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Die geflügelte Erde

Max Dauthendey: Die geflügelte Erde - Kapitel 181
Quellenangabe
typepoem
authorMax Dauthenday
titleDie geflügelte Erde
publisherAlbert Langen
printrunDrittes bis fünftes Tausend = Zweite Auflage, 1922
editorbruce.welch@gmx.de
year1922
firstpub1910
correctorreuters@abc.de
senderbruce.welch@gmx.de
created20130726
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Im Gangesdelta vor Kalkutta

Smaragdene Bananenpalmen, dicht gestaut, sind reich voll Frucht am Schienenweg gebaut;
Zierlichen Farren gleich wächst Zuckerrohr, und Kaffee, Baum bei Baum, mit roten Beeren blitzt hervor,
Und Sagopalmen ragen breit empor.
Wie Feuerwerk am hellen Tag brennt gelb und violett manch Blütenstrauch,
Stehen in Sümpfen Heere weißer Kallablumen auf Stengeln aufgerichtet, Schlauch bei Schlauch;
Als jagt mit allen Reisenden der Frühzug auf dem Grund von grünen Meeren.
Es waren Blüten da wie Fische, blank, mit offenem Mund;
Und scharlachne Kakteen standen Bund bei Bund, gleichwie gedrungene Hummern mit gewaltigen Scheren.
Mit Inbrunst mästen sich im Gangesdelta in draller Luft die Pflanzen,
Und feist im Tropendunst stehn Palmenwälder da wie grüne Schanzen.
In Scharen lebt die Kallablüte drunter und mehrt sich hier von Stund zu Stund,
Mit ihrem Kelch sehnsüchtig, totenstill, gleichwie ein ungeküßter Frauenmund.

 

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