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Die Farbigen / Nathan, der Squatterregulator

Charles Sealsfield: Die Farbigen / Nathan, der Squatterregulator - Kapitel 4
Quellenangabe
authorCharles Sealsfield
titleDie Farbigen / Nathan, der Squatterregulator
publisherGeorg Müller
yearo.J.
editorHeinrich Conrad
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20180713
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IV.
Das Abenteuer am Bayou Chicôt

Und während der Graf innehält und tiefen Atem holt wie einer, der eine schwere Last ablegt, heitern sich seine Züge auf, seine Augen fallen auf Lassalle. Der beiden Blicke haften freundlich aufeinander.

Auf einmal ruft er dem Baron zu:

»Frisch vorwärts, Gaston! Ah, diese heillosen Bayous und Crevasses und Creeks und wie sie alle heißen, sie sind wie zum Halsbrechen eingerichtet. Laß deinen Renner nochmals die Füße heben.

Dieser aufmunternde Zuspruch«, fuhr der Graf lächelnd fort, »wurde gerade drei Tage nach den Auftritten, die Sie soeben gehört, einem achtundzwanzigjährigen französischen Kavalier zugerufen, den Sie alle zu kennen die Ehre haben, und der auf einem halbwilden, obwohl sehr matten mexikanischen Hengste soeben eine jener zahllosen Creeks zu übersetzen im Begriffe stand, die oberhalb Côte gelée und Courtableau die Attacapas von den Opelousas trennen. Er hatte mit seinem Freunde die düstern Wildnisse dieser obern Regionen zum Teile durchkreuzt, und beide befanden sich am Rande eines jener schwarzen Kiefernwälder, die sich bis zu den Rapides hinauf erstrecken. Das Bayou war, wie es in dieser heißen Jahreszeit gewöhnlich der Fall ist, mehr als zur Hälfte ausgetrocknet, ein Graben, in dessen Mitte sich ein Streifen hellen, ziemlich tiefen Wassers zeigte.

›So komm doch‹, schrie ihm sein Gefährte, der bereits am diesseitigen Ufer stand, abermals zu; ›frisch gewagt ist halb gewonnen!‹

›Aber, wenn ich nun über diese verdammte Creek bin, was weiter?‹ fragte Gaston.

›Weiter?‹ versetzte sein Freund mit einer drollig verlegenen Lache – ›eine Zigarre ist das weitere.‹

Und sofort zog dieser aus seiner Jagdtasche die Zigarrenbüchse heraus, holte Stein, Stahl und Schwamm hervor und rauchte den Glimmstengel an, den er lachend Gaston entgegenhielt.

Gaston schlug eine Arie aus der Iphigenie Tauride an, trabte einige Schritte zurück, gab seinem Rosse die Sporen und war in den nächsten drei Sekunden glücklich auf diesseitigem Boden in den Armen seines Freundes, der ihn brüderlich aufnahm; denn der gute Gaston, trotz seinem Rufe, der beste Reiter im Regimente Monsieurs zu sein, hatte den Boden geküßt.

Und die beiden Freunde, wie sie einander beschauten, brachen in ein schallendes Gelächter aus.

›Alle Teufel, wie wir aussehen!‹

Und sie sahen aus – Messieurs,« fährt der Graf fort, »versichere Sie, sie würden dem Kapitän einer Voltigeur-Kompagnie von Sanskülotten, nach einem vierwöchentlichen November-Biwak in der Bretagne, Ehre gemacht haben. Der eine hatte die beiden Schöße von seinem Nanking-Fracke eingebüßt, der andere die obere Hälfte seiner Inexpressibles mittels Weidenflechten an die untere gebunden; Gaston statt des Hutes ein Sacktuch um den Kopf gewunden, seines Freundes Kopf stak zwar noch in dem Strohgeflechte, aber der Rand war verschwunden.

›Alle Teufel,‹ rief Gaston, ›wir sehen ja ärger aus, ärger als diese Akadier nach einem Balle.‹

Und beide lachten wieder laut auf. Sie waren nämlich zu einem solchen Balle am Courtableau gekommen; – eine große Holz- und Lehmhütte, darinnen eine keifende Sackpfeife, und um diese lustig herumhopsend Enkel, Enkelinnen, Väter, Mütter, Großväter, Großmütter, barhaupt, barfuß in Karmagnollen Früher die gewöhnliche Kleidung der Akadier.>, Braguets Stücke Tücher, die um die Lenden und den Gürtel geschlungen werden und die Stelle der Beinkleider vertreten.> und Mitassen Eine Art Gamaschen, reichen vom Knöchel bis über das Knie.>.

›Hätten wir nur eine dieser Braguets oder Mitassen!‹ rief Gaston, seinen hosenlosen Schenkel erhebend.

›Oder ein Glas ihres Taffia.‹

›Oder einen Teller voll ihres Gombo.‹

›Ein wunderliches Volk‹, rief wieder Gaston. ›Oh, was gäbe ich nur für eine Stunde beim humblesten Restaurateur Versailles.‹

›Oder für ein Stübchen im Pavillon der Herzogin N–!‹

›Oder eine Soirée bei der Marquise –!‹

›O Eleanor!‹

›O Gabriele!‹

›Weißt du aber auch, daß ich hungrig bin?‹

›Und ich durstig!‹

›Und ich beides zusammen!‹

›Und ich halb geschunden!‹

›Und ich halb tot!‹

›Und wir beide würdige Subjekte für alle Werke der Barmherzigkeit!‹

Und abermals brachen die beiden Freunde in ein schallendes Gelächter aus.«

Der Graf erzählt so heiter, so fröhlich, seine Mimik ist so lebendig, seine Stimme so frisch und klangreich; alles an ihm atmet einen wie neugebornen Geist.

Er fährt fort:

»Die beiden Franzosen, Messieurs, um das Inkognito nicht länger beizubehalten, waren Gaston de Lassalle und sein Busenfreund Louis de Vignerolles, die, wie gesagt, drei Tage zuvor sich der Leitung des jungen Akadiers anvertraut, um – ihre Liebesrasereien zu verscheuchen.

Sie hatten den Teche hinauf gegen die Côte gelée und Courtableau zu gejagt, eine Nacht einem Balle oder vielmehr dem Ende desselben in einer Akadierhütte beigewohnt, die zwei andern im Freien geschlafen, biwakiert, – von Rehrücken, auf hölzernen Spießen gebraten, ihr Mittagsmahl gehalten, wieder an Rehrücken ihre Abendmahlzeit, und so allmählich die nördliche Grenze der Attacapas betreten, an Geist und Körper gestärkt, obwohl mit Verlust eines wesentlichen Teiles ihrer Garderobe, und hungrig und durstig, wie Sie gehört haben.

Es war ein drückend schwüler September-Nachmittag. – Die Sonne hatte den ganzen Tag gleichsam gebraten. Ihr kleiner Vorrat an Wein war bereits am ersten Tage daraufgegangen. Sie hatten die Bouteillen dafür mit Taffia füllen lassen, den sie mit Wasser verdünnt getrunken, aber auch der war zu Ende gegangen, und Martin eben deswegen auf einer Entdeckungsreise nach frischem Proviant.

Weit hinter ihnen lagen die Niederlassungen der Akadier. Martin hatte ihnen versichert, daß sie bald auf amerikanische oder, wie er sie nannte, Cochon-Yankees treffen müßten, die sich hier eingenistet, dem Verbote der spanischen Regierung und dem Hasse der Kreolen und der Eifersucht der Akadier zum Trotze, um welche alle sie sich aber ebensowenig kümmerten, versicherte Martin, wie er um das Summen der Moskitos im letzten Oktoberviertel.

Ces gars-là‹, brummte er immer, › je crois qu'ils veulent manger la Louisiane et le Mexique, à ce qu'on dit. Et ils sont insolents‹ setzte er immer hinzu, comme si la Louisiane leur appartenait, ces gars-là.

Aber trotzdem«, fährt der Graf fort, »wären wir jetzt froh gewesen, einen dieser Republikaner nahe zu haben.

›Stoß einmal in das Horn‹, ersuchte mich Gaston; ›ich kann es nicht, die Zunge klebt mir am Gaumen. Wo nur der alberne Junge so lange bleibt?‹

Und ich stieß in das Horn.

Und indem ich so tat, sahen wir beide zugleich auf, und der fröhliche, halb mutwillige Geist schwand von unsern Gesichtern und wir schauten.

Eh bien,« fuhr der Graf fort, »der Ton gab nicht jenen hellen, klaren Widerhall, der bei reiner Atmosphäre das Herz des Jägers so sehr erfreut und seine Nerven stärkt – er klang dumpf und kurz; und die Wahrnehmungen, die sich uns aufdrangen, waren wenig geeignet, uns in unserer frohen Laune zu erhalten. Wir waren, wie gesagt, am Rande eines jener Schwarzkiefernwälder, die sich von der Côte gelée hinauf zu den Opelousas ziehen; hinter uns lag eine Prärie, abwechselnd mit Palmettofeldern, Gehölzen und dichten Urwäldern, und durchschnitten von Bayous und Gewässern, die sich westlich vom Leboeuf gegen den Chetimachas und den Teche hinabwinden. Es waren eine jener herrlichen Wiesenflächen, die, so oft man sie auch sieht und beschreibt, dem Auge immer neu erscheinen. Ein See von frisch grünenden, in der Blüte stehenden und gereiften Gräsern, die unsern Pferden bis zu den Nüstern reichten. Rechts schlang sich ein Anflug von Palmetto eine halbe Meile von der Creek hinab, – die beiden Ufer der Creek selbst waren eingefaßt mit einem Saume ungeheurer Zypressen; die Wiese lag endlos vor dem Auge, weiter oben lief abermals ein Palmettofeld, an das ein Immergrün-Eichenwald stieß. Gegen Osten zeigte sich eine undurchdringliche Wildnis von Magnolien, Papaws, Immergrün-Eichen und Bohnenbäumen; gegen Norden zu der erwähnte Schwarzkiefernwald. So war das Tableau uns noch vor fünfzehn Minuten erschienen, – der kurze Zeitraum hatte den Anblick gänzlich verändert; eis- und blaugraue Dünste hatten sich um den Horizont herumgelagert und wurden, indem wir schauten, zusehends dichter, und die grellrote Sonnenscheibe wurde blässer, und die Umrisse der Wälder verschwanden, und dazwischen lagerten sich endlose trockene Dünste wie ungeheure bleifarbige Schleier, und die Luft, bisher heiß, doch elastisch, wurde immer schwerer, die Prärie erschien bloß noch wie eine Bucht im Nebelvorhange, der sich zwischen zwei Vorgebirgen herabrollt – schwach und matt durchschimmernd. – Und wie wir diese Symptome eines sich vor unsern Augen entwickelnden, nicht ganz geheuren Phänomens erschauten, begannen unsere Mienen auch jene Verlegenheit anzunehmen, die der Leichtherzige sowie der Starkmutige nicht bemeistern kann, wenn er eine unbekannte Gefahr herannahen sieht.

›Schieße dein Gewehr los‹, sprach ich zu Gaston mit einer Stimme, die mich selbst durch ihre Beklommenheit erschreckte.

Der Schuß ging los, der Knall wurde aber von der beengten Atmosphäre wie verschlungen; er war nicht bis zu den Wasservögeln gedrungen, die wir etwa hundert Schritte von uns auf dem Bayou plätschern gesehen.

›Wo nur dieser alberne Junge bleiben mag?‹ hob ich wieder an. ›Diese Akadier sind doch dümmer als –‹

›Stille,‹ fiel Gaston ein, ›stille! Sieh nur einmal unsere Pferde – was soll das bedeuten?‹

Die Tiere waren unruhig geworden – sie spitzten die Ohren, fingen an zu schnauben, sich mit halbem Leibe zu drehen, die Hälse zu recken, zu strecken, die Luft zu schnauben, ungemein ängstlich zu werden.

Wir sahen uns bei diesem Wittern unserer Tiere besorgt an.

Sie wurden immer ängstlicher, trotz ihrer Müdigkeit streckten sie die Hälse immer verlangender in der Richtung, die den Dünsten entgegengesetzt lag.

›Hier können wir nicht bleiben‹, sprach Gaston.

›Aber wohin?‹

›Uns den Pferden überlassen.‹

Und wir bestiegen unsere Rosse, und kaum waren wir auf ihren Rücken, als sie sich auch in kurzen Galopp setzten und längs der Creek zwischen dem Zypressenwalde und dem Palmettoanfluge, wie von einer tollen Meute Hunde gejagt, fortrannten. Die Creek schien sich zu erweitern – statt des Palmetto begann sich Sumpfrohr zu zeigen; unsere Pferde wurden immer ängstlicher. Die ganze Natur war wie ausgestorben, zuweilen ließ sich das Geschrei einer Wildgans hören, der Schrei aber war schrill, unheimlich.

›Was hat das zu bedeuten?‹ hob nach einer langen Weile Gaston wieder an. ›Mir wird so schwül, so heiß und doch kein Schweiß. Stoße nochmals ins Horn.‹

Und wir hielten an, und ich stieß abermals in das Horn.

Und der Ton erstarb mir auf den Lippen; es war mir, als ob die geschwängerte Atmosphäre ihn durch die Röhre mir zurück in den Mund drängte.

Die Luft war nun so heiß, so trocken geworden, daß die gekräuselten Haare unserer kurz zuvor noch vom Schweiße triefenden Pferde wie geleimt aneinanderklebten, – die Tiere ihre Zungen ausreckten und nach Luft und Kühlung lechzten.

›Sieh einmal!‹ rief Gaston abermals.

Wir schauten.

Die Ränder des Horizontes, bisher grau und bleifarbendunstig, begannen sich gegen Südwest zu röten, die Dünste wurden räucherig. –

›Hörst du nichts?‹ fragte ich.

Wir horchten.

Von Zeit zu Zeit ließ sich etwas wie Knistern hören mit einem entfernten Gekrache, ähnlich dem Peletonfeuer einer Truppenabteilung bei nebligem Wetter. Bei jedem solchen Gekrache schreckten unsere Pferde zusammen.

Die Creek wurde allmählich breiter, der Boden sumpfiger, wir hielten unschlüssig an.

›Wir können in dieser Richtung nicht fort,‹ meinte Gaston, ›wir müssen zurück auf die Prärie, in das Palmetto, wo wir wenigstens Kühle finden.‹

›Wohlan, wir wollen zurück.‹

Und wir ritten zurück an den Ort, wo wir übergesetzt; aber unsere Pferde wollten sich absolut nicht mehr zum Sprunge über das Bayou verstehen. Nur mit vieler Mühe brachten wir die stutzigen Tiere endlich dazu.

Die Röte am Horizonte war mittlerweile greller, die Atmosphäre heißer, trockener geworden, der Rauch hatte sich über Prärie, Wald und Palmetto hingelagert. Wir nahmen die Richtung, in der wir letzteres wußten.

›Sieh nur,‹ rief Gaston, ›noch vor einer halben Stunde war das Rohr so frisch, als wenn es soeben aufgeschossen wäre, die Blätter hängen jetzt wie Excuses von den dürren Lenden unserer ci-devant Hofkavaliere herab.‹

›Meiner Treu, Gaston, das ist ein bedenkliches Symptom. Mir vergeht alle Lust zum Scherzen.‹

Auf einmal rief er: ›Was ist das?‹

Die ganze Prärie, der Horizont, alles und alles vor uns gegen Süden und Südwesten hinab war eine dichte, endlose Rauchmasse, aus der die Sonne noch grellrot durchschimmerte, aber schwächer und schwächer, zuletzt hing sie noch wie eine matterleuchtete Papierlaterne am Himmel. Der Rauch hatte sich erstickend herangewälzt, so daß unsere Rosse keuchend umhersprangen und wieder dem Ufer des Bayou zurannten. Hinter dem Rauchvorhange, der jetzt die ganze Prärie verhüllte, glaubten wir ein entferntes Hissen und Zischen, wie das vieler Schlangen, zu hören.

Unsere Rosse arbeiteten sich keuchend, zitternd an allen Gliedern, vorwärts.

›Was ist das?‹ riefen wir abermals, zugleich abspringend und die Tiere anschauend, die schnaubend dem Uferrande, dem Wasser zueilten; kaum daß wir imstande waren, ihnen das Hineinspringen zu wehren.

Wir hatten den Saum der Zypressenwaldung, die das Bayou an beiden Ufern einfaßte, betreten. Der rote Streifen uns zur Rechten wurde immer heller, schimmerte immer greller durch die düsteren Zypressen, deren ungeheure Wuchten noch den Rauch abhielten. Das Knistern ließ sich jetzt stärker hören.

›Was soll das bedeuten?‹ rief Gaston erschrocken.

›Gott gnade uns, das bedeutet, was sie einen Wald- oder Präriebrand nennen‹, setzte er hinzu.

›Einen Wald- oder Präriebrand‹, wiederholten wir beide mit so stupiden Mienen! Und wir schauten uns an wie Leute, denen der Verstand stille steht.

Der Rauch drang immer stärker durch die Zypressen.

›Mein Gott! was tun?‹ rief Gaston abermals mit halberstickter Stimme, und Tränen kamen uns in die Augen.

Auf einmal fuhren unsere Pferde zusammen als ob sie vom Fieberfroste gerüttelt würden und sprangen dann vor. Ein Rudel Hirsche brach dicht an uns vorüber durch das Sumpfrohr und stürzte sich in das Bayou, das es bis zur Mitte durchschwamm; wie die Tiere in die Mitte kamen, blieben sie stehen – nicht fünfzig Schritte von uns, sahen uns an, so hilfeflehend, mit so bittenden Blicken! Wir glaubten Tränen in den Augen der Tiere, Angst in ihren Zügen zu lesen. Wir schauten die Hirsche an, unsere Pferde, uns selbst, wieder durch den Zypressensaum auf die Prärie hinab. Der hellrote Streifen kam leckend, drohend immer näher, und ein Luftzug vor ihm, ein so heißer Luftzug! daß das bißchen Schweiß, das noch aus den Poren drang, mit einem Male ganz vertrocknete. Der Luftzug ließ sich stärker hören, ein langgezogenes, nervenerschütterndes Pfeifen, Zischen, Hissen und dann ein Geprassel, und mitten durch den erstickenden Rauch eine helle Flamme und gleich darauf eine Feuersäule, was sage ich, eine Feuersäule, ein Feuermeer – das ganze ungeheure Palmettofeld war in Flammen. Die Hitze war nun so versengend geworden, daß wir jeden Augenblick erwarteten, die Fetzen an unsern Leibern würden sich entzünden. Wir rissen unsere Pferde oder unsere Pferde vielmehr uns dem Bayou zu. Sie sprangen zugleich in das Wasser und zogen uns längs dem Ufer hinab. – Ein frisches Gekrach, Gerassel in dem Sumpfrohr. Eine Bärenmutter, mit ihren Jungen auf dem Nacken, kam auf uns zu, – abermals ein Rudel Hirsche, die nicht zehn Schritte von uns ins Wasser sprangen. Wir hoben unsere Gewehre auf die Bären, die Mutter wandte sich weg – gegen die Hirsche zu; wir schauten und schauten, – Hirsche und Bären standen nicht fünf Fuß voneinander, zitternd wie arme Matrosenknaben in der greulichen Winternacht auf dem stürmisch bewegten Ozean.

Und der Tiere kamen mehrere, Hirsche, Wölfe, Rinder, Pferde, alle kamen sie, Schutz in dem einen Elemente gegen das andere zu suchen; die meisten aber brachen weiter unten in das Bayou ein, das sich erweiternd seeartig gegen Nordosten hinüberschwoll.

Und seltsam, wie die Tiere einige ihrer Vorgänger hinabziehen sahen, folgten sie ohne Furcht voreinander. Wir ihnen nach. Auf einmal schallte uns Hundegebell in die Ohren.

›Hunde!‹ riefen wir frohlockend zugleich – ›Viktoria! Da sind Menschen nicht ferne.‹

Eine Salve von wenigstens zehn Flintenschüssen antwortete unserem Aufrufe.

Die Schüsse waren nicht zweihundert Schritte von uns abgeschossen, wir sahen jedoch nichts, hörten bloß die dumpfen, durch die dichten Rauchschichten mühsam zu unsern Ohren dringenden Knalle. Die Tiere rings um uns her zitterten bei der neuen drohenden Gefahr, wichen aber keinen Schritt.

›Was soll das?‹ fragten wir, die wir bis zu den Gürteln im Wasser standen.

Eine neue Salve, die nur etwa hundert Schritte von uns abgefeuert wurde. Wir sahen jetzt die rot aufleuchtende Flamme, hörten zugleich Stimmen durcheinander, in einem Idiome, das halb französisch, halb indianisch klang.

›Schießt alles tot, alles, werft es in das Boot und an das Ufer; haltet euch nicht auf‹, brüllten sie.

›Es sind Akadier ihrer Aussprache nach‹, bemerkte Gaston.

Abermals eine frische Salve. Jetzt pfiffen einige Kugeln dicht an unsern Köpfen vorbei.

›Halt!‹ schrien wir – ›halt, wir sind da! Schießt nicht eher, bis ihr seht, wohin und was ihr schießt.‹

Einen Augenblick war es stille, dann brach ein wütendes Gelächter aus den rauhesten Kehlen.

›Schießt! schießt!‹ riefen wieder ein paar Stimmen.

›So ihr schießt,‹ schrien wir, ›so schießen wir auch – hört auf zu schießen!‹

›Morbleu! S–cre! F–re!‹ ließen sich jetzt zehn brüllende Stimmen hören. ›Wer ist das? Was haben die uns hier zu befehlen? Schießt sie nieder, die Hunde!‹

›Haltet, haltet ein, oder wir schießen zurück.‹

›S–cre!‹ riefen die Halbwilden abermals, ›es sind Adelige aus dem Kirchspiele, kenne sie an ihrer Aussprache. Schießt sie nieder, die Hunde, die Spione, was haben die am Bayou zu tun.‹

›So ihr schießt, so komme das vergossene Blut über euch‹, schrien wir in halber Verzweiflung, unsere Gewehre in die Richtung legend, wo wir die blaßroten Zungen aus den Büchsenröhren hervorblitzen gesehen.

In diesem Augenblicke rief es ein donnerndes: ›Halt, was gibt es da?‹

›Halt!‹ riefen fünf Stimmen hintereinander – ›halt! was gibt es? Halt! oder ihr seid des Todes!‹

Sacré, – ces sont des Américains!‹ schrien die Akadier.

›Halt!‹ rief nochmals eine starke rauhe Stimme, und im nächsten Augenblicke sahen wir ein Boot und Köpfe von Männern an uns vorübergleiten und im dunkeln Rauchvorhange gegen die Akadier zuschnellen.

Es herrschte eine augenblickliche Stille. Darauf rief es: ›Herr Graf Vignerolles!‹

›Da bin ich.‹

›Der Graf!‹ riefen zehn akadische Kehlen – ›der Graf – der Graf, der in der Chartreuse – ah, der Graf.‹

Und alle brachen in ein lautes, rohes Gelächter aus.

Wir wurden blaß und rot vor Scham und Zorn.

›Herr Graf!‹ rief es abermals, und in der nächsten Minute kam das Boot an uns heran, und der junge Martin erkannte uns, und augenblicklich waren wir umringt von mehr denn zwanzig Akadiern und fünf bis sechs Amerikanern.

Die Akadier hatten, sowie sie die ersten Anzeichen des Präriebrandes gesehen, sich in Booten auf ihrem Bayou eingeschifft, das sich hier mit dem Bayou Chicot vereinigt. Es bildet nämlich die Prärie mit den Wäldern und Palmettofeldern einen Winkel, der auf der einen Seite vom Bayou aux Boeufs, auf der andern vom Bayou Chicot begrenzt ist; das Feuer, das in der Regel im Herbste angelegt wird, treibt die sämtlichen Tiere, die da ihren Aufenthalt haben, natürlich dem Wasser auf der einen oder der andern Seite zu. Die Akadier der Courtableau- und Côte-Gelée-Niederlasssungen waren nun gekommen, um die geängstigten Tiere zu jagen, halbwilde Gestalten, kaum zur Hälfte bekleidet, die Männer bloß mit Braguets um die Lenden, die Weiber grobe Hemden und eine Art Weste an den Leibern. Wir fühlten uns empört über die brutale Weise, in der sie die Tiere niederschossen. Gleiches schien bei den Amerikanern der Fall. Der Älteste dieser redete uns an:

›Frenchers! wollt ihr mit diesen Akadiern, oder zieht ihr es vor, mit uns zu gehen?‹

›Wer seid ihr, meine Freunde?‹

›Freunde!‹ sprach der Mann kopfschüttelnd. ›Ihr macht schnell Freundschaft – Freunde! Nein, das sind wir noch nicht – aber wenn ihr mit wollt?‹

›Herr Graf!‹ sprach der junge Martin – ›die fünf Herren Amerikaner sind gekommen, um Sie aufzusuchen. Sie waren so gut, als sie hörten, daß uns die Vivres ausgegangen und wir uns verirrt.‹ –

›Scheint nicht viel in den Präries unserer Opelousas noch herumgekommen zu sein?‹ bemerkte einer der Amerikaner.

›Das nicht, mein Freund!‹ versetzte ich.

›Ich sagte Euch schon,‹ erwiderte der Mann mit einigem Stolze, ›wir sind noch nicht Freunde, aber wenn Ihr amerikanische Gastfreundschaft annehmen wollt, so seid Ihr willkommen.‹

Wir sahen hinüber auf die Akadier, die noch immer schossen und die erlegten Tiere in die Boote und an das Ufer zogen.

›Sind doch wahre Barbaren‹, murmelte der Alte dem nächststehenden jüngeren Manne in englischer Sprache zu. ›Schießen mehr, als sie alle zusammen in einem Jahre verzehren, in ihrem teuflisch französischen mordgierigen Mutwillen.‹

›Habe schier die Notion Idee.>,‹ versetzte ein junger Mann, ›es wäre wohlgetan, dem verd–ten Morden Einhalt zu tun.‹

›Sind in ihrem Lande, Sir, das heißt im Lande, das ihrem Herrn gehört; geht uns nichts an‹, versetzte der Alte.

›Wohnt ihr weit von hier?‹ fragte ich ein wenig ungeduldig; denn die Hitze wurde unausstehlich, der Rauch erstickend.

›Nicht so weit, wie ich es manchmal wünschte,‹ meinte er mit einem verächtlichen Seitenblicke auf die Akadier, ›aber doch weit genug, um Euch Appetit zum Nachtessen zu machen, wenn Ihr ihn nicht schon habt.‹

›Wenn es Euch also gefällig ist,‹ sprach ich, ›so nehmen wir Euer gastliches Anerbieten an.‹ Und mit diesen Worten traten wir näher an das Boot heran.

Der Mann sprach nicht Ja und nicht Nein, warf aber einen durchdringenden Blick auf uns.

›Also ein Graf seid Ihr?‹ fragte er, nachdem er uns von vorne und hinten besehen.

›Ja‹, versetzte ich ungeduldiger. ›Und wenn Ihr so gefällig sein wolltet –‹

Des Mannes Miene blieb so ruhig, als wenn wir in seiner Stube beim Whiskyglase gesessen wären.

›Da seid Ihr wohl von der Partei, die sie Aristokraten heißen?‹ fragte er nach einer Weile weiter.

Wir schauten den Mann an – was wollte er mit der Frage?

›Warum fragt Ihr?‹ erwiderte ich.

Der Mann lehnte den Arm auf die Flinte, nahm eine dünne Rolle gedrehten Tabaks aus einer blechernen Kapsel, biß ein Stück ab und versetzte: ›Warum ich frage? – Will Euch's sagen, warum ich frage.‹

Alles das sprach er so langsam, daß es uns beinahe zur Verzweiflung brachte. Denken Sie sich eine Prärie von etwa zwanzig Meilen Länge und zehn Breite und ein paar Meilen Palmettofelder und alles im Brande, dieser Brand jede Minute näher heranleckend, an einigen erhöhten Orten, wo der Zypressenwald unterbrochen ward, hatte er das Bayou erreicht, das Wasser begann heiß zu werden; denken Sie sich nun in dieser Lage auf allen Seiten mit Flammen und Rauch umgeben und einigen Dutzenden halbwilder Jäger, die wie blind und toll in allen Richtungen herumschossen, und zu allem diesen den Mann und seine Begleiter in ihrem Boote, eine langgedehnte Konversation anspinnend, und wir – bis über den Gürtel im Wasser. – Nie ward französische Ungeduld auf eine härtere Probe gestellt; wir wanden uns wie Schlangen vorwärts, rückwärts, half alles nichts, der Mann stand wie eingefroren.

›Will Euch's sagen, hab' vieles in meinem Leben von Aristokraten gehört,‹ fuhr er mit der empörendsten Ruhe fort – ›vieles für und wider die Aristokraten. – Scheinen sie jetzt in der Alten Welt auf dem Korne zu haben, kommen viele zu uns, haben aber keine so recht klare Notion, was sie eigentlich sind, will Euch aber meine Meinung sagen.‹

›Ums Himmels willen‹, fuhren wir beide auf.

›Will Euch meine Meinung sagen, Mann‹, fuhr der Alte fort. ›Während ich noch in der alten Dominion Virginien.> wohnte und hinüber nach Frederikstown handelte, war Drover Viehtreiber, Händler.>, Mann! Kehrte gewöhnlich in Bullocks Tavern ein, gute Tavern, Mann! – vortreffliche Tavern. Wohl! Kamen, wie ich einmal mit einer ganz artigen Herde da hielt – auf meinem Wege nach Philadelphia hinüber – zwei Kameraden an, waren zwei Franzosen; der eine war mit der Mail Postwagen.> gekommen, der andere zu Fuße; der zu Fuße war ein sauberer junger Bursche von zwanzig Jahren oder darüber, der ältere mochte die dreißig haben – schier Euer Alter – ist's nicht so?‹

Ich schaute den Mann an und wußte nicht, sollte ich fluchen oder lachen.

›Wohl und gut! Die beiden Franzosen aßen mit uns an der Tafel und mußten wohl eine ziemliche Zeit keinen Proviant eingelegt haben, denn sie aßen euch wie Wehrwölfe.

Wohl, als sie fertig waren, sah ich den jungen Mann mit der Wirtin reden, die ihn anfangs sonderbar anschaute, sich aber durch sein hübsches Gesicht endlich, wie es schien, bereden ließ, seinen Willen zu tun. Was dieser Wille war, werdet ihr bald erfahren. Er gab ihr ein kleines Päckchen, das sie wieder der Magd gab – einer alten Negerin.

Wohl,‹ fuhr der Mann trotz Hitze und Rauch fort, ›waren begierig zu wissen, was eigentlich der junge Mann mit der Wirtin abzumachen hatte; – schwiegen aber und zogen unsere Stiefel aus und nahmen die Pantoffeln aus der Bar Der Verschlag in amerikanischen Schenkzimmern, wo die Getränke serviert werden.> und gingen dann in unser Schlafzimmer.

Wohl, waren da sechs Betten, die alle zu zweien bereits besetzt waren, bis auf das meinige und noch eines, wo die zwei Franzosen zu liegen kommen sollten.

Kamen gleich nach uns, die beiden Franzosen, und zogen sich aus so wie wir, und der ältere warf sich geradezu ins Bett, der jüngere zauderte aber.

Und wir schauten dem Dinge so zu, denn wir konnten alles sehen, der Vollmond schien so hell ins Zimmer, daß wir alles deutlich unterscheiden konnten. Und als der junge Mann so zauderte und langsam sich aus seinen Kleidern ausschälte, bemerkten wir, daß er kein Hemd habe, und zauderte deswegen, habe ich die Notion, weil er kein Hemd hatte; – was er doch, ihr versteht wohl, nicht aller Welt auf die Nase binden wollte. Hatte zwar ein Hemd, müßt ihr wissen, und war dieses das Hemd, das er im Päckchen der Wirtin gegeben, und welches sie der Negerin übergeben, zum Waschen, wie wir später hörten, und hatte deshalb keines am Leibe, weil – habe ich die Notion – er nur ein einziges eignete.‹

›Guter Mann,‹ unterbrach ich ihn hier – ›wollt Ihr so gefällig sein, Euer gastliches Anerbieten in Ausführung zu bringen, so –‹ ich konnte nichts weiter sagen – denn der Rauch war nun so erstickend geworden und wir so ungeduldig, rasend, daß wir dem Manne mit Lust den Hals umgedreht hätten.

»Wer würde aber auch anders,« unterbrach sich der Graf, »mitten in dem entsetzlichen Naturschaustücke unter Rauch, Flammen.«

»Richard!« lachte ich dem Freunde zu, »das überbietet noch unsern Mister Shifty am Tenessee.«

Richard nickte lachend.

Der Graf fuhr fort:

»Der Alte stand unbewegt, der erste Bauer, der mir des Dichters Worte: Totus si illabatur orbis – recht anschaulich vor die Augen brachte.

›Wohl,‹ kontinuierte er, ›wie der junge Franzose sich so dreht und zum Bett hinwindet und die Decke lüftet, unter der der andere bereits lag, um seinen Anteil zu nehmen, fuhr dieser auf einmal wie rasend auf und gab eine ganze Ladung französischen Kauderwelsches von sich.

Ich verstand nichts von dem Zeuge und hörte nur Sacri nunde di dieh. Sagte mir aber mein Bettgenosse, der neben mir lag und im Revolutionskriege unter Lafayette und Du Ponceau gestanden war, daß der Mounshur ganz wütend sei darüber, weil der Junge ohne Hemd sich niederlegen wolle, auch ihn frage, ob er ohne Hemd mit ihm zu schlafen gedenke, und er wolle eher v–t sein, als einen hemdlosen Burschen an seiner Seite schlafen lassen.

Und war der junge Mann über den Lärm, den sein Landsmann erhob, so verblüfft, sahen es deutlich im Mondlichte, daß er für einige Minuten nicht den Mund auftun konnte.

Und schien mir auch der Ältere so ziemlich einer, der nur für seine eigene Bequemlichkeit sorgt und keinen Fiedelbogen sich um die eines andern Menschenkindes schert.

Wohl, als der junge Mensch so stand, unschlüssig vor-, zurücktretend, und ich habe die Notion, sich schämend deswegen, wißt ihr, daß er kein Hemd am Leibe hatte, obwohl er eines eignete, was aber, wie ihr wißt, die alte Negerin zum Auswaschen hatte, schrie abermals der ältere Franzose, wie mir mein Nachbar sagte, und zwar so laut, wie der Major eines Volonteur-Bataillons vor der Front: »Wollt Ihr ohne Hemd in dieses Bett?«

Und abermals erschrak der junge Mensch ob der Donnerstimme des Mannes, und wir schauten, was wohl kommen würde, und ich hatte große Lust dem Ältern zu sagen, er solle seine Zunge weniger laut werden lassen, sonst wolle ich sie zum Schweigen bringen. Da faßte aber der junge Mensch Mut und antwortete ihm.

»Seid doch ein v–ter Aristokrat,« sagt er, »ein v–ter Aristokrat.«

»Und Ihr ein Sanscülotte,« sagte der Ältere, »und ich will v–t sein,« sagte er, indem er zugleich einen Schenkel unter der Bettdecke hervorzog und ihn beim Mondlichte dem jungen Manne zeigte, – war volle sechs Fuß lang, der ältere Mann, – »und ich will v–t sein,« sagte er, »wenn Ihr in diesem Bette schlafet. Und seid kein Franzose,« sagte er, »kein Franzose tut seiner Nation die Schande an, in einem Zimmer mit Gentlemen ohne Hemd zu schlafen.«

»Und Ihr seid kein Franzose, aber ein v–ter Aristokrat; wäret Ihr ein Franzose, so würdet Ihr geschwiegen haben, und nicht die Ehre eines Landsmannes so bloß gegeben haben; seid aber ein v–ter Aristokrat, dem an der Ehre Frankreichs nichts gelegen ist – und will nicht bei Euch schlafen.«

Und kam über dieses Geschrei von und wegen der Ehre Frankreichs der Wirt und die Negerin und der Hausknecht, und als sie hörten, was vorgegangen, so nahmen sie den jungen Mann mit und machten ihm ein anderes Bett. Die Wirtin befahl das nämlich, weil sie Mitleiden hatte.‹

Und der Alte«, bemerkt der Graf, »hielt inne nach dieser entsetzlichen Exposition und schaute uns mit einem fragenden Blick an.

›Und jetzt sagt mir,‹ fragte er mit langsam gewichtiger Stimme, ›war das ein Aristokrat?‹

Und wir versetzten beide so schnell als möglich: ›Nein, nein, das war kein Aristokrat, lieber, guter Alter, vielmehr ein schonungsloser Gesell, sonst hätte er mit einem bedrängten Reisenden –‹

Mehr konnten wir nicht sagen, denn Rauch, Hitze, Angst und Erschöpfung hatten nun den höchsten Grad erreicht, so daß selbst der Alte nun sich öfters mit seinen Bärentatzen die Tränen aus den Augen wischen und nach Luft schnappen mußte.

›Habe schier die Notion,‹ versetzte er kopfschüttelnd zu seinen Gefährten, ›wir machen uns aus dem Wege, da das Feuer es nicht tun wird.‹

›Das war also kein Aristokrat‹, wandte er sich an uns.

Wir gaben keine Antwort, konnten keine geben.

›Wohlan,‹ fuhr er fort, ›so kommt denn in das Boot, John, nimm die beiden Tiere, und wir wollen schauen, je eher desto besser –‹

Und so sagend, hob er uns, nachdem er zuerst unsere zitternden Pferde herangezogen hatte, in das Boot, in dem wir hinsanken, bewußt-, besinnungslos. – Es war die höchste Zeit, unsere Kräfte hatten uns verlassen, – von allem, was vorging, hörten, sahen wir nichts mehr.«

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