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Die geflügelte Erde

Max Dauthendey: Die geflügelte Erde - Kapitel 129
Quellenangabe
typepoem
authorMax Dauthenday
titleDie geflügelte Erde
publisherAlbert Langen
printrunDrittes bis fünftes Tausend = Zweite Auflage, 1922
editorbruce.welch@gmx.de
year1922
firstpub1910
correctorreuters@abc.de
senderbruce.welch@gmx.de
created20130726
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Unter der Grabkuppel

Mit einer Blendlaterne tritt mit mir ein Indier ein.
Wie hundert kleine Spiegelstücke fällt durch die marmornen Türschnitzerein
Der Mondschein. Das Licht der Laterne fliegt über die Fliesen
Und wiegt mächtige Schatten vom Boden zur Höhe gerissen.
Es ist warm in dem Dom, in dem Leib des steinernen Riesen.
In Unendlichkeit ragt die Wölbung gewagt und zieht dich unsichtbar ins Dunkel zu sich hinauf.
Jedes gemurmelte Wort weckt den dröhnenden Bau auf.
Wie Geisterflüge rauschen die leisesten Atemzüge im Kuppelknauf.
Und du horchst, als könntest du in dieser Muschel ein Meer belauschen.
Hinter umgittertem Rand stund ein Marmorsarg, der barg die Frau,
Und ein Sarg nebenan für den Mann,
Und über beiden sprach der Dombau mit Geistermund.

 

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