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Die französische Revolution

Thomas Carlyle: Die französische Revolution - Kapitel 97
Quellenangabe
typetractate
booktitleDie französische Revolution
authorThomas Carlyle
translatorDr. Franz Kwest
year1898
firstpub1837
publisherVerlag von Otto Hendel
addressHalle a. d. S.
titleDie französische Revolution
pages919
created20110927
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Die Marseiller.

Erstes Kapitel.
Eine Exekutive, die nicht handelt.

Wie konnte die gliederlahme nationale Exekutive in irgend einem Maße »in Thätigkeit« versetzt werden durch solch einen 20. Juni? In ganz entgegengesetzter Richtung als beabsichtigt; denn überall thut sich große Sympathie für die auf solche Weise beschimpfte Majestät kund, spricht sich in Adressen, Petitionen, »der Petition der zwanzigtausend Einwohner von Paris« und dergleichen aus unter allen Konstitutionellen, man sammelt sich entschieden um den Thron.

Aus dieser Stimmung hätte König Ludwig etwas machen können, sollte man denken. Indessen, er macht nichts daraus, versucht's nicht, denn seine Blicke richten sich über alle Sympathie und alle Unterstützung zu Hause hinweg, hauptsächlich nach Koblenz. Auch ist wirklich diese Sympathie an sich nicht viel wert. Es ist die Sympathie von Leuten, die immer noch glauben, daß die Konstitution marschieren könne. So muß daher die alte Zwietracht und Gährung zwischen Feuillants-Sympathie für das Königtum und Jakobiner-Sympathie für das Vaterland, die im Innern gegen einander wirken, neben dem Schrecken vor Koblenz und vor dem Herzog von Braunschweig von außen: diese Zwietracht und Gährung muß ihren Gang weiter gehen, bis eine Katastrophe reif ist und kommt. Man sollte denken, besonders da Braunschweig schon nahe daran ist zu marschieren, daß jetzt eine solche Katastrophe nicht fern sein kann. Rührt euch, ihr fünfundzwanzig Millionen Franzosen, ihr fremden Potentaten, ihr drohenden Emigranten, ihr deutschen Drillmeister; jeder thue, was er kann! Du, o Leser, wirst aus sicherer Entfernung zusehen, was sie unter sich aus der Sache machen.

Man betrachte darum diesen beklagenswerten 20. Juni als etwas Geringfügiges; nicht als eine Katastrophe, sondern als Katastase. Wehen nicht die schwarzen Hosen dieses 116 20. Juni in der historischen Vorstellung, wie eine melancholische Fahne der Not, um Hilfe flehend, die kein Sterblicher geben kann? Um eine Hülfe flehend, die ja nicht aus freien Stücken zu geben, einem und allen, eine Hartherzigkeit wäre! Andere solche Fahnen, oder was man Begebenheiten nennt, und dunkle oder helle symbolische Phänomene werden an der historischen Einbildung vorüberflattern; diese wollen wir nacheinander mit äußerster Kürze bemerken.

Das erste Phänomen nach einer Woche und einem Tag ist Lafayette vor den Schranken der Versammlung. Unverzüglich, als Lafayette von diesem skandalösen 20. Juni hörte, hat er sein Kommando an der Nordgrenze in besserer oder schlechterer Ordnung verlassen, und ist hierher geeilt, um die Jakobiner zu unterdrücken. Nicht durch einen Brief diesmal, sondern durch mündliche Vorstellungen und das Gewicht seiner Person, von Angesicht zu Angesicht. Die hohe Versammlung findet den Schritt bedenklich, ladet indes den General zu den Ehren der Sitzung ein.Moniteur, Séance du 28. juin 1792. Andere Ehren oder Erfolge hatte er, unglücklicherweise, beinahe keine. Die Galerien alle murrten, der feurige Isnard zeigte sich darüber verdrossen, der scharfe Guadet ließ es an Sarkasmen nicht fehlen.

Und draußen, nachdem die Sitzung vorüber, hört Sieur Resson, der Inhaber des Patrioten-Cafés in dieser Gegend, einen Tumult auf der Straße, tritt mit seinen patriotischen Gästen hinaus, zu sehen, was es giebt: es ist Lafayettes Equipage mit einer lärmenden Eskorte von blauen Grenadieren, Kanonieren, sogar Linienoffizieren, die um den Wagen springen und Hurra rufen. Sie machen Halt Ressons Thür gegenüber, schütteln ihre Federbüsche, ja ballen ihre Fäuste gegen ihn und brüllen: »A bas les Jacobins!« – ziehen aber glücklicherweise ohne Thätlichkeiten weiter, ziehen weiter, um vor der Thür des Generals einen Maibaum zu pflanzen, und bramarbasieren beträchtlich. Worüber der Sieur Resson, nicht ohne Bedauern, am Abend in der Muttergesellschaft Bericht erstattet.Débats des Jacobins (Histoire parlementaire XV, 235). Was aber der Sieur Resson und die Muttergesellschaft höchstens erraten können, ist, daß um die nämliche Zeit beim General ein Rat von eingefleischten Feuillants, der unabgeschaffte Stab der konstitutionellen Garde und was sonst Rang und Gewicht hat, sich 117 heimlich über die Frage bespricht: Können wir nicht die Jakobiner mit Gewalt unterdrücken? Am nächsten Tag soll eine Revue im Tuileriengarten abgehalten werden über die, die sich stellen und es versuchen wollen. Ach, sagt Toulongeon, kaum ein Hundert stellte sich ein. So schiebe man es bis morgen auf, um die Leute besser benachrichtigen zu können. Am Morgen darauf, an einem Samstag, stellen sich »einige dreißig«, und gehen achselzuckend auseinander.Toulongeon. II, 180; siehe auch Dampmartin II, 161. Lafayette setzt sich schleunigst wieder in seinen Wagen und kehrt zurück, nachsinnend über manche Dinge.

Der Staub von Paris ist kaum von seinen Rädern, der Sommersonntag ist kaum angebrochen, so reißt eine Deputation von Cordeliers jenen Maibaum Lafayettes aus, und vor Sonnenuntergang haben ihn Patrioten schon in effigie verbrannt. Lauter und lauter erhebt sich in den Sektionen, in der Nationalversammlung der Zweifel an der Gesetzlichkeit solch eines ungebetenen antijakobinischen Besuchs eines Generals; ein Zweifel, der anschwillt und sich über ganz Frankreich verbreitet sechs Wochen lang, mit endlosem Geschwätz über eigenmächtige Soldaten, den Engländer Monk, ja über Cromwell. – du armer Grandison-Cromwell. – Was half's? König Ludwig selber sah das Unternehmen Lafayettes kalt an; der kolossale Herr von zwei Welten fand, als er sich in der Wagschale gewogen hatte, daß er ein Sommerfadenkoloß geworden, federleicht, da nur »einige dreißig« sich auf seine Seite gestellt hatten.

In gleichem Sinne und mit dem nämlichen Ausgange handelt das Departementsdirektorium hier in Paris, das am 6. Juli es auf sich nimmt, den Maire Pétion und Procureur Manuel von allen bürgerlichen Ämtern zu suspendieren wegen ihres Verhaltens am kitzligen 20. Juni, das, wie behauptet, voller Unterlassungen und Vergehungen gewesen sei. Der tugendhafte Pétion sieht sich zu einer Art Märtyrer oder Pseudomärtyrer gemacht, mit manchem bedroht; er bricht in gebührende heroische Klagen aus, in die das patriotische Paris und die patriotische Legislative gebührend einstimmen. König Ludwig und Maire Pétion haben bereits eine Zusammenkunft gehabt wegen der Affaire vom 20. Juni, eine Zusammenkunft und eine Besprechung, die sich durch Freimütigkeit auf beiden Seiten auszeichnete und auf 118 Seiten König Ludwigs endete mit den Worten: »Taisez-vous, schweigen Sie!«

Übrigens scheint diese Suspendierung unseres Maires eine unzeitige Maßregel, denn durch unglücklichen Zufall fiel sie gerade auf den Tag jenes berühmten Baiser de l'amourette oder wunderbaren, versöhnenden Delilakusses, von dem wir vor längerer Zeit sprachen. Der Delilakuß verfehlte dadurch ganz seine Wirkung. Denn nun muß Seine Majestät beinahe noch am selben Abend schreiben und die versöhnte Versammlung um Rat fragen! Die versöhnte Versammlung will nicht raten, sich nicht einmischen. Der König bestätigt die Suspendierung; und nun, aber nicht früher, will die Versammlung sich vielleicht einmischen, da der Lärm darüber beim patriotischen Paris immer lauter wird. Dadurch wird der Delilakuß, wie es das Geschick des ersten Parlaments wollte, zur Philisterschlacht.

Ja, es geht die Rede, daß nicht weniger als dreißig unserer hervorragendsten politischen Senatoren ins Gefängnis kommen sollen infolge Verhaftsbefehl und Anklage feuillantistischer Richter, juges de paix, die hier in Paris dazu wohl fähig wären; hatte doch erst am letzten Mai der juge de paix Larivière die Kühnheit, infolge einer Klage Bertrands de Moleville in Bezug auf das »österreichische Komitee«, einen Befehl zu erlassen gegen drei Häupter des Berges, die Deputierten Bazire, Chabot, Merlin, das Cordelier-Trio, worin er sie aufforderte, vor ihm zu erscheinen und nachzuweisen, wo dieses »österreichische Komitee« wäre, oder die Folgen zu erleiden. Das Trio war seinerseits so kühn, diesen Befehl ins Feuer zu werfen und sich mutig auf ihr Parlamentsprivilegium der Redefreiheit zu berufen, so daß der arme Richter Larivière, für seinen Eifer ohne die Kenntnis dieses Privilegiums, jetzt im Gefängnis von Orléans sitzt, seinen Prozeß vor der Haute Cour dort erwartend. Mag sein Beispiel nicht andere vorschnelle Richter abschrecken, und diese Rede von den dreißig Arresten eine bloße Rede bleiben?

Aber im ganzen, obgleich Lafayette so leicht. befunden worden und ihm sein Maibaum ausgerissen wurde, so wankt der offizielle Feuillantismus nicht im geringsten, sondern trägt den Kopf hoch, stark im Buchstaben des Gesetzes. Feuillants sind all diese Leute vom Feuillantdirektorium; auf hohen Stand und dergleichen sich stützend, mit einem Herzog de la Rochefoucault als Präsidenten, – was für 119 ihn sich noch einmal gefährlich erweisen wird. Die einst so helle Anglomanie dieser bewunderten Nobeln ist jetzt getrübt. Der Herzog von Liancourt erbietet sich von der Normandie aus, wo er Lordlieutenant ist, nicht allein Seine Majestät, wenn der König dahin fliehen will, aufzunehmen, sondern ihm enorme Geldsummen zu leihen. Sire, es ist keine Revolte, es ist eine Revolution, und wahrlich keine von Rosenwasser. Würdigere Edelleute, als diese zwei, gab es nicht in Frankreich, nicht in Europa; aber die Zeit ist verdreht, rasch wechselnd, verkehrt, und welcher geradeste Weg wird in ihr zu irgend einem Ziele führen?

Eine andere Phase, die wir in diesen ersten Julitagen bemerken, ist die, daß gewisse dünne Häuflein von föderierten Nationalfreiwilligen, von verschiedenen Punkten aus, nach Paris ziehen, um am 14. hier ein neues Bundes- oder Pikenfest zu feiern. So hat's die Nationalversammlung gewünscht, die Nation gewollt. Auf diesem Wege erlangen wir doch vielleicht noch unser Patriotenlager trotz Veto. Denn können nicht diese Föderierten, nach ihrer Feier des Pikenfestes, weiter marschieren nach Soissons, und, nachdem sie dort gedrillt und in Regimenter eingereiht sind, an die Grenze eilen oder wohin es uns gefällt? So wäre das eine Veto geschickt umgangen.

Wie in Wirklichkeit das andere Veto, die Priester betreffend, auch wahrscheinlich umgangen wird, und zwar ohne viele Mühe. Denn Provinzialversammlungen, in Calvados zum Beispiel, gehen auf eigene Hand vor und verurteilen und verbannen antinationale Priester. Oder, schlimmer noch, es kann, ohne Provinzialversammlung, das wütende Volk, wie in Bordeaux, auf dem Wege zum Gericht, »zwei derselben an die Laterne hängen.«Histoire parlementaire, XVI, 259. Traurig steht's um das gesprochene Veto, wenn es nicht Gehorsam finden kann!

Es schreibt freilich ein Gespenst von einem augenblicklichen Kriegsminister oder Minister des Innern – ein Gespenst, das wir nicht nennen – an die Munizipalitäten und königlichen Kommandanten, daß sie mit allen erdenklichen Mitteln dieser Föderation entgegentreten und die Föderierten selbst mit Waffengewalt zurücktreiben sollen; ein Befehl, der nur Zweifel, Lähmung und Verwirrung verbreitet, die arme Legislative ärgert, und die Föderierten, wie wir sehen, auf kleine Häuflein reduziert. Wird aber dies Gespenst oder 120 jenes Gespenst gefragt, was denn sie zur Rettung des Landes vorzuschlagen wissen, – so antworten sie, daß sie es nicht sagen können, daß sie überhaupt diesen Morgen insgesamt resigniert haben und nun lediglich respektvollen Abschied vom Steuerruder nehmen. Mit diesen Worten schreiten sie rasch aus dem Saal, sortent brusquement de la salle, »während die Galerien laut Beifall rufen,« die arme Legislative »für eine gute Weile in Schweigen« dasitzt.Moniteur, Séance du 10. juillet 1792. So laufen die Kabinettsminister selbst, in äußerster Not, von der Arbeit; dies ist eine der bedenklichsten Vorbedeutungen. Ein anderes vollständiges Ministerium wird es nicht geben, nur Bruchstücke, und die so wechselnd, daß es nie ein Ganzes werden wird – gespenstische Erscheinungen, die nicht einmal mehr erscheinen können! König Ludwig schreibt, daß er dem Bundesfest jetzt seinen Beifall schenke und selber das Vergnügen haben werde, daran teilzunehmen.

Und so ziehen diese dünnen Häuflein durch ein gelähmtes Frankreich nach Paris. Dünne grimmige Häuflein, nicht starke freudige Scharen, wie einst zum ersten Pikenfest. Nein, diese armen Föderierten ziehen jetzt Österreich und dem österreichischen Komitee, Gefahren und vergeblichen Hoffnungen entgegen; es sind Leute von schwerem Geschick und Gemüt, nicht reich an Gütern dieser Welt. Viele vom Kriegsminister gelähmte Munizipalitäten scheuen sich, ihnen Geld zu gewähren; es kommt vor, daß solch arme Föderierte sich nicht zu bewaffnen und nicht zu marschieren vermögen, bis die Tochtergesellschaft des Ortes ihre Tasche öffnet und zusammensteuert. Am bestimmten Tage werden nicht dreitausend im ganzen angelangt sein. Und doch, dünn und schwach, wie diese Häuflein Föderierter erscheinen, so sind sie doch das Einzige, was man auf dieser merkwürdigen Bühne mit irgend einem klaren Zwecke sich bewegen sieht. Das Übrige ist zorniges Summen und Gären, unruhiges Zucken und Stöhnen des gewaltigen Frankreichs, das durch seine nicht marschierende Konstitution wie verzaubert und in einen schrecklichen halb bewußten, halb unbewußten magnetischen Schlaf versenkt ist; und dieser schreckliche magnetische Schlaf muß jetzt bald enden in einem von zwei Dingen: in Tod oder Wahnsinn! Die Föderierten bringen meist einen ernsten Angstschrei oder eine Petition mit, daß man endlich »die Nationalexekutive in Thätigkeit versetze«, oder, daß man als einen Schritt in 121 dieser Richtung, des Königs déchéance, des Königs Absetzung, oder wenigstens seine Suspendierung ausspreche. Sie werden der Legislative, der Mutter des Patriotismus willkommen sein, und Paris wird für ihre Einquartierung sorgen.

Déchéance – ja, und was dann? Frankreich von seinem bösen Zauber erlöst, die Revolution gerettet, und alles und jedes dann. So antworten grimmig Danton und die unbeschränkten Patrioten aus der Tiefe ihrer unterirdischen Region des Komplottes, in die sie jetzt hinabgetaucht sind. Déchéance, ja, antwortet Brissot und die beschränkten Patrioten; und wie, wenn dann der kleine Kronprinz gekrönt und eine Regentschaft von Girondisten und einem zurückberufenen patriotischen Ministerium über ihn gesetzt würde? Ach, armer Brissot, der du, wie ja in der That der arme Mensch es immer thut, auf den nächsten Morgen blickst, als dein friedliches, gelobtes Land; der du entscheidest, was bis zum Weltende dauern soll, doch mit einer Einsicht, die nicht über deine eigene Nase hinausreicht. Klüger sind die unbeschränkten, unterirdisch wühlenden Patrioten, die, mit dem hellen Blick für die Stunde, das übrige den Göttern überlassen.

Oder dürfte nicht, wie die Sachen jetzt stehen, der wahrscheinlichste Ausgang von allem sein, daß Braunschweig in Koblenz, der eben seine gewaltigen Glieder an sich zieht um sich zu erheben, früher schon ankäme; und daß er beiden, der déchéance und dem Theoretisieren darüber, ein Ende machte? Braunschweig ist im Begriff, zu marschieren; mit achtzigtausend Mann, wie man sagt, grimmigen Preußen und Hessen, noch grimmigeren Emigranten. Ein General aus Friedrichs des Großen Schule, mit solch einer Armee! Und unsere Armeen? Und unsere Generale? Was Lafayette betrifft, über dessen kürzlichen Besuch ein Komitee in Beratung sitzt und ganz Frankreich hadert und tadelt, so scheint er eher bereit, gegen uns, als gegen Braunschweig zu kämpfen. Luckner und Lafayette geben vor, ihr Korps zu wechseln, und führen Bewegungen aus, die der Patriotismus nicht verstehen kann; dies allein ist klar, daß ihre Korps im Innern des Landes marschieren und sich hin und her schieben, viel näher an Paris als früher. Luckner hat Dumouriez zu sich beordert von Maulde her und dem befestigten Lager dort. Diesem Befehl erklärt der nicht verlegene Dumouriez, – wo die Österreicher ihm so nahe sind und er beschäftigt ist ein paar Tausende zu brauchbaren Soldaten zu drillen – nicht gehorchen zu können, komme daraus, was 122 wolle.Dumouriez, II, 1, 5. Wird die arme Legislative daher Dumouriez' Haltung sanktionieren, der sich an sie wendet, »da er nicht weiß, ob es ein Kriegsministerium giebt?« Oder wird sie Luckners Haltung und diese Bewegungen Lafayettes sanktionieren?

Die arme Legislative weiß nicht, was thun. Sie beschließt indes, daß der Stab der Pariser konstitutionellen Garde und überhaupt alle solchen Stäbe, die größtenteils aus Feuillants bestehen, aufgelöst und versetzt werden sollen. Sie berät ernstlich, wie man erklären könne, daß das Vaterland in Gefahr sei. Und endlich, am 11. Juli, am Morgen, nachdem jenes Ministerium die Arbeit eingestellt hatte, erklärt die Legislative, daß schleunigst das Vaterland in Gefahr erklärt werde. Nun laßt den König die Erklärung sanktionieren, laßt die Munizipalität Vorkehrungen treffen. Wenn eine solche Erklärung etwas nutzen kann, so darf sie nicht fehlen.

In Gefahr, wahrlich, wenn je ein Vaterland in Gefahr war! Steh auf, o Vaterland, wenn du nicht schmählichem Ruin verfallen willst. Ja, stehen nicht die Aussichten wie hundert gegen eins dafür, daß keine Erhebung des Vaterlands es retten wird, wo Braunschweig, die Emigranten und das feudale Europa so nahe sind?

 

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