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Die französische Revolution

Thomas Carlyle: Die französische Revolution - Kapitel 112
Quellenangabe
typetractate
booktitleDie französische Revolution
authorThomas Carlyle
translatorDr. Franz Kwest
year1898
firstpub1837
publisherVerlag von Otto Hendel
addressHalle a. d. S.
titleDie französische Revolution
pages919
created20110927
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Achtes Kapitel.
Exeunt.

Auch sonst noch ist dieser 20. September ein großer Tag. Denn seht, während bei der Mühle von Valmy das Pferd Kellermanns unter ihm weggeschossen wird, bewegen und sammeln sich unsere neuen Deputierten, die den Nationalkonvent bilden sollen, um den »Saal der hundert Schweizer,« in der Absicht, sich zu konstituieren.

Tags darauf, gegen Mittag, ist der Archivar Camus damit beschäftigt »ihre Vollmachten zu bestätigen;« mehrere hundert Deputierte sind bereits da. Worauf die alte Legislative feierlich herüberkommt, ihre alte Asche phönixgleich in der neuen Legislative zu versenken, und nachdem dann alle zusammen in den Saal de Manège zurückgekehrt sind, so hält ein Nationalkonvent, vollzählig (oder mit siebenhundertundneunundvierzig Mitgliedern doch vollzählig genug), sogleich seine erste Sitzung und geht sogleich an die Geschäfte, präsidiert von Pétion. Lies den Bericht über jene Nachmittagsdebatte, o Leser; es giebt wenige Debatten wie diese, sogar der trockene Moniteur wird in seinem Berichte darüber dramatischer als ein Shakespeare. Denn der epigrammatische Manuel erhebt sich, spricht befremdliche Dinge, wie: der Präsident solle eine Ehrenwache bekommen und in den Tuilerien residieren –. Verworfen! Und Danton steht auf und spricht, und Collot d'Herbois, und Pfarrer Grégoire und der lahme Couthon vom Berg, und in raschen meliböischen Stanzen von nur wenigen Zeilen stellen sie nicht wenige Anträge: daß der Grundstein unserer neuen Konstitution die Volkssouveränetät sein solle, daß unsere Konstitution vom Volke angenommen oder null und nichtig sein solle, ferner, daß das Volk gerächt werden und gehörige Richter haben solle, daß 217 bis auf weiteres die Steuern fortdauern sollen, daß Grundeigentum und anderes für ewig heilig sein solle, endlich, daß »das Königtum von diesem Tage an in Frankreich abgeschafft« sein solle. – Beschlossen! Alles, unter dem Beifall der Welt, beschlossen, bevor es vier Uhr schlägt.Histoire parlementaire, XIX, 19. Die Früchte waren alle so reif, es brauchte nur der Baum geschüttelt zu werden, und in solch gelben, reifen Mengen fielen sie herab.

Und nun, was für eine Aufregung ist das in der Gegend von Valmy, sobald die Neuigkeit hierher gelangt? Was ist's, was wir gewahren und hören von unseren kotigen Höhen von La Lune aus?Williams, III, 71. Allgemeines Jubelgeschrei der Franzosen auf der entgegengesetzten Hügelseite, Mützen auf Bajonette gesteckt und ein Ruf von den Winden herübergetragen wie »République - vive la République!« Braunschweig, sozusagen am nächsten Morgen, schnürt sein Bündel, vor Tag, zündet so viel Feuer an, als er kann, und marschiert heimlich, ohne Trommelschlag, ab. Dumouriez findet gräßliche Spuren in dem verlassenen Lager, »latrines voll von Blut!«1. Oktober 1792: Dumouriez, III, 73. Der ritterliche König von Preußen, denn er ist, wie wir sehen, hier, er mag den Tag noch lange beklagen, mag kälter als je auf diese trübsinnig werdenden Seigneurs und auf ihres Landes Hoffnung, die französischen Prinzen, blicken, und übrigens seinen Überrock ohne Umstände anziehen, glücklich, daß er einen hat. Alle retirieren sie, eilig auch, durch eine zum Kotsumpf gewordene Champagne; der Regen strömt auf sie nieder, während Dumouriez durch seinen Kellermann und Dillon sie von hinten noch ein wenig stacheln läßt. Ein wenig, nicht viel, jetzt stachelnd, jetzt unterhandelnd; denn Braunschweig sind ja jetzt die Augen genug aufgegangen, und die Majestät von Preußen ist eine bereuende Majestät.

Weder Österreich hat inzwischen Glück gehabt, noch hat das hölzerne Pferd von Thionville sein Heu aufgefressen, noch die Stadt Lille sich ergeben. Die Laufgräben von Lille öffneten sich am 29. des Monats, mit Kugeln, Bomben, Glühkugeln, als ob nicht Gräben, sondern Vesuve und die Hölle sich geöffnet hätten. Es war fürchterlich, sagen alle Augenzeugen, aber erfolglos. Die Liller sind so voll Mut geworden, besonders nach den Neuigkeiten aus den Argonnen 218 und dem Osten, kein »Sansindispensables« ist in Lille, der um alles Geld eines Königs sich ergeben wollte. Es regnet glühende Kugeln, Tag und Nacht, »sechstausend« etwa, und Bomben, »inwendig gefüllt mit Terpentinöl und in Flammen aufspritzend« –; sie fallen besonders auf die Häuser der Sansculotten und der Armen, die Straßen der Reichen werden verschont. Aber die Sansculotten nehmen Wassereimer, erlassen Löschordnungen: »die Kugel ist in Peters Hause!« »Die Kugel ist in Jeans Hause!« Sie teilen Wohnung und Lebensmittel miteinander, rufen »vive la République« und verlieren den Mut nicht. Eine Kugel donnert in den Saal des Stadthauses, wo eben die Kommune versammelt ist. »Wir sind in Permanenz,« sagt einer, kaltblütig in seiner Rede fortfahrend, und auch die Kugel bleibt permanent und steckt in der Mauer wahrscheinlich bis auf den heutigen Tag.Bombardement de Lille (in der Histoire parlementaire XX, 63-71)

Die österreichische Erzherzogin (Schwester der Königin) will das glühende Kugelfeuern ansehen; im Übereifer, einer Erzherzogin zu gefallen, wird dem Wunsche so entsprochen, daß »zwei Mörser platzen und dreißig Personen töten.« So oft Lille auch brennt, immer ist's umsonst, immer wird wieder gelöscht, Lille will sich nicht ergeben. Knaben sogar reißen schnell die Lunten aus den gefallenen Bomben. »Ein Mann erhascht eine rollende Kugel mit seinem Hut, der zu brennen beginnt; nachdem die Kugel abgekühlt ist, wird sie mit einem bonnet rouge gekrönt.« Gedacht sei auch des flinken Barbiers, der ein Stück einer neben ihm platzenden Bombe ergriff, es mit Seife und Schaum füllte und rief: »Voilà mon plat à barbe,, mein neues Barbierbecken,« und auf der Stelle »vierzehn Personen« daraus einseifte und barbierte. Bravo, du flinker Bartkratzer, du bist würdig, den alten geisterhaften Rotmantel zu barbieren und Schätze zu finden! – Am achten Tage dieser verzweifelten Belagerung, am 6. Oktober, findet Österreich die Belagerung nutzlos, zieht ab, mit keinem angenehmen Selbstbewußtsein, aber eilig, denn Dumouriez wendet sich hierher. Und auch Lille, schwarz von Rauch und Asche, aber himmelhoch aufjauchzend, öffnet seine Thore. Das neue Barbierbecken wird Mode; »kein Patriot von elegantem Wesen,« sagt Mercier einige Jahre danach, »der sich nicht aus dem Scherben einer Liller Bombe rasierte.«

219 Quid multa, wozu viel Worte? Der Eindringling ist in Flucht; Braunschweigs Heer, wovon ein Drittel tot, wankt unglücklich die tief aufgeweichten Landstraßen der Champagne entlang, verbreitet sich auch über »die Felder von einem zähen, schwammigen, roten Thon.« Goethe sagt: »Wie Pharao durch ein rotes Meer von Kot; denn auch hier lagen zerbrochene Wagen, und Reiter und Fußvolk wollten in gleicher Farbe auf gleiche Weise versinken.«Campagne in Frankreich, p. 103. Am elften Morgen des Oktober sah der Weltdichter, aus Verdun, das er vom Süden her vor etwa fünf Wochen in ganz anderer Weise betreten hatte, sich hinausmühend, das folgende Phänomen und bildete einen Teil desselben:

»Ohne die Nacht geschlafen zu haben, waren wir früh um drei Uhr eben im Begriff, unseren gegen das Hofthor gerichteten Wagen zu besteigen, als wir ein unüberwindliches Hindernis gewahr wurden; denn es zog schon eine ununterbrochene Kolonne Krankenwagen zwischen den zur Seite aufgehäuften Pflastersteinen durch die zum Sumpf gefahrene Stadt. Als wir nun so standen, abzuwarten, was erreicht werden könnte, drängte sich unser Wirt, der Ludwigsritter, ohne zu grüßen, an uns vorüber.« Er war ein Notable Calonnes gewesen 1787, ein Emigrant seitdem, war jubilierend mit den Preußen in sein Heim zurückgekehrt, mußte aber jetzt wieder in die weite Welt hinaus, »von einem Bedienten begleitet, der ein Bündelchen auf dem Stocke trug.«

»Die Thätigkeit unseres Lisieux war hierbei nicht zu verkennen, auch durch ihn kamen wir diesmal vom Flecke, denn er sprengte in eine Lücke der Wagenreihe und hielt das folgende Gespann so lange zurück, bis wir sechs- und vierspännig eingeschaltet waren, da ich mich denn frischer Luft in meinem leichten Wägelchen abermals erfreuen konnte. Nun bewegten wir uns mit Leichenschritt, aber bewegten uns doch; der Tag brach an, wir befanden uns vor der Stadt im größtmöglichen Gewirr und Gewimmel. Alle Arten von Wagen, wenig Reiter, durchkreuzten sich auf dem großen Platze vor dem Thore. Wir zogen mit unserer Colonne rechts gegen Estain, auf einem beschränkten Fahrweg mit Graben zu beiden Seiten. Die Selbsterhaltung in einem so ungeheuern Drange kannte schon kein Mitleid, keine Rücksicht mehr; nicht weit vor uns fiel ein Pferd vor einem Rüstwagen, man schnitt die Stränge entzwei und ließ es liegen. Als nun aber die drei 220 übrigen die Last nicht weiter bringen konnten, schnitt man auch sie los, warf das schwerbepackte Fuhrwerk in den Graben, mit dem geringsten Aufenthalte fuhren wir weiter und zugleich über das Pferd weg, das sich eben erholen wollte, und ich sah ganz deutlich, wie dessen Gebeine unter den Rädern knirschten und schlotterten.

»Reiter und Fußgänger suchten sich von der schmalen unwegsamen Fahrstraße auf die Wiesen zu retten, aber auch diese waren zu Grunde geregnet, von ausgetretenen Gräben überschwemmt, die Verbindung der Fußpfade überall unterbrochen. Vier ansehnliche, schöne, saubergekleidete französische Soldaten wateten eine Zeitlang neben unserem Wagen einher, durchaus nett und reinlich, und wußten so gut hin und her zu treten, daß ihr Fuhrwerk nur bis an die Knorren von der schmutzigen Wallfahrt zeugte, welche die guten Leute bestanden.

»Daß man unter solchen Umständen in Gräben, auf Wiesen, Feldern und Angern tote Pferde genug erblickte, war natürliche Folge des Zustandes, bald aber fand man sie auch abgedeckt, die fleischigen Teile sogar ausgeschnitten, trauriges Zeichen des allgemeinen Mangels.

»So zogen wir fort, jeden Augenblick in Gefahr, bei der geringsten eigenen Stockung selbst über Bord geworfen zu werden, unter welchen Umständen freilich die Sorgfalt unseres Geleitmanns nicht genug zu rühmen und zu preisen war. Dieselbe bethätigte sich denn auch zu Estain, wo wir gegen Mittag anlangten und in dem schönen wohlgebauten Städtchen, durch Straßen und auf Plätzen, ein sinnverwirrendes Gewimmel um und neben uns erblickten; die Masse wogte hin und her, und indem alles vorwärts drang, ward jeder dem andern hinderlich. Unvermutet ließ unser Führer die Wagen vor einem wohlgebauten Hause des Marktes halten, wir traten ein, Hausherr und Frau begrüßten uns in ehrerbietiger Entfernung. Der gewandte Lisieux hatte, ohne daß man es wußte, gesagt, man sei der Bruder des Königs von Preußen.

»Nun aber konnten wir, aus den niedrigen Fenstern den ganzen Markt überschauend, unmittelbar das grenzenlose Getümmel beinahe mit Händen greifen. Aller Art Fußgänger, Uniformierte, marode, gesunde aber trauernde Bürgerliche, Weiber und Kinder drängten und quetschten sich zwischen Fuhrwerk aller Gestalt; Rüst- und Leiterwagen, Ein- und Mehrspänner, hunderterlei eigenes und requiriertes Gepferde, weichend, anstoßend, hinderte sich rechts und links. Auch 221 Hornvieh zog damit weg, wahrscheinlich geforderte weggenommene Herden. Reiter sah man wenig, auffallend aber waren die eleganten Wagen der Emigrierten, vielfarbig lackiert, vergoldet und versilbert, die ich wohl schon in Grevenmachern mochte bewundert haben.Siehe »Hermann und Dorothea,« Buch Kalliope. Die größte Not entstand aber da, wo die den Markt füllende Menge in eine zwar gerade und wohlgebaute, doch verhältnismäßig viel zu enge Straße ihren Weg einschlagen mußte. Ich habe in meinem Leben nichts Ähnliches gesehen; vergleichen aber ließ sich der Anblick mit einem erst über Wiesen und Anger ausgetretenen Strome, der sich nun wieder durch enge Brückenbogen durchdrängen und im beschränkten Bett weiter fließen soll. Die lange, aus unseren Fenstern übersehbare Straße hinab schwoll unaufhaltsam die seltsamste Woge, ein hoher zweisitziger Reisewagen ragte über der Flut empor. Er ließ uns an die schönen Französinnen denken; sie waren es aber nicht, sondern Graf Haugwitz, den ich mit einiger Schadenfreude Schritt vor Schritt dahinwackeln sah.«Campagne in Frankreich, Goethes Werke (Stuttgart 1829) XXX, 133–137.

In solch triumphloser Prozession hat Braunschweigs Manifest seinen Ausweg gefunden! – Ja, in Schlimmerem, »in Unterhandlung mit diesen Elenden,« wovon die erste Kunde eine solche Erschütterung in der Emigrantennatur verursacht, daß unser Weltdichter in Furcht gesetzt wird »für den Verstand von einigen.«Campagne in Frankreich, Goethes Werke (Stuttgart 1829) XXX, 152. Da hilft nichts, sie müssen weiter, diese armen Emigranten, wütend über alle Menschen und Dinge, und sie machen alle wütend durch den verfehlten Weg, den sie einschlagen. Wirt und Wirtin bezeugen einem an den tables d'hôte, wie unerträglich diese Franzosen sind, wie trotz solcher Erniedrigung, Armut und wahrscheinlichem Bettelstande noch immer das nämliche Streben nach Vorrechten, dieselbe Anmaßung und Unbescheidenheit bei ihnen vorhanden. Oben an der Tafel, auf dem Ehrenplatze, sieht man nicht einen Seigneur, sondern eine Karikatur von einem kindisch gewordenen Seigneur, noch immer angebetet, ehrfurchtsvoll bedient und gefüttert. An den verschiedenen Tischen sitzen buntgemischt Soldaten, Kommissäre, Abenteurer, die schweigend ihr barbarisches Essen verzehren. »Das bedenklichste Schicksal war auf allen Stirnen zu lesen, alle waren still, denn 222 jeder hatte seine eigene Not zu ertragen, sie sahen ein grenzenloses Elend vor sich.« Einen hastigen Wanderer, der eintritt und ißt ohne Murren, was man ihm vorsetzt, den läßt der Wirt beinahe zechfrei gehen. »Dies ist,« flüsterte der Wirt mir ins Ohr, »der erste von dem vermaledeiten Volke, der unser schwarzes Brot gegessen hat, das mußte ihm zugute kommen.«Campagne in Frankreich, 210–212.

Und Dumouriez ist in Paris, gepriesen und gefeiert; strahlende Salons paradieren mit ihm, die schönsten Blondinen in Seidenroben und Modefräcke in Menge wallen um ihn herum ohne Ende, in bewundernder Freude. Eines Abends jedoch, mitten im Glanz einer solchen Scene, sieht er sich plötzlich angeredet von einer schmutzigen unerfreulichen Erscheinung, die ungeladen, ja trotz aller Lakaien hereingekommen ist – eine unerfreuliche Erscheinung. Sie ist gekommen »in besonderer Sendung von den Jakobinern,« um scharf zu inquirieren, besser jetzt als später, in Bezug auf gewisse Dinge: »Die Augenbrauen freiwilliger Patrioten rasieren lassen zum Beispiel?« Auch »Ihre Drohungen in Stücke hauen zu lassen?« Auch »warum haben Sie Braunschweig nicht hitzig genug verfolgt?« So fragt, in scharfem Gekrächze, die Erscheinung. – »Ah, c'est vous qu'on appelle Marat! Sie sind der, den man Marat nennt!« antwortet der General und dreht sich kühl auf seinem Absatz herum.Dumouriez, III, 115. Marats Version in den Débats des Jacobins und dem Journal de la République (Histoire parlementaire XIX, 317-321) giebt das Umdrehen auf dem Absatze zu, sucht es aber anders zu erklären. – »Marat!« die Roben der Blondinen zittern wie Espenlaub, die Modefräcke sammeln sich herum, der Schauspieler Talma (denn dies geschieht in seinem Hause) und beinahe die Lichter im Salon erblassen, bis das obscöne Gespenst, die dunkle unirdische Geisterscheinung verschwindet, zurückkehrt in ihre Nacht.

General Dumouriez ist in wenigen kurzen Tagen wieder fort nach den Niederlanden; die will er angreifen, obwohl es Winter ist. Und General Montesquiou hat im Südosten die sardinische Majestät zurückgetrieben, ja beinahe ohne Flintenschuß ihr Savoyen abgenommen, das sich sehnt, ein Stück der Republik zu werden. Und General Custine im Nordosten hat sich auf Speier und dessen Arsenal geworfen 223 und dann, nicht uneingeladen, auf das kurfürstliche Mainz, wo's deutsche Demokraten giebt und jetzt keinen Schatten eines Kurfürsten. So konnte es in den letzten Tagen des Oktober geschehen, daß die demokratische Frau Forster, eine Tochter Heynes, als sie mit ihrem Manne vor dem Thore von Mainz spaziert, französische Soldaten sieht, die mit Kanonenkugeln Kegel spielen. Forster hüpft lustig über eine der eisernen Bomben weg mit dem Rufe: »Es lebe die Republik!« Ein schwarzbärtiger Nationalgardist erwidert: »Elle vivra bien sans vous, sie wird wohl auch leben ohne Euch.«Johann Georg Forsters Briefwechsel (Leipzig 1829), I, 88. 224

 


 

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