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Die geflügelte Erde

Max Dauthendey: Die geflügelte Erde - Kapitel 115
Quellenangabe
typepoem
authorMax Dauthenday
titleDie geflügelte Erde
publisherAlbert Langen
printrunDrittes bis fünftes Tausend = Zweite Auflage, 1922
editorbruce.welch@gmx.de
year1922
firstpub1910
correctorreuters@abc.de
senderbruce.welch@gmx.de
created20130726
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Todeswaren in Delhi

In einem Kuriositätenladen hab' ich Menschenknochen, an einem Faden aufgereiht zu zierlichen Ketten, gefunden,
Auch habe ich dort Bücher beschaut, gebunden in Menschenhaut,
Und Tischchen standen da, aufgebaut aus Totenköpfen:
Es waren die Knochen jener gemordeten englischen Scharen,
Engländer, die von den Indiern erschossen und erstochen.
Die Gürtel und Ketten aus Menschenbeinen hatten mehr Wert als solche aus Edelsteinen.
Doch diese Ketten, von Schrecken beschwert,
Drücken die Nacken derer in Stücken, die sich mit ihnen schmücken.
Der Indier sie denen schenkt, von denen er Schlechtes denkt,
Daß sich ihr Geist in Wahnsinn daran verrenkt.
Ich habe meine Hände tief in meine Taschen versenkt
Und meine Schritte aus dem Laden, fort von den Todeswaren, gelenkt.
Todesgedanken leben genug in Scharen,
Du mußt sie einschnaufen mit jedem Atemzug,
Du brauchst sie dir nicht als Ketten zu kaufen.

 

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