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Die geflügelte Erde

Max Dauthendey: Die geflügelte Erde - Kapitel 78
Quellenangabe
typepoem
authorMax Dauthenday
titleDie geflügelte Erde
publisherAlbert Langen
printrunDrittes bis fünftes Tausend = Zweite Auflage, 1922
editorbruce.welch@gmx.de
year1922
firstpub1910
correctorreuters@abc.de
senderbruce.welch@gmx.de
created20130726
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Götteraugen und Menschenaugen

»Darin die Augen aller Götter sich von den Menschenaugen unterscheiden:
Die Menschen haben Tränendrüsen und Tränensäcke in den Augen beiden,
Die Götter aber niemals leiden und niemals büßen, und ihre Augen sich, wie Edelsteine, am Lichte weiden.
Daß wir das Büßen meiden lernen, tanzen die Götter vor uns auf geschulten Füßen,
Lächeln, tanzen und wollen weise Heiterkeit in unser Blut einpflanzen.«
Die Rede gab mir ein, wie ich vor jenen Felsenbildern stand, ein jeder Göttermund aus Stein.
Sie tanzten ohne Flügel, ohne Schwingen, und meinem Herzen gingen gar fröhlich alle Atemzüge aus und ein.
Wohl mußte ich auch hier zur Seite stehn und war, wie stets, ich weiß nicht wo;
Ich ließ die Götter gern an allen Wänden mit achtundsechzig Händen und mit Beinen tanzen,
Machten sie doch im Großen und im Ganzen mich schon beim Hinsehn froh.

 

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