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Die geflügelte Erde

Max Dauthendey: Die geflügelte Erde - Kapitel 47
Quellenangabe
typepoem
authorMax Dauthenday
titleDie geflügelte Erde
publisherAlbert Langen
printrunDrittes bis fünftes Tausend = Zweite Auflage, 1922
editorbruce.welch@gmx.de
year1922
firstpub1910
correctorreuters@abc.de
senderbruce.welch@gmx.de
created20130726
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Sonntagnachmittag

Daß man an einem Sonntagnachmittag, plötzlich, nur ein paar Grad nah' dem Äquator, still vor Anker lag,
Das kam mir gar so einfach vor, wie wenn man sich am Spätsonntage zu Hause lahm gelegen
Und geht, die Beine zu bewegen, etwas vors Tor.
Der Sonntag hat doch seinen Segen, dacht' ich. Wenn alle Christen gleiche Faulheit pflegen,
Fühlt man sich nah' und gut geeint, so daß die Sehnsucht nicht mehr weint.
Man meint, man ist nur etwas ausgeladen zum Sonntagnachmittagsausflug nach Aden.
Daß man die Hölle endlich überstanden, das Rote Meer, das heiß, wie eingeheizt,
Wo sich die Tage, von Salz und Glut gebeizt, zwischen zwei langen Wüsten wanden,
Das fanden all die vielen hundert Passagiere, plötzlich verwundert, einen Segen,
Und einer hat's dem andern eingestanden, und alle wollten ein paar Stunden landen, um sich die Beine zu bewegen.
Das war ein Schwätzen und ein Durcheinander um mich her.
Wo sonst die Schiffsmaschinen und die Wellen sich allen Menschenstimmen in die Wege stellen,
War's plötzlich leer.

 

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