Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Max Dauthendey >

Die geflügelte Erde

Max Dauthendey: Die geflügelte Erde - Kapitel 109
Quellenangabe
typepoem
authorMax Dauthenday
titleDie geflügelte Erde
publisherAlbert Langen
printrunDrittes bis fünftes Tausend = Zweite Auflage, 1922
editorbruce.welch@gmx.de
year1922
firstpub1910
correctorreuters@abc.de
senderbruce.welch@gmx.de
created20130726
Schließen

Navigation:

Die Göttin Kali

Der Göttin Kali Schrein steht golden eingemauert in einem der rein weißen Höfe vom Amberschloß.
Schwarz ist ihr Angesicht, schwarz auch ihr Leib, als wäre Blut daran erstarrt,
Und mit zehn schwarzen Armen sie in die Lüfte ficht.
Sie wirft mit Tigerwut sich wie vernarrt auf ihre armen Opfer und reitet einen Tiger wie ein Roß.
In einer Rinne vor dem Schrein floß mal an jedem Morgen der Göttin in dem Amberschloß hier frisches Menschenblut,
Heute gibt eine Ziege ihr Leben dieser Göttin hin.
In all dem Licht war diese Göttin ein Schreck und in dem weißen Meer der Mauern der einzig schwarze Fleck.
Der Kali Arme sollen die Feinde töten, wenn nicht die Indier selber töten wollen.
Dem Guten wie dem Bösen die Indier gleiche Achtung zollen, denn beide, Kuß und Ruten, sie erlösen.
Wie Liebe, dacht' ich, tötet die Göttin Kali blind, und ihre Schmerzen immer noch verkappte Freuden sind.

 

 << Kapitel 108  Kapitel 110 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.