Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Max Dauthendey >

Die geflügelte Erde

Max Dauthendey: Die geflügelte Erde - Kapitel 182
Quellenangabe
typepoem
authorMax Dauthenday
titleDie geflügelte Erde
publisherAlbert Langen
printrunDrittes bis fünftes Tausend = Zweite Auflage, 1922
editorbruce.welch@gmx.de
year1922
firstpub1910
correctorreuters@abc.de
senderbruce.welch@gmx.de
created20130726
Schließen

Navigation:

Kalkutta

Zur Kaufmannstadt mit ihren indisch-europäisch großen Straßenzügen
Kam bald der Zug und war am Ziel. Ein Tropenregen fiel; er schüttete sein Wasser wie aus Krügen.
Und jeder Indier einen schwarzen, englischen Regenschirm krampfhaft in Händen trug.
Die meisten gingen wie im Paradiese frei und gingen nackt bis an die Hüften
Und hoben Hemd' und Schleier hoch genug.
Und mit dem Regen schlug die Luft von hundert Drogendüften mir entgegen,
Von Ingwer, Kampfer, Zucker, Kaffee, Indigo.
Und Kaufmannsschiffe sah ich froh im Geist, von denen jedes schwerbeladen
Wie meine Sehnsucht nach der Heimat reist.
Am Abend schon der Tropenregen in Meterhöhe in den Straßen stand,
Von einem Flügel des Hotels zum andern kein Reisender den Weg mehr fand,
Und alle wie Gefangene, verteilt in den Hotelgelassen,
Im Park, am Abend abgeschnitten saßen.
In Scharen kamen endlich Equipagen und nahmen Gäste, welche hungrig waren,
Um sie zur Table d'hote zu fahren.
Dann in den europäischen Sälen, unter den Kaufherrn ohne Seelennot,
Saß ich und aß zur Sehnsucht still mein Abendbrot.

 

 << Kapitel 181  Kapitel 183 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.