Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Max Dauthendey >

Die geflügelte Erde

Max Dauthendey: Die geflügelte Erde - Kapitel 88
Quellenangabe
typepoem
authorMax Dauthenday
titleDie geflügelte Erde
publisherAlbert Langen
printrunDrittes bis fünftes Tausend = Zweite Auflage, 1922
editorbruce.welch@gmx.de
year1922
firstpub1910
correctorreuters@abc.de
senderbruce.welch@gmx.de
created20130726
Schließen

Navigation:

Die Tanzpause

Vom langen Schauen wußt' ich kaum, wo ich mich wiederfand.
So oft dann eine Pause in dem Tanz entstand,
Reichte die Tänzerin mir von der Bühne Rand bettelnd die ärmlich schmale Hand.
Ich gab ihr jede silberne Rupie, die sich in meiner Tasche fand.
Mit ihrem raschen Haschen nach dem Geld entband sie mich von dem Gequäle und dem Bann,
Den jedes schöne Weib mit Leib und Leidenschaft ausübt auf einen Mann,
Der sich nicht trennen kann im Geist vom Bild der Liebsten, das stets mit ihm reist.
Dann fing der Tanz von neuem an. Man sagte mir,
Die Kulis freuen sich bis zu dem nächsten Morgenrot daran.
Als ich nach Mitternacht mich aufgemacht und das Theater dann verließ,
Stieß ich mich wie aus einem weltvergessenen Land, wo alles Blut andächtig stille stand,
Und wo die Heiligkeit der Leidenschaft mich mit dem letzten Kuli noch verband.

 

 << Kapitel 87  Kapitel 89 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.