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Die geflügelte Erde

Max Dauthendey: Die geflügelte Erde - Kapitel 189
Quellenangabe
typepoem
authorMax Dauthenday
titleDie geflügelte Erde
publisherAlbert Langen
printrunDrittes bis fünftes Tausend = Zweite Auflage, 1922
editorbruce.welch@gmx.de
year1922
firstpub1910
correctorreuters@abc.de
senderbruce.welch@gmx.de
created20130726
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Holzschnitzereien und Rubine

Die weiten Akazienstraßen von Rangoon riefen mich mit.
Jedes Land, das dein Fuß betritt, in das sich dein Auge verirrt,
Wird von irgendeinem Produkt auffallend regiert, das den Fremden verfolgt vom ersten bis zum letzten Schritt.
In Birma sind es Holzschnitzereien, Säulengelände und hölzerne, lebensgroße Figuren,
Die überall dein Auge wie in die tiefen Wälder des Landes einweihen, in die künstlichen Tier-, Menschen- und Göttergesichter,
Die in den Holzfasern und Holzmasern schliefen, und welche die Holzschnitzer gewandt aus ihrer Verzauberung befreien.
Und außer dem rötlichen Teakholz ist es der rosigbläuliche Rubinstein, der sich stolz dem Fremden hinhält,
Er kommt aus den Bächen von Birma auf die Welt.
Die Rubine sind wie die rosigen Lust- und Liebesgedanken der jugendlichen Mönche und Asketen,
Die in jenen Herzen, die nur den Göttern, aber nicht der Liebe dienen, um Erlösung flehten und weinten,
Aber unerhört versanken und zu Rubinen versteinten.

 

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