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Die geflügelte Erde

Max Dauthendey: Die geflügelte Erde - Kapitel 106
Quellenangabe
typepoem
authorMax Dauthenday
titleDie geflügelte Erde
publisherAlbert Langen
printrunDrittes bis fünftes Tausend = Zweite Auflage, 1922
editorbruce.welch@gmx.de
year1922
firstpub1910
correctorreuters@abc.de
senderbruce.welch@gmx.de
created20130726
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Verkäufer, Schlangen, Papageien und Schafe

Stets an den Nachmittagen hatten Verkäufer auf den Säulenvorplatz, im Schatten vom Hotel,
Mit viel Behagen aufs Pflaster blumige Schleier, Seidenschals und Waffen hergetragen.
Sie boten, vor dir knieend, gefärbte Ketten, rot und grün aus Quarzen,
Und niemand konnte sich vor ihrem Eifer retten.
Schlangenbeschwörer holten aus fetten Ranzen Schlangen
Und ließen Cobras aufrecht nach einer Pfeife tanzen.
Ich saß auf einem Schaukelstuhl im Freien
Und sah auf die Verkäufer und auf die Papageien, die abwechselnd dir in die Ohren schreien.
Fünf Schafe liefen in dem Palmenhof umher und stießen sich voll Neugier sehr
Und ließen sich im Sonnenschein mit allen Waren ein.
Im ganzen muß die Welt sich stets bemühen, dacht' ich:
Die Schlangen tanzen, die Verkäufer knieen, die Papageien lernen bitten,
Und selbst die bangen Schafe liefern zu Mutton Chops die Lendenschnitten.
Und wie man dann den Papagei mit Süßigkeiten lohnt, wenn er was kann,
So, dacht' ich, ist des Lebens Sinn: es hält die Erde jedem Menschen
Die Liebe als den Zucker hin.

 

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