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Die französische Revolution

Thomas Carlyle: Die französische Revolution - Kapitel 139
Quellenangabe
typetractate
booktitleDie französische Revolution
authorThomas Carlyle
translatorDr. Franz Kwest
year1898
firstpub1837
publisherVerlag von Otto Hendel
addressHalle a. d. S.
titleDie französische Revolution
pages919
created20110927
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Zweites Kapitel.
Tod.

Ein vorübergehender Blick auf Vorgänge, die nicht unbeachtet bleiben dürfen, eröffnet sich in den ersten Tagen des Novembers. Vorerst Philippe Égalités letzter Gang, der Gang in seine dauernde Heimat. Philipp wurde mit den Girondisten zusammen in »Anklagezustand versetzt,« sehr zu seiner und ihrer Überraschung; aber nicht mit ihnen zusammen vor Gericht gestellt. Sie sind verurteilt und tot seit drei Tagen, als Philipp, der ein langes Halbjahr in Marseille geschmachtet hat, in Paris eintrifft. Es ist, nach unserer Rechnung, der 3. November 1793.

Am selben Tage werden auch zwei bemerkenswerte weibliche Gefangene dort in Gewahrsam gebracht: Dame Dubarry und Josephine Beauharnais. Dame Dubarry, ehemals Gräfin Dubarry, dies unglückselige weibliche Wesen, war von London zurückgekehrt; man ergriff sie nicht nur als Exhure einer einstigen Majestät und darum als verdächtig, sondern auch, weil sie »die Emigranten mit Geld unterstützt« haben sollte. Gleichzeitig mit ihr kommt die Gattin, bald Witwe Beauharnais', sie, die jetzt Josephine Tascher Beauharnais ist, die einst Josephine Kaiserin Buonaparte sein soll, – denn eine dunkle Wahrsagerin der Tropen hat vor langem prophezeit, daß Josephine eine Königin und mehr noch werden würde. In denselben Stunden auch marschiert der arme fast übergeschnappte Adam Lux, der nach Forster »seit drei Wochen keine Nahrung zu sich genommen hat,« aufs Schafott für sein Pamphlet auf Charlotte Corday; er »sprang aufs Schafott,« sagte, »er sterbe für sie mit großer Freude.« 364 Inmitten solcher Reisegenossen kommt Philipp an. Denn heiße der Monat Brumaire des Jahres 2 der Freiheit, oder November des Jahres 1793 der Sklaverei, die Guillotine geht immer, Guillotine va toujours.

Genug, Philipps Anklage ist bald aufgesetzt, seine Jury bald überzeugt. Er findet sich des Royalismus, der Verschwörung und vieles anderen sonst schuldig gemacht, ja, es ist eine Schuld bei ihm, daß er für Ludwigs Tod stimmte, obgleich er antwortet: »Ich stimmte nach Ehre und Gewissen.« Er findet sich zu sofortigem Tode verurteilt, dieser heutige düstere sechste Novembertag ist der letzte Tag, den Philipp sehen soll. Philipp, sagt Montgaillard, befahl daraufhin ein Frühstück, genügende Menge von »Austern, zwei Kotelettes, den größten Teil einer Flasche ausgezeichneten Rotweins,« und verzehrte sein Frühstück mit offenbarem Appetit. Dann kam ein Richter des Revolutionstribunals oder irgend ein offizieller Konventsemissär, um Philipp zu bedeuten, daß er dem Staate immerhin noch einen Dienst thun könnte, dadurch, daß er die Wahrheit über ein oder zwei Komplotte enthüllen würde. Philipp antwortete, daß unter den Umständen, wozu es nun im Laufe der Dinge gekommen, der Staat an ihn, wie er glaube, wenig Ansprüche haben dürfte; daß er jedoch, da ihm noch einige Muße dazu bliebe, im Interesse der Freiheit willig sei, auf eine vernünftige Frage eine vernünftige Antwort zu geben. Und so, sagt Montgaillard, lehnte er denn seinen Ellbogen aufs Kamingesims, und unterhielt sich in leisem Tone, scheinbar mit großer Gemütsruhe, bis die Mußezeit verronnen oder der Emissär seiner Wege gegangen war.

Am Thore der Conciergerie war Philipps Haltung aufrecht und ungezwungen, beinahe gebieterisch. Es ist fünf Jahre her, nur wenige Tage fehlen dazu, seit Philipp innerhalb dieser selben Steinmauern mit einer gnädigen Miene aufstand und König Ludwig fragte: »Ob dies denn eine königliche Sitzung oder ein lit de justice sei?« O Himmel! – Drei arme Hallunken sollten mit ihm zusammen im Karren fahren und mit ihm sterben; einige sagen, daß sie gegen solche Gesellschaft sich verwahrt hätten und daß sie an Hals und Beinen gepackt und in den Karren geworfen werden mußtenForster, II, 628; Montgaillard IV, 141-157. – aber es scheint nicht wahr zu sein. Verwahren oder nicht verwahren, das Galgenfahrzeug macht sich auf den Weg. 365 Philipps Anzug wird besonders bemerkt wegen seiner Eleganz: grüner Frack, Weste von weißem Piqué, gelbe Buckskin-Hosen, die Stiefel spiegelblank. Seine Miene, wie zuvor, ganz ruhig, gleichgültig, um nicht zu sagen vergnügt, und stutzerhaft artig. Straße nach Straße wird durchfahren, langsam, unter Verwünschungen; – am Palais Égalité, ehemals Palais Royal vorbei. Der grausame Pöbel hielt ihn dort einige Minuten lang an. Dame Buffon, wird gesagt, sah nach ihm hinaus, in Isebel-Kopfputz; längs der Quadersteinmauern befanden sich in ungeheurem trikoloren Druck die Worte: Eine und unteilbare Republik; Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit oder Tod; Nationaleigentum. Einen Augenblick lang sprühte aus Philipps Augen ein Höllenfeuer; aber den nächsten Moment war es verschwunden und er saß da, teilnahmslos, stutzerhaft artig. Auf dem Schafott wollte Samson ihm die Stiefel ausziehen: »Ei was,« sagte Philipp, »sie gehen besser herunter nachher; laßt uns fertig werden, dépêchons-nous!«

So wäre denn Philipp nicht so ganz ohne eine Tugend gewesen? Gott verhüte, daß es einen lebenden Mann gäbe ohne eine! Er hatte die Tugend, sich 45 Jahre am Leben zu erhalten; – andere Tugenden vielleicht mehr, als wir wissen. Aber wahrscheinlich wurden von keinem Sterblichen je solche Dinge erzählt als von Philipp, solche Thatsachen, und auch solche Lügen. Denn er war ein Jakobiner und Prinz von Geblüt; man bedenke, welche Verbindung! Auch lebte er, hierin ungleich irgend einem Nero, irgend einem Borgia, im Zeitalter der Pamphlete. Genug für uns: das Chaos hat ihn wieder verschlungen: möge es spät oder nie wieder seinesgleichen gebären. – Der wackere junge Orléans Égalité, der alles, nur sich selber nicht verloren hat, ist nach Chur in Graubünden gegangen unter dem Namen Corby, um Mathematik zu lehren. Die Familie Égalité befindet sich in den dunkelsten Tiefen des Nadir.

Ein weit edleres Opfer folgt, eines, das Anspruch auf ein Andenken bei Jahrhunderten haben wird: Jeanne Marie Phlipon, die Gattin Rolands. Königlich und erhaben in ihrem klaglosen Schmerze erschien sie Riouffe in ihrem Gefängnis. »In diesen großen dunkeln Augen, voll Ausdruck und Sanftmut,« sagt Riouffe,Mémoires sur les prisons, I, p. 55-57. »malte sich mehr, als man gewöhnlich im Blicke der Frauen findet. Sie sprach oft mit mir 366 am Gitter. Wir waren alle voll Aufmerksamkeit, in einer Art Bewunderung und Erstaunen; sie drückte sich mit einer Reinheit, einer Harmonie, einer Sprachschönheit aus, die ihre Rede zu einer Musik machte, die das Ohr nie genug hören konnte. Ihre Konversation war ernst, nicht kalt; aus dem Munde einer schönen Frau kommend, war sie doch frei und mutig, wie die Rede eines großen Mannes.« Und doch sagte ihre Dienerin: »Vor Ihnen nimmt sie all ihre Kraft zusammen, aber in ihrem Zimmer sitzt sie bisweilen drei Stunden lang ans Fenster gelehnt, und weint.« Sie ist schon seit 1. Juni im Gefängnis: einmal wurde sie freigelassen, aber in derselben Stunde wieder verhaftet. In der Abbaye hatte sie das Zimmer Charlotte Cordays. Hier in der Conciergerie spricht sie mit Riouffe, mit dem Exmininister Clavière, nennt die enthaupteten Zweiundzwanzig »nos amis, unsere Freunde,« denen wir bald zu folgen haben werden. Während dieser fünf Monate hat sie auch ihre Memoiren geschrieben, die noch immer die ganze Welt liest.

Aber nun, am 8. November, ist sie vor die Gerichtsschranken getreten, »in Weiß gekleidet,« sagt Riouffe, »das lange schwarze Haar bis auf den Gürtel herabhängend.« Sie kehrte mit raschem Schritt zurück, erhob ihren Finger, um uns anzudeuten, daß sie verurteilt sei; ihre Augen schienen naß. Fouquier-Tinvilles Fragen waren »brutal« gewesen; die beleidigte weibliche Ehre warf sie ihm mit Verachtung, nicht ohne Thränen, zurück. Und nun, nach kurzer bald gethaner Vorbereitung, soll auch sie ihren letzten Gang antreten. Es hatte mit ihr ein gewisser Lamarche, »Direktor der Assignatendruckerei« zu gehen, dessen Niedergeschlagenheit sie aufzuhellen versuchte. Am Fuße des Schafotts angekommen, bat sie um Feder und Papier, »um die seltsamen in ihr aufsteigenden Gedanken niederzuschreiben«Mémoires de Madame Roland (Introd.), I, 68. – eine merkwürdige Bitte, die nicht gewährt wurde. Auf die dort aufgestellte Statue der Freiheit hinblickend sagte sie bitter: »O Freiheit, was alles geschieht in deinem Namen!« Um Lamarches willen, um ihm zu zeigen, wie leicht es sei zu sterben, will sie zuerst sterben. »Gegen den Befehl!« sagte Samson. – »O, ihr könnt einer Dame nicht die letzte Bitte abschlagen;« und Samson gab nach.

Edle, weiße Erscheinung, mit dem hoheitsvollen königlichen Antlitz, den sanften stolzen Augen, dem langen, schwarzen bis zum Gürtel herabwallenden Haar, und dem tapferen Herzen, 367 wie nur je eins in eines Weibes Busen schlug! Wie ein weißes griechisches Marmorbild, in heiterer Vollkommenheit, scheint sie inmitten des schwarzen Trümmerhaufens ihrer Zeit – lange denkwürdig. Ehre der großen Natur, die in einem Paris, in der Ära des Adelhochmuts und der Pompadourwirtschaft eine Jeanne Phlipon erstehen lassen und sie auf dem sterilen Boden der Logiker, Encyklopädisten und des Evangeliums Jean-Jacques zu solcher Blüte reiner Weiblichkeit entfalten konnte. Des letzten Zuges aus ihrem Leben, dieser Bitte um Feder und Papier, »um die seltsamen in ihr aufsteigenden Gedanken niederzuschreiben,« werden Biographen noch lange gedenken. Diese Bitte ist wie ein kleiner Lichtstrahl, der Anmut und Heiligung über alles Vorangegangene ergießt; auch sie also fühlte in sich etwas Unnennbares, fühlte sich auch als eine Tochter der Unendlichkeit, und daß es Geheimnisse gebe, von denen alle Schulweisheit sich nichts hatte träumen lassen! – Sie hinterließ ausführliche geschriebene Ratschläge für ihre kleine Tochter, sagte, ihr Gemahl würde sie nicht überleben.

Noch grausamer war das Schicksal des armen Bailly, des ersten Nationalpräsidenten, des ersten Maire von Paris, jetzt verurteilt wegen Royalismus, Fayettismus, wegen der Affaire mit der roten Fahne auf dem Marsfelde, deshalb – so könnte man's im allgemeinen ausdrücken – weil er seine Astronomie verließ, um sich in die Revolution hineinzumischen. 10. Nov. 1793 ist's, ein feiner bitterkalter Regen rieselt herunter, als der arme Bailly durch die Straßen geführt wird. Ein heulender Pöbel bedeckt ihn mit Flüchen, mit Kot, schwenkt über seinem Haupte ein brennend oder rauchend Spottbild einer roten Fahne. Schweigend, unbemitleidet sitzt der unschuldige alte Mann.

Langsam durch den kalten Graupelregen fahrend, ist man zum Marsfelde gelangt. Nicht hier! schreit der fluchende Pöbel. Solches Blut darf nicht den Altar des Vaterlandes beflecken; nicht hier, sondern auf jenem Düngerhaufen am Ufer des Flusses! So brüllt der wilde Pöbel und das Beamtentum schenkt ihm Gehör. Die Guillotine wird heruntergenommen, wenn auch mit vom kalten Regen erstarrten Händen, sie wird ans Ufer des Flusses getragen, wird hier wieder aufgestellt, langsam infolge des Erstarrens der Hände, während im müden Herzen des alten Mannes die letzten Pulse schlagen. Stundenlang dauert es unter Flüchen und bitterkaltem Regen! »Bailly, du zitterst,« sagt einer. »Mon 368 ami, vor Kälte,« erwidert Bailly, »c'est de froid.« Ein grausameres Ende hatte kein Sterblicher.Vie de Bailly (in den Mémoires) I, 29.

Einige Tage später, als Roland erfahren hat, was am 8. November geschehen, umarmt er seine Gastfreunde in Rouen, verläßt ihr gastliches Haus, worin er eine Zuflucht gefunden; geht fort nach einem Abschiede, der zu traurig ist für Thränen. Am folgenden Morgen, am 16. des Monats, entdeckt man »etwa vier Stunden von Rouen in der Richtung nach Paris, nahe bei Bourg-Baudoin in Monsieur Normands Avenue« die Gestalt eines ernsten sorgengerunzelten Mannes, sitzend gegen einen Baum gelehnt; er ist steif schon von der Kälte des Todes. Ein Stockdegen hat sein Herz durchbohrt, und zu seinen Füßen liegt ein beschriebenes Papier: »Wer du auch sein magst, der du mich hier findest, ehre meine Überreste; es sind die eines Mannes, der sein ganzes Leben dem Zweck gewidmet hat, nützlich zu sein, und der gestorben ist, wie er lebte, tugendhaft und ehrlich. Nicht Furcht, sondern Entrüstung veranlaßte mich, meinen Zufluchtsort zu verlassen, als ich erfuhr, daß mein Weib gemordet worden. Ich mochte nicht länger auf einer mit Verbrechen bedeckten Erde verweilen.«Mémoires de Madame Roland (Introd.) I, 88.

Barnaves Benehmen vor dem Revolutionstribunal war äußerst mutig, aber konnte ihn nicht retten. Man hat ihn kommen lassen aus Grenoble, um der Guillotine den Tribut zu entrichten. Vergebens ist Beredsamkeit gegen die stumme Parzenschere Tinvilles. Er ist erst 32 Jahre alt, dieser Barnave, und hat solche Wechsel erlebt! Vor kurzem sahen wir ihn oben auf Fortunas Glücksrad, sein Wort ein Gesetz für alle Patrioten, und nun ist er sicherlich unter das Rad geraten, in stürmischem Streit gegen das Tribunal Tinvilles, das ihn zum Tode verurteilt.Forster, II, 629. Und Pétion, auch einst ein Mitglied der äußersten Linken und Pétion Vertu genannt, wo ist er? Bürgerlich tot, in den Höhlen von Saint-Emilion, um bald von Hunden gefressen zu werden. Und Robespierre, der mit ihm auf den Schultern des Volkes getragen wurde, ist im Wohlfahrtsausschusse, bürgerlich am Leben, doch nicht für immer. So schwindelnd schnell wirbelt und saust dieses unermeßliche tormentum einer Revolution, daß das Auge nicht zu folgen vermag. Barnave stampfte auf dem Schafott 369 mit dem Fuße und mit aufwärts gewendetem Blick hörte man ihn ausrufen: »Also dies ist mein Lohn?«

Der Deputierte Exprocureur Manuel ist schon dahin und der Deputierte Osselin, der auch im August und September sich berühmt gemacht hatte, ist im Begriff, zu gehen; dann Rabaut, den man durch Verrat zwischen seinen zwei Wänden entdeckt hat, und Rabauts Bruder. Nicht wenige Nationaldeputierte. Und Generale. General Custines Andenken kann nicht mehr verteidigt werden durch seinen Sohn; sein Sohn ist auch schon guillotiniert. Custine, der ehemalige Adelige, wurde ersetzt durch Houchard, den Plebejer. Der auch hatte kein Glück im Norden; für ihn ebenfalls gab es keine Gnade, er starb auf dem Revolutionsplatze, nachdem er Selbstmord versucht hatte im Gefängnis. So geht's den Generalen Biron, Beauharnais, Brunet, jedem General, der kein Glück hat, dem zähen, alten Luckner mit seinen rheumatisch gewordenen Augen, dem Elsässer Westermann, der so tapfer und eifrig gewesen in der Vendée; es kann keiner von ihnen, wie der Psalmist singt: »Seine Seele vom Tode erretten.«

Wie geschäftig sind die Revolutionskomitees, die Sektionen mit ihren vierzig Sous des Tags! Verhaftung folgt auf Verhaftung, schnell, beständig, und ist gefolgt vom Tode. Exminister Clavière hat sich im Gefängnis getötet, Exminister Lebrun, auf einem Heuboden ergriffen als Arbeiter verkleidet, wird gleich zum Tode geführt.Moniteur, 11. und 30. Dezember 1793; Louvet, p. 287. Ja, ist es nicht, wie Barrère sagt: »Man prägt Geld auf dem Revolutionsplatz.« Denn »das Eigentum des Schuldigen, wenn er ein Eigentum hat, wird immer konfisziert. Um Zwischenfällen zu begegnen, machen wir sogar ein Gesetz, daß Selbstmord uns nicht um unser Geld bringen solle, daß ein Verbrecher, der sich selbst tötet, nicht um so weniger die Konfiskation seiner Güter verwirkt hat. Es mögen die Schuldigen darum zittern, und die Verdächtigen, und die Reichen, mit einem Wort, alle Arten von Culotten! Der Luxembourg-Palast, einst Monsieurs Palast, ist zu einem großen, widrigen Gefängnis geworden, ebenso der Chantilly-Palast, einst Condés Residenz. Und ihre Eigentümer sind in Blankenberg, auf der unrechten Seite des Rheins. In Paris giebt's jetzt bei zwölf Gefängnisse, in Frankreich bei vierundvierzigtausend. Dahin, wie welke Blätter im Herbst, rauschen und treiben die Verdächtigen; 370 von den Revolutionskomitees heruntergeschüttelt, werden sie dahin gefegt, wie in einen Speicher, – um von Samson und Tinville verschlungen zu werden. »Die Guillotine geht nicht übel, la guillotine ne va pas mal.«

 

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