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Die französische Revolution

Thomas Carlyle: Die französische Revolution - Kapitel 30
Quellenangabe
typetractate
booktitleDie französische Revolution
authorThomas Carlyle
translatorDr. Franz Kwest
year1898
firstpub1837
publisherVerlag von Otto Hendel
addressHalle a. d. S.
titleDie französische Revolution
pages919
created20110927
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Fünftes Kapitel.
Gebt uns Waffen!

Am Montag ist die ungeheuere Stadt erwacht, nicht zu ihrer Werktagsbeschäftigung, nein, zu ganz anderer Arbeit. Der Arbeiter ist zum Kämpfer geworden und hat nur ein Bedürfnis: Waffen. Alle Gewerbe stehen still, bloß in der Werkstätte des Schmiedes, der grimmig seine Piken hämmert, und in der Küche des Garkochs, der schnellbereitete Speisen liefert, – denn bouche va toujours – herrscht Thätigkeit. Frauen nähen auch Kokarden, nicht mehr in Grün, – da dies die Farbe der Artois ist, so hat das Stadthaus Einsprache erheben müssen – sondern in Rot und Blau, unseren alten Pariser Farben, die vereint mit dem konstitutionellen Weiß, die berühmte Tricolore bilden, welche (wenn die Prophezeiung nicht trügt) »die Runde um die Welt machen wird.«

Alle Läden, ausgenommen die der Bäcker und Schankwirte, sind geschlossen. Paris ist auf den Straßen, in denen es rauscht und schäumt wie Wein in einem Venetianerglase, in das man Gift geträufelt hat. Wie rasend erschallen auf Befehl von allen Türmen die Sturmglocken. Gebt uns Waffen, ihr Wahlherrn-Stadträte, gebt uns Waffen, Flesselles du und deine Schöffen. Flesselles giebt was er vermag: trügerische, vielleicht hinterhältige Versprechungen vom baldigen Eintreffen von Waffen aus Charteville, und Befehle, bald da, bald dort nach Waffen zu suchen. Auch die neuen Stadträte geben, was sie können, etwa dreihundertsechzig unbrauchbare Feuerschlösser, die frühere Ausrüstung der Stadtwache: »ein Mann in Holzschuhen und ohne Rock ergreift sofort eines von ihnen und zieht auf Wache.« Auch an die Schmiede ergeht, wie erwähnt, der Befehl, aus Leibeskräften Piken zu machen.

Die Häupter der Bezirke beraten sich in fieberhafter Aufregung, während ihre Untergebenen wie toll umherstreichen und gierig nach Waffen suchen. Im Stadthause gab es, wie wir sahen, nur eine geringfügige Menge unschädlicher Gewehre. Im sogenannten Arsenal liegt nun Rost, Plunder und Salpeter – noch dazu bewacht von den Kanonen der Bastille. Seiner Majestät Rumpelkammer, Garde-Meuble genannt, wird erbrochen und ausgeplündert: Wandteppiche und Tand aller Art giebt es da genug, aber einen ganz unbedeutenden Vorrat an brauchbaren Waffen. Zwei silberne Kanonen, ein altes 183 Geschenk des Königs von Siam an Ludwig XIV sind da; das vergoldete Schwert des guten Heinrich, alte Ritterrüstungen und Waffen. In Ermangelung von etwas Besserem greift der bedürftige Patriotismus gierig auch nach diesen. Die siamesischen Kanonen rollen einem Zwecke entgegen, für den sie wohl nicht bestimmt waren. Unter verschiedenen Gewehren sieht man Turnierlanzen, fürstliche Helme und Panzer glänzen zwischen schäbigen Hüten, – wie es eben nur in einer Zeit möglich ist, in der alle Zeiten mit allem, was sie besaßen, plötzlich kunterbunt durcheinandergeworfen werden.

In St. Lazare, einem ehemaligen Lazarett, jetzt einer Besserungsanstalt unter geistlicher Leitung, findet sich keine Spur von Waffen, dagegen in offenbar sträflicher Menge Korn. Heraus damit auf den Markt bei diesem großen Getreidemangel! Himmel, es genügen kaum zweiundfunfzig Wagen um es zur Halle aux bleds zu bringen! Fürwahr, ehrwürdige Väter, eure Scheune war gut gefüllt, eure Vorratskammer voll, übervoll euer Weinkeller, ihr Verschwörer, die ihr die Armen zur Verzweiflung treibt, ihr verräterischen Brotwucherer!

Vergebens ist alles Protestieren, alles kniefällige Bitten. Das Haus des heiligen Lazarus giebt seine Habe nicht unter Protestieren heraus. Seht, wie es aus jedem seiner Fenster unter Geheul und Gebrüll ein wirres Durcheinander von Hausrat und tausenderlei Dingen auswirft; selbst der Kellerboden trinkt Wein; – endlich steigen, wie es in solchen Fällen natürlich ist, auch Rauchwolken auf. Nach der Behauptung einiger haben die an jeder anderen Rettung verzweifelnden Lazaristen das Feuer selbst gelegt; so ging die Anstalt in Flammen auf und verschwand von dieser Erde. Es verdient aber bemerkt zu werden, daß ein hier ertappter »Dieb,« (mochte er nun von Aristokraten angestiftet sein oder nicht) »auf der Stelle gehängt wurde.«

Schaut auch nach dem Châteletgefängnis. Das Schuldgefängnis La Force wird von außen erbrochen und die, welche dort in den Banden der Aristokraten sitzen, werden befreit. Wie die Verbrecher im Châtelet davon hören, »graben auch sie ihr Pflaster auf« und gehen zum Angriff über, gewiß mit bester Aussicht auf Erfolg, – hätte nicht der gerade vorüberziehende Patriotismus «eine Salve gegen diese Verbrecherwelt abgegeben« und sie wieder hinter Schloß und Riegel gebracht. Mit Dieben und Verbrechern hat der 184 Patriotismus keine Gemeinschaft, und heute hinkt die Strafe (wenn sie überhaupt noch hinkt) gewiß mit erschreckender Schnelligkeit dem Verbrecher nach. Zwanzig bis vierzig elende Leute, die man in den Kellern von St. Lazare betrunken am Boden liegen findet, werden mit Entrüstung zum Gefängnis geschleppt; der Schließer hat keinen Platz, und so »hängt man sie,« wie der Bericht lautet, in Ermangelung eines anderen Gewahrsams einfach auf. (on les pendit)Hist. Parl., II, 96. Ein kurzes, aber bedeutungsvolles Wort, mag es nun wahr sein oder nicht.

Unter solchen Umständen trifft der Aristokrat und der unpatriotische Reiche seine Vorbereitungen zur Abreise. Sie soll ihm nicht gelingen. Eine Streitkraft in Holzschuhen hat sich aller Barrièren, der verbrannten und nichtverbrannten bemächtigt; dort wird alles, was herein oder hinaus will, angehalten und zum Stadthaus geschleppt: Kutschen, Karren, Geschirr, Hausgeräte, »mancher Sack Mehl,« endlich sogar »Schafe und Rinder« überfüllen den Grèveplatz.Dusaulx, Prise de la Bastille p. 290.

Und so brüllt, tobt und blökt es; Trommeln wirbeln, Glocken tönen, Ausrufer rennen mit Handglocken herum und schreien: »Oyez, oyez, alle Mann in ihren Bezirk zur Einschreibung!« Die Wehrmänner der Bezirke sind in Gärten, auf offenen Plätzen versammelt und werden in Freiwilligentrupps eingeteilt. Noch ist keine glühende Kugel aus Besenvals Lager herübergeflogen, im Gegenteil, es treffen fortwährend Deserteure mit ihren Waffen ein – und jetzt, o Freude aller Freuden! gegen zwei Uhr nachmittags haben die Gardes français, die nach St. Denis Marschbefehl erhalten hatten, rundweg den Gehorsam verweigert und sind wie ein Mann herübergekommen! Das ist mehr wert als vieles Andere. Dreitausendsechshundert der besten Streiter mit vollständiger Ausrüstung, sogar mit Kanonieren und Geschützen! Die Offiziere blieben allein zurück; sie konnten nicht einmal erreichen, daß man die Kanonen vernagelte. Nun darf man auch hoffen, daß selbst die Schweizer, Château-Vieux und die anderen, es sich überlegen werden zu kämpfen.

Unsere Pariser Miliz, die man, wie einige meinen, Nationalgarde benennen sollte, wächst nach Herzenswunsch. Ihre Zahl, die anfangs nur Achtundvierzigtausend betragen sollte, 185 wird sich in wenigen Stunden verdoppeln und vervierfachen: eine unüberwindliche Macht, hätten wir nur Waffen!

Doch seht, da kommen die versprochenen Kisten aus Charleville mit der Aufschrift: Artillerie! Sind hier also nicht Waffen genug? – Denkt euch das verblüffte Gesicht der Patrioten, als sie alle Kisten mit Lumpen, Leinwandfetzen, Kerzenstümpfen und Holzspänen gefüllt fanden. Was heißt das, Vorsteher der Kaufmannsgilde? Ebensowenig giebt oder gab es jemals irgend eine Kriegswaffe im Karthäuserkloster, wohin man uns mit schriftlichem Auftrag geschickt hatte. Hier aber auf der Seine liegen in einem Schiffe wohl verborgen unter Theerblachen (ja, wenn der Patriotismus nur nicht eine so feine Spürnase hätte!) fünftausend Pfund Schießpulver, die nicht herein, sondern heimlich hinaus gehen sollen. Was fällt dir ein, Flesselles? Es ist ein kitzlich Ding, mit uns zu spielen. Die Katze spielt zwar mit der gefangenen Maus; spielt auch die Maus mit der wütenden Katze oder mit dem wütenden Nationaltiger?

Ihr Schmiede im schwarzen Schurze, hämmert unterdessen nur um so flinker mit starkem Arm und willigem Herzen. Schwinget alle Mann für Mann mit mächtigem Schwunge den wuchtigen Hammer, daß es abwechselnd erdröhne, bis der Ambos wankt und klingt, während über euren Köpfen von Zeit zu Zeit die Alarmkanone donnert, – denn jetzt hat die Stadt Pulver. Fünfzigtausend Piken werden in sechsunddreißig Stunden angefertigt; urteilt selbst, ob der schwarze Schurz gefeiert hat! Ihr anderen aber, Mann wie Weib, zieht fleißig Laufgräben, reißt das Straßenpflaster auf, stopft Erde in Fässer und baut daraus Barrikaden, stellt auf jede eine freiwillige Wache, schichtet auf Fenstergesimsen und in den oberen Stockwerken Steine auf! Und ihr alten, schwachen Frauen, haltet siedendes Pech oder wenigstens kochendes Wasser bereit und gießt und schüttet es mit euren alten fleischlosen Armen auf die Royal-Allemands. An kreischenden Verwünschungen werdet ihr es nicht fehlen lassen! – Patrouillen der neugeborenen Nationalgarde streichen die ganze Nacht mit Fackeln durch die im übrigen verödeten Straßen; nur die Fenster sind auf Befehl erleuchtet. Seltsamer Anblick! Eine naphthaerleuchtete Totenstadt, durch die hie und da ein Schwarm aufgescheuchter Geister zieht!

O ihr armen Sterblichen, wie macht ihr euch gegenseitig diese Erde schwer, wie macht ihr euch dieses herrliche, wundervolle Leben furchtbar und schrecklich! Satan wohnt in 186 euren Herzen! Welche Kämpfe, welches Wüten, welcher Jammer erfüllen euer Leben und haben es zu allen Zeiten erfüllt, – und am Ende umfängt euch alle die tiefe Ruhe des Grabes, und das salzige Meer ist durch eure Thränen nicht angeschwollen.

Und doch ist es ein erhabener Augenblick, da die erste Freiheitskunde zu uns dringt, da die langgeknechtete Seele – wenn auch anfangs wie geblendet und verwirrt – sich ihrer Banden entledigt, aus dem Dumpfen der Finsternis emporschwingt und bei ihrem Schöpfer schwört, sie wolle frei sein, frei? Versteht es recht, frei sein ist, bewußt oder unbewußt, das innerste Gebot unseres ganzen Seins. Freiheit ist das einzige, weise oder unweise erstrebte Endziel aller Kämpfe, Mühen und Leiden des Menschen auf dieser Erde. Ja, erhaben ist der Augenblick, (wenn du ihn erlebt hast), da sich die Freiheit gleich der Erscheinung am flammenumgürteten Sinai uns zum erstenmal auf unserer Pilgerfahrt durch die Wüste zeigt; ihr wird es von nun an weder an einer wegweisenden Wolkensäule bei Tag, noch an einer Feuersäule bei Nacht fehlen. – Wenn uns die Ketten einmal blutig drücken und vergiften, dann ist es schon Etwas, ja sogar etwas Bedeutendes, von »der Bedrückung durch unsere Mitmenschen« frei zu werden. Vorwärts denn, ihr rasenden Söhne Frankreichs, sei es diesem oder jenem Schicksal entgegen! Rings um euch seht ihr nur Hunger, Lüge, Verderbtheit und des Todes weitgähnenden Rachen; wo ihr weilt ist keines Bleibens.

Man kann sich, wenn auch nur unvollkommen, vorstellen, wie Kommandant Besenval diese traurigen Stunden auf dem Marsfelde verbrachte. Rings um ihn her tobt der Aufstand, und seine Leute schmelzen zusammen. Von Versailles erhält er auf die dringendsten Meldungen entweder gar keine oder einmal eine so unbestimmte Antwort, daß sie schlimmer ist als gar keine. Ein Offiziersrat kann nur noch entscheiden, daß es keine Entscheidung mehr giebt; die Obersten melden ihm »unter Thränen,« daß nach ihrer Überzeugung ihre Leute nicht kämpfen werden. Hier grausame Ungewißheit, dort unerreichbar auf seinem Olymp der Kriegsgott Broglie; er steigt nicht im Schreckensgewande herab, läßt nicht seine Kartätschensalven niedersausen, sendet keine Befehle.

Wahrlich im Schlosse von Versailles scheint alles in Geheimnis gehüllt, in der Stadt herrscht überall Lärm, Aufregung, Entrüstung. Die hohe Nationalversammlung tagt in augenscheinlicher Todesgefahr und sucht ihr Trotz zu bieten! 187 Sie hat erklärt, »Necker nehme das Bedauern der Nation mit sich.« Sie hat eine feierliche Deputation mit der dringenden Bitte in das Schloß hinübergeschickt, man möge die Truppen zurückziehen. Vergeblich. Seine Majestät ladet uns mit einer ganz seltsamen Ruhe ein, uns lieber unserer eigenen Aufgabe zu widmen, nämlich die Verfassung fertig zu stellen! Fremde Panduren gehen stolz und gespreizt mit der Miene von Eisenfressern umher; sie schielen nur zu offenkundig nach der Salle des Menus, – wenn sich nur nicht auf allen Wegen dahin diese »wild blickenden Gesichter« drängten!Siehe Lameth, Ferrières etc. Bleibt fest, ihr Senatoren der Nation, ihr Leitsterne eines entschlossenen, wildblickenden Volkes!

Die hohen Senatoren der Nation beschließen, daß wenigstens für die Dauer solcher Zustände, die Sitzung permanent sein solle. Dabei ist aber zu bedenken, daß der würdige Lafranc de Pompignan, unser neuer Präsident, den wir zum Nachfolger Baillys ernannt haben, ein von gar mancher Last ermüdeter Greis ist. Er ist der Bruder jenes Pompignan, der so klägliche Betrachtungen über das »Buch der Klagelieder« anstellte:

Savez-vous, pourquoi Jéremie,
Se lamentait toute sa vie?
C'est qu'il prévoyait
Que Pompignan le traduirait!

Der arme Bischof Pompignan zieht sich zurück, nachdem er Lafayette als Gehilfen oder Stellvertreter erhalten hat. Dieser sitzt nun in verzweifelter Stimmung als nächtlicher Vicepräsident schlaflos bei ungeputzten Lichtern vor einem dünnbesetzten Hause und wartet, was die Stunden bringen werden.

So steht es in Versailles. – In Paris aber ist der unruhige Besenval, ehe er sich für die Nacht zurückzieht, noch einmal in das nahegelegene Hôtel des Invalides zum alten M. de Sombreuil gegangen. Herr von Sombreuil hat dort, – es ist ein großes Geheimnis – bei achtundzwanzigtausend Musketen in seinen Kellern liegen, setzt aber kein Vertrauen in die Gesinnung seiner Invaliden. Heute z. B. hat er zwanzig dieser Burschen hinabgeschickt, welche die Musketen zerlegen sollen, damit der Aufruhr ihrer nicht habhaft würde; – in sechs Stunden hatten aber die Zwanzig kaum zwanzig 188 Gewehrschlösser oder Hundsköpfe (chiens) abgeschraubt; jeder Invalide seinen Hundskopf! Beim Kommando: Feuer! würden sie, wie er glaubt, ihre Kanonen gegen ihn selbst richten.

Bedauernswerte alte Edelleute im Soldatenrock, jetzt winkt euch kein Ruhm! Auch der alte Marquis de Launay hat schon lange seine Zugbrücken aufgezogen und sich »ins Innere der Feste zurückgezogen.« Unter dem mitternächtlichen Himmel gehen auf den Zinnen hoch über dem Lichtglanz des beleuchteten Paris Schildwachen auf und ab; eine Nationalpatrouille, die des Weges kommt, nimmt sich die Freiheit, nach ihnen zu schießen, »sieben, allerdings erfolglose Schüsse gegen zwölf Uhr nachts.«Deux Amis de la Liberté, I, 312. – Das war der 13. Juli 1789, ein schlimmerer Tag, wie manche sagten, als der letzte 13. Juli; denn damals fiel nur Hagel vom Himmel herab, heute aber steigt die Raserei aus der Hölle herauf, die mehr als die Ernte vernichtet.

In jenen Tagen liegt, wie die Chronologie uns lehrt, hingestreckt in Argenteuil, der alte Hitzkopf Marquis Mirabeau – und hört nicht die Lärmkanonen. Eigentlich liegt ja nicht er da, sondern nur sein Leichnam, der für immer taub und kalt ist. Samstag abends war es, da er hier mit seinem letzten Atemzuge den Geist aufgab – und eine Welt verließ, die nie nach seinem Sinne gehen wollte und nun dem Wahnwitz und allgemeinen Umsturz entgegenzugehen scheint. Was kümmert das ihn, der jetzt seine lange Reise nach einer anderen, gar fernen Welt angetreten hat? In weiter Ferne steht schweigend in jener Schlucht »von zwei windigen Thälern« das alte Schloß Mirabeau auf seinem schroffen Felsen, – jetzt nur der bleiche, gespensterhaft zerrinnende Schatten eines Schlosses. Auch dieser ungeheuere Weltaufruhr und Frankreich, ja selbst die Welt zerrinnt wie ein Schatten auf dem großen, stillen Meeresspiegel, und alles wird sein, wie es Gott will.

Der junge Mirabeau hat sich traurigen Herzens (denn er liebte den mürrischen, tapfern, alten Vater) und in traurige Sorgen versunken, vom Schauplatz der Weltgeschichte zurückgezogen. Die große Krisis vollzieht sich ohne ihn.Fils Adoptif. Mirabeau, VI, l. 1. 189

 

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