vorrecht römischer Kriegsbildung anerkannt – der Heerführer gilt ihm mehr als das Heer. Die ganze Stärke liegt im Fußvolk und dieses trägt außer den Waffen auch Schanzzeug und Lebensmittel. Andere Stämme sieht man zur Schlacht ausziehen, die Chatten in den Krieg; bloßer Streifzug und planloses Gefecht ist seltene Ausnahme. Eine Reitermacht freilich hat den Vortheil entweder der raschen siegenden Entscheidung oder des ebenso raschen Rückzugs; Schnelligkeit ist die Schwester der Furcht, langsames Handeln hängt zusammen mit ernster Besonnenheit.

Caput XXX.

Ultra hos Chatti initium sedis ab Hercynio saltu inchoant, non ita effusis ac palustribus locis, ut ceterae civitates in quas Germania patescit, durant; siquidem colles paulatim rarescunt, et Chattos suos saltus Hercynius prosequitur simul atque deponit. Duriora genti corpora, stricti artus, minax vultus et maior animi vigor, multum ut inter Germanos rationis ac solertiae: praeponere electos, audire praepositos, nosse ordines, intellegere occasiones, differre impetus, disponere diem, vallare noctem, fortunam inter dubia, virtutem inter certa numerare, quodque rarissimum nec nisi Romanae disciplinae concessum, plus reponere in duce quam in exercitu. Omne robur in pedite, quem super arma ferramentis quoque et copiis onerant; alios ad praelium ire videas, Chattos ad bellum. Rari excursus et fortuita pugna; equestrium sane virium id proprium, cito parare victoriam, cito cedere; velocitas iuxta formidinem, cunctatio propior constantiae est.

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