Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Max Dauthendey >

Die geflügelte Erde

Max Dauthendey: Die geflügelte Erde - Kapitel 17
Quellenangabe
typepoem
authorMax Dauthenday
titleDie geflügelte Erde
publisherAlbert Langen
printrunDrittes bis fünftes Tausend = Zweite Auflage, 1922
editorbruce.welch@gmx.de
year1922
firstpub1910
correctorreuters@abc.de
senderbruce.welch@gmx.de
created20130726
Schließen

Navigation:

Der arabische Dichter

Garküchen, wo Speisen dampfen, sind neben den kleinen Stuben zur ebenen Erde,
Wo sie Tänze auf Bretterbühnen stampfen, mit Schellen und Kastagnetten, wie rassige Pferde.
In einer Gasse, bei offenen Feuern, in einer lautlosen Menschenherde
Stand stolz, mit der Flammen Gebärde und mit der Inbrunst Beteuern, ein blinder arabischer Dichter
Und sprach, als wären die Mienen um ihn nicht der Menschen, sondern der Götter Gesichter.
Das Feuer am Boden schrumpfte bescheiden zusammen vor den vornehmen Flammen,
Die aus dem Munde des Blinden kamen.
Er schien mir in dem Gemisch von Mond und Lampen, an der Wollust Tisch,
Wie das einzige Herz, das hier an die Rampen tritt,
Und riß, in dem Zweikampf zwischen Erde und Himmel, die Erde in den Himmel der Liebe mit.
Als ob seine Worte die Stirnen beschienen, so leuchteten im Gassendunkel der Leute Mienen;
Und selbst die Dirnen lauschten trunken, wie in ein duftend Ambrabad bis über den Kopf versunken.
Es brachte der Blinde einen ewigen Funken hier, zwischen den Gassenwänden, in das Finster von fettigem Öllicht und Bränden;
Und mit seiner Worte Kommen und Gehen erwachten im Blut der Liebe wollüstige Wehen.
Der Blinde lehrte den Blinden das Sehen.

 

 << Kapitel 16  Kapitel 18 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.