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Die geflügelte Erde

Max Dauthendey: Die geflügelte Erde - Kapitel 172
Quellenangabe
typepoem
authorMax Dauthenday
titleDie geflügelte Erde
publisherAlbert Langen
printrunDrittes bis fünftes Tausend = Zweite Auflage, 1922
editorbruce.welch@gmx.de
year1922
firstpub1910
correctorreuters@abc.de
senderbruce.welch@gmx.de
created20130726
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Ankunft in Darjeeling

Winzige zweirädrige Wagen, von sechs und zehn Tibetleuten geschoben,
Jagen droben in Darjeeling Berg auf und Straße ab
Und tragen im Geschrei und Hundegebell den Fremden vom Bahnhof schnell ins Hotel.
Wie in einem Badeort voll Basarstraßen, Glasterrassen und Veranden
Standen in Darjeeling die schmucken, hölzernen Häuser,
Hoch, als ob hier die Luftschiffe aller Erdteile sich einfanden und mit Luftgästen von allen Planeten stündlich landen.
Promenaden, Reitwege, Laden voll tibetanischer Kuriositäten fanden sich hier für die Sommergäste,
Säle zum Tanzen und Säle für Konzerte und Feste. Ein Park mit seltenen Himalajapflanzen,
Marställe, Kurbrunnen und Sommerhäuser, luftige, helle.
Viele Meilen breiten sich die Straßen der Anlagen im Berggefälle.
Hin über steilen Steinkeilen sind, gutgepflegt, die Straßenzeilen hoch in den Himmel gelegt,
Wo sich das schmutzige Tibetvolk, als wär' es in Europa zu Hause, zwischen Kurhäusern und Villen bewegt
Und Tempel und wilden Geisterglauben gleich um die Straßenecke bei Totenschädeln und Gebetsmühlen hegt.
Wie Glück und Sorge auf einer Straße hell und dunkel zusammen wandern,
Sind hier Gespenst und Seele eins leicht verwachsen mit dem andern.

 

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