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Die geflügelte Erde

Max Dauthendey: Die geflügelte Erde - Kapitel 18
Quellenangabe
typepoem
authorMax Dauthenday
titleDie geflügelte Erde
publisherAlbert Langen
printrunDrittes bis fünftes Tausend = Zweite Auflage, 1922
editorbruce.welch@gmx.de
year1922
firstpub1910
correctorreuters@abc.de
senderbruce.welch@gmx.de
created20130726
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Bei Ambrazigaretten

Ich ging den Versen, die der Dichter sprach, und ging wohl, in Gedanken, dem Mond nach über manches flache Dach
Und fand: das Menschenherz kennt keine Schranken, und nimmt die Sehnsucht es in ihre Hand,
So wandert es durch Wüsten übers Meer und steht erst still in der Geliebten Land.
Und wie mit Sand im Aug', ging ich umher; ich sah auf einmal alle Lebenden nur schwer,
Wußte, daß ich mit meiner Liebsten auf gleicher Erd' noch stand,
Doch sonst schien mir der Erdball menschenleer.
Ich kaufte Ambrazigaretten in der Näh' und machte Rauch, sah Bauchtanz durch den Nebel im Café,
Hörte auf Händeklatschen und Gesang, wohl viele dunkle Stunden lang;
Quecksilberkugeln hingen bunt von allen Decken, rund in rauchigen Sälen,
Und waren wie Planeten und wie Weltenkörper, als dürfte, bei Musik und Tanz, das Sphärenleben auch nicht fehlen.
Und alle schienen hier hell zum Vergnügen und zum Glanz,
Nur ich saß unter allen und starrte still auf eine Stell' und fehlte mir doch ganz.

 

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