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Die Frau im Spiegel

George Webb Appleton: Die Frau im Spiegel - Kapitel 22
Quellenangabe
authorGeorge Webb Appleton
titleDie Frau im Spiegel
publisherRobert Lutz / Verlag / G.m.b.H.
yearo.J.
translatorAdolf Gleiner
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20170402
projectid17ae2b7f
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Einundzwanzigstes Kapitel.

Ja wahrhaftig, bemerkte Richard, die Nebel ballen sich zusammen, die Sonne dringt durch. Von wem anders kann sie meinen Namen und meine Adresse erhalten haben als von Goliby?

Ganz richtig, und hiermit kommen wir wieder zu den Beziehungen zwischen Goliby und dem Baron Romer. Mein ehrwürdiger Herr Chef muß ein Lügner sein, denn er sagte mir ja, er sei dem Baron nie begegnet, was soll ich nun mit dieser sogenannten dritten Warnung beginnen?

Gar nichts. Feste bei der Stange bleiben und weitere Entwickelungen abwarten! Ich habe dir schon gesagt, daß das gerade jetzt das Beste ist. Vor einer Woche habe ich dir bereits zugesichert, daß ich dir durch diese Geschichte durchhelfen werde. Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen, als du sagtest, deine Hände seien rein. Ich sehe ums Leben nicht ein, was du für Befürchtungen hegen solltest.

Ich auch nicht. Ich will deinem Rate folgen, Richard. Aber wir müssen noch etwas anderes besprechen. Le Noir sagte mir, ich solle ihm schreiben, sobald sich etwas Verdächtiges in St. Johns Wood ereignen sollte.

Laß das bleiben! Der Liebhaberdetektiv fällt gewöhnlich herein. Le Noir ist dafür bezahlt, die Dinge aufzuklären. Laß ihn ruhig machen! Halte dich abseits!

Dein Rat ist Goldes wert, Richard, ich werde ihn befolgen.

Richard blickte auf die Uhr.

Um zwölf Uhr habe ich in Piccadilly ein Rendezvous, sagte er. Wenn es dir recht ist, so begleite mich dorthin.

Unterwegs blieb er von einem Juwelierladen stehen und betrachtete die Auslage.

Einen Moment, bat er dann und betrat den Laden.

Nach wenigen Minuten kehrte er zurück und ließ ein kleines Päckchen in meine Hand gleiten.

Das wird seinen Zweck schon tun, bemerkte er. Es ist ein Armband. Schenke es der Marie, und sie wird dir eine ergebene Dienerin sein!

Du weißt, wie man es anstellen muß, erwiderte ich etwas erstaunt.

Stimmt! Man muß heutzutage praktisch sein, wo alles darauf ausgeht, seinen Nachbar an den Bettelstab zu bringen. – Uebrigens, was weiß denn die »Pall Mall Gazette« Neues von dem Juwelendiebstahl zu berichten? vielleicht ist schon wieder Näheres bekannt geworden.

Ein Zeitungsverkäufer lief eben an uns vorbei, der aussah, als sei er zum größten Teile in Zeitungen gekleidet, die ihn einem Schurze gleich bedeckten. In großen Lettern las ich darauf die Worte:

Pariser Juwelendiebstahl. Neueste Telegramme.

Richard kaufte ein Exemplar. Es war an der Ecke der Adamstraße, wo der Riesenverkehr des Strand zu einem Stillstande kommt. Wir fanden rasch einen ruhigen Winkel, wo wir die Zeitung durchlesen konnten.

Aha, sagte Richard, da haben wir's ja!

Ueber seine Schulter weg las ich unter den »Neuesten Telegrammen«:

»Im Zusammenhang mit dem großen Juwelendiebstahl wird nunmehr eine Verhaftung bestätigt. Ein gewisser Javotte, ebenfalls ein Gast des Hotel Continental, wurde, wie sich herausgestellt hat, beobachtet, wie er in den Gängen des Stockwerkes, in dem Ihre Kaiserliche Hoheit Zimmer innehatte, sich herumtrieb. Dieser Javotte hat früher unter polizeilicher Aufsicht gestanden. Es wurde festgestellt, daß er das Hotel in auffälliger Eile verließ. Dieses Individuum ist in Rouen – jedenfalls aus dem Wege nach London – verhaftet worden. Es wurde indes nichts Belastendes bei ihm vorgefunden. Trotzdem wurde er als verdächtig in der Haft zurückbehalten. Das Auffallende an der Geschichte ist – und das zeigt die Schlauheit des Diebes und seiner Helfershelfer in vollem Lichte –, daß ein Mann, der diesem Javotte außerordentlich ähnlich sieht, mit der Obhut der gestohlenen Juwelen betraut worden ist. Man vermutet, daß sich dieselben jetzt in England befinden oder möglicherweise bereits auf dem Rückwege zum Kontinent, via Amsterdam. Daraus geht hervor, daß, während Javotte den Verdacht auf sich hinlenkte, der wirkliche Träger der Juwelen, deren Wert in keiner Weise übertrieben worden ist, ohne Verdacht zu erregen oder Schwierigkeiten zu begegnen, englischen Boden betreten konnte. Da soeben bekannt wird, daß sich unter den gestohlenen Juwelen auch ein Edelstein aus kaiserlichem Besitze von ungeheurem Werte befindet, sind überraschende Entwickelungen zu gewärtigen.«

Hast du es gelesen, Ted? fragte Richard.

Ja.

Riesig spassig, was?

Ich finde, das ist für die gegebenen Umstände nicht der richtige Ausdruck, erwiderte ich ernst. Ich hätte gute Lust, schnellstens zu verduften.

Tu das nicht, mein Lieber, versetzte Richard. Vorwärts! Mir macht die Sache wirklich Spaß. Und du darfst dich nicht beklagen, potz Kuckuck! Du spielst in der Komödie mit, als harmloser Statist, und kannst dir das Stück aus nächster Nähe und dazu gratis ansehen. Im voraus bezahlt. Herz, was wünscht du noch mehr? Bleibe feste bei der Stange, sage ich dir, und jetzt vorwärts!

Wir trennten uns am Piccadilly-Zirkus. Da ich um diese Zeit noch nicht gut in die Villa Rabenhorst zurückkehren konnte, selbst wenn ich Lust dazu verspürt haben würde – denn ich muß gestehen, daß ich das Armband in der Tasche befühlte und dabei an das hübsche Zimmermädchen dachte –, mußte ich mir die Zeit bis zum Abend in anderer Weise vertreiben.

Bei schönem Wetter ist nun zwar diese Aufgabe in London leicht zu lösen, aber man muß dazu ohne Sorgen sein. Meine Gedanken wunderten immer wieder nach St. Johns Wood hinaus und zu dem Briefe zurück, den Richard erhalten hatte. Und mit diesem Gedanken stieg die prächtige, verführerische Gestalt jenes Weibes vor meinem geistigen Auge auf, das so innigen und unverständlichen Anteil an meinem Wohlergehen nahm. Ich war in den St. Jamespark eingetreten und saß so in meine Gedanken versunken auf einer Bank. Dann begann ich, um meinen Geist auf etwas anderes zu richten, die Enten zu füttern. Aber ich bekam den harmlosen Zeitvertreib bald satt. Bald war ich so wild, daß ich kaltlächelnd den Enten vor mir hätte den Hals umdrehen können, bald wieder so weich gestimmt, daß ich am liebsten hätte weinen mögen wie ein kleines Kind. In Wahrheit waren durch die Erlebnisse der letzten Tage meine Nerven derart zerrüttet worden, daß ich von den verschiedensten Gemütsbewegungen wie ein Ball hin und her geworfen wurde. Richards Ratschlag, bei der Stange zu bleiben, war sehr gut gemeint und sehr vernünftig, aber er war es ja nicht, der in den Sattel steigen und den Ritt mitmachen mußte. Endlich kam ich auf den vernünftigsten Gedanken in meiner Lage, nämlich meinen Nerven durch Speise und Trank wieder Stärke und Kraft zuzuführen. Und so begab ich mich ins nächstgelegene Restaurant und bestellte mir ein kräftiges Mittagessen.

Aber auch hier konnte ich ein Gefühl der Einsamkeit nicht loswerden. Ich grollte mir selbst und einen Augenblick auch meinem Vater, weil er zu oft seine Schritte zur Börse gelenkt hatte, das gute Gold in der Tasche, um es nur anderen zuzustecken. Es war ein unliebsamer Gedanke, daß nur dieser Umstand daran schuld war, wenn jetzt meine Zukunft in Frage gestellt war und ich meine Laufbahn damit begann, daß ich in einen der größten Diebstähle der Neuzeit verwickelt wurde. Diese Tatsache war nicht wegzuleugnen, noch wegzuscherzen, wie es Richard getan hatte. »Feste bei der Stange bleiben«, sagte ich bei mir, was bleibt mir denn anderes übrig? Nur Geduld, auch diese Prüfung wird an mir vorübergehen. Denken wir an schönere Dinge!

Und ich dachte an das schöne Weib von St. Johns Wood, wie wäre es, sagte ich mir, wenn ich den Nachmittag dazu benützte, noch einmal die Villa des Barons im Wildwoodweg in Augenschein zu nehmen? In diese Frage mischte sich die Hoffnung, ich möchte vielleicht zufällig noch einmal das Weib in Wirklichkeit sehen, das doch immer wieder in meine Gedanken einkehrte. So kam es, daß ich eine Stunde später durch das Gitter in den prachtvollen Garten der Villa hineinblickte.

Plötzlich hörte ich auf dem Kiese des Weges Schritte näherkommen. Ein Fliederbusch verbarg mich vor den Blicken, die mich vom Garten aus hätten sehen können. Die Schritte kamen immer näher. Und richtig, die Gestalt, die jetzt sichtbar wurde, war niemand anderes, als das prachtvolle Weib. Nachdenklich schaute sie zu Boden, ohne von meiner Gegenwart etwas zu ahnen. In diesem Moment schoß mir ein Gedanke durch den Kopf, den ich nicht abzuweisen vermochte. Jetzt oder nie, flüsterte eine Stimme in meinem Innern.

Entschlossen trat ich hinter dem Busch hervor und stellte mich vor das Türgitter. Da sie mich immer noch nicht bemerkte, räusperte ich mich leise.

Sie blickte auf. Es war mir, als ob sie ein wenig zusammenzucke. Aber sie beherrschte sich und wollte schon weiter gehen. Da zog ich höflich meinen Hut. Als sie stehen blieb, ohne indes meinen Gruß zu erwidern, sagte ich:

Entschuldigen Sie, Madame, daß ich Sie anspreche. Ein Impuls, dem ich nicht zu widerstehen vermag, veranlaßt mich dazu. Ich möchte Ihnen höflichst für das liebenswürdige Interesse danken, daß Sie so freundlich waren, für mich zu bezeugen.

Sie war wirklich eine herrliche Erscheinung. Nie zuvor, noch später habe ich ein so prachtvolles Weib gesehen. Sie warf das Haupt stolz zurück und bedachte mich mit einem zornigen Blick, als habe ich sie gröblich belästigt.

Ich habe nicht das Vergnügen gehabt, Ihre Bekanntschaft zu machen, mein Herr, versetzte sie kalt. Sie begehen eine Verwechselung!

Damit wollte sie mich stehen lassen. Ich erwiderte rasch:

Ich kann mich nicht bewegen lassen, das zu glauben, Madame. Noch kann ich Ihr jetziges Benehmen mit Ihrer offenkundigen Sorge um mein Wohlergehen in Einklang bringen, die Sie in Ihrem Briefe an meinen Freund Richard Hamilton an den Tag gelegt haben, welchen ich nicht ohne Erstaunen vor wenigen Stunden gelesen habe.

Der Hieb hatte offenbar gesessen, wenigstens kam es mir so vor, denn ihre Antwort klang nicht mehr so sicher, wie ihre erste Erwiderung.

Sie reden in Rätseln, sagte sie. Wissen Sie denn, wie ich heiße?

Ich zögerte meinerseits. Einen Augenblick schwebte mir der Name »Lucette« auf den Lippen. Aber ich besann mich eines Besseren und sagte:

Ich muß leider gestehen, daß ich das nicht weiß.

Und doch behaupten Sie, daß Sie einen Brief von meiner Hand gelesen haben, der auf Sie Bezug nimmt? Sehen Sie nicht ein, daß eine solche Behauptung sehr eigenartig klingt?

Unter gewöhnlichen Umständen ja, sogar sehr, erwiderte ich.

Sie finden also, daß ungewöhnliche Umstände obwalten?

Ich wiederhole es: sehr ungewöhnliche Umstände.

Wie kommen Sie dazu, zu glauben, daß der Brief von mir herrührt, wenn Sie doch meinen Namen nicht kennen? War der Brief unterzeichnet?

Nein.

Und doch halten Sie mich für den Schreiber.

In aller Ergebenheit, ja, Madame, versetzte ich, ganz erstaunt über meine Keckheit. Ich bin davon überzeugt, und wenn Sie so freundlich sein wollten, dies zuzugeben und mir die Art der Gefahr auseinanderzusetzen, in der ich mich befinde –

Welche Gefahr?

Gerade das wäre ich glücklich zu erfahren.

Abermals blickte sie mich forschend an, bevor sie antwortete. Dann sagte sie:

Ich weiß wirklich nicht, wie ich dazu komme, einem Fremden hier Rede und Antwort zu stehen. Wollen Sie die Güte haben, sich mir vorzustellen?

Ich hielt es für unnötig, Madame, da Sie ja in Ihrem Briefe meinen Namen erwähnten.

Und der wäre?

Lart. Eduard Lart.

Der Name scheint mir bekannt zu sein, sagte sie nach einer nachdenklichen Pause. Aber sicherlich haben Sie mich noch nie gesehen? Sie müssen Sinnestäuschungen unterworfen sein, Herr Lart.

Es ist noch nicht gar lange her, daß ich selbst dieser Ansicht zuneigte, erwiderte ich, aber ich bin jetzt anderer Meinung geworden, wer könnte Ihr Antlitz vergessen, Madame, wenn er es einmal gesehen hat?

Sie zuckte mit den Achseln und nahm wieder ihr unnahbarstes Benehmen an, als sie sagte:

Das hängt von äußeren Umständen ab, wie ich glaube. Reden wir offen miteinander: Haben Sie mich jemals gesehen?

Jawohl, Madame, ich habe das Vergnügen gehabt.

Wenn das der Fall sein sollte, wann und wo, bitte?

Ich schaute ihr so scharf in die Augen, als es mir möglich war, was mir nicht leicht fiel, da ihre glänzenden, großen, schwarzen Sterne mich blendeten, und antwortete:

Wollen Sie wirklich, daß ich Ihnen diese Frage beantworte?

Gewiß, warum stellen Sie diese Frage?

Ihre Stimme klang wieder hart.

Ich bin mir nicht ganz klar, antwortete ich, ob ich die schuldige Diskretion nicht verletze, wenn ich Ihre Frage in aller Offenheit beantworte. Darf ich fragen, ob Sie meine Antwort in strengster Vertraulichkeit entgegenzunehmen gesonnen sind?

Machen Sie das zur Bedingung? fragte sie ihrerseits.

Wenn Sie geruhen wollen, es als solche anzunehmen.

Gut, einverstanden. Ich mache von den meisten Frauen eine Ausnahme, indem ich nie verrate, was mir anvertraut wird.

Gut also, ich danke Ihnen. Ja, ich habe Sie einmal ebenso deutlich, wie ich Sie jetzt vor mir sehe, beobachtet. Es war im Savoy – noch nicht viele Abende her. Sie waren in Begleitung eines Herrn – eines Barons – und Sie dinierten zusammen in diesem Hotel mit einem Dritten.

Einem Dritten?

Ja, einem Franzosen.

Und der Baron hieß?

Romer.

Und der Franzose?

Javotte.

Sie zuckte zusammen, faßte sich aber rasch wieder.

Ich fürchte, Sie besitzen gefährliche Kenntnisse, Herr Lart, bemerkte sie.

Die ich zuversichtlich Ihrer sicheren Obhut anvertraue, Madame, erwiderte ich und verbeugte mich tief.

Darauf können Sie sich verlassen, versetzte sie. Und nun, darf ich fragen, ob Sie mich sonst noch bei irgend einer Gelegenheit gesehen haben?

Es schien mir, als ob sie mich mit gespanntem Blicke betrachte. Ich zögerte einen Moment, da ich mir wohl bewußt war, daß ich mich nun auf gefährlichem Gebiete befand.

Bestehen Sie auf einer Antwort, Madame? fragte ich sodann.

Ihre Augen blitzten auf.

Gewiß, sagte sie.

Gut, wenn Sie es haben wollen! Ich habe Ihr Gesicht zum ersten Male in einem Spiegel erblickt.

Zum ersten Male öffnete sie erstaunt den Mund. Auf jeder Wange erblühte ein köstliches Erröten, und ihre schneeweißen Zähnchen wurden sichtbar.

Das klingt ja wie ein Märchen, sagte sie.

Sie beschreiben die Lage aufs genaueste, Madame. Es war wirklich wie ein Märchenspuk.

Und wo, wenn ich fragen darf, ist diese Erscheinung vor sich gegangen?

Nicht sehr weit von hier.

Das ist nicht sehr genau bestimmt, bemerkte sie.

Um es genauer zu sagen, in der Villa Rabenhorst, Elsinorestraße.

Ist das möglich? fragte sie. Entweder sind Sie mit einer sehr lebhaften Phantasie begabt oder wissen Sie zuviel – welches von beiden trifft zu?

Keins, erwiderte ich, wenn ich auch gestehen muß, daß ich in der letzten Zeit mehrmals von schlimmen Phantasien heimgesucht worden bin. Kenntnisse besonderer Art habe ich keine.

Suchen Sie auch keine zu erwerben, sagte sie plötzlich mit fast beunruhigendem Ernste, wenn Sie Warnungen erhalten haben, so richten Sie sich darnach ein!

Sie hielt plötzlich inne und biß sich auf die Lippen. Dann fügte sie hinzu:

Betrachten Sie das als gesagt oder nicht, ich überlasse es Ihrer Diskretion. Und nun, Herr Lart, was wissen Sie mir von diesem Wunderspiegel zu erzählen?

Das Lachen, das diese Worte begleitete, kam mir etwas gezwungen vor.

Dieser Wunderspiegel, Madame, antwortete ich, hat mir Ihr Antlitz zum ersten Male vor die Augen gezaubert.

Und wo sagten Sie, daß sich dieser Wunderspiegel befindet?

In meinem Zimmer in der Villa Rabenhorst. Ich habe darin Ihr Antlitz so deutlich gesehen, wie in diesem Augenblicke. Ich sprang auf und schaute um mich und konnte niemand erblicken. Es war eine aufregende Geschichte. Und noch etwas! An einem anderen Tage erschien ein Blumenstrauß auf sehr geheimnisvolle Weise auf meinem Tische. Mitten in dem Strauße steckte ein Billett, das –

Plötzlich fuhr sie zusammen. Hinter ihr wurden Schritte hörbar.

Um Gottes willen, flüsterte sie ängstlich, da kommt Romer. Sagen Sie rasch, woher wir uns kennen. Haben Sie eine Mutter – oder Schwestern?

Beides – Blythedale House in Richmond, gab ich im selben Tone zurück.

Einen Augenblick später stand ich dem Baron Romer gegenüber.

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