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Die geflügelte Erde

Max Dauthendey: Die geflügelte Erde - Kapitel 30
Quellenangabe
typepoem
authorMax Dauthenday
titleDie geflügelte Erde
publisherAlbert Langen
printrunDrittes bis fünftes Tausend = Zweite Auflage, 1922
editorbruce.welch@gmx.de
year1922
firstpub1910
correctorreuters@abc.de
senderbruce.welch@gmx.de
created20130726
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Afrikanische Tierwelt

Seltsam in Formen, wie über die Wirklichkeit hinaus, sieht einem harmlosen Europäer
Die afrikanische Tierwelt aus.
Die Kamele, mit Höcker und langem, liegendem Hals und dem krausen, gelblichen Flaus,
Gehen, sich wiegend wie gute Schlangen, auf vier lange Beine gestellt, aus den Toren von Kairo heraus.
Und in der fremden Welt du kaum noch weißt, sind die Dinge häßlich oder sind sie verschönt,
Weil alles Neue, ganz wie ein Tanz, vor den Augen kreist; und leicht man lacht oder höhnt;
Denn auch die Schönheit hat sich jeder Erdteil besonders und anders angewöhnt.
Der Straußenvogel sieht groß wie ein Schilderhaus aus,
Wie im Vergrößerungsglas ein Küchlein, das eben im Ei noch saß.
Ich sah ihn in einer Straußenzucht, und er rannte hurtig, wie auf Stelzen, herbei;
Wie ein Globus lag da im Sand das Straußenei.
Mir war, als ob in Afrika die ganze Welt am Herzen erweitert sei.
Wo man bei uns nur Würmer sah, da waren große Schlangenbälge da.
Und statt der kleinen Eidechsen Spiel, siehst du im Nil das große gepanzerte Krokodil.
Der afrikanischen Sonne geht, wie einem Verliebten, die Stärke nie aus;
Sie pflegt das Fleisch und zieht es groß und panzert es prächtig als der Liebe mächtiges Haus.

 

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