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Die geflügelte Erde

Max Dauthendey: Die geflügelte Erde - Kapitel 6
Quellenangabe
typepoem
authorMax Dauthenday
titleDie geflügelte Erde
publisherAlbert Langen
printrunDrittes bis fünftes Tausend = Zweite Auflage, 1922
editorbruce.welch@gmx.de
year1922
firstpub1910
correctorreuters@abc.de
senderbruce.welch@gmx.de
created20130726
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Im Schiffsinnern

Im Schiffsinnern sah ich durch Luken hinunter, wo die Schiffseisen brausten,
Wo die Stahlmassen sausten, wo gigantische Kolben, mit Schwingen und Ducken,
Wie stetes Herzklopfen hausten.
Wo die zwei Riesen, die Glut und Verstand, ein Wille verband, eine lotsende Hand;
Wo die Sehnsucht aller, von Land zu Land, die Schiffsschraube trieb und das Meer überwand.
Denn die Fernen wirken wie die stillen Magneten und haben die Kraft von Wunsch und Gebeten.
Manch einer kann sich die Geliebte nicht nennen,
Doch seine Wege alle den Weg zu ihr kennen,
Und alle seine Schritte nach ihren rennen.
Denn die Herzen lassen sich schwerer als Erdteile trennen.
Überlegen ist immer die Liebe und wird wie die Stahlkolben eifrig sich regen
Und Untiefen stürmisch durchfegen.

 

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