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Die Frau Bürgemeisterin

Georg Ebers: Die Frau Bürgemeisterin - Kapitel 9
Quellenangabe
typefiction
authorGeorg Ebers
titleDie Frau Bürgemeisterin
publisherDeutsche Verlags-Anstalt
printrunFünfte Auflage
year1882
firstpub1881
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20080619
projectid1995ed5b
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Neuntes Kapitel.

Am Abend des dritten Tages, welcher Wilhelm's Unterredung mit Henrika folgte, führte ihn der Weg durch die Nobelstraße, an dem Hoogstraten'schen Hause vorüber.

Ehe er es erreicht hatte, sah er zwei Herren, denen ein Knecht eine Laterne vorantrug, über den Fahrdamm auf dasselbe zuschreiten.

Wilhelm wurde aufmerksam. Jetzt faßte der Diener den Thürklopfer. Das Licht seiner Laterne traf der Männer Gesicht. Beide waren ihm nicht unbekannt.

Der kleine, zierliche Alte mit dem spitzen Hut und dem kurzen schwarzen Sammetmantel war der Abbé Picard, ein muntrer Pariser, welcher vor zehn Jahren nach Leyden gekommen war und in den wohlhabenden Häusern der Stadt französischen Unterricht ertheilte. Er war auch Wilhelm's Lehrer gewesen, aber des Musikers Vater, der Rathssteuereinnehmer, wollte von dem witzigen Abbé nichts wissen; denn er sollte sein geliebtes Frankreich wegen eines unsauberen Handels verlassen haben, und Herr Cornelius witterte in ihm einen spanischen Spion. Der andere Herr, ein mittelgroßer Graukopf von ungewöhnlicher Körperfülle, der viel Tuch zu seinem mit Pelz verbrämten Ueberwurf brauchte, war Signor Lamperi, der Vertreter des großen italienischen Handelshauses Bonvisi in Antwerpen, welcher alljährlich mit den Störchen und Schwalben auf einige Wochen in Geschäften nach Leyden zu kommen pflegte, und in jeder Trinkstube als unerschöpflicher Erzähler von munteren Possen ein hochwillkommener Gast war. Zu diesen Beiden gesellte sich, ehe sie das Haus betraten, ein dritter Herr, dem zwei Diener Laternen vorantrugen. Ein weiter Mantel umschloß seine hohe Gestalt, und auch er stand an der Schwelle des Greisenalters und war kein Fremder für Wilhelm, denn der päpstliche Monseigneur Gloria, welcher häufig aus Haarlem nach Leyden kam, war ein Gönner der edlen Tonkunst und hatte den jungen Musiker, als er seine Reise nach Italien antrat, trotz seines ketzerischen Glaubens mit werthvollen Empfehlungsbriefen versehen.

Wilhelm setzte seinen Weg fort, als sich die Hausthür hinter den drei Herren schloß. Der Hausmeister Belotti hatte ihm gestern gesagt, daß ihm das junge Fräulein recht leidend zu sein scheine, aber da die alte Dame Gäste empfing, mußte sich ihre Nichte doch wohl besser befinden.

Das erste Stockwerk des Hoogstraten'schen Hauses war diesen Abend hell erleuchtet, im zweiten drang nur aus einem Fenster ein milder, stetiger Lichtschein in die Nobelstraße, aber die, für welche er leuchtete, saß mit fieberhaft glühenden Augen unruhig neben einem schwerfälligen Tische und drückte die Stirn auf die Marmorplatte desselben. Henrika befand sich ganz allein in dem weiten, überhohen Raum, den ihre Base ihr zur Wohnung angewiesen. Hinter Vorhängen von starkem vergilbtem Brokatstoff stand ihre Bettstatt, ein schweres Gebäu von ungeheurer Breite. Auch das übrige Geräth war groß und von abgeriebener Pracht. Jeder Stuhl, jeder Tisch sah aus, als wäre er einem außer Gebrauch gestellten Festsaal entnommen. Es fehlte nichts Nöthiges in diesem Saale, aber er war dennoch nichts weniger als heimlich und wohnlich, und Niemand wäre wohl auf den Gedanken gekommen, daß ein junges Mädchen hier hause, hätte nicht eine große vergoldete Harfe an der langen, hartgepolsterten Ruhebank neben dem Kamin gelehnt.

Henrika's Haupt glühte, aber die Füße wollten ihr auf dem buntgegipsten Estrich, den kein Teppich bedeckte, erstarren, obgleich sie den Unterkörper mit einem Tuche umwickelt hatte.

Kurze Zeit nachdem die drei Herren in das Haus ihrer Base getreten waren, stieg eine Frauengestalt die Treppe hinauf, welche aus dem ersten in das zweite Stockwerk führte. Henrika's überreizte Sinne bemerkten die leisen Tritte der Atlasschuhe und das Rauschen der seidenen Schleppe lange bevor die Nahende das Zimmer erreicht hatte, und sie richtete sich schneller athmend in ganzer Höhe auf.

Jetzt öffnete eine dürre Hand, ohne zuvor geklopft zu haben, die Thür und das alte Fräulein von Hoogstraten schritt gerade auf ihre Nichte zu.

Die betagte Dame war einmal schön gewesen, jetzt und in dieser Stunde bot sie indessen einen seltsamen und unerfreulichen Anblick dar.

Der gebeugte, hagere Körper war in ein langes Schleppgewand von schwerer rosenrother Seide gekleidet. Das kleine Haupt verschwand in der Halskrause, einem Spitzengebäu von ungeheurer Höhe und Breite. Ueber der fahlen Haut, die der Brustausschnitt sehen ließ, hingen lange Ketten von Perlen und funkelnden Edelsteinen, und über den kunstreichen rothblonden venetianischen Löckchen schwebte ein mit Straußfedern aufgeputzter Wulst von hellblauem Sammet. Ein starker Duft von wohlriechenden Essenzen wehte ihr voran. Sie mochte diesen selbst als überkräftig empfinden; denn der große, schillernde Fächer in ihrer Hand blieb in steter Bewegung und gerieth in heftige Schwingungen, als Henrika auf ihr kurzes »Schnell, schnell!« ein entschiedenes »Nein, ma tante,« antwortete.

Die alte Dame ließ sich indessen durch diese Weigerung nicht irre machen, sondern wiederholte ihr »Schnell, schnell!« nur entschiedener und fügte ihm als Begründung gewichtig hinzu:

»Der Monseigneur ist gekommen und will Dich hören.«

»Viel Ehre,« entgegnete das Mädchen, »viel Ehre, aber wie oft soll ich's wiederholen: Ich komme nicht!«

»Darf man fragen, warum nicht, meine Schönste?« fragte die Greisin.

»Weil ich für Deine Gesellschaft nicht tauge,« rief Henrika heftig, »weil der Kopf mich schmerzt und die Augen mir brennen, weil ich heute nicht singen kann und weil – weil – weil –. Ich beschwöre Dich, laß mich in Frieden.«

Die Alte ließ den Fächer sinken und fragte kühl:

»Hast Du vor zwei Stunden gesungen – ja oder nein?«

»Ja.«

»Dann ist es also nicht schlimm mit dem Kopfschmerz und Denise wird Dich ankleiden.«

»Wenn sie kommt, so schick' ich sie fort. Als ich vorhin nach der Harfe griff, that ich's, um den Schmerz fortzusingen. Es hat auf einige Minuten geholfen, aber nun hämmert es doppelt heftig hier oben.«

»Ausflüchte.«

»Glaube, was Du magst. Uebrigens: Wenn ich mich auch in dieser Stunde wohler fühlte, als ein Eichhörnchen im Walde, ich ginge doch nicht wieder zu Deinen Herren hinunter. Ich bleibe hier. Nun weißt Du's. Ich bleibe hier. Mein Wort darauf, und ich bin eine Hoogstraten wie Du.«

Henrika hatte sich erhoben, und aus ihren Augen leuchtete ein unheimliches Feuer ihrer Drängerin entgegen. Die alte Dame ließ den Fächer schneller spielen, und ihr weit vorspringendes Kinn wankte. Dann sagte sie kurz:

»Dein Wort in Ehren. Also nicht! Also nicht!«

»Gewiß nicht,« rief das Mädchen mit unehrerbietiger Bestimmtheit.

»Jeder hat seinen Willen,« erwiederte die Greisin und wandte sich der Thür zu. »Was zu bunt ist, ist zu bunt. Dein Vater wird Dir's nicht danken.«

Mit diesen Worten nahm Fräulein von Hoogstraten ihren langen Schlepprock auf und näherte sich der Thür. Dort blieb sie stehen und blickte sich noch einmal fragend nach Henrika um. Diese bemerkte das Zaudern ihrer Base recht wohl, aber sie wandte ihr geflissentlich und ohne die versteckte Drohung einer Erwiederung zu würdigen, den Rücken.

Sobald die Thür sich geschlossen hatte, sank das Mädchen auf den Stuhl zurück, drückte die Stirn auf die Marmorplatte und ließ sie dort lange ruhen. Dann erhob sie sich so rasch und heftig, als ob sie einem dringenden Rufe folgte, schlug den Deckel ihrer Truhe zurück, schleuderte Strümpfe, Mieder und Schuhe, die ihr im Wege lagen, in weiten Bogen auf den Estrich hin und erhob sich erst wieder, nachdem sie einige Bogen Schreibpapier gefunden, welche sie im Schloß ihres Vaters zu ihren übrigen Sachen gelegt hatte.

Als sie sich aus der knieenden Stellung erhob, erfaßte sie ein Schwindel, aber sie hielt sich auf den Füßen, trug erst die weißlichen Blätter nebst einem Notenbuche und dann das große Schreibzeug, welches schon seit mehreren Tagen in ihrem Zimmer stand, auf den Tisch und setzte sich dann neben demselben nieder.

Tief in den Sessel gelehnt, begann sie zu schreiben. Das Buch, welches ihr als Pult diente, lag auf ihrem Knie, das Papier auf dem Buche. Knirschend und stockend zog der Gänsekiel große und steile Lettern über die weiße Fläche. Henrika war nicht ungeübt im Schreiben, aber es mußte ihr heute unsäglich schwer werden, denn ihre hohe Stirn befeuchtete sich leise, ihr Mund war von bitterem Weh verzogen, und so oft sie wenige Zeilen vollendet hatte, schloß sie die Augen oder trank mit gierigen Zügen aus dem Wasserkruge, welcher neben ihr stand.

Es war ganz still in dem großen Zimmer, aber manchmal wurde die Ruhe, welche sie umgab, von eigenthümlichen Geräuschen und Tönen unterbrochen, welche aus dem unter ihrem Gemach gelegenen Speisesaal zu ihr hinaufdrangen. Gläsergeläut, scharfes Gekicher, lautes tiefes Gelächter, einzelne Takte aus einem lockeren Liebesliede, Vivatrufen und dann der schrille Ton eines muthwillig zertrümmerten Glases drangen vereinzelt und durcheinanderklingend zu ihr hinauf. Sie wollte das Alles nicht hören, aber sie hörte es doch und biß entrüstet die weißen Zähne zusammen. Dabei kam die Feder doch nicht völlig zur Ruhe.

Was sie in dieser Stunde schrieb, waren abgebrochene oder lange, bis zur Unverständlichkeit verschlungene Sätze ohne innern Zusammenhang. Hier klafften Lücken, dort wiederholten sich einzelne Worte zweimal und dreimal. Das Ganze glich einem Brief, den eine Irrsinnige geschrieben, und dennoch sprach aus jeder Zeile, aus jedem Federzuge der gleiche mit leidenschaftlicher Sehnsucht hervorgestoßene Wunsch: Fort von hier! Fort von dieser Frau und aus diesem Hause!

Ihrem Vater galt die Anrede. Sie bat ihn, sie endlich von hier zu befreien, sie abzuholen oder holen zu lassen. Der Oheim Matenesse van Wibisma, sagte sie, scheine ein träger Bote zu sein; er habe früher wohl selbst Gefallen an den Abenden der Base gefunden, die sie, Henrika, mit Ekel erfüllten. Sie würde ihrer Schwester nach in die Welt hinauslaufen, wenn der Vater sie hier zu bleiben nöthigte. Dann begann sie mit einer Schilderung der Base und ihres Treibens. Das Bild der Tage und Nächte, welche sie bei dem alten Fräulein nun schon seit Wochen verlebte, stellte ein Gemisch von kleinen und großen Leiden, äußerlich und innerlich herabwürdigenden Anforderungen in grellen, wüsten Zügen dar.

Wie heute, so ward da unten nur zu oft gezecht und gekichert; aber nicht bloß das – Henrika hatte sich stets zu den Gästen der Base, älteren, ausgelassenen Herren von italienischer oder französischer Herkunft und leichten Sitten, gesellen müssen. Während sie diese Konventikel beschrieb, stieg das Blut voller in ihre ohnehin gerötheten Wangen und die langen Federstriche wurden dabei größer und größer. Was der Abbé erzählte und die Tante belachte, was der Italiener herausschrie und der Monseigneur schmunzelnd mit einem leisen Kopfschütteln verdammte, war so schamlos frech, daß sie sich besudelt hätte durch die Wiederholung.

War sie ein ehrbares Mädchen oder war sie es nicht? Lieber hungern und dursten, als solchem Gelage noch einmal beiwohnen. Wenn der Speisesaal leer war, so wurde anderes Unerhörtes von Henrika gefordert, denn dann war die Base, welche es nicht aushalten konnte, auch nur einen Augenblick allein zu sein, krank und elend, und sie mußte sie pflegen. Daß sie Leidende gern und willig bediene, so schrieb sie, das habe sie an den Blatterkindern im Dorfe zur Genüge bewiesen, aber wenn die Base den Schlaf nicht finde, so müsse sie bei ihr wachen, ihr die Hand halten und bis zum Morgen zuhören, wie sie bald jammere, winsele und bete, bald sich selbst und die verrätherische Welt verwünsche. Sie, Henrika, sei stark und kräftig in dies Haus gekommen, aber so viel Ekel, Ingrimm und Ueberwindung hätten sie um die Gesundheit gebracht.

Bis um Mitternacht hatte das Mädchen geschrieben. Immer undeutlicher waren die Buchstaben, immer ungleichmäßiger und krummer die Zeilen geworden und bei den letzten Worten: »Mein Kopf, mein armer Kopf! Ihr werdet sehen, ich komme um den Verstand. O bitte, ich bitte Euch, lieber und strenger Herr Vater, nehmt mich nach Hause. Ich habe auch wieder etwas gehört, das sich auf Anna . . .« trübten sich ihre Augen, die Feder sank ihr aus der Hand und sie fiel besinnungslos in den Sessel zurück.

So blieb sie liegen, bis das letzte Lachen und Gläsergeklirr unter ihr vertönt war und die Gäste ihrer Base das Haus verlassen hatten.

Denise, die Cameriera, bemerkte das Licht im Zimmer des jungen Fräuleins. Sie trat ein und rief, nachdem sie sich vergeblich bemüht hatte, Henrika zu erwecken, die Herrin.

Diese folgte der Zofe und murmelte, während sie die Treppe hinanstieg:

»Eingeschlafen, Langeweile, – nichts weiter! Unten bei uns wäre man munter geblieben und hätte gelacht. Schwerfälliges Blut! ›Leute von Butter‹, sagt König Philipp. Der tolle Lamperi war heute von einer Unart, und der Abbé hat Dinge gesagt – Dinge –«

Aus den großen Augen der Greisin blitzte der Wein und der Fächer flog hin und her, um die Glut ihrer Wangen zu kühlen.

Jetzt stand sie Henrika gegenüber. Sie rief sie an, schüttelte sie und bespritzte sie aus der großen, in Gold gefaßten Perle, welche als Riechfläschchen an ihrem Gürtel hing, mit stark duftendem Wasser. Als ihre Nichte trotzdem nur unverständliche Worte murmelte, befahl sie der Zofe, den Arzneikasten zu holen.

Denise hatte sich entfernt und nun bemerkte das Fräulein den Brief Henrika's, führte ihn nah an die Augen, durchlas mit wachsender Entrüstung Seite für Seite, warf ihn endlich zu Boden und versuchte dann ihre Nichte wachzuschütteln; aber vergebens.

Inzwischen war der Hausmeister Belotti von der schweren Erkrankung Henrika's unterrichtet worden, und weil derselbe dem jungen Fräulein zugethan war, schickte er auf eigene Hand zu einem Arzte und ließ auch, an Stelle des ausgewiesenen Seelsorgers des Hauses, den Kaplan Damianus rufen. Dann begab er sich in das Zimmer der Kranken.

Noch ehe er die Schwelle übertreten, rief ihm die alte Dame in höchster Erregung entgegen:

»Belotti, was sagen Sie nun, Belotti? Krankheit im Hause, vielleicht ansteckende Krankheit, vielleicht gar die Pest.«

»Es scheint nur ein Fieber zu sein,« entgegnete der Italiener beruhigend. »Kommen Sie, Denise, wir tragen das Fräulein zusammen auf's Bett. Der Arzt wird bald kommen.«

»Der Arzt?« rief die alte Dame und schlug mit dem Fächer auf die Marmorplatte des Tisches. »Wer hat Euch gestattet, Belotti . . .«

»Wir sind Christen,« unterbrach sie der Diener nicht ohne Würde.

»Ganz wohl, ganz wohl,« rief die Greisin. »Thut, was Ihr wollt, ruft, wen Ihr mögt, aber hier kann Henrika nicht bleiben. Ansteckung im Hause, die Pest, eine schwarze Tafel.«

»Eccellenza beunruhigen sich ganz ohne Noth. Hören wir doch erst den Ausspruch des Arztes.«

»Ich will ihn nicht hören, ich mag nicht die Pest und die Blattern. Ihr geht sogleich hinunter, Belotti, und laßt die Sänfte rüsten. Im Hinterhause steht das alte Kavalierzimmer leer.«

»Aber, Eccellenza, es ist dumpf und so feucht, daß die Nordwand mit Schimmel bedeckt ist.«

»So laßt es lüften und reinigen. Was soll dies Zaudern bedeuten? Ihr habt zu gehorchen. Versteht Ihr mich, Herr?«

»Das Kavalierzimmer taugt nicht für die kranke Nichte meiner gnädigen Herrin,« entgegnete Belotti höflich, aber entschieden.

»Nicht? Und das wißt Ihr genau?« fragte das Fräulein höhnisch. »Geh' hinunter, Denise, und laß die Sänfte herausbringen. Habt Ihr noch etwas zu sagen, Belotti?«

»Ja, Padrona,« entgegnete der Italiener mit bebender Stimme. »Ich bitte Eccellenza, mich zu entlassen.«

»Aus dem Dienst zu entlassen?«

»Mit Eccellenzas Erlaubniß, ja; – aus dem Dienst.«

Die Greisin zuckte zusammen, drückte beide Hände fest an den Fächer und sagte:

»Ihr seid empfindlich, Belotti.«

»Nein, gnädige Dame, aber ich bin alt und fürchte mich vor dem Unglück, in diesem Hause einmal zu erkranken.«

Das Fräulein zuckte die Achseln und rief, indem sie sich an die Cameriera wandte:

»Die Sänfte, Denise. Ihr seid entlassen, Belotti.«

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