Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Max Dauthendey >

Die geflügelte Erde

Max Dauthendey: Die geflügelte Erde - Kapitel 170
Quellenangabe
typepoem
authorMax Dauthenday
titleDie geflügelte Erde
publisherAlbert Langen
printrunDrittes bis fünftes Tausend = Zweite Auflage, 1922
editorbruce.welch@gmx.de
year1922
firstpub1910
correctorreuters@abc.de
senderbruce.welch@gmx.de
created20130726
Schließen

Navigation:

Himalajabäume

Der Zug ritt höher, als ob er den Erdrand jetzt überschritt,
Als zog er mit den Seelen, die in ihm saßen, hinaus in die unendlichen Ätherstraßen.
Nur noch ungeheure Farnriesen, moosbehängt wie finstere Gerüste, stiegen hinaus über die Wolkenwüste,
Uralte Eichstrünke, daran Mooshaar statt Blattwerk wallte.
Wie weißes Gewürm ballte sich der Dampf um die Riesen.
In den grauen Wolkenwiesen stand, wie ein Drache gedreht, mancher Eichenturm,
Aufgerichtet wie ein ungeheuerer Wurm, der den Abgrund sichtet.
Diese Einsamen lassen ihre Muskeln sehen, als ob sie in einem ewigen unsichtbaren Sturm hier oben stehen,
Auch wenn keine Atemzüge in der Nebelstille gehen.
Hier ist eine Landschaft, in welcher die Kraft von Beil und Faust keinem Baum den Tod noch geschafft,
Wo nur der Sturm sein Schlachtfeld macht nach manch ungebärdiger Nacht.
Der Zufall hat Figuren in Stellungen aus Moos und Strünken vorgebracht,
Und das Schicksal grub seine Spuren in das festgewachsene Holz
Und die Konturen von Zuneigung, Haß und Angst, Sorge und Stolz.

 

 << Kapitel 169  Kapitel 171 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.