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Die geflügelte Erde

Max Dauthendey: Die geflügelte Erde - Kapitel 9
Quellenangabe
typepoem
authorMax Dauthenday
titleDie geflügelte Erde
publisherAlbert Langen
printrunDrittes bis fünftes Tausend = Zweite Auflage, 1922
editorbruce.welch@gmx.de
year1922
firstpub1910
correctorreuters@abc.de
senderbruce.welch@gmx.de
created20130726
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In der Schiffskabine

Ich saß in meiner Schiffskabine, die mit dem runden Fensterglas hinsah auf Meer und Wolkenstraß',
Und kaum im Traum ich die Sehnsucht vergaß.
Das Schiff glitt schmiegsam, wie auf Daunen, umgeben von der Wellen Launen.
Die Wellen rüttelten, wie Hände, von draußen an die Bohlenwände,
Das Schiff, es knisterte gepreßt und schnitt doch fest,
Als ob man ein Messer am Griffe führt, durch Wassergassen, deren Massen,
Man drinnen noch als Alpdruck spürt.
Ich horchte nächtlich noch aufs Meer, als ob es der Liebe Untiefe wär'.
Das Meer, das ein Brausen vollführt, wie wenn des Blutes Sausen im Leib
Gar stürmisch sich ein Weib erkürt.

 

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