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Die geflügelte Erde

Max Dauthendey: Die geflügelte Erde - Kapitel 311
Quellenangabe
typepoem
authorMax Dauthenday
titleDie geflügelte Erde
publisherAlbert Langen
printrunDrittes bis fünftes Tausend = Zweite Auflage, 1922
editorbruce.welch@gmx.de
year1922
firstpub1910
correctorreuters@abc.de
senderbruce.welch@gmx.de
created20130726
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Das abendländische Yokohama

Je näher mein Zug von Nikko nach Yokohama hinkam, desto mehr Europäer der Wagen aufnahm.
Man konnte dann bald nicht mehr sagen, war man, in der Eisenbahn, schon im Abendland oder noch in Japan.
In Yokohama kam ich an und fand eine kleine abendländische Miniaturstadt, die mit Bankhäusern, Hotels und europäischen Hafen am Stillen Ozean stand.
Viele ins Auge fallende ausländische Dinge sind heutzutage ganz Japan verwandt; da ist das Heer von Telegraphenstangen,
Die in allen Stadtstraßen mit ungeschlachten, rohen Holzmasten die Wege einfaßten. Auch der europäische steife Hut wie ein Topf und europäische Mützen saßen auf jedem japanischen Männerkopf.
Aber sonst passen sich nur Soldaten und Studenten der abendländischen Hosenform an. Die großen Menschenmassen gehen in Japan im Norden und Süden im Seidenschlafrock durch die Gassen,
Mit dem Gurt um die Hüften. Und nur mit den Hüten mimt der Japaner die europäische Mode ohne Veracht.
Aber nie begegnete mir eine einzige japanische Dame und keine japanische Frau aus dem Volk in europäischer Tracht.
Solange die Frau, wie ihr geziemt, noch über die Schönheit ihres Nationalkleides wacht, ist ein Volk immer gut beraten und am besten bedacht.

 

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