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Die Geächteten

Willibald Alexis: Die Geächteten - Kapitel 19
Quellenangabe
typenovelette
authorWillibald Alexis
titleDie Geächteten
publisherDuncker und Humblot
year1825
correctorreuters@abc.de
senderbruce.welch@gmx.de
created20151204
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Achtzehntes Kapitel.

»Horch einmal wie sie draußen schießen. Die Welt muß noch recht böse seyn außer der Oie, daß die gottlosen Leute noch immer nicht mit dem Kriege aufhören, und wieder so gut werden, wie die Menschen sonst waren.«

Mit diesen Worten weckte Theodors Gattin ihren Mann aus dem festen Morgenschlummer. Er streckte hastig den Kopf vor, und hörte auf die fernen Kanonenschüsse, indem er Gertruds Hand fest in der seinigen hielt. »Richtig, richtig,« sagte er: »es kommt von der See her. Gertrud, sind auch die Kinder in Sicherheit?« – Sie schlafen noch in der Kammer. – »O, daß die arme Brut auch noch diese Töne hören muß. Bist Du schon lange aus dem Bette, Gertrud?« – Drei Stunden, wie immer, und seitdem schießt es in Zwischenräumen immer von Abend her. Bei Arkona mag es wol seyn.

Der Einsiedler sprang auf und halb angekleidet zur Hütte hinaus an das Meeresufer. Er konnte aber, so weit sein Auge reichte, nichts entdecken. Gertrud richtete viele Fragen an ihn, er beantwortete sie aber nicht, und schien ganz in Gedanken verloren. Als sie besorgt in ihn drang zu erklären, ob er vielleicht krank sey, oder fürchte, daß Feinde sie in ihrem Versteck aufsuchen könnten, antwortete er endlich: »Es ist nicht das, Gertrud, aber aus dem Schießen ersehe ich, daß nach den vielen Jahren der Krieg noch immer fortdauert, daß es noch immer Völker geben muß, die sich dem Welteroberer widersetzen, und ich denke darüber nach, wer es seyn kann. Eine Seemacht muß es seyn – Dänen, Schweden, das ist unmöglich – entweder Engländer oder Russen.«

Aber Theodor, sagte das liebende Weib: Du wolltest ja nichts wissen von dem, was außerwärts vorgeht, sonst hätten sie Dir ja im Orte herzlich gern Alles erzählt, was sie jeden Monat aus Mönchgut und Anklam hören. Ich muß mir immer, wenn ich drüben bin, die Ohren zuhalten, denn sie thun jetzt den ganzen Tag über nichts, wenn auch ihrer nur Zwei und Drei zusammen sind, als schwatzen, und wie ich mir auch Mühe gegeben, so konnte ich doch nicht verhindern, daß ich viele Worte hörte. Russen und Preußen und Engländer, und Krieg und Kosacken, davon klang's mir in die Ohren.

»Liebes Weib, was ich Dir von meinem Vorsatze gesagt, bleibt fest und unverbrüchlich. Ich will nichts wissen, aber ich denke nur nach, was jenes Schießen bedeuten mag, und wie die Sachen drüben wol stehen können.«

Wozu denn aber das Denken, wenn Du es nicht erfahren willst? Das macht Dich ja doch nur trübe, wie Du schon lange bist.

»Du hast Recht, Recht, Recht!« rief Theodor und ergriff eine Flinte. »Ich muß mir wieder Bewegung machen, um das schwarze Blut in Umlauf zu bringen. Sorge nicht, liebes Weib. Es wird uns Niemand hier stören; in einer Stunde bin ich wieder zurück, und werde dann an nichts als Dich und unsere Kleinen denken.«

Er ging nun, in dem kleinen von ihm erwählten District Jagd auf Vögel zu machen, von denen er, wenn das Glück ihm lachte, alle Monath zwei bis drei erlegte. Es war gerade Frühlingszeit, und die Lerchen stiegen wirbelnd in die Lüfte. Er ging, stand, lagerte sich, nirgends aber zeigte er sich als glücklicher Jäger. Das einzige Mal, daß er die Flinte abdrückte, dünkte es ihm, als habe er absichtlich nebenbei gezielt, denn schon lange hatte es ihn gereut, die unschuldigen Vögel, mehr des Spiels als des Nutzens wegen, zu tödten. Als er eine Zeitlang, an den Wall eines kleinen Grabens hingelehnt, in die blaue Luft hinaufgestarrt und dem jubelnden Trillern der hundert Lerchen über ihm sehnsüchtig zugehört hatte, hielt er es nicht länger aus.

»Ihr seyd wahrhaft frei! – die einzigen freien, glücklichen Geschöpfe. Die Lüfte sind euer Reich, die Erde liegt unter Euch, und der Gesang ist euer Leben. Nicht von Meeren, nicht von Bergen, nicht von Menschen eingeengt, durchstreift Ihr die schönen Zonen. Ihr singt für Euch den Preis der Schöpfung, unbekümmert um das Urtheil der Menschen, und doch mit Entzücken von ihnen vernommen.« Er sprang auf, mit dem festen Entschluß, nicht mehr auf diese glücklichen Geschöpfe Jagd zu machen, und stieg das Felsufer hinab, um zu versuchen, ob ihm das Glück vielleicht einen Seehund in Schußweite führte. Dicht am Strande schlich er sich, mit gespannter Flinte, auf dem beschwerlichen aus großen vom Meer rund gespülten Feld- und scharfen Feuersteinen natürlich gebildeten Wege fort, und war schon weit über die Gränze seiner gewöhnlichen Wanderungen gelangt, als er, um die Ecke gebeugt, einige unförmlich schwarze Massen auf dem Strande liegen sah. Es waren drei Seehunde, welche sich hier gemächlich sonnten. Behutsam mit angehaltenem Athem schlich er sich näher. Doch ein Stein, auf den er den rechten Fuß, um einen Standpunkt zum Schießen zu gewinnen, eben setzen wollte, rollte fort, der Jäger schlug nieder, die Flinte ging los, und die Seehunde stürzten sich geräuschvoll in's Wasser. Hierdurch wurde Theodors Lust indessen nur noch mehr angeregt, und er setzte den beschwerlichen Weg in der Hoffnung fort, weiterhin noch andere im Sonnenschein zu treffen. Allein er täuschte sich, und als er auf den Weg achtete, sah er sich in der Nähe der Gehöfte, bis wohin ihn sein Fuß noch nie geführt hatte. Auf demselben Pfade, welcher ihn hergeführt, auch wieder zurückzugehen, würde der Umweg eines Halbkreises gewesen seyn, abgesehen von der äußersten Beschwerde des Gehens auf den glatten und spitzen Steinen. Er klomm deshalb in einer Spalte nicht ohne Gefahr hinauf, und befand sich schon auf dem Rückwege, als er hinter sich einen fremden Ton vernahm. Er konnte sich nicht enthalten, umzublicken, und sah in einiger Entfernung einen Militair in rothem Rocke, den Rücken ihm zukehrend, stehen. Es war ein Englischer Officier, Theodors Herz pochte vernehmbar. Eingewurzelt blieb er auf der Stelle. Seit Jahren hatte er außer den Bauern der Oie keinen Menschen gesehen, – was für ihn noch peinlicher war, mit keinem gebildeten Wesen Umgang gepflogen. Es trieb ihn, den Fremden anzureden, sein Gelübde hielt ihn zurück. Unfehlbar würde das Gespräch sogleich politische Gegenstände berührt haben. Aber er vermochte es nicht, das Auge von der interessanten Erscheinung zu wenden. Er suchte sich alles vorzureden, um zum Entschlusse zu kommen. Er sagte sich: »Es wird einer jener phlegmatischen Engländer seyn, die, auch wenn Du ihn anredest, wenig mehr als eine trockene Erwiederung des Grußes von dem ihrigen zum besten geben.« Umsonst. Endlich erlös'te der Engländer ihn selbst aus seiner Qual. Nachdem er nur einmal sein weißes Taschentuch aus den Rockschößen hervorgeholt hatte, entfernte er sich, ohne sich zu dem Anstaunenden umgewandt oder ihn bemerkt zu haben. Theodor that das nämliche, und beflügelte seine Schritte, um nicht in Versuchung zu gerathen, dem Engländer doch noch einmal nachzulaufen.

Seit dieser Zeit aber war es um seine Ruhe geschehen. Der Engländer erschien ihm auf allen Stegen und Wegen, im Wachen und im Traume. Seine Gänge richtete er instinctartig nach den Gehöften, und er blieb regelmäßig an dem Orte stehen, von wo er den Rothrock gesehen. Aber vergebens weilte er hier oft Viertelstunden, der Engländer ließ sich nicht sehen, und einen Bauern mochte er nicht fragen, was aus dem Manne geworden sey. Seine rege Phantasie machte sich nicht mehr wie sonst in Liedern Luft, sondern bildete sich fortwährend den Engländer. Tausend Geschichten erfand sein reger Geist, weshalb der Britte auf der Oie und gerade jetzt gelandet sey. Seine Persönlichkeit verschmolz sich mit der aller anderen Individuen, die ihn je interessirt hatten. Er bildete sich Romane; der Engländer war bald sein unglücklicher Freund Julius, bald Dupré, und dann irgend ein Emissarius seiner Verwandten, der ihn aufsuchen sollen. Dies waren indessen nur die vernünftigsten Träume; in phantasiereicheren Stunden wurden Kaiser und Könige in das Spiel gezogen. Er hatte sich seit einiger Zeit auf das Zeichnen gelegt, aber das einzige was er jetzt auf das Papier warf, und in den Sand, Stein und Baumrinden kritzelte, war ein Mann mit hohem Federbusche, von hinten aufgefaßt, wo er sich denn alle Mühe gab, die rothe Farbe der Rockschöße recht natürlich wiederzugeben.

Da er seine unbeschreibliche Qual, Sehnsucht und Neugier Niemand mittheilen konnte, und es keinen andern Gegenstand gab, der ähnlichen Anspruch auf seine Theilnahme zu machen vermochte, verfiel er beim Uebermaß krankhafter Spannung in ein Fieber, das ihn mehrere Wochen auf das Krankenlager warf. Seine vorige Heiterkeit war, als er genas, verschwunden. Zwar lächelte er darüber, daß ihn der Anblick eines Rothrocks von Sinnen gebracht, allein es gab jetzt mehr Dinge, welche seine ganze Aufmerksamkeit in Anspruch nahmen. Mit Wehmuth betrachtete er oft seine Kleinen, und rief dann wie für sich: » Die sollen Bauern werden!« Allein Gertrud hörte die Worte und ging dann immer zur Thür hinaus. Einmal eilte ihr Theodor nach, und fand sie in Thränen. Lange sträubte sie sich, den Grund ihrer Betrübniß anzugeben, bis er aus ihren hervorgestoßenen Worten abnahm, der Vorwurf treffe sie selbst. »Wenn ich keine Bauerdirne wäre, dann wären deine Kinder auch keine Bauern.« Es kostete ihm viele Mühe sie zu beruhigen, aber seit der Zeit glaubte sich Gertrud bei jeder Aeußerung des Mißvergnügens von Seiten Theodors getroffen, und es gab viele Stunden, ja Tage der Mißverständniß in ihrer sonst so friedlichen Gemeinschaft. Er suchte dann Ruhe, indem er in's Feld hinausstreifte, sie bei häuslichen Beschäftigungen. Gertrud schien, wenn sich Beide wieder trafen, zwar Alles vergessen zu haben, er aber kehrte oft nur noch mehr nachdenkend nach Hause zurück.

Doch entfuhr nie ein wirklicher Vorwurf gegen das Weib seinen Lippen. Auch wenn er, ganz in seinem Studium entzückt und nach Mittheilung verlangend, Gertrud, dem einzigen Wesen, das hören und sprechen konnte, vorlas, was er gefunden oder gedichtet, und sie, wie damals, ihn stumm anhörte, und darauf ihr Spinnrad weiter schnurren ließ, auch dann entfuhr ihm kein Ausruf des Unmuths, er senkte nur den Blick auf das Buch und die Schrift, aber Gertrud glaubte einen Seufzer zu hören, und dieser Seufzer war genug, um sie unglücklich zu machen.

Wenn er nach absichtslosem Umherstreifen mit der Flinte heimkehrte, und von außen durch das Fenster ihre noch immer jugendliche Gestalt in voller Thätigkeit erblickte, wie sie mit anmuthiger Geschicklichkeit die schwierigsten Arbeiten vollbrachte, und dann liebkosend die Kinder pflegte, sprach er bei sich: »Welchen Frevel beging ich, dieses holde Geschöpf aus seinem Kreise herauszureißen? In ihrem Stande an einen jener tüchtigen Burschen aus Mönchgut verheirathet, welch ein tüchtiges Weib, welche Mutter wäre sie geworden. Sie liebt mich wol, aber ich bin ihr ein fremdes Wesen. Wie lange Jahre leben wir schon miteinander. Die Liebe hätte den Unterschied der Bildung ausgleichen können, sie hat ihn nur übersehen; Gertrud ist eine Bäuerin, gesund und frisch geblieben, ich bin ein Halbwesen geworden, das in leeren Träumen webt, und kaum die Pflichten des engbeschriebenen Lebenskreises ausfüllt.« Die Kleinen bemerkten den Vater, und stürzten ihm bewillkommend entgegen. Mehr der Pflege ihrer Mutter als dem Vater bis jetzt anvertraut, hatten sie auch mehr von der Sprache jener sich angeeignet. So lieblich nun auch Theodor diese naiven Töne im Munde der jugendlich reizenden Gertrud einst klangen, so tönten sie ihm ganz anders aus dem Munde der Kleinen entgegen. Von natürlicher Anmuth war hier nichts zu merken, und der Mönchgutische Dialect schien ihm hier um so mehr an die bäurische Abkunft zu erinnern, als die Mutter aus angeerbter Sorgfalt den Kindern die unförmlichen, wulstigen Mützen aufgebunden hatte, womit man die Kinder auf der Halbinsel noch aus der Wendischen Zeit her entstellt.

»Die arme Brut,« sagte er, sich auf den Stein vor der Hütte setzend: »noch ahnet sie nicht, welch ein Unglück es ist, Nachkomme eines geächteten Vaters seyn. Gebe Euch der Himmel einen bescheidenen Sinn, gebe, daß Ihr nie am Steuerruder, hinter dem Pfluge erfahrt, daß eures Vaters Geburt Euch zu höheren Ansprüchen berechtigte. Jener weitere Wirkungskreis, die kühnste Hoffnung des edlern Jünglings, ist Euch für immer verschlossen. Ich darf nicht einmal euren Geist ausbilden, ohne Euch unglücklich zu machen.«

Am Garten war längst nichts mehr zu arbeiten, das Umackern im Frühjahr besorgten jetzt regelmäßig die eingebornen Nachbarn. Beim Säen und Ernten war Gertrud am thätigsten, so daß für Theodor, welcher schon seit geraumer Zeit kein Vergnügen an diesen Beschäftigungen mehr gefunden, wenig darin zu thun blieb. Seine einzigen körperlichen Beschäftigungen waren die Jagd und der Fischfang. Beide arteten aber auch nur in ein Träumen aus. Er drückte nie die Flinte ab, und ließ die Angel aus seiner Hand gleiten, ohne zu sehen, wenn ein Fisch sich an dem Köder gefangen. Mehr und mehr beschäftigte er sich dagegen mit der Lectüre. Durch die Schiffer hatte er sich unter Anwendung aller möglichen Vorsicht aus Stralsund Bücher, meist historischen Inhalts, zu verschaffen gewußt, und lebte jetzt unter den Griechen und Römern, da diese ihm am geeignetsten für den vom Leben der Gegenwart völlig Getrennten schienen. Uebrigens litt weder durch sein Träumen noch durch sein Studiren die Wirthschaft, denn Gertrud war eine so unermüdliche Arbeiterin, daß es ihr ein leichtes war, alle kleine Bedürfnisse zu befriedigen, und die größeren lieferten die gutmüthigen Insulaner in weit größerer Masse als bedungen, in die Hütte.

Aber je tiefer er in das Leben der Alten eindrang, um so mehr fühlte er sich erschüttert von ihrem großartigen Wirken. Es hatte ihm dunkel, als er an das Studium der Quellen ging, vorgeschwebt, das ideale Gemählde eines freien, glückseligen Zustandes des Menschengeschlechtes sich daraus zu abstrahiren. Als er aber die Männer und Völker näher kennen lernte, verschwand dieser Vorsatz bald. Er lernte, daß es nie so gewesen war, wie er es sich in glücklichen Träumen vorgestellt hatte, und mit der Kenntniß kam die Ueberzeugung, daß es ein fruchtloses und thöriges Beginnen sey, einen Zustand auszuwählen, der nur in der Phantasie seinen Platz finden kann. Dagegen trat das Wirken der Einzelnen so lebendig vor seinen Geist, daß er um sich den Archipelagus, die Küste Kleinasiens und die Feste Griechenlands zu erblicken wähnte. Männer begegneten ihm statt der tönenden Namen, wie er sie aus hundert Vermittelungen in der Schulzeit gehört, und unter diesen Männern, die nicht ihre Handlungen noch ihren Reden, sondern die Worte nach ihren Thaten richteten, kam er sich so sehr klein vor, und Alles, was er für das Vaterland gethan, unbedeutend. Er fand Viele, die, sich höher achtend als das Vaterland, im Unmuth Verräther daran geworden, aber Niemand, der aus Verzweiflung dessen Sache aufgegeben hätte. Themistocles wurde sein Lieblingsheld. Bald warf er jedoch auch dieses Studium fort, und schrieb an einer Abhandlung. Er suchte aus der Geschichte zu beweisen, daß es Momente gäbe, wo es dem Einzelnen erlaubt sey, sobald er sähe, daß die ihm heilige Sache, dem Untergange unaufhaltsam entgegen eile, sie verlassend sich allein zu retten. Cato's Selbstmord in's Christliche übersetzt, sey ein Zurückziehen aus den Welthändeln zu einem stillen, beschaulichen Leben. Mit großer Aengstlichkeit arbeitete er an diesem Aufsatze. Aber wenn er am Abende seinen aufgestellten Satz unumstößlich bewiesen zu haben glaubte, kamen am Morgen neue Zweifel. Cato's Beispiel dünkte ihm bald nicht mehr ganz richtig. Es schien ihm, als habe ein Mann von mehrerer Einsicht auch damals schon begreifen können, daß die Römische Republik nicht mehr zu halten war, und die neue Ordnung der Dinge einen Weltherrscher, einen Cäsar, verlange. Cato's Tod schien ihm dann zwar nicht minder edel; aus dem Heiligthum der sittlich nothwendigen Handlungen trat er aber bald heraus. Indessen fehlte es ihm bei vielem Grübeln nicht an Beweisen, mit denen er täglich seine Abhandlung vermehrte. Ehe indessen einige Wochen vergingen, nahm er, bei einer Seefahrt, alles was er geschrieben mit sich, wickelte es fest um einen Stein und warf es in's Meer.

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