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Die Fahnenweihe

Josef Ruederer: Die Fahnenweihe - Kapitel 1
Quellenangabe
typecomedy
booktitleTheaterstücke
authorJosef Ruederer
year1987
publisherSüddeutscher Verlag
addressMünchen
isbn3-7991-6365-4
titleDie Fahnenweihe
pages5-11
created20020607
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1895
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Josef Ruederer

Die Fahnenweihe

Eine Komödie in drei Akten

Verzeichnis der handelnden Personen:

        Pfarrer Schaitzach
Fräulein Schaitzach, seine Schwester
Amtsrichter Striebeck
Maurermeister Foitenleitner, Bürgermeister
Kaufmann Nusser, Vorstand des Gemeindekollegiums
Posthalter Schlegel
Frau Posthalter Schlegel
Mohrenwirt Moosreiner
Premierleutnant a. D. Bernhuber
Assessor a. D. Knackberger

Aus München:

Frau Rentbeamte Wanninger
Fräulein Wally, ihre Tochter
Frau Spezialkassier Specht
Großhändler Rettinger
Herr von Beck, sein Freund
Aktuar Götzensperger

Choristinnen des Viktoriatheaters:

Fräulein Hulda
Fräulein Flora
Fräulein Minna

Der Seehansele, ehemaliger Bauer am Ferchsee
Burgl, seine Tochter
Marie, deren vierjähriges Kind
Seppl, Söldner
Die Wehrmüllerin
Lorenz, ihr Sohn
Hans Buchwieser, genannt der Kederbauer
Alois, sein Bruder, genannt der Mutzenbauer
Rosl, Kellnerin in der Post
Hies, Hausknecht in der Post
Ein Gendarm

Gäste, Bauern, Burschen und Mädchen.

Die gesamte Handlung spielt sich ab in einem größeren Hochgebirgsmarkte und zwar im Festsaal des Gasthofs zur Post, in der Zeit vom 30. September nachmittags bis 1. Oktober abends.

Beschreibung der handelnden Personen:

Pfarrer Schaitzach Hoher Vierziger. Ziemlich dick. Rundes Gesicht mit freundlichem, jovialem Ausdruck. Dünne, braune Haare. Langsame, behäbige Art. Sieht aus, als ob er gerne ein Glas tränke.

Fräulein Schaitzach Alte Jungfer. Großer Mund mit scharf geschnittenen Lippen. Bleicher Teint. Längliches Gesicht. Figur mager und groß. Geht dunkel gekleidet mit schwarzem Seidenüberwurf und altmodischem Strohhut.

Amtsrichter Striebeck Kräftig gebaut, etwas untersetzt. Runder Schädel, blaue Augen. Kneifer. Dicke Backen, deren rechte einen starken Schmiß trägt. Dichter blonder Schnurrbart.

Bürgermeister Foitenleitner Große, hagere Figur. Glattrasiertes Gesicht. Pfiffige Augen, die aber auch recht demütig blicken können. Weißgraue Haare. Immer bemüht sehr freundlich zu scheinen. Kleidung halb städtisch, halb ländlich.

Kaufmann Nusser Schwerer, großer Mann mit rotem Vollbart und Kopfhaar. Redeweise pathetisch, im tiefsten Brustton, fast predigerhaft.

Posthalter Schlegel Mittelgroß, stark. Derber Stiernacken. Leichter, etwas nach französischer Art zugespitzter Vollbart umrahmt das Gesicht. Der Bart ist dunkel, wie das Haupthaar, das, zur Bürste gekämmt, in die niedere Stirn dreieckig hineinwächst. Rohe, braune Augen. Ringe. Schwere Uhrkette. Elegante Kleidung.

Frau Posthalter Schlegel Stattliche Brünette von ansehnlicher Üppigkeit. Dunkle, forschende Augen. Im gleichen Alter, wie ihr Mann, zirka fünfunddreißig Jahre. Das Haar fein frisiert, hinauf gebunden. Toiletten verraten das dafür bezahlte Geld, haben aber die Grenze tadelloser Noblesse beträchtlich überschritten.

Mohrenwirt Moosreiner Klein und dick. Roter, großer Schädel. Gemeiner Blick in den grauen Augen. Schwarzes Haar. Leichtes Schnurrbärtchen. Kleidung einfach. Grüne Weste. Uhrkette aus Silber mit riesigem Charivari.

Premierleutnant Bernhuber und Assessor Knackberger sind alle beide Herren in den sechziger Jahren. Ersterer ist sehr lang und trägt weiße Schnurre, letzterer knirpsig und unscheinbar, trägt kurzen, grauen Backenbart. Beide haben verschlissene, aber sehr sauber geputzte Salonröcke und blitzblanke Stiefel an, Bernhuber braune, Knackberger dunkelblaue Hose.

Frau Rentbeamte Wanninger und Frau Spezialkassier Specht sind auf ähnliche Weise gekleidet wie Fräulein Schaitzach, einfach und unmodern. Frau Wanninger, die etwas dickere, hat weichen, sentimentalen Gesichtsausdruck im Gegensatz zu dem scharfen Blicke der mageren Frau Specht, die manchmal einen schiefen Mund macht.

Fräulein Wally Toilette: hellrosa Cachemirekleid mit hohen Ärmeln. Weißer Strohhut. Große, schlanke Figur, die vor Verlegenheit und Unbeholfenheit nie weiß, wo die Arme und Füße hingehören. Tiefbraune, nichtssagende Augen. Hübsches, rotbackiges Gesicht. Sprechweise gedehnt und langweilig.

Großhändler Rettinger Mittelgroß. Blondes Haar, das in Simpelfransen in die kurze Stirne gekämmt ist. Wässerige, kleine Augen, die aber leicht gereizt blicken. In solchen Momenten hebt er den Kopf immer heftig nach oben und reißt die Augen weit auf. Kleiner Schnurrbart. Kneifer. Etwa siebenundzwanzig Jahre. Läßt sich beim Sprechen im allgemeinen gehen, verkehrt er aber mit dem Amtsrichter oder den älteren Damen, so schraubt er seine Sprache jedesmal zu einem gezierten Hochdeutsch.

Herr von Beck Tadellose Erscheinung in Figur, Haltung und Kleidung. Das braune Haar hat einen Anflug von Glatze. Ausgezogener Schnurrbart. Auftreten sicher.

Aktuar Götzensperger Stattlicher Vierziger. Zugespitzter Vollbart um das runde, volle Gesicht. Trägt goldene Brille, grünen Hut, weißes Hemd mit übergeworfener Joppe, bunte Hosenträger, kurze Wichs. Richtiger Zechkumpan.

Die Choristinnen Lockere Zeisige, alle hübsch und flott. Vorlaut und zudringlich bis zur Frechheit. Flora und Hulda brünett, Minna mit blondgefärbtem Haar. Kleidung auffallend und unsolid. Alle sprechen laut und kreischend.

Der Seehansele Angehender Fünfziger. In dem höhnischen Gesicht liegt noch immer etwas vom Trotz des reich gewesenen Bauern. Verwahrlost. Schmutziges Hemd, um dessen Kragen ein rotes Halstuch, wie ein Strick gewunden ist. Lange Beinkleider. Dunkelgrauer Wollkittel, an dem drei Knöpfe fehlen. In der gelben Gesichtshaut da und dort rote Flecken, die den Säufer verraten. Dürftiger Backen- und Schnurrbart. Kinn unrasiert.

Burgl, seine Tochter. Plumpe Bauerndirne.

Seppl Söldner. Robuster Bauernbursche gewöhnlichen Schlages. Starke Backenknochen. Erscheint, wie Burgl, in stark geputzter Gebirgstracht.

Die Wehrmüllerin Altes Bauernweib, gebückt und unansehnlich in der Erscheinung. Aber aus dem wetterharten, runzligen Gesichte sprechen zwei ausdrucksvolle Augen. Energische Bewegungen. Rauhe Stimme. Ärmlich gekleidet.

Lorenz, ihr Sohn. Fester, kräftiger Bursche. Hübscher Gebirgsschädel, aber roher Ausdruck. Trotzig und sicher im Auftreten. Gesamteindruck hat etwas städtisch Strizzihaftes. Leichter Schnurrbart. Dunkles Haupthaar, das stark pomadisiert in der Mitte gescheitelt ist. Graue, städtische Hose und Weste. Gebirgsjoppe.

Die Brüder Buchwieser stehen beide etwa Ende der Fünfzig. Alois, der Blödsinnige, schaut stupid und geistesabwesend drein, lacht bei jeder Gelegenheit und hält immer den Hut vor die Brust. Lang gewachsen. Graue Koteletten, keinen Schnurrbart. Hans, der untersetztere, hat dichten, braunen Vollbart, energische Züge und mißmutig dreinschauende Augen. Kleines, gebräuntes Gesicht. Beide Brüder tragen keine kurze Wichs, sondern derbe Landkleider mit langen Hosen, schwarze Filzhüte und große Lederstiefel.

Rosl Kellnerin in der Post. Schnippische, dralle Person.

Hies Hausknecht in der Post. Gewöhnlicher Bauernbursche.

Ein Gendarm Uniform der Landgendarmen. Gewehr und Säbel. Mütze. Helle leinene Hose. Breites Gesicht mit Schnurrbart.

 
Rechts und links vom Zuschauer aus.


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