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Die Eumeniden

Aischylos: Die Eumeniden - Kapitel 5
Quellenangabe
typedrama
authorÄschylos
titleDie Eumeniden
printrunDritte Auflage
publisherLangenscheidtsche Verlagsbuchhandlung
yearo.J.
translatorJ. J. C. Donner
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20160324
projectid141722c3
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Erklärende Anmerkungen.

V. 2. Die Erde (Gäa) heißt Urprophetin teils als die erste Inhaberin des delphischen Orakels, teils als die Gottheit, von welcher, als der ältesten, alle Prophetíe ausgeht. Von ihr und Úranos stammen die Titánen, zu welchen Thémis, ihre nächste Nachfolgerin auf dem Stuhle zu Délphi, und die Mutter Léto's, Phöbe, gehört. Phöbe vererbte das Orakel auf ihren Enkel Apóllon, der seitdem Phöbos hieß.

V. 9.  Délos' Teich, ein runder See auf Delos, an welchem Leto den Apollon geboren haben sollte.

V. 10.  Pallas' schiffbedeckte Uferhöhn, Áttika, das Land der Pallas Athéne, durch seine Häfen berühmt.

V. 13.  Hephästos Söhne sind die Bewohner Attika's, so genannt, weil der Urvater des Landes, Eréchtheus, ein Sohn des Gottes war.

V. 16.  Delphos, der alte König des Landes, von welchem die Stadt den Namen trägt, war ein Sohn Poséidons und der Nymphe Meläna, nach einer andern Sage ein Sohn Apollons selbst und der Nymphe Keläno, der Tochter des Hýamos.

V. 21.  Pallas im Vorhofe des Heiligtums. Ein Tempel der Pallas stand an dem Wege, der zum Apollotempel führte.

V. 22, Korýkion (ἄντρον Κωρύκιον), die korykische Grotte oberhalb Delphi's, wenn man zu den Gipfeln des Parnássos hinaufsteigt.

V. 24. Von den beiden Gipfeln des Parnassos war einer dem Bákchos heilig.

V. 26.  Péntheus, König von Thébä, wurde von den Bákchen (Bacchantinnen) zerrissen, als er den Dienst des Bakchos mit Gewalt hemmen wollte.

V. 27. Nach den korykischen Nymphen ruft die Seherin den Pléistos an, dessen Quellen in der Nähe der korykischen Grotte waren, wie denn auch jene Nymphen bei Apollónios Töchter des Pleistos heißen. – Poseidon war vormals im Besitz von Delphi gewesen, hatte es aber später an Apollon für Kaláuria oder Tänaron abgetreten. Jedenfalls gehörte er auch in der folgenden Zeit zu den in Delphi vorzugsweise gefeierten Gottheiten.

V. 39. Das Heiligtum Apollons und der Dreifuß der Pýthia selbst waren mit Kränzen geschmückt.

V. 41. Der Nabelstein war ein weißer Stein im Heiligtum Apollons, der für den Nabel oder Mittelpunkt der Erde galt. Zu beiden Seiten des Steines befanden sich die beiden Bilder der Mythe, zwei goldene Adler, die, von Zeus zur Auffindung des Mittelpunktes der Erdscheibe von Morgen und Abend ausgesandt, bei Delphi zusammengetroffen waren.

V. 42.  Ein frischgezücktes Schwert, d. h. ein jüngst gebrauchtes. Und dies erkannte die Pýthia an dem Blute, das noch an ihm haftete, so wie auch die Hände des Mannes noch vom Blute triefen. Der Dichter, um die prosaische Berechnung der Wahrscheinlichkeit unbekümmert, liebt die poetische Versinnlichung des Gedankens. Gedacht aber wird die Blutbefleckung als haftend an dem Mörder und seiner Waffe, bis er der religiösen Reinigung teilhaftig geworden. Ob wirklich das Blut so lange an ihm haftete und vorher nicht abgewaschen werden durfte, ist gleichgiltig. Ähnlich ist zu beurteilen, was unten V. 158 ff. von dem an Fuß und Haupt mit Blut besudelten Erdnabel gesagt wird, oder wenn V. 238 die Erínnyen sagen, daß sie den Oréstes aufspüren an dem Blute, das von ihm triefe, obgleich er da schon von Apollon gereinigt ist. Aber diese Reinigung wird eben von den Erinnyen nicht anerkannt und hat für sie keine Wirkung. Schömann.

V. 43.  Der Ölzweig, mit weißer Wolle umwunden, war das Zeichen der Schutzflehenden.

V. 50 ff. »Die raschbeschwingt das Mahl des Phíneus raubten«, sind die Harpýien. Dem Phineus, einem Könige in Thrákien, hatten die Götter, weil er auf Antrieb seiner Gemahlin seine beiden Söhne geblendet, nach anderen, weil er die Gabe der Weissagung, die ihm Apollo verliehen, entheiligend, Zeus geheimsten Willen ohne Hülle den Menschen geoffenbart hatte, zur Strafe die Harpyien gesandt, die sein Mahl verzehrten oder besudelten. Die Söhne des Bóreas im Heere der Argonáuten befreiten ihn endlich von seiner Qual.

V. 62.  Wahrsagerarzt heißt Apollon, weil er als Gott der Weissagung Unheil aller Art abwehrt.

V. 63. Apollon, meint die Seherin, kann auch andere Häuser entsündigen: um wie viel mehr sein eigenes, das durch die Anwesenheit der Erinnyen und des Orestes entweiht ist!

V. 80. Das alte Bild ist das alteinheimische Bild der Athene Pólias auf der Akrópolis, nicht das von Troja nach Athen gelangte Palládion.

V. 89 Es ist gar nicht nötig, den hier angeredeten Hérmes auf der Bühne anwesend zu denken. Warum sollte ein Gott nicht den andern anreden können, wenn dieser auch nicht gegenwärtig und sichtbar ist, da doch Menschen sich an entfernte und unsichtbare Götter im Gebet wenden? Die Führung des Hermes, die Apollon für seinen Schützling in Anspruch nimmt, bedeutet die vorsichtige Heimlichkeit, ohne die Orestes nicht glücklich zu seinem Ziele gelangen konnte. Die körperliche Sichtbarkeit des Gottes würde dem geradezu widersprochen haben. Und wo bliebe der begleitende Gott nachher? Er sollte doch nach vollbrachter Pflicht von Orestes Abschied nehmen; dieser erscheint aber ganz allein wieder vor dem Tempel der Athene. Auch bedurfte es nicht der Ermahnungen an ihn, unter den Mühseligkeiten der Flucht nicht zu ermatten, wenn er einen sichtbaren Gott zum Geleite bei sich hatte. Vgl. A. W.  Schlegel's Anzeige des Stolbergischen Äschylos in der Jenaischen Allgemeinen Litteratur-Zeitung vom Februar 1804.

V. 107.  Weinlose Spenden. Bei den Opfern, die den Erinnyen dargebracht wurden, durfte kein Wein, sondern nur Wasser, mit Honig gemischt, ausgegossen werden.

V. 109.  In Stunden, die mit euch kein Gott geteilt, d. h. um Mitternacht, wo nur den Erinnyen Opfer dargebracht wurden.

V. 134.  Im zweiten Jagen. Die Erinnyen hatten den Orestes das erste Mal gejagt, als er von Árgos nach Delphi floh.

V. 165. Apollon bricht die uralte Macht der Móiren (der Schicksalsgöttinnen), weil er das Recht nicht achtet, das die Schicksalsmächte den Erinnyen zugeteilt haben. S. V. 320; 367 ff.

V. 172.  Die beschwingte Silberschlange ist der rasche glänzende Pfeil, der mit Federn am hinteren Ende versehen war.

V. 203. In der Antwort der Erinnyen liegt die Anerkennung, daß, wenn der Gattenmord ebenso verbrecherisch als der Mord der Mutter und der nächsten Blutsverwandten wäre, er dann auch ebenso bestraft werden müßte. Darum macht nun Apollon nachdrücklich die Heiligkeit der Ehe geltend, um die Schwere des Verbrechens, welches Klytämnéstra begangen, zu erweisen. Schömann.

V. 281.  In fernen Fluren Líbya's, wo Pallas Athene der Sage nach am See Tríton geboren ward oder erwuchs.

V. 284.  Phlégra's Feld an der thrakischen Küste, Schauplatz des Gigántenkampfes, in welchem Athene mitstreitend den Giganten Pállas tötete.

V. 291.  Aufgezehrt von Göttern, d. i. von den Erinnyen.

V. 312.  Der verblichnen wie der lichten Welt, d. i. des Totenreiches und der Oberwelt.

V. 332. Die weiße Farbe ist die Farbe des Glückes und der Freude.

V. 374. Das sigéische Vorgebirge, wo auch ein Tempel der Athene war, und die Umgegend gehörte den Athenern seit früher Zeit; seit wann, läßt sich nicht angeben. Wir wissen nur, daß unter Pisístratus ein Streit über den Besitz des Landes zwischen den Athenern und den Mitylenäern stattfand, der mit dem Siege der ersteren endigte. Äschylos läßt nun hier dieses Gebiet schon im tróischen Kriege den Athenern zufallen und von der Landesgöttin in Besitz nehmen, vielleicht der Landessage folgend. Schömann.

V. 378.  Dem Stamm des Theseus, den Athenern.

V. 399.  Dort, wo der Freude keine Statt beschieden ist, d. i. in der Unterwelt.

V. 405.  Er schwört gewiß nicht und verwirft den Gegeneid. Der Sinn ist: Er wird weder selbst schwören wollen, daß er seine Mutter nicht getötet habe, noch wird er uns einen Eid ablegen lassen, daß er ein Muttermörder sei.

V. 417.  Heilig heißt der Flehende, weil ihm nach göttlichem Rechte Teilnahme und Mitleid gebührt. – Ixíon, König der Lapíthen in Thessalien, hatte den Vater seiner Braut, Eíoneus, erschlagen und wurde von Zeus, an welchen er sich, als den Gott der Sühne, flehend gewandt, begnadigt und gereinigt.

V. 504.  Andres, was die Mitte nicht hält, ordnen die Götter anders, sehen es nicht mit gleicher Huld an.

V. 537 ff. Der tyrrhénischen Drommeten bediente man sich ihres starken Klanges wegen.

V. 559. Wörtlicher: »Schon hätte ich denn hier einen Kampf von den dreien ausgekämpft.« Anspielung auf die bei dem Ringkampf üblichen drei Gänge, in welchen der Gegner niedergeworfen sein mußte, wenn er als besiegt gelten sollte. Diese drei Gänge sind hier erstens, V. 557, ob Orestes seine Mutter getötet, zweitens, V. 561, wie er sie getötet, drittens, V. 563, warum er sie getötet habe.

V. 611. Zeus stürzte seinen Vater Krónos vom Throne und band ihn nebst den übrigen Titanen im Tártaros.

V. 653.  Ägeus' Volk sind die Athener. Ägeus war einer der ältesten Könige Attika's, Vater des Théseus.

V. 656. Als Hérakles gegen die Amazonen zog, begleitete ihn Theseus und führte die Königin Hippólyte als Gefangene mit sich nach Attika. Um ihre Niederlage und die Entführung der Königin zu rächen, fielen die Amazónen unter der Anführung Orithyía's, der Schwester Hippolyte's, ins attische Gebiet und belagerten Athen, wurden aber auch hier besiegt.

V. 673.  Pélops' Lande, die Peloponnésos.

V. 688. Auch von Píndaros wird Ixíon »der erste« genannt, »der verwandtes Blut hinterlistig verspritzte«. S. zu V. 417.

V. 693. Dem Admétos, Sohn des Phéres, König von Phérä in Thessalien, war vom Schicksal bestimmt, im blühenden Mannesalter zu sterben. Apollon, der ihn liebte, wünschte dies Los von ihm abzuwenden. Er wandte sich an die Móiren, wußte das sonst fühllose Herz der unerbittlichen zu erwärmen, indem er sie überredete, vom Weine, dem menschenfreundlichen, – wie die Griechen ihn bisweilen so sinnvoll nennen, – zu trinken, und erlangte von ihnen, daß Admetos am Leben bliebe, wenn ein anderer sich entschlösse, sein Leben für ihn hinzugeben, wozu denn seine Gattin Alkéstis sich bereit erklärte.

V. 724 Oréstes nennt Athene die Retterin seines Hauses, insofern mit ihm, dem einzigen Sohn Agamémnons, das Haus untergegangen wäre.

V. 729 ff. Des dritten allvollendenden Erretters, des Zeus, der auch sonst jedem Bunde zweier Götter als der dritte beigesellt wird.

V. 800.  Urgewalten (παλαιόφρονας) nennen sich die Erinnyen, weil sie, an ihrem alten Rechte festhaltend, es für Schmach achten, unter den neuen Gottheiten zu wohnen.

V. 814.  Eréchtheus' Haus, das Erechthéion auf der Akrópolis.

V. 851. Kein Haus der Menschen soll gedeihen ohne die Erinnyen, d. h. die olympischen Götter, in deren Namen hier Athene spricht, werden künftig eines Sinnes mit den strafenden, aber nicht mehr rücksichtslos rachsüchtigen Erinnyen über dem Leben der Menschen walten, so daß, wer das Recht, das fortan die Erinnyen wahren, übertritt, auch der Huld und des Segens der Olýmpier nicht teilhaftig werden wird. Schömann.

V. 859. Der schöne Sieg ist nicht der Sieg über den Feind im Kriege, sondern überhaupt Sieg über Not und Übel.

V. 877.  Tempelschirmend, insofern die Stadt eine Menge der heiligsten Tempel in ihren Mauern einschließt.

V. 904. Unter den Gottesgaben, welche der Schoß der Erde spendet, ist wohl der Ertrag der athenischen Bergwerke, namentlich der Silberminen von Láurion, gemeint. – Durch Hérmes' Huld, als des Gottes, dem jeder glückliche Fund, überhaupt jeder Gewinn zugeschrieben wird.

V. 960. In dem heiligen, den Eumeníden geweihten Tempel war ein unterirdisches Gewölbe, worin ihnen nächtliche Opfer gebracht wurden. Nach dieser Zelle geht der Zug. Daher die Vorstellung, als ob sie sich in die Tiefe hinab begäben.

V. 964.  Kránaos, ein alter König von Attika.

Aus technischen Gründen ist der folgende Teil des Anhangs als Faksimile wiedergegeben. Re.

Lesarten und Verwandtes



Verzeichnis der Silbenmaße in den lyrischen Stellen dieser Tragödie





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