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Publius Cornelius Tacitus: Die Germania - Kapitel 14
Quellenangabe
typetractate
booktitleDie Germania
authorC. Cornelius Tacitus
translatorAdolf Bacmeister
year1868
firstpub1868
publisherVerlag von Paul Neff
addressStuttgart
isbn
titleDie Germania
pages72
created20091205
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Im Krieg.

Einmal aber im Gemenge der Schlacht ist es eine Schmach für den Führer, sich an Tapferkeit übertreffen zu lassen, eine Schmach dem Gefolge, hinter des Führers Tapferkeit zurückzubleiben; vollends aber fürs ganze Leben entehrende Schande, wenn einer, dem der Führer gefallen, lebend aus dem Kampfe weicht. Den Herrn zu schirmen und zu wahren, ja die eigene Heldenthat der Verherrlichung des Häuptlings zu opfern – das ist erste heilige Kriegerpflicht. Der Herr kämpft um den Sieg, die Mannen um ihren Herrn.

Wenn das eigene Heimatland in allzulangem Frieden brach und müßig liegt, so zieht gar oft die adeliche Jugend hinaus nach einem fremden Lande dessen Volk gerade Krieg führt. Ein ruhiges Leben behagt dem Germanen nicht, der Ruhm gedeiht besser unter Kampf und Gefahr, und auch jene großen Gefolgschaften kann nur Gewalt und Krieg zusammenhalten. Die Freigebigkeit des Häuptlings ist es, welche jene germanischen Schlachtrosse, jene blutigen siegreichen Speere ins Feld treibt.

Den Sold nemlich ersetzen diesen Gefolgschaften Schmausereien und reiche, wenn auch ungeschlachte Gelage, und zu solchem Aufwand muß Krieg und Raub die Mittel schaffen. Seinen Boden zu pflügen, den Ertrag des Jahres abzuwarten – dazu möchte der Germane sich schwerer entschließen als den Feind zu fordern und sich Wunden zu holen. Faulheit, ja Feigheit heißt es bei ihm, wer im Schweiß seines Angesichtes sich erwirbt, was er mit seinem Blute gewinnen kann.

Caput XIV.

Cum ventum in aciem, turpe principi virtute vinci, turpe comitatui virtutem principis non adaequare; iam vero infame in omnem vitam ac probrosum superstitem principi suo ex acie recessisse. Illum defendere, tueri, sua quoque fortia facta gloriae eius assignare praecipuum sacramentum est; principes pro victoria pugnant, comites pro principe. Si civitas in qua orti sunt longa pace et otio torpeat, plerique nobilium adulescentium petunt ultro eas nationes, quae tum bellum aliquod gerunt, quia et ingrata genti quies, et facilius inter ancipitia clarescunt, magnumque comitatum non nisi vi belloque tueare. Exigunt enim principis sui liberalitate illum bellatorem equum, illam cruentam victricemque frameam. Nam epulae et, quamquam incompti, largi tamen apparatus pro stipendio cedunt; materia munificentiae per bella et raptus. Nec arare terram aut expectare annum tam facile persuaseris quam vocare hostem et volnera mereri; pigrum quin immo et iners videtur sudore acquirere, quod possis sanguine parare.

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