Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Max Dauthendey >

Die geflügelte Erde

Max Dauthendey: Die geflügelte Erde - Kapitel 60
Quellenangabe
typepoem
authorMax Dauthenday
titleDie geflügelte Erde
publisherAlbert Langen
printrunDrittes bis fünftes Tausend = Zweite Auflage, 1922
editorbruce.welch@gmx.de
year1922
firstpub1910
correctorreuters@abc.de
senderbruce.welch@gmx.de
created20130726
Schließen

Navigation:

Indischer Boden

Mit Weihe ging ich, wie die andern Europäer, bedrückt und wie verunglückt auf dem indischen Boden,
Der mit Gebeten wie gepflastert schien. Die Gesten all der Leute treten wie Heilige sacht vor dich hin,
Als ob dort die Gedanken, Tag und Nacht, entrückt nur an der Seele Leben weben,
Von einer Tempelwelt geschmückt umgeben.
Die Kutscher, die dich fahren, sie sind wie Fürsten im Gebaren, sie sparen ihre Worte stolz
Und sitzen auf dem Kutscherbock wie still gekrönt auf einem Thron von Elfenbein und Sandelholz.
Als machten sie dir ein Geschenk, wenn sie mit königlichem Handgelenk
Die Zügel führen und als Gast dich nur in ihrem Wagen spüren.
Als ob der ganze Adel in dem Land sich mit der Hand zum Diener macht, doch mit der Weisheit und dem edelsten Verstand über sein Handwerk gnädig lacht.
Und sie erniedrigen durch Höflichkeiten dich und durch die Ehren, die sie dem Eindringling als Gönner nur gewähren.
Sie hassen dich auch mit Bedacht und nähren stündlich gründlichen Veracht.

 

 << Kapitel 59  Kapitel 61 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.